Kardinale Klimax, die Zweite

Nicht gut ist, dass sich alles erfüllt, was du wünschest: Durch Krankheit erkennst du den Wert der Gesundheit, am Bösen den Wert des Guten, durch Hunger die Sättigung, in der Anstrengung den Wert der Ruhe.
(Heraklit)

Nachdem uns im Jahr 2013 längere Zeit ein großes Trigon zwischen Neptun, Saturn und Jupiter begleitete und möglicherweise dafür sorgte, dass vieles nicht so schlimm kam, wie von manchen befürchtet, dürfte nun eine eher unruhigere Zeitperiode anbrechen.

Das Jahr 2014 beginnt mit einer außergewöhnlich spannungsgeladenen Konstellation, einem sogenannten großen Kreuz in kardinalen Zeichen. Damit wird die zweite Runde der Kardinalen Klimax eingeleitet, deren ersten Höhepunkt wir zwischen 2008 und 2010 erlebten.

Als kardinale Klimax wird das Zusammentreffen mehrerer großer Planeten in kardinalen Zeichen bezeichnet. 2010 waren das Uranus im kardinalen Feuer-Zeichen Widder, Saturn im kardinalen Luft-Zeichen Waage und Pluto im kardinalen Erd-Zeichen Steinbock.

2014 treffen nun Uranus in Widder, Jupiter im Krebs, Mars in Waage und Pluto in Steinbock aufeinander. Diese Konstellation begann bereits mit dem Neumond am 1. Jänner 2014, schwächt sich dann vorübergehend im Februar und März etwas ab, weil Mars sich außerhalb des Orbis befindet und erreicht am 22.4.2014 ihre maximale Spannung. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich alle vier genannten Planeten zwischen 13°34‘ und 13°56° kardinal, nämlich:

  • Pluto auf 13°34‘ Steinbock
  • Uranus auf 13°36‘ Widder
  • Jupiter auf 13°46‘ Krebs und
  • Mars auf 13°56° Waage

Jupiter bewegt sich dann relativ rasch aus dem Orbis einer Opposition mit Pluto und eines Quadrats mit Uranus und Mars. Mars, Uranus und Pluto bleiben aber noch bis Juli 2014 in einem Spannungsdreieck (Mars Opposition Uranus mit gemeinsamen Quadrat auf Pluto) oder T-Quadrat.

Uranus Pluto Quadrat

Das Uranus-Pluto-Quadrat beschäftigt uns ja schon geraume Zeit. Es wurde im Jahr 2010 erstmals annähernd exakt, in weiterer Folge bildeten sich bisher vier exakte Quadrate und zwar am:

  • 24.6.2012
  • 19.9.2012
  • 20.5.2013
  • 1.11.2013

Weitere drei Quadrate zwischen den beiden Planeten werden sich ereignen am:

  • 21.4.2014
  • 15.12.2014 und
  • 17.3.2015

Dieses Quadrat wird also insgesamt 7 Mal exakt. Nimmt man einen etwas größeren Orbis von 3 bis 5 Grad an, so kann man ohne weiteres sagen, dass diese Konstellation beginnend mit 2010 das ganze Jahrzehnt prägen wird. (Weitere Artikel zum Uranus-Pluto-Quadrat finden Sie im Info Pool).

Übrigens ist das auch das erste, also zunehmende, Quadrat der beiden Planeten nach der Konjunktion in den 1960-er-Jahren. Damals wichtige Themen waren: Friede, Bewusstseinserweiterung, sexuelle Befreiung, Vietnamkrieg, kalter Krieg und atomare Bedrohung.

In den 60-er Jahren des 20. Jahrhunderts liegen aber auch die Wurzeln der Technik, die wir heute verwenden. Computer hielten allmählich Einzug in die Büros und sorgten für wesentlich effizientere Arbeitsabläufe (übrigens eine recht passende Jungfrau-Entsprechung).

Uranus und Pluto trafen sich damals am:

  • 9.10.1965 auf 17°10‘ Jungfrau,
  • am 4.4.1966 auf 16°28‘ Jungfrau und
  • am 30.6.1966 auf 16°06‘ Jungfrau

In der Quadrat-Phase eines Aspektes kommt dasjenige zum Ausdruck, was in der Konjunktion gesät wurde. Im Falle der modernen Technik erleben wir jetzt zahlreiche Erleichterungen, effizientere und raschere Kommunikation, die Möglichkeit uns jederzeit weltweit auszutauschen, eine Maximierung der Möglichkeiten des Handels und nicht zuletzt auch wesentliche Fortschritte in der Wissenschaft.

Erst moderne Computer ermöglichten es überhaupt komplexe Theorien der modernen Physik oder der Meteorologie zu überprüfen. Es lassen sich mit zunehmender Präzision Klimamodelle berechnen, die uns erst bewusst machten, dass wir uns mitten in einem dramatischen Klimawandel befinden. Die Vorteile moderner Computer- und Kommunikationstechnik sind also zahlreich.

Aber wir wissen heute auch, dass die sogenannte digitale Revolution auch massive Schattenseiten aufweist. Riesige Produktionsstätten werden heute nur von wenigen Menschen per Computer bedient. Die Arbeit erledigen Roboter heute rascher, effizienter und fehlerfreier, als Menschen das könnten. Das hat zu andauernder hoher Arbeitslosigkeit in vielen Ländern dieser Erde geführt.

Der ununterbrochene Druck in Richtung mehr Effizienz hat die Wirtschaft an den Rand des Kollaps geführt und Staatsschulden explodieren lassen.

Die Möglichkeit mittels Computerprogrammen in minutenschnelle unfassbar viel Geld zu verschieben, führte zu einer sich immer weiter öffnenden Schere zwischen Arm und Reich.

Auf der Strecke blieben auch die Moral und das Mitgefühl, die man als Entsprechung des Jungfrau-Gegenpols Fische auffassen könnte. Durch die Abstraktion vieler Verwaltungsabläufe, computerisierter Kriegsführung und auch modernen Tradings (High Speed Trading), fällt es sehr leicht, den Menschen, der oftmals Opfer derart anonymisierter und abstrakter Vorgänge wird, auszublenden.

Beispielsweise ist es sehr leicht, einen Abschiebebescheid am Computer auszufüllen und per Knopfdruck an den nächsten Drucker und die Versandabteilung weiterzuleiten. Ebenso leicht ist es, per Computersteuerung Menschen mit Drohnen ermorden zu lassen. Und dass beim High Speed Trading dafür gesorgt wird, dass Aktienkurse steigen und unter Umständen Tausende entlassen werden, stört die so Agierenden und sich Bereichernden nicht weiter. Denn sie kennen diese Menschen, die hier die Leidtragenden sind, ja nicht und sie werden sie auch nie kennenlernen.

Viele Staaten begannen sowohl ihre Bürger als auch die Bürger anderer Nationen zu bespitzeln und permanent zu überwachen, wie wir spätestens seit dem Sommer 2013 wissen. Die Schreckensszenarien des berühmten Buches „1984“ von George Orwell sind harmlos, gegen die tatsächlichen Vorgänge in unserer Zeit. Und seltsamerweise regt sich kaum jemand darüber auf. Sind wir alle schon so abgehärtet, narkotisiert oder in Trance, dass uns derlei Vorgänge nicht mehr stören?

Die ständige Erreichbarkeit mittels Handy, Email, Facebook und Co führte und führt bei immer mehr Menschen zu Erschöpfungszuständen. Burnout ist in aller Munde und kommt seit Jahren nicht aus den Schlagzeilen.

Mit Pluto in Steinbock ist es leider möglich, dass die Dinge noch viel schlimmer werden, ehe sie irgendwann tatsächlich besser werden.

Neumond vom 1.1.2014

Neumond 1. Jänner 2014

Abb. 1. Neumond 1. Jänner 2014, 12:14 MEZ, Wien.

Die spannungsgeladenen Konstellationen des ersten Halbjahres 2014 begannen bereits am Neujahrstag mit einem Neumond, der es wahrlich in sich hat. Aufgrund des Datum dieses Neumondes mutmaßt etwa Claude Weiss in der letzten Ausgabe von Astrologie heute, dass dieser das ganze Jahr prägen könnte. Dies folgt der üblichen Astro-Logik, dass sich am Beginn eines Lebens oder einer Sache bereits die ganze künftige Entwicklung enthüllt (Astrologie heute, Nr. 166, S. 16ff).

Der Neumond befand sich für Berlin, Wien und Zürich gleichermaßen annähernd am MC, da er um die Mittagszeit stattfand (vgl. Abb. 1, hier für Wien abgebildet; die Achsen für Berlin und Zürich sind geringfügig verschoben).

In Konjunktion mit diesem Neumond befinden sich Pluto und Merkur. Mars und Uranus bilden aus Waage und Widder ein Quadrat auf diesen Neumond und Jupiter befindet sich in weiter Opposition dazu im Krebs.

Mit dem Stellium von vier Himmelskörpern im Steinbock steht zwar einerseits Verantwortungsbewusstsein im Vordergrund und es wäre dies potenziell eine Konstellation für Pioniertaten und große Durchbrüche. Die impulsive, aggressive und kämpferische Haltung des Uranus im Widder, die alles abwägende, aufgeschlossene und vielleicht allzu diplomatische Haltung eines Mars in Waage könnten solche Großtaten allerdings unterwandern oder dafür sorgen, dass sehr viele verletzende Worte fallen und wirkliche Durchbrüche vereitelt werden.

Große Töne spuckte etwa Putin in Russland in seiner Neujahrsansprache, wenn er davon sprach, er werde „entschieden und unnachgiebig den Kampf gegen Terroristen bis zu deren vollständiger Ausradierung (!) fortsetzen“. (Quelle: orf.at)

Nordkoreas Kim Jong Un drohte einmal mehr mit einer atomaren Katastrophe auf der koreanischen Halbinsel und betonte, dass auch die USA nicht sicher seien. Der Diktator hatte offenbar in jüngster Zeit begonnen, missliebige Verwandte wie etwa seinen Onkel hinrichten zu lassen. (Quelle: orf.at)

Wir können nur hoffen, dass Mars in Waage dafür sorgt, dass die Diplomatie obsiegen wird oder dass zumindest Menschen sich ins Spiel bringen, die ein wenig zur Mäßigung beitragen.

Leider kann man sich unter derart gespannten Konstellationen auch vorstellen, dass die Konflikte in dieser Welt in diesem Jahr da und dort offen ausbrechen.

Jupiter könnte diese Konflikte sogar noch anheizen, wenn er dafür sorgt, dass viele das Gefühl haben, absolut im Recht zu sein und übertriebene Aktionen setzen.

Auch im wirtschaftlichen Bereich ist in den Jahren seit 2008 sehr wenig gelöst worden. Durch die Überflutung der Märkte mit frischem Geld wurde lediglich Zeit gewonnen. Keiner weiß heute allerdings, wann die Zinsen wieder steigen werden und was dann eigentlich geschehen wird. Auch die Beschäftigungszahlen sind in vielen Ländern alarmierend schlecht.

Es sieht fast ein wenig so aus, als würde Neptun in Fische uns alle einlullen oder hypnotisieren, sodass der Schmerz wirklich sehr groß sein muss, ehe wir endlich aufwachen!

Astro Landkarte

Neumond 1Jan2014 Landkarte

Abb. 2. Astro-Landkarte, Neumond, 1.1.2014, 11:14 UT.

Bei der Betrachtung der Astro Landkarte fallen vor allem zwei Kreuzungspunkte der spannungsgeladenen Konstellation auf, einerseits Südamerika, insbesondere Kolumbien, Peru und Ecuador, andererseits Malaysia und Indonesien.

An diesen Orten sind besonders deutliche Entsprechungen des Neumondes und in weiterer Folge der kardinalen Klimax möglich.

In jedem Fall steht uns ein spannungsgeladenes Jahr bevor, in dem Auseinandersetzungen weitaus heftiger geführt werden könnten als in vielen anderen Jahren. Fairness, Respekt und Aufrichtigkeit dürften ganz zentrale Werte (Mars in Waage) und die Schlüssel zur Lösung sein. Im Falle von Naturkatastrophen wird es wohl auch einmal mehr darum gehen, aufeinander zuzugehen, Vorurteile zu überwinden und rasch zu helfen.

Die Zeitqualität hat auch etwas von Abschied. Manches dürfte jetzt endgültig zu Ende gehen, Strukturen, Vereinbarungen, Kooperationen und Partnerschaften werden noch einmal auf ihre Brauchbarkeit und Zukunftsfähigkeit überprüft und Überholtes wird nun endgültig über Bord geworfen (u.a. bilden Jupiter und Pluto letztmalig eine Opposition am 31.1. und 21.4.2014, womit der Höhepunkt einer Entwicklung seit 2007, der letzten Konjunktion der beiden Planeten, überschritten wird).

Ganz besonders herausgefordert werden in diesem Jahr, das vor uns liegt, insbesondere die USA und der Euro. Der rückläufige Mars aktiviert in der ganzen ersten Jahreshälfte das Sonne-Saturn-Quadrat der USA. Obendrein bildet Pluto ab März 2014 die erste von insgesamt fünf Oppositionen auf die Sonne der USA.

Im Falle des Euro wurde Venus gerade erst im Dezember 2013 auf den Graden der Venus des Horoskops der Euro-Einführung rückläufig und auch Mars transitiert aufgrund seiner späteren Rückläufigkeit mehrmals die Grade des Mars im Euro-Horoskop. Bei der Rettung oder Stabilisierung der gemeinsamen Währung könnte es daher insbesondere in der ersten Jahreshälfte sehr heiß hergehen.

Weitere Artikel zum Jahr 2014

2014: Marmor, Stein und Eisen bricht… (Astrologie Zeitung Loop!)

Merkur rückläufig (Oktober 2013)

Es muss von Herzen kommen, was auf Herzen wirken soll.

(Johann Wolfgang Goethe)

Im Oktober wird Merkur wieder rückläufig und es bietet sich uns die Gelegenheit all jene Dinge einer vertieften Prüfung zu unterziehen, die mit Kommunikation, Handel und Verkehr zu tun haben. Nachdem Merkur 2013 ausschließlich in den drei Wasserzeichen Fische, Krebs und Skorpion rückläufig ist, geht es vor allem darum, unsere seelischen Prozesse zu beleuchten.

Im Skorpion gilt es, jene Bereiche zu überprüfen, in denen wir uns verbindlich auf etwas (einen Menschen, eine Sache) eingelassen haben. Vielleicht sind Dinge in den letzten Wochen und Monaten ungesagt geblieben oder wir haben Teilbereiche bewusst oder unbewusst aus der Kommunikation ausgespart. Jetzt ist die Gelegenheit, diese Dinge an die Oberfläche zu holen, auszusprechen oder erneut zu prüfen.

In der Zeit von Merkurs Rückläufigkeit kommt es immer wieder vor, dass die Kommunikation sich etwas schwierig gestaltet, Geschäftspartner wichtige Rückrufe vergessen, Briefe nicht ankommen, Rechnungen übersehen werden und ganz allgemein mehr Missverständnisse auftreten als sonst. Deshalb ist diese Zeitperiode gut dazu geeignet, Bestehendes zu prüfen und weniger gut, um neue Verbindlichkeiten und Verträge einzugehen.

Merkur wird regelmäßig etwa alle 4 Monate rückläufig. Das bedeutet, dass er sich von der Erde aus gesehen im Tierkreis scheinbar rückwärts bewegt. Das hat nicht etwa damit zu tun, dass der Planet Merkur selbst seine Richtung ändern würde, was astronomisch unmöglich ist. Vielmehr ist es so, dass die Erde sich relativ zu Merkur schneller bewegt, ähnlich einem Auto, das mit 130 km/h an einem Auto mit 100 km/h vorbeifährt.

Die nächste Rückläufigkeit Merkurs beginnt am 21.10.2013 und endet am 10.11.2013 im Zeichen Skorpion.

Daten der nächsten Rückläufigkeit Merkurs

  • 1.10.2013: Merkur überquert 2°30‘ Skorpion
  • 21.10.2013: Merkur wird rückläufig auf 18°22‘ Skorpion
  • 10.11.2013: Merkur wird direktläufig auf 2°30‘ Skorpion
  • 27.11.2013: Merkur überquert letztmalig 18°22‘ Skorpion

Merkur wird also den ganzen Bereich von 2°30‘ Skorpion bis 18°22‘ Skorpion insgesamt drei Mal durchqueren, einmal direktläufig bis 21.10., dann rückläufig bis 10.11. und schließlich noch einmal direktläufig von 10.11. bis 27.11.2013. Damit befindet sich Merkur von 1.10. bis 27.11.2013 in seiner Rückläufigkeitsschlaufe.

Viele Ereignisse in der Zeit von 1.10. bis 27.11.2013., ganz besonders aber zwischen 21.10. und 10.11.2013, haben daher vorläufigen Charakter. In dieser ganzen Zeitperiode ist es nicht ratsam, wichtige Verträge zu unterzeichnen oder verbindliche Vereinbarungen (alles Merkur-Entsprechungen) einzugehen. Jedenfalls aber ist es empfehlenswert in allen Dingen, die die Kommunikation und den Handel betreffen, lieber mehrmals nachzuprüfen, bevor Sie verbindliche Vereinbarungen eingehen. Unter Umständen kann diese Zeitperiode auch hervorragend dazu genutzt werden, wichtige Verträge und Übereinkünfte noch einmal einer vertieften Prüfung zu unterziehen und Fehler, die sich möglicherweise eingeschlichen haben, auszumerzen.

Zeitperiode von Merkurs Rückläufigkeit

Schon ab Ende September wird das Uranus-Pluto-Quadrat wieder ausgelöst, diesmal von der Sonne (27.9. bis 9.10.2013 bei 5 Grad Orbis). Ein exaktes Quadrat mit Pluto bildet die Sonne am 2.10., eine exakte Opposition mit Uranus am 3.10.2013. Auch der Neumond vom 5.10. bildet immer noch eine sehr genaue Opposition mit Uranus und ein Quadrat mit Pluto.

Uranus und Pluto selbst stehen inzwischen wieder recht genau im Quadrat zueinander. Sie erreichen am 1.11.2013 das vierte von sieben exakten Quadraten im Zeitraum von 2012 bis 2015.

Merkur selbst tritt am 29.9. in das Zeichen Skorpion ein, wo er bis 5.12.2013 bleiben wird. Merkur als der Kommunikator, Botschafter und Beobachter im Tierkreis, legt im Skorpion eine gewisse Kompromisslosigkeit an den Tag. Worte dürften in dieser Zeitperiode schärfer und prägnanter sein als sonst. Aufgrund der Rückläufigkeit Merkurs könnten uns auch Worte entgleiten, die wir hinterher bereuen. Mit anderen Worten, unsere Kommunikation könnte sich verletzender gestalten als sonst. Gleichzeitig bietet Merkurs Stellung im Skorpion aber auch die Möglichkeit, dass wir zum Kern der Wahrheit vordringen und Dinge aufs Tapet bringen, die lange unausgesprochen waren. Unter Umständen kann das in Gemeinschaften sogar eine gewisse Erleichterung auslösen, nach dem Motto „endlich sagt jemand einmal, was wirklich Sache ist und redet nicht um den heißen Brei herum“.

Sofort nach Eintritt in das Zeichen Skorpion bildet Merkur ein Trigon mit Neptun, womit ein Bedürfnis entstehen könnte, sich von den irdischen, materiellen Dingen zu lösen und nach Höherem, Heiligem zu streben. Die Träume und Phantasien, die er durch diese Berührung mit Neptun aufnimmt, werden schon wenige Tage später strukturiert, geklärt und auf verantwortungsbewusste Weise umgesetzt, wenn Merkur auf Saturn trifft (am 8.10., 29.10. und 26.11.2013).

Neumond Oktober 2013

Abb. 1. Neumond, 5.10.2013, 0:35 UT

Eine besondere Konstellation ist jedoch der Neumond vom 5.10.2013. Er findet um 2:35 Uhr MEZ/S statt und zwar in Opposition mit Uranus, im Quadrat mit Pluto und im Quadrat mit Lilith. Damit liefert der Neumond uns einen Vorgeschmack auf das große Quadrat von Uranus, Pluto, Jupiter und Mars um die Jahreswende 2013/14 und in weiterer Folge mit Abschwächungen (Mars bewegt sich zwischenzeitlich aus dem Orbis eines Quadrats heraus) bis Anfang Juli 2014.

Der Dispositor (=Zeichenherrscher) dieses Neumonds ist die Venus, die wie Merkur, Saturn und der nördliche Mondknoten im Skorpion steht. Damit dürften wir tiefgreifende Wandlungsprozesse in allen Bereichen erleben, in denen es um Beziehungen geht. Auf der mundanastrologischen Ebene betrifft dies natürlich auch internationale Beziehungen.

Venus steht außerdem im Quadrat mit Mars und der Dispositor von Venus, Pluto, steht ebenfalls im Quadrat mit dem Neumond. Damit erleben wir um den Neumond eine sehr spannungsgeladene Zeit, unter Umständen heftige Konflikte und wahrscheinlich auch Schlagzeilen im Zusammenhang mit mächtigen Frauen und Männern (Pluto Opposition Lilith, beide im Quadrat mit dem Neumond). Die Konstellationen haben auch mit Machtspielen und politischen Erpressungsversuchen zu tun, wie etwa Claude Weiss in einem aktuellen Artikel schreibt.

Ausgegrenzte Personengruppen und Zukurzgekommene dürften sich an manchen Orten sehr deutlich zu Wort melden (Lilith und Chiron beide im Trigon mit Saturn, Merkur und aufsteigendem Mondknoten). Möglicherweise geschieht dies im Zusammenhang mit neuen Finanz- und Börsenskandalen oder der Aufdeckung der Gier einiger Weniger. Ganz wörtlich verstanden könnten wir auch die Prognose wagen, dass der Boden (Stier), auf dem wir stehen, weit weniger stabil ist, als wir vermutet hatten. Womit auch Erdbeben, Murenabgänge und Vulkanausbrüche theoretisch denkbar wären.

Neumondeklipse November 2013

Abb. 2. Neumondeklipse 3.11.2013, 12:50 UT

Den Höhepunkt der nächsten Wochen bildet jedoch zweifellos die Sonnenfinsternis vom 3.11.2013, 13:51 Uhr MEZ. Um diesen Tag stehen Sonne, Mond, rückläufiger Merkur, Saturn und nördlicher (aufsteigender) Mondknoten alle im Bereich 7° bis 14° Skorpion. Damit werden wir gleichsam in die Veränderung gezwungen. Beständigkeit, Besitz und materielles Denken werden maximal herausgefordert. Dazu kommt noch, dass der Dispositor dieser Finsternis, Pluto, am 1.11.2013 neuerlich ein exaktes Quadrat mit Uranus bildet. Es ist dies das vierte exakte Quadrat von insgesamt sieben im Zeitraum 2012 bis 2015.

Ich werde mich bemühen, sowohl über das vierte exakte Uranus-Pluto-Quadrat als auch über die Sonnenfinsternis vom 3.11. hier noch ausführlicher zu schreiben.

Paradigmenwechsel

Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, so würde ich doch heute mein Apfelbäumchen pflanzen.

(Martin Luther)

Im Vorjahr sprachen viele Menschen vom Weltuntergang, dem Anbrechen einer neuen Zeit oder gar vom Aufstieg in eine andere Dimension. Aus astrologischer Sicht ist es nicht ganz abwegig, auf solche Ideen zu kommen, zumal Uranus und Pluto, die derzeit am Himmel ein Quadrat bilden, tatsächlich alte Weltbilder zertrümmern und auch historisch immer wieder für große Paradigmenwechsel – wenn man so will „Weltuntergänge“ – verantwortlich waren. Wenn wir davon ausgehen, dass wir als Menschen uns in einer Welt bewegen, die uns berechenbar erscheint (!), weil wir bestimmte Vorstellungen von dieser Welt haben, dann geht in jedem Moment die Welt unter, in dem diese Vorstellungen zerbrechen.

Historischer Rückblick

Wenn wir ein paar sensible historische Epochen der Menschheit betrachten, die mit einschneidenden Paradigmenwechseln einhergingen, so können wir beobachten, dass Uranus und Pluto jedesmal einen Hauptaspekt (Konjunktion, Quadrat, Opposition) bildeten.

Für den Menschen des Mittelalters war die Erde eine Scheibe und das ganze Universum drehte sich um die Erde. Das Entdecken der annähernden Kugelform der Erde und der Bewegung um die Sonne zuerst von Kopernikus, um 1509 (zur Zeit eines Uranus-Pluto-Quadrats) und dann von Galilei, um 1597 (zur Zeit einer Uranus-Pluto-Konjunktion) war ein Schock für die Menschen der damaligen Zeit. Wir könnten das auch eine Art Weltuntergang nennen. Sigmund Freud hat diese Entdeckungen später als erste narzisstische Kränkung der Menschheit bezeichnet.

Im 19. Jahrhundert schließlich entdeckte Charles Darwin, dass wir evolutionär vom Affen abstammen (geschrieben wurde das Werk “On the Origin of Species” wohl wieder um eine Uranus-Pluto-Konjunktion, veröffentlicht wurde es erst 1859, als die Konjunktion schon vorbei war). Auch das war für die damalige Zeit eine Kränkung sondergleichen. Und sie hatte Anfang unseres Jahrhunderts eine Fortsetzung, als im Human Genome Project festgestellt wurde, dass unser Genom sich von dem der Affen so gut wie nicht unterscheidet.

Und dann sagte uns, um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert, Sigmund Freud auch noch, dass wir nicht einmal Herr im eigenen Haus sind, dass das Unbewusste sehr viel mehr Macht über uns hat als wir wussten (am Himmel gab es gerade eine Uranus-Pluto-Opposition). Seither ist der Siegeszug der Psychologie nicht mehr aufzuhalten und da und dort gibt es Menschen, die behaupten, dass wir heute die Dinge zu sehr psychologisierten. Jedenfalls aber sind Begriffe wie das Unbewusste, das Es, das Verdrängte, Projektion, Narzissmus, etc. längst in die Allgemeinsprache eingeflossen. Möglicherweise ohne, dass sie von allen immer ganz verstanden werden.

Und zuletzt sagte uns die Quantenmechanik in den späten 20-er Jahren des 20. Jahrhunderts auch noch, dass es so etwas wie Materie überhaupt nicht gibt (es bildete sich grade ein Uranus-Pluto-Quadrat).

„Ein Atom ist sozusagen kein kleiner Apfel, kein Objekt wie ein winziges Sandkorn, auch kein Planetensystem. Nein, nichts dergleichen: Wenn wir die Materie immer weiter auseinandernehmen, bleibt am Ende nichts mehr übrig, was uns an Materie erinnert. Am Schluss ist kein Stoff mehr, nur noch Form, Gestalt, Symmetrie, Beziehung. Materie ist nicht aus Materie zusammengesetzt!“ (Dürr, 2013)

Weltuntergang – Paradigmenwechsel

Ich wage zu behaupten, dass die Einsichten der Tiefenpsychologie und der Quantenmechanik von der Menschheit insgesamt noch nicht einmal ansatzweise verdaut sind oder in ihren Konsequenzen absehbar sind. Die Biologie, die Wirtschaft und die universitäre Psychologie (die mit Tiefenpsychologie meist gar nichts am Hut hat!) verweigern sich ja nach wie vor hartnäckig ihren Einsichten.

Insofern ist die Vorstellung von einem Weltuntergang alles andere als abwegig. Lediglich die Art, wie sich sehr viele unserer Mitmenschen den Weltuntergang vorstellen, ist allzu naiv und kindlich. Dass da draußen ein großer, allmächtiger, bärtiger Mann auftreten wird mit 7 apokalyptischen Reitern und die Menschheit in Gut und Böse einteilen wird, wobei die ersteren mit ewiger Glückseligkeit und die letzteren mit ewiger Verdammnis bedacht werden – diese Vorstellung ist lächerlich und einer allmählich erwachsen werdenden Menschheit unwürdig.

Dass wir uns aber tatsächlich in einem Paradigmenwechsel sehr großen Ausmaßes befinden, der die Welt wie wir sie kennen zum Verschwinden bringen wird, ist offensichtlich. Und vielleicht befinden wir uns sogar in einer Achsenzeit, wie Karl Jaspers die Zeit zwischen 800 und 200 vor Christus genannt hat. “Achsenzeiten sind dadurch gekennzeichnet, dass die bisher vorherrschende analytische, spaltende Sichtweise durch eine synthetische, das bisher Getrennte nun wieder zusammenfügende Sichtweise abgelöst wird.” (Hüther, 2012)

Wir geraten nahezu auf allen Ebenen an Grenzen, die uns klar machen, dass unser Verständnis von der Welt und unsere alten (materialistischen) Erklärungsmodelle, so nützlich sie eine Zeitlang gewesen sein mögen, einfach nicht mehr funktionieren.

Das alte Verständnis von Bildung, das sich Kinder wie eine leere Schachtel vorstellt, in die nur genügend Wissen hineingestopft werden müsse, stellt sich immer mehr als Irrtum heraus und wir realisieren langsam, dass das nicht funktioniert.

Unser Verständnis von Wirtschaft, Wachstum und Geld zerbröselt uns unter der Hand. Die Erkenntnisse der Quantenmechanik weiter gedacht, gibt es so etwas wie Materie gar nicht. Die Grundlage allen Lebens ist geistig, die Basis ist pure Potenzialität. Und wenn ich daher auf Nummer sicher gehen will und möglichst viel Materie (in Form von Geld, Besitz, Immobilien, etc.) anhäufe, verschreibe ich mich ganz einer Sache, die so eigentlich gar nicht existiert. Dürr bezeichnet Materie immer wieder als sklerotischen Geist. Hier ist das Lebendige bereits verlorengegangen, abgestorben.

Interessanterweise scheint die moderne Physik auch all das zu bestätigen, was Mystiker schon immer wussten, nämlich dass die Ebene der Materie eine Illusion ist. Wenn wir tiefer gehen, entdecken wir, dass alles nur Energie ist. Und was die moderne Physik noch nicht bestätigen kann, die Erleuchteten aller Religionen aber immer schon gewusst haben, ist, dass auf einer noch tieferen Ebene auch keine Energie existiert, sondern nur Bewusstsein.

Wir sind nicht unser Körper, wir sind auch nicht unsere Gedanken. Alles, was sich in der Existenz befindet, ist nur eine Erscheinungsform des Bewusstseins.

Und es scheint, dass trotz aller fortdauernden Kriege und Differenzen zwischen den Kulturen und Religionen dieser Welt, doch auch gleichzeitig viele Grenzen verschwinden. Westliche Menschen beschäftigen sich seit mehreren Jahrzehnten sehr intensiv mit den Religionen und Philosophien des Ostens und der Osten streckt seine Fühler teilweise immer deutlicher in den Westen aus. Hier fließt sichtbar etwas zusammen, was möglicherweise eine neue Synthese (oder Integration) bilden will. Und wenn mich nicht alles täuscht, unterliegt auch die Astrologie selbst seit den 70-er Jahren des 20. Jahrhunderts einem fundamentalen Wandel.

Aktuelle astrologische Konstellationen

In astrologischen Zeitschriften und Blogs wird viel über das Uranus-Pluto-Quadrat (die Artikel zu diesem Thema in diesem Blog, finden Sie auf der Seite Infopool) geschrieben, das sich gegenwärtig (ca. 2008 bis 2017) am Himmel befindet. Es entspricht den neuen Ideen (Uranus), die das alte Weltbild (Pluto) und die Machthaber sowie die Vertreter des alten Paradigmas (Pluto in Steinbock) herausfordern. Dabei macht diese Konstellation gewissermaßen sehr viel Lärm. Sie ist hauptverantwortlich für die Schlagzeilen unserer Tage. Gemäß dem tibetischen Sprichwort: „Der fallende Baum macht Krach, der Wald wächst lautlos.“

Und der lautlos wachsende Wald, das sind eher Neptun und Chiron in den Fischen (vgl. die Artikel Neptun in Fische und Chiron in Fische).

Neptun in Fische bringt uns mit unserer wahren Natur in Verbindung und lässt uns immer deutlicher verstehen, dass in dieser Welt, ja in diesem Universum alles mit allem verbunden ist. Wir können nicht einen einzigen Stein aufheben, ohne eine Wirkung auf alles andere zu verursachen.

Die Mondknotenachse im Bereich Stier/Skorpion (vgl. Artikel Die Mondknotenachse) erinnert uns ebenfalls daran, dass Besitzdenken (südlicher Mondknoten in Stier) ein Auslaufmodell ist und Loslassen, Wandlung, Transformation auf der Ebene unserer Vorstellungen (Skorpion) angesagt sind. Mit dem Zusammentreffen von Saturn mit dem nördlichen Mondknoten, Ende September 2013, werden wir entweder die Auswirkungen dieser Transformation bereits beobachten können oder wir werden gleichsam schicksalhaft gezwungen unsere alten Vorstellungen über Bord zu werfen und uns zu verwandeln. Um diese Zeit – also Anfang September bis Ende Oktober – sind auch wieder merkliche Kursstürze an den Börsen möglich.

Steht der absteigende Mondknoten in Stier, besteht die Gefahr, sich in Krisensituationen auf die gehorteten persönlichen Besitzstände zu verlassen, deren Sicherung jedoch fast die gesamte Lebensenergie bindet und damit Entwicklung und Wandlung blockiert.

Wandel ist notwendig

Und wir leben in einer Zeit, die Wandel von uns verlangt, Wandel unserer Vorstellungen ebenso wie Wandel unseres ganz konkreten Tuns in Wirtschaft, Bildung, Gesundheitswesen und Energiewirtschaft. Wir leben, wenn man das Wort benutzen will, in einer Weltuntergangszeit, die selbstverständlich nicht an einem Tag erledigt sein wird, sondern sich über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte erstrecken wird. Fakt ist aber, dass unsere bisherigen Welt-Vorstellungen untergehen müssen, zum Teil sogar, weil es ums nackte Überleben geht. Und je mehr wir uns neuen Ideen, neuen Vorstellungen verweigern, je mehr wir an kapitalistischen und darwinistisch-materialistischen Vorstellungen festhalten, desto mehr Leid verursachen wir für uns selbst und für andere Menschen.

Da ist kein Gott, der uns bestraft, wir selbst erzeugen das Leid durch das Festhalten an überholten Vorstellungen.

Wie lange haben wir als Menschheit geglaubt, da gäbe es irgendwo einen Schöpfer und getrennt (!) davon eine Schöpfung? Allmählich begreifen wir, dass Schöpfung jetzt im Moment geschieht und wir Teil jenes Bewusstseins sind, das man auch Gott nennen könnte. „Ich und der Vater sind eins“, sagte schon Jesus vor 2000 Jahren. Ganz langsam versteht auch die Physik, dass er für uns alle gesprochen hat.

Wie lange auch haben wir geglaubt, wir stünden als Menschen irgendwie außerhalb der Natur, die wir von daher objektiv beobachten könnten. Dem ist nicht so. Wir sind selbst Teil dieser Natur und schon die Beobachtung macht etwas mit uns und auch mit der Natur, wie uns Heisenberg bereits vor fast 100 Jahren entdeckte. Dennoch wollen wir diese Vorstellung immer noch nicht zulassen.

Ideen, das sind Ketten, denen man sich nicht entreißt, ohne sein Herz zu zerreißen, das sind Dämonen, welche der Mensch nur besiegen kann, indem er sich ihnen unterwirft. (Karl Marx, zit. nach Hüther, 2012)

Wobei dieses Zitat allerdings einem alten Denkmuster entspringt, das auf Wettkampf, Sieg und Niederlage beruht. Mit dem neuen Paradigma gelesen, würden wir gewahr, dass Dämonen in Angst wurzeln und nicht bekämpft oder besiegt werden können durch Unterwerfung, Unterdrückung oder Verdrängung. Dämonen sind Bestandteil unseres Bewusstseins. Sie gehören zu uns selbst und erst wenn ich mich ihnen liebevoll zuwende – so pathetisch das für manchen klingen mag – integriere ich sie und verwandle ich sie in pure Energie und Kraft, die mir dann für lebendigeres, bewussteres Leben zur Verfügung steht (vgl. Allione, 2009).

Übersehen wir also nicht die zarten Knospen, die Neptun uns zeigen möchte, indem wir unentwegt auf die ganz großen Katastrophen blicken. Diese gibt es wohl auch, aber es ist nur morsches Holz, das hier in sich zusammenkracht. „Wer Augen hat zu sehen, der sehe. Wer Ohren hat zu hören, der höre“ (Mk 8, 18). Verrückt oder neurotisch ist nicht, Fehler zu machen. Verrückt ist lediglich, die Erfahrung zu machen, dass etwas nicht funktioniert und die Erfahrung dennoch immer wieder zu wiederholen.

Literatur

Allione, Tsültrim (2009). Den Dämonen Nahrung geben. Buddhistische Techniken zur Konfliktlösung. arkana.

Dürr, Hans-Peter (2013). Geist, Kosmos und Physik. Gedanken über die Einheit des Lebens. Crotona.

Hüther, Gerald (2012). Die Evolution der Liebe. Was Darwin bereits ahnte und die Darwinisten nicht wahrhaben wollten. Vandenhoeck & Ruprecht.

Uranus Quadrat Pluto (3 von 7)

Der fallende Baum macht Krach. Der Wald wächst lautlos.

(tibetisches Sprichwort)

Das Quadrat zwischen Uranus und Pluto wird im Zeitraum von 2012 bis 2015 insgesamt sieben Mal exakt. Die ersten beiden Quadrate fanden im Juni und September 2012 statt, die nächsten beiden finden im Mai und November 2013 statt. Hier noch einmal die exakten Daten:

Uranus, Pluto – zunehmendes Quadrat:

  • 24.6.2012, 8°24’ Steinbock (Pluto)/Widder (Uranus)
  • 19.9.2012, 6°57‘ Steinbock/Widder
  • 20.5.2013, 11°14‘ Steinbock/Widder
  • 1.11.2013, 9°26‘ Steinbock/Widder
  • 21.4.2014, 13°34‘ Steinbock/Widder
  • 15.12.2014, 12°35‘ Steinbock/Widder
  • 17.3.2015, 15°17‘ Steinbock/Widder

Die Daten des gesamten Zyklus von der Konjunktion 1965/66 bis zur neuerlichen Konjunktion 2104 finden Sie im Artikel „Uranus Quadrat Pluto (1 von 7)“.

Nach wie vor steht der Gegensatz zwischen alten hierarchischen Strukturen (Steinbock) und jugendlicher Aufbruchsstimmung (Widder) im Vordergrund. Das, was in den 1960-er Jahren voller Begeisterung begann, erlebt jetzt seine Durchbruchskrise. Das bedeutet, dass sich jetzt erst zeigt, was von den damaligen Idealen wirklich umsetzbar ist und was endgültig gescheitert ist.

Uranus steht im Widder und Pluto im Steinbock. Rufen wir uns daher noch einmal in Erinnerung, wofür die beiden Zeichen stehen, durch die Uranus und Pluto transitieren.

Das Zeichen Widder

Widder ist der Pionier unter den Tierkreiszeichen, er steht für neues Leben, Geburt und Aufbruch. Im Märchen gibt es häufig das Motiv des Königssohns, der aufbrechen muss ins Unbekannte oder ein Heilelixier für den alternden König finden muss, dabei Mühsal und Gefahr auf sich nehmen muss, Schwierigkeiten und Prüfungen zu überwinden hat und schließlich siegreich zurückkehrt. Es geht also beim Zeichen Widder darum, das Alte zu überwinden und ins Neue aufzubrechen. Insofern hat das Zeichen Widder auch mit Abschied zu tun, Abschied vom Winter beispielsweise oder Abschied vom Alten, Abschied von der Familie. Diese Energie hat noch keine Festigkeit, sie ist nicht dazu geeignet, Wurzeln zu schlagen oder Häuser zu bauen. Dieser Impuls kommt erst im Zeichen Stier. Der Widder trifft eine Entscheidung und akzeptiert dann, was passiert, er geht mit aller Entschiedenheit an, was sein Herz ihm sagt. Der Widder rechnet nicht, er baut nicht auf Sicherheit, wägt nicht vorsichtig ab, er handelt einfach. Damit ist dieses Zeichen auch von einer gewissen Unschuld gekennzeichnet.

Das Zeichen Steinbock

Das Zeichen Steinbock beginnt zur Wintersonnenwende, am 21. Dezember. Ab diesem Datum werden die Tage wieder länger.  Das Zeichen Steinbock steht für Struktur, Disziplin, Ausdauer und Beharrlichkeit. Es trachtet danach hohe Ziele zu erreichen. Keinem Zeichen wird mehr Leistungsorientierung nachgesagt, denn der Steinbock verpflichtet sich ganz seiner Aufgabe. Steinbock wird häufig auf einem hohen Berggipfel dargestellt, von wo aus er einen sehr klaren, weiten Blick hat, wo er jedoch auch sehr einsam ist. Der Steinbock ist eines der entsagungsfähigsten Zeichen, das die Einfachheit und die Härte der Natur kennt und bisweilen auch schätzt. Hier haben wir es auch zu tun mit einer Energie, die sich auf das Wesentliche, absolut Notwendige besinnt.

Im Steinbock begegnen wir auch dem karmischen Gesetz und machen die Erfahrung, dass alles, was wir tun, Konsequenzen hat. Niemand, so könnte der Steinbock sagen, entkommt ungestraft seinem inneren Gesetz. Und das impliziert auch eine gewisse Demut, die das Knie beugt vor dem höheren kosmischen Gesetz. Das Knie ist übrigens auch die astro-medizinischen Entsprechung des Steinbocks.

Die dunkle Seite Saturns und Steinbocks sind jedoch Schuldgefühle, ein allzu großer Geiz und eine große Lebensfeindlichkeit. Im Mythos bekommt ja Kronos (römisch Saturn) von seiner Mutter eine Sichel, um seinen Vater Uranus zu entmannen, was er auch gehorsam tut. Allerdings fürchtet er als Konsequenz dieser Handlung, dass ihm von seinen Kindern das gleiche blühen wird. Deshalb verschlingt er sie bei lebendigem Leib, nur um sicher zu gehen (vgl. Artikel „Uranus und Pluto“), dass er nicht entthront wird.

„Alles, was das alte System, die Tradition, ablösen oder erneuern könnte, wird verschlungen und auf diese Weise unschädlich gemacht.“ (Riemann, 2007)

Saturn Symbol

Saturn Symbol

Steinbock und Saturn haben auch Bezug zu altem Wissen und Mythen und zu kosmischen Gesetzen, die sich nie ändern werden und die gegen alle Moden und Trends immun sind. Es handelt sich hier um Gesetze,  die unverrückbar sind, deren Übertretung Strafe nach sich zieht. Saturn ist der letzte sichtbare Planet unseres Sonnensystems und in der Symbolik Saturns steht ein Kreuz auf einem Halbkreis. Hier setzt also das Materielle (das Kreuz) dem Seelischen (der Halbkreis) eine Grenze. In der Terminologie Sigmund Freuds entspricht Saturn dem Über-Ich, demjenigen, was wir tun müssen.

Das hebräische Wort Saturn ist übrigens verwandt mit dem Wort Saton, das „der Verhinderte“ bedeutet. Von diesem Wort wiederum leitet sich auch das Wort Satan ab. Wir könnten das so verstehen, dass alles was nicht leben darf, böse wird. Im Jung-schen Sinne wird dadurch der Schatten geboren. Im Märchen wird etwa die dreizehnte Fee in Dornröschen nur deshalb böse und verflucht die Prinzessin, weil sie nicht zur Feier ihrer Geburt eingeladen worden war. Oder im Mythos von Ödipus läuft dieser gerade deshalb seinem Schicksal direkt in die Arme, weil er versucht, seinem Schicksal zu entfliehen. Das ist eine klassische Saturn-Entsprechung. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als zu den Quellen unserer inneren Weisheit zurückzukehren, ob wir das nun wollen oder nicht.

Die Deutung von Uranus Quadrat Pluto

Im Aufeinandertreffen von Uranus in Widder und Pluto in Steinbock wird die konservative, alte Struktur vom jugendlich, wilden Prinzip herausgefordert. Aber das ist nicht die ganze Wahrheit, denn beide Konstellationen für sich, sowohl Uranus im Widder als auch Pluto im Steinbock, beinhalten bereits viel revolutionäres Potenzial. Und daher verstärkt sich hier der Erneuerungsdruck ganz enorm. Es ist als würde die Struktur unserer gesamten Gesellschaft auf Herz und Nieren geprüft und alles hinweggefegt, was nicht mehr tragfähig ist.

Im Artikel „Uranus Quadrat Pluto (2 von 7)“ schrieb ich unter anderem:

„Ein aktuelles Beispiel dafür ist die sogenannte ‘Vatileaks’ Affäre, die kleine Einblicke gewährt in das, was wirklich hinter den Mauern des Vatikan vorgeht. Pluto wird mit seiner Reise durch den Steinbock noch so manches dunkle Geheimnis der Mächtigen (Steinbock) aufdecken, andererseits aber auch gesellschaftliche Strukturen und Werte abklopfen, die nicht mehr tragfähig sind. Mit Uranus rückläufig könnte es sein, dass da und dort Dinge veröffentlicht werden, die uns zunächst gar nicht weiter beschäftigen und deren Tragweite wir erst im kommenden Frühjahr oder auch in den Jahren danach voll und ganz verstehen.“

Wahrscheinlich hat die hier erwähnte Vatileaks-Affäre auch dazu beigetragen, dass Papst Benedikt XVI im Februar 2013 zurückgetreten ist („zurückgetreten wurde“?). Und es bleibt die leise Hoffnung, dass der Blitz-Einschlag (Uranus) am Tag der Rücktrittsankündigung von Benedikt XVI ein Symbol ist für eine tiefgreifende Erneuerung dieser Kirche. Die Äußerung von Papst Franziskus, dass das II. Vatikanische Konzil immer noch nicht voll umgesetzt ist, gibt jedenfalls Anlass zur Hoffnung.

Andere Themen, die in den letzten Wochen in den Medien auftauchten, zeigten immer wieder Machenschaften der Mächtigen dieser Welt auf, die um jeden Preis ihre Machtpositionen festigen wollen (Steinbock). Ein paar aktuelle Beispiele:

  • die EU verfolgt die Absicht, mittels Saatgutverordnung die Agrarkonzerne zu privilegieren.
  • der österreichische Landwirtschaftsminister, lässt sich mittels Studien bestätigen, dass Pestizide für Bienen ungefährlich sind. Finanziert wurden diese Studien laut aktuellem Profil-Bericht unter anderem von Agrochemiekonzernen.
  • Monsanto baut seine Allmacht immer weiter aus und Behörden ist es de facto unmöglich, auch nur mitzureden.
  • Zahlreiche Lebensmittelskandale im ersten Quartal 2013 (Pferdefleischskandal, Antibiotika in Putenbrust, Gammelfleisch, falsch deklarierte „Bioeier“) werfen Licht auf die Betrügereien der Lebensmittelindustrie.
  • Gleichzeitig bringen die Reichsten ihre Gelder in Steuerparadiesen in Sicherheit (Offshore Leaks) und immer mehr Gutverdiener straucheln über ungenaue oder falsche Steuererklärungen.
  • Elektroschrott unserer Wohlstandsgesellschaft („Wirf weg, kauf neu“ statt reparieren) landet in Afrika, wo er verbrannt wird, um Kupfer zu gewinnen. Er vergiftet damit Kinder und sorgt für eine ständig sinkende Lebenserwartung, verpestete Luft und Gift im Wasser (wohl auch eine Entsprechung von Chiron in Fische).
  • Die eingestürzte Kleiderfabrik in Bangladesch bringt ans Licht, wie viele große Konzerne dort zu Hungerlöhnen arbeiten lassen und macht sichtbar, wie unmenschlich die Arbeitsbedingungen in solchen Fabriken häufig sind.

Essen, Nahrung, Saatgut, Wasser, Kleidung etc. waren damit in den vergangenen Wochen besonders häufig in den Schlagzeilen. Sie stellen das Wesentlichste dar, im Sinne des Steinbock-Prinzips. Und genau dort werden geheime Absprachen, Bestechung und Korruption (Pluto in Steinbock) aufgedeckt. Die Schnelligkeit moderner Medien und die da und dort mündiger werdenden Bürger (Uranus in Widder) versalzen dem sogenannten Establishment aber immer wieder die Suppe. Und dieser Prozess wird anhalten, vermutlich bis Ende des Jahrzehnts oder sogar darüber hinaus.

Alleine die Idee, Lebendiges zu patentieren und damit etwas Natürliches, das wir sowieso in unserer Welt vorfinden, grenzt an ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Und es bleibt zu hoffen, dass die biblische Geschichte von David gegen Goliath sich wiederholen möge.

Das dritte Uranus-Pluto-Quadrat

Im letzten Artikel zum Uranus-Pluto Quadrat schrieb ich ausführlich über die Uranus-Pluto-Konjunktion von 1965/66 (vgl. Artikel „Uranus Quadrat Pluto (2 von 7)“). Dies vor allem deshalb, weil damals gesät wurde, was heute zum Durchbruch kommt.

Wie wir oben gesehen haben, spiegelt sich die Steinbock-Energie vor allem in den Gesetzen des Establishments wieder, das eine geordnete Gesellschaft erschaffen will. Die Widder-Energie wiederum drückt sich vor allem durch den Aufbruch ins Neue aus, um dem Lebendigen zu dienen. Noch scheinen in unserer Gesellschaft aber die konservativen Kräfte stärker zu sein, wie wir an den Beispielen oben sehen können. Ein ganz aktueller Artikel in der heutigen Ausgabe der Tageszeitung Der Standard (vgl. Artikel “Würden ohne Öl und Gas auf extreme Verarmung zusteuern.“) verdeutlicht, was ich damit meine. In dem Artikel wird ausführlich dargelegt, dass wir auf Erdöl setzen müssen, weil wir sonst verarmen würden. Das zeigt genau die Ängste (Saturn) des Establishments (Pluto), das irgendwie spürt, dass es ihm an den Kragen geht. Aber noch ist es nicht so weit. Noch sind die neuen Strömungen, Denkansätze und Technologien sehr zarte Pflänzchen, die von wenigen ernst genommen werden.

Ein anderer Punkt, der allmählich auch immer stärker in die Wissenschaften einzufließen beginnt, ist der, dass unsere Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten, vielleicht sogar schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts zunehmend egoistischer geworden ist. Es scheint momentan nur mehr Individualismus und das Glück des Einzelnen zu zählen. Und da und dort beginnen die Weisesten unter uns zu bemerken, dass wir die großen Probleme der Menschheit nicht werden lösen können, wenn wir weiter auf Einzelkämpfertum setzen. Nur ein Beispiel: sind die Pole unserer Erde erst einmal geschmolzen, steigt der Meeresspiegel nicht nur um bis zu 6 Metern, wir kommen dann auch in einen Point of No Return, ab dem es auf der Erde unaufhörlich heißer wird (vgl. z.B. “Klimawandel ohne Umkehr“).

Der Nobelpreisträger Hans-Peter Dürr sagt dazu: „Der Heilungsprozess der Welt erfordert daher die beständige Kooperation und Ausbalancierung von instabilen Systemen. Unsere Aufgabe als Mensch ist es, deren Zusammenwirken unablässig zu erproben und immer wieder aufs Neue zu wagen. Gelingt uns dieser kreative Akt, das Leben in seiner Vielfalt und Unterschiedlichkeit mit all seinen dynamischen Kräften und Gegenkräften auszubalancieren, dann bewahren wir nicht nur das Leben, sondern bringen zugleich die Evolution des Lebendigen einen Schritt voran.“ (Dürr, 2012)

Genau das scheint mir der wesentlichste Punkt der Dynamik von Pluto in Steinbock und Uranus im Widder zu sein. Pluto macht bestehende System instabil, dort wo sie sich überlebt haben, wo Strukturen der Gegenwart nicht mehr angepasst sind und Widder bringt Kreativität und Neuerungen, im Hinblick auf Lebendigkeit und (R)Evolution. Ein altes tibetisches Sprichwort sagt: Der fallende Baum macht Krach, der Wald wächst lautlos. Und dieser Satz passt perfekt auf die Entwicklungen, die derzeit im Gange sind. Vieles stürzt ein, ein Skandal reiht sich an den nächsten. Aber das ist nur der Krach des Alten, das nicht mehr lebensfähig ist. Daneben wächst lautlos das Neue, das wir nur dann erkennen können, wenn wir ganz genau hinsehen.

Uranus Quadrat Pluto 3 von 7

Uranus Quadrat Pluto, 20.5.2013

Wie auch schon bei den letzten beiden exakten Uranus-Pluto-Quadraten stehen Neptun und Chiron nach wie vor im Zeichen Fische. Zusätzlich steht jetzt auch Saturn im Skorpion, was übrigens eine Parallele zu den Jahren 1965 und 1966 darstellt. Denn damals stand Chiron ebenfalls in den Fischen und Saturn stand in den Fischen sowie Neptun im Skorpion, also genau umgekehrt zur heutigen Stellung. Saturn und Neptun bildeten damals ein Trigon am 27.3.1966 auf 21°53‘ Fische (Saturn)/Skorpion (Neptun). Das aktuelle Trigon zwischen Neptun und Saturn war erstmals exakt am 11.10.2012  auf 0°37‘ Skorpion (Saturn)/Fische (Neptun) und wird neuerlich exakt sein am 11.6.2013 auf 5°22‘ Skorpion/Fische und am 19.7.2013 auf 4°55‘ Skorpion/Fische.

Saturn und Neptun im Trigon könnten auf eine tiefe Sehnsucht hindeuten, eine große Vision (Neptun) zu verwirklichen (Saturn). So wie 2013 trat auch 1966 Jupiter schließlich in den Krebs ein. Allerdings war damals das große Wassertrigon nicht so exakt wie es das im Jahr 2013 sein wird. So standen damals zwar Jupiter und Neptun im Sommer 1966 im Trigon, aber Saturn war bereits außerhalb eines Orbis von 8 Grad. Im Februar/März 1967 war das Trigon dann aber fast exakt.

Insbesondere in den USA entstand in dieser Zeit eine tiefe Sehnsucht nach einem Ende der Kriege und der Rassendiskriminierung. Ohne die Bürgerrechtsbewegung von damals wäre ein Präsident Obama wohl heute noch undenkbar, wortwörtlich. Eine wichtige Rolle in dieser zunehmenden Kriegsopposition waren die unzensierten Fernsehberichte, die Bilder des Vietnamkrieges allabendlich live ins Wohnzimmer lieferten. Heute versuchen Staaten die Medien zu kontrollieren, werden jedoch von Gruppen wie Anonymus oder Wikileaks immer wieder unterlaufen.

Es wird spannend sein, die sich manifestierenden Sehnsüchte anlässlich des heurigen großen Wassertrigons (Juni/Juli 2013) zu beobachten. Über diese Konstellation werde ich zu einem späteren Zeitpunkt ausführlicher schreiben.

Eine weitere Parallele der Konstellationen von 1965/66 zum aktuellen Uranus-Pluto-Quadrat ist die  Mondknotenachse, die sich damals wie heute auf der Achse Skorpion/Stier befindet. Daher fanden auch damals zwischen 4.5.1966 und 9.5.1967 mehrere Finsternisse auf dieser Achse statt. Darunter eine totale Sonnenfinsternis am 12.11.1966, auf 19°45 Skorpion und eine partielle Sonnenfinsternis am 9.5.1967 auf 18°17‘ Stier und somit auf den gleichen Tierkreisgraden wie die aktuelle Finsternis vom 10.5.2013 (vgl. Artikel „Sonnenfinsternis, 10.5.2013“).

Während des aktuell exakt werdenden Quadrats von Uranus und Pluto am 20./21.5.2013 befinden sich alle persönlichen Planeten bis auf Mars, der noch durch das Stierzeichen wandert, in Luftzeichen. Sonne, Venus, Merkur in den Zwillingen und der Mond in Waage. Obendrein befinden sich auch Jupiter und Lilith noch im Zeichen Zwillinge.

So viele Planeten im Zeichen Zwillinge könnten auf heftige Diskussionen in der Öffentlichkeit aber auch eine gewisse Unentschlossenheit hinweisen. Das Zeichen Zwillinge ist aber auch sehr erfinderisch und mag zu kreativen neuen Lösungen beitragen. Möglich ist auch, dass wir den Veränderungsdruck des aktuellen Quadrats erst bei den Auslösungen in den darauffolgenden Wochen so richtig zu spüren bekommen.

Auslösungen des aktuellen Uranus Pluto Quadrats

Da es sich beim Uranus-Pluto-Quadrat um eine sehr langfristig wirksame Konstellation handelt, die im Zeitraum von 2012 bis 2015 insgesamt sieben Mal exakt wird, unter Berücksichtigung eines Orbis von 5 Grad jedoch von Mai 2010 bis Februar 2018 wirksam ist, lohnt es sich, die Auslösungen schnell laufender Planeten anzusehen, um Zeitpunkte einzugrenzen, wann wir vermutlich mit medial rezipierten Entsprechungen und Auswirkungen rechnen können und wann wir auch die Wirkungen des aktuellen Quadrats im persönlichen Erleben am deutlichsten spüren werden. Alle Menschen mit Planetenstellungen im Bereich von 8 bis 14 Grad kardinal (Widder, Krebs, Waage, Steinbock) dürften das Quadrat in diesem Jahr besonders deutlich spüren.

Hier die Auslösungen der nächsten Monate:

  • Mond: 21.5.2013, 27.5.2013, 3.6.2013, 10.6.2013
  • Merkur: 3.6.2013 bis 11.6.2013 (Opposition Pluto exakt am 7.6.2013, Quadrat Uranus exakt am 8.6.2013)
  • Venus: 7.6. bis 14.6.2013 (Opposition Pluto exakt am 11.6.2013, Quadrat Uranus exakt am 12.6.2013) –> beide, Merkur und Venus konstellieren auch ein Wassertrigon von Neptun, Saturn, Merkur/Venus
  • Sonne: 26.6. bis 5.7.2013 (Opposition Pluto exakt am 2.7., Quadrat Uranus exakt am 4.7. 2013)
  • Lilith-Jupiter-Konjunktion im Krebs am 11.7.2013
  • Jupiter: 17.7. bis 21.8.2013 (Opposition Pluto exakt am 7.8., Quadrat Uranus exakt am 21.8. 2013)
  • Lilith: 22.7. bis 14.10.2013 (Opposition Pluto exakt am 30.8.2013, Quadrat Uranus exakt am 17.9.2013)

Astro-Landkarte

Nachdem es nicht möglich ist, den genauen Zeitpunkt des neuerlichen Uranus-Pluto-Quadrats zu bestimmen (dafür reicht die Genauigkeit aktueller Bahnberechnungen der Langsamläufer nicht aus), erscheint es sinnvoll die zeitlich benachbarte Sonnenfinsternis vom 10.5.2013 heranzuziehen und die Uranus und Pluto-Linien dieser Sonnenfinsternis zu betrachten.

Sonnenfinsternis 10. Mai 2013

Sonnenfinsternis 10.5.2013, Uranus und Pluto Linien

Pluto am AC geht dabei durch Skandinavien und durch den Osten Südamerikas, insbesondere durch weite Teile Brasiliens. Dort befindet sich auch ein Schnittpunkt der Pluto-AC-Linie und der Uranus-IC-Linie. Das bedeutet, dass im Norden Brasiliens der Pluto in der Sonnenfinsternis vom 10.5.2013 auf den Aszendenten und der Uranus auf das Imum coeli (Himmelstiefe) fällt. Eine ziemlich gefährliche Stellung, die u.a. mit Erdbeben oder Vulkanausbrüchen in dieser Region zu tun haben könnte.

Die Pluto-MC-Linie geht durch Russland, Aserbaidschan, Iran, Irak, Saudiarabien, Somalia, und Madagaskar. Auf Madagaskar kreuzen sich auch die Pluto-MC-Linie und die Uranus-AC-Linie.

Die Uranus-MC-Linie geht durch den Nordosten Russlands, durch Japan, durch Indonesien und durch Australien. Sie kreuzt sich wiederum mit der Pluto-DC-Linie nördlich von Indonesien und Papua-Neuguiena.

Die Wirksamkeit von Finsternissen erstreckt sich ungefähr einen Monat vor der Finsternis bis zu fünf Monate nach der Finsternis und wird häufig dann in konkreten politischen Ereignissen oder Naturkatastrophen sichtbar, wenn Schnelläufer (Mond, Merkur, Venus, Mars und Sonne) die Finsternisstellungen oder in diesem Fall auch die Uranus- und Pluto-Stellungen auslösen. Dies ist beispielsweise von 16.5. bis 17.5.2013 der Fall, wenn Mars und Mond eine Konjunktion bzw. ein Quadrat zu den Graden der Sonnenfinsternis bilden. Der Mond bildet naturgemäß etwa alle 7 Tage einen harten Aspekt (Quadrat, Opposition, Konjunktion) mit den Stellungen der Sonnenfinsternis. Die Auslösungen des Uranus-Pluto-Quadrats sind im vorigen Abschnitt angeführt.

Weitere Artikel zu den genannten Themen

Literatur

Dürr, Hans-Peter (2012). In Connectedness. Warum wir ein neues Weltbild brauchen. Hrsg. Gerald Hüther und Christa Spannbauer, Verlag Hogrefe, Bern.

Riemann, Claus (2007). Der tiefe Brunnen. Astrologie und Märchen, Goldmann Arkana, München

Einseitige Wahrheiten

Es gibt ebenso wenig hundertprozentige Wahrheit wie hundertprozentigen Alkohol. (Sigmund Freud)

Nichts ist leichter als Selbstbetrug, denn was ein Mensch wahr haben möchte, hält er auch für wahr. (Demosthenes)

Unter dem Eindruck des laufenden Uranus-Pluto-Quadrats und des Durchgangs von Neptun durch die Fische werden die Auseinandersetzungen über Wahrheiten und Weltanschauungen immer härter. Naturwissenschaftliche Skeptiker schreiben etwa in ihren Blogs ständig gegen Astrologen und „andere Esoteriker“ an, die ihrer Meinung nach nur Unsinn verbreiteten. Menschen wiederum, die sich mit Spiritualität und Naturphilosophie beschäftigen, bekämpfen jene ewiggestrigen Naturwissenschaftler, die ihrer Meinung nach über die Physik Newtons nicht hinausgelangt wären. Und so spucken beide Parteien wechselseitig in den Garten der anderen.

Naturwissenschaft contra Religion

Die einen behaupten, dass die Naturwissenschaft das einzig Wahre sei, weil nur sie experimentell verifizier- oder falsifizierbar sei, wohingegen alles Spirituelle eine Sache des Glaubens wäre. Aber ist es wirklich so einfach? Ist Religion wirklich eine Sache des Glaubens? Ich meine, ja und nein. Und zwar kommt es darauf an, ob wir von einer lebendigen religiösen Haltung oder von toter Religiosität sprechen.

Symbolfoto ReligionReligio heißt ursprünglich „gewissenhafte Berücksichtigung“ und kommt vom lateinischen relegere, was mit „rückbinden“ übersetzt werden kann. Wenn wir davon ausgehen, dass Religion also eine radikal subjektive Angelegenheit ist und primär auf Erfahrung beruht, so könnten wir sagen, dass dort wo Glauben erforderlich ist, die Religion bereits tot ist. Was ich sagen will, ist, dass ich mich selber auf einen spirituellen oder religiösen Weg begeben kann, durch Meditation, Naturerfahrung und eine präzise Schau in mein Inneres oder einfach vorhandene Glaubensvorstellungen, etwa christliche, jüdische, islamische oder andere übernehmen kann. Das ist die Variante für die Ängstlichen, oder wie ein Freund von mir es ausdrücken würde, derer, die vor Gott beschützt werden müssen. Jene aber, die sich selbst auf die Suche machen, brauchen keine religiösen Systeme oder vorgefertigte Wahrheiten, sie brauchen lediglich Methoden, um diese Wahrheiten selbst finden zu können. Symbolfoto WissenschaftNoch besser wäre es natürlich, wenn sie sich als Suchende begriffen und nicht als solche, die eine endgültige Wahrheit finden könnten. Das kann die religiöse Erfahrung nämlich ebenso wenig bieten wie die Naturwissenschaft endgültige Wahrheiten liefern kann. Eine Wahrheit gilt hier wie dort immer nur solange, bis sie falsifiziert wird. Wir könnten also sagen, dass das sich Einlassen auf religiöse Erfahrung eine zutiefst wissenschaftliche Angelegenheit ist. Der einzige Unterschied ist, dass Wissenschaft immer in der äußeren Welt und in der Gesellschaft nach (vorläufigen) Wahrheiten sucht, während der religiös Suchende innere, zutiefst subjektive Wahrheiten sucht. Und nur insofern mag der Argwohn der Naturwissenschaftler begründet sein. Religiöse Wahrheit ist mitteilbar, aber sie ist nicht wiederholbar, sichtbar und äußerlich. Zwar ist es möglich, dass 100 Menschen, die regelmäßig meditieren, nach einigen Jahren ähnliche oder sogar die gleichen Erfahrungen machen, beweisbar wird das aber nie sein, selbst dann nicht, wenn naturwissenschaftliche Indizien (z.B. EEG-Messungen oder Messungen der Erregungsniveaus oder Hautwiderstände) dafür sprächen. Denn auch das sind wieder nur äußere, objektive Größen, die wohl gewisse Rückschlüsse zulassen, aber dennoch nichts Endgültiges über die subjektiven, inneren Erfahrungen und Wahrheiten der betreffenden Menschen aussagen.

Wahrheit und Angst

Frei nach André Gide, möchte ich mich an den Grundsatz halten: Umgib dich mit Menschen, die aufrichtigen Herzens die Wahrheit suchen, aber hüte dich vor denen, die sie gefunden haben!

Psychodynamisch gesprochen sind jene Menschen, die endgültige Wahrheiten für sich gefunden zu haben meinen, zutiefst von Angst geprägt. Und Angst ist auch die Wurzel jedes religiösen oder politischen Fundamentalismus. Wenn ich nämlich (relativ) angstfrei bin, muss mich die Meinung von Andersdenkenden, Andersgläubigen nicht stören, ich kann sie getrost neben meiner Meinung gelten lassen. Je größer aber die Angst ist, desto radikaler muss ich gegen Andersdenkende vorgehen, denn sie bedrohen mein Weltbild und damit meine Existenz. Es ist ja schon spannend, dass insbesondere religiöse Fundamentalisten in ihren Blogs oft überproportional häufig über Homosexualität schreiben oder dass sogenannte Naturwissenschaftler überproportional häufig gegen Astrologie hetzen. In auch nur ungefährer Kenntnis des Phänomens der Projektion könnte man da schon sehr tiefe Rückschlüsse ziehen, auf die unbewussten Komplexe, Wünsche und Phantasien. Wenn ich permanent auf jemanden oder etwas schimpfen muss, dann hat diese Sache notwendig etwas mit mir zu tun, jedenfalls sofern Freud, Jung und andere Pioniere der Psychoanalyse und Psychotherapie Recht haben. Ein Sprichwort sagt: „Was Peter über Paul sagt, sagt oft mehr über Peter als über Paul“, und bringt damit das Gesagte auf den Punkt.

Es ist noch nicht so lange her, dass das was Wissenschaft untersuchte von der Kirche abgesegnet werden musste. Standen die Ergebnisse im Widerspruch mit der kirchlichen Lehre, so wurde der Forscher zum Widerruf gezwungen oder sogar auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Dann kam die Aufklärung mit ihrer Betonung der Vernunft und allmählich wurde alles, was nur irgendwie nach Religion roch, suspekt oder zumindest nicht ernst genommen. Aber ist das nicht ebenfalls eine zumindest einseitige, wenn nicht sogar dogmatische Haltung? Gibt es in unserer Welt nur Wissenschaft? Der Mensch hat seit jeher Kunst hervorgebracht, er hat immer schon transzendente Wesen (Geister, Ahnen, Götter) verehrt und angebetet und wenn er nicht ganz versteinert ist, weiß er seit jeher, dass das Berechenbare, das Äußere, rein gar nichts wert ist, wo die Liebe fehlt. Liebe aber kann man nicht berechnen, ja es ist sogar schwer, sie zu definieren. Fragen Sie mal einen vollkommen rationalen Naturwissenschaftler, ob er seine Frau liebt. Und sollte er mit „ja“ antworten, fragen Sie ihn doch weiter, woher er das weiß. Wahrscheinlich wird er dann ins Stottern kommen. Es ist möglich, dass er etwas von Hormonstatus, Hirnwellen, Pulsfrequenz oder ähnlichem faselt. Und das sind Teilwahrheiten, die wiederum nur das Äußere, objektiv Messbare betreffen, über das innere Erleben jedoch sehr wenig aussagen.

Wo also liegt die Lösung dieses unseligen Streits? Unbestritten haben uns die Wissenschaften viele Erkenntnisse gebracht, die uns ein sehr angenehmes Leben bescheren. Und nicht zuletzt haben sie uns auch Probleme beschert, die wir noch vor wenigen Jahrzehnten nicht kannten, etwa hohe Arbeitslosigkeit durch zunehmende Auslagerung von Arbeitsabläufen ins billige Ausland, aber auch durch eine immer höhere Komplexität unserer Wirtschaft und höhere Bildungsanforderungen. Die zunehmende Säkularisierung andererseits hat unser Leben Sinn entleert und lässt vielleicht den einen oder anderen Menschen an Orten nach Wahrheiten suchen, wo er sie wahrscheinlich nicht finden wird. Vielleicht sind manche von uns, deren spirituelle Sehnsüchte übermächtig werden, wirklich allzu gutgläubig und zu vertrauensselig. Aber disqualifiziert sie das als Idioten? Sind nicht auch Wissenschaftler oft falschen Fährten gefolgt und ergab sich nicht wissenschaftlicher Fortschritt gerade aus den Irrtümern? Edison soll, als 2000 Versuche eine Glühbirne zu bauen bereits fehlgeschlagen waren, gesagt haben: “Immerhin kenne ich jetzt 2000 Möglichkeiten, wie es NICHT funktioniert.” Das nenne ich eine wahrhaft weise Sicht der Dinge! Die Wahrheit derer, die allzu leichtgläubig sind, ist jedenfalls die Wahrheit einer tiefen Sehnsucht nach Transzendenz, nach Liebe und Erkenntnis. Und so wie viele der Wissenschaft vertrauen, obwohl sie uns auch so schreckliche Errungenschaften wie die Atombombe beschert hat, sollten wir auch jenen vertrauen, die sich aufmachen auf den Weg nach innen.

Krise als Chance

Als die Welt 2008 unvermittelt in eine Wirtschaftskrise stürzte (Pluto war gerade in den Steinbock eingetreten), die wohl so bald nicht vorüber sein wird, herrschte zunächst viel Verwirrung. Menschen waren schockiert über finanzielle Verluste und vielleicht über den Verlust ihres Arbeitsplatzes. Allmählich mussten und müssen immer mehr unserer bisherigen Selbstverständlichkeiten, wie der Umgang mit Geld, der Umgang mit Energie, der Umgang mit Arbeitskraft und Besitz, der Umgang mit Aggression und Verzweiflung, grundlegend hinterfragt werden (eine Entsprechung des Uranus Quadrats zu Pluto). Und das geschieht auch. Jedenfalls habe ich den Eindruck, dass der breiten und interessierten Öffentlichkeit noch nie so viel Wissen über Zusammenhänge in wirtschaftlichen Belangen, wie überhaupt in globalen Zusammenhängen, zugänglich war wie heute. Die Transparenz in diesen Dingen wächst und das halte ich für eine sehr gute Entwicklung. Sie ermöglicht auch, dass mehr Menschen nachdenken können und sich an den Diskussionen beteiligen können. Je mehr Menschen Zugang zu Wissen und Information haben, desto mehr Menschen können auch zu einer Lösung beitragen. Insofern ist die Globalisierung, die vielen als die Wurzel allen Ungemachs erscheint, und die wohl mit der Uranus-Neptun-Konjunktion von 1993 (exakt am 2.2.1993, 20.8.1993 und 24.10.1993 zwischen 18°30‘ und 19°30‘ Steinbock) begann, auch eine großartige Chance. Wir sollten sie nützen und einander zuhören. Ich muss nicht alles sofort gutheißen, was andere Menschen mir mitteilen, aber ich sollte es mir zumindest anhören und mich ehrlich fragen, wie es meinen eigenen Standpunkt erweitern könnte.

Menschen, die sich als spirituell oder religiös begreifen, werden ihre Wahrheiten anders formulieren, als Menschen, die sich als atheistische oder agnostische Naturwissenschaftler begreifen. Aber letztendlich scheint es ein bisschen so zu sein wie die sechs Blinden der Parabel, die einen Elefanten beschreiben sollen.

Sechs blinde Männer wurden gebeten zu bestimmen, wie ein Elefant aussieht. Und sie machten sich daran, das Tier zu befühlen. Jeder aber berührte einen anderen Körperteil. Der Blinde, der das Bein befühlte, sagte, dass ein Elefant wie eine Säule sei; der, der den Schwanz befühlte, dass ein Elefant sich wie ein Seil anfühle; der, der den Rüssel befühlte, dass ein Elefant Ähnlichkeit mit einem Ast habe; der, der das Ohr befühlte, dass ein Elefant wie ein Handfächer sein müsse; der, der den Bauch befühlte, dass ein Elefant sich wie eine Wand darstelle; der, der den Stoßzahn befühlte, dass ein Elefant wie eine solide Röhre sein müsse.

Ein Weiser erklärte ihnen dann, dass sie alle Recht haben und ihre Beschreibungen nur deshalb unterschiedlich ausfielen, weil ein jeder einen anderen Körperteil befühlt hatte.

Die Wahrheit kann gemäß diesem Gleichnis auf unterschiedliche Art erklärt werden. Und die Lösung für uns alle liegt auf der Hand: wir müssen lediglich in Erwägung ziehen, dass unsere Wahrheit eine vorläufige, eine Teilwahrheit ist. Ein halbwegs bescheidener Wissenschaftler fügt seinen Ausführungen auch häufig die Worte hinzu: “Soweit wir bisher wissen.” Und auch in der Astrologie würde es uns sehr gut anstehen, ein wenig bescheidener zu sein und unsere Aussagegrenzen zu berücksichtigen. Die Astrologie ist zweifellos in der Lage, gewisse Rückschlüsse auf die Zeitqualität zu ermöglichen. Da und dort können wir Ereignisse, Erfahrungen und Konflikte mithilfe der Astrologie besser verstehen. Vieles aber wissen wir auch nicht. Das größte Manko ist sicher eine fundierte Theorie der Astrologie, also ein Erklärungsansatz, warum sie funktionieren könnte. Und wer weiß, vielleicht kann gerade die Wissenschaft uns diesen eines Tages liefern.

Düstere Prognosen

Freiheit bedeutet Verantwortlichkeit. Das ist der Grund, weshalb die meisten Menschen sich vor ihr fürchten. (George Bernard Shaw)
Aktiengesellschaft: raffinierte Einrichtung zur persönlichen Bereicherung ohne persönliche Verantwortung. (Ambrose Bierce)

Es ist Vollmond und da wird irgendetwas Wichtiges passieren und wenn nicht, hat das auch seine Gründe. Überhaupt werden wir hinterher ganz genau gewusst haben, warum, was, wie und wo passiert ist. So sind wir Astrologen… ;-)

Vollmond 27Mar2013

Vollmond, 27.3.2013, 9:27 UT

Aber im Ernst. Angesichts des Vollmondes vom 27.3.2013 geistern wieder zahlreiche sehr düstere Prognosen durch das Netz der Netze. Vollmond in Opposition mit Mars, Uranus, Venus und logischerweise Sonne, noch dazu im T-Quadrat mit Pluto, das kann ja nur eine Katastrophe geben, meinen einige bloggende AstrologInnen und sogar große Zeitschriften.

Und wiederholt frage ich mich, welchen Sinn derartige Prognosen, Prophezeiungen oder Schwarzmalereien haben. Dienen sie dazu, die Schreiberin/den Schreiber als irgendwie schlauer als alle anderen aufzuwerten? Oder ist es die Lust an der Katastrophe und Sensation? Vielleicht auch der Wunsch, dass es – egal wie es kommt – so auf keinen Fall mehr weitergehen kann?

Dass die Zeitqualität momentan so geartet ist, dass da und dort die Nerven zum Zerreißen gespannt sind und etwa in Zypern und Teilen der EU sowie in Russland Unruhe und Nervosität herrschen, ist kein Geheimnis und dazu bedarf es mit Sicherheit keiner Astrologie. Natürlich künden die Transite auch von Wendepunkten und von plötzlichen Ereignissen, die sehr weitreichende Konsequenzen haben können. Aber wann war das jemals nicht so? Die Welt verändert sich unentwegt. Untergang und Aufstieg wechseln sich ab, das Pendel schwingt politisch von links nach rechts und wieder zurück. Ist scheinbar alles in Ordnung, erlauben wir uns gern ein wenig mehr Freiheiten und sind etwas toleranter. Wird die wirtschaftliche und politische Lage schwieriger, so feiert der Konservativismus fröhliche Urständ. Das ist in der Politik so, das ist in der Wirtschaft so und das ist auch in den Religionsgemeinschaften so.

Zyklische Weltsicht

Was wir jetzt auf der politischen Bühne beobachten können, sind zum aller größten Teil lediglich die Konsequenzen (Pluto, Saturn) früherer Versäumnisse. Beispiel Zypern: Warum ließ es die europäische Politik zu, dass dort Gesetze und Vorschriften in Bezug auf Geldwäsche nicht eingehalten wurden? Warum durften zypriotische Banken ein eigenes Süppchen kochen und teilweise dreifach höhere Zinsen gewähren als im Rest Europas? Vielleicht, weil ihnen die Schwarzgelder aus Russland insgeheim ganz recht waren? Und jetzt werden Fäuste in Richtung Deutschland geballt? Der Deutsche als ewiger Bösewicht, oder wie? Fakt ist, dass in der internationalen Finanzwelt viele Fehler gemacht wurden, dass Gier das Leitprinzip von so vielen Menschen war. Und jetzt müssen wir alle (manche mehr und manche weniger) die Suppe auslöffeln. Das schmeckt niemandem. Wer möchte schon gerne aus dem Schlaraffenland kommend, in Zukunft mit Wasser und Brot Vorlieb nehmen? Ich habe das auf ganz persönlicher Ebene bei sehr vielen meiner Kunden erlebt als ich noch Trainer im AMS-Bereich war. Da haben Menschen teilweise 5000 € und mehr monatlich verdient, hatten Kredite zu zahlen, Alimente, ein Auto, Versicherungen und dann sollten sie sich plötzlich mit 1000 € Notstandshilfe oder weniger zurechtfinden. Das schmerzt! Auf der anderen Seite wussten schon die Menschen, die das Alte Testament geschrieben haben, dass auf 7 fette, 7 magere Jahre folgen. Das ist der Lauf der Welt, auch wenn die Wirtschaft uns einreden will, dass es immer nur aufwärts gehen wird und soll. Anderes ist ja fast denkunmöglich geworden in unserer Welt. Hier ist die Astrologie gottlob der Realität und der Natur sehr viel näher, wenn sie weiß, dass das Leben aus Zyklen besteht und in Zyklen zu begreifen ist.

Verantwortung

Was in der gegenwärtigen Situation sozusagen „erste Reihe fußfrei“ zu beobachten ist, sind Projektionen wohin man nur blickt. Anstatt dass jeder seine eigenen Fehler betrachtet und so gut als möglich zu korrigieren versucht, werden überall anders nur nicht bei uns selbst Schuldige gesucht. Und sogar im positiven Sinne laufen Projektionen, dass einem schwindlig werden könnte. Was dem neuen Papst Franziskus alles an positiven Eigenschaften und Erneuerungstendenzen angedichtet wurde und das sofort nach seiner Wahl! Fakt ist, dieser Mann ist ein alter Kleriker, der mehr als fünf Jahrzehnte in einer Kirche zugebracht hat, die von Angst geprägt ist, insbesondere von Angst vor einer modernen Welt. Was also sollte der so viel besser machen? Und wieso überhaupt muss ein Papst die Kirche erneuern, ein einzelner Mensch? Sollten wir das nicht alle tun? “Die Kirche”, sind das nicht alle Menschen christlichen Glaubens und nicht nur die Institution? Keine irdische Institution kann die Vermittlung göttlicher Gnade in Anspruch nehmen. Vielmehr muss jeder Christ sein Gewissen befragen und sein Leben ändern. Das sagte schon Luther im Jahr 1517 in seinen 95 Thesen, also vor inzwischen fast genau 500 Jahren!

Wäre es nicht wirklich an der Zeit, vor unserer eigenen Tür zu kehren, anstatt auf „Wunderwuzzis“ zu hoffen, die uns aus der ach so tristen Lage erretteten? Erst neulich gab es in der Tageszeitung „Der Standard“ eine veröffentlichte Umfrage, dass angeblich 41% aller Österreicher sich einen starken Mann wünschten. Die Aufregung im linken Lager war groß. Noch Wochen lang trudelten Leserbriefe ein, wie schrecklich das wäre. Aber überrascht das irgendjemanden wirklich? Wir alle wollen und würden Verantwortung sofort abgeben, wenn wir die Gelegenheit dazu hätten. Das ist so viel einfacher! Und wie oft erlebe ich von Klientinnen und Klienten den ausgesprochenen oder unausgesprochenen Wunsch, ich möge doch die Veränderung für sie herbeiführen, damit sie sich nicht anstrengen müssten. Oder noch absurder, ich möge doch bitte die Welt da draußen für sie verändern, damit sie wieder besser zu Recht kämen. Das ist menschlich, das ist normal. Sich selbst Lösungen zu überlegen, ist schwer, ist anstrengend, ist langwierig und geht nicht von heute auf morgen. Und das ist der Prozess, in dem wir auch global momentan stecken. Die Welt hat sich in den letzten 20 Jahren politisch, wirtschaftlich und auch spirituell sehr stark verändert und wir befinden uns in einem Anpassungsprozess, der nicht immer nur einfach ist. Die frohe Botschaft ist aber, die Welt wird sich ganz gewiss weiter drehen und angesichts der Probleme von morgen werden wir die heutigen lächerlich finden.

Die für die allermeisten Menschen düsterste Prognose aber lautet: Die Zeitqualität, in der wir uns dank des Uranus-Pluto-Quadrats gegenwärtig befinden, verpasst uns einen Arschtritt hinein in die eigene Verantwortung. Ich (Uranus in Widder) muss es tun, weil die Mächtigen (Pluto in Steinbock) nicht mehr dazu in der Lage oder willens sind, weil sie ent-MACHT-et werden.

Herbst-Äquinoktium

Am Samstag, 22.9.2012, 16:49 Uhr ist Herbst-Äquinoktium (Herbst-Tagundnachtgleiche). Tag und Nacht sind jetzt exakt 12 Stunden lang. Es ist eine Zeit, in der wir sehr deutlich merken, dass die Tage immer kürzer werden. Die Bahn der Sonne verändert sich spürbar und es wird immer früher dunkel. Nur noch drei Monate und die Sonne wird ihren tiefsten Punkt erreicht haben, am Tag der Wintersonnenwende.

Konstellationen um das Herbstäquinoktium

Herbst-Äquinoktium

Herbst-Äquinoktium, 22.9.2012, 16:49 Uhr

Gerade erst traf Uranus zum zweiten Mal auf Pluto (19.9.2012), diesmal mit Pluto direktläufig und Uranus rückläufig. Am 21.9. löste Merkur das Uranus-Pluto-Quadrat aus. Am 22.9. wird der laufende Mond eine Konjunktion mit Pluto bilden und am 29.9. wird die Sonne zuerst eine Opposition mit Uranus und dann ein Quadrat mit Pluto bilden. Am 4.10. wird dann Jupiter rückläufig und am 5.10. tritt Saturn in den Skorpion ein.

Das alles sind Konstellationen, die sich irgendwie nach Tod und Sterben anfühlen. Fast so, als wäre Allerheiligen in diesem Jahr 6 Wochen vorverlegt worden. Seit mehreren Wochen schon fühle ich mich seltsam uninspiriert. Die Nachrichten sehend oder lesend, fühlt sich alles hohl und unecht an, so als würde da etwas nur mehr so tun, als wäre es am Leben. Anders formuliert, die Welt geht ihren normalen Gang und doch wirkt nichts mehr normal, alles wirkt irgendwie tot oder besser untot. Es ist spürbar, dass bei diesem 2. Uranus-Pluto-Quadrat Pluto sehr stark im Vordergrund steht. Da ist kein Vorwärtsdrängen spürbar, kein Innovationsgeist, nichts aufregend Neues, sondern nur noch Tod und Sterben, Langeweile, Hohlheit, Interesselosigkeit, Depression.

Was stirbt hier? Mit Pluto in Steinbock wohl am ehesten Strukturen, Macht-Strukturen, gesellschaftliche Strukturen, Hierarchien, Gesetze, moralische Vorschriften, langjährige Abläufe, vielleicht sogar Zeit-Strukturen. Pluto entlarvt gegenwärtig die Hohlheit, die innere Leere dieser Strukturen und zeigt uns, dass sie unweigerlich dem Tod entgegen gehen. Beunruhigend ist nur, dass wir noch nicht wissen, was danach kommt. Doch für dergleichen Überlegungen ist genug Zeit, wenn Uranus das nächste Mal ins Quadrat mit Pluto treten wird (am 20.5.2013). Dann werden, mit Uranus direktläufig und Pluto rückläufig, der Innovationsgeist und das Neue wieder im Vordergrund stehen.

Jetzt jedoch ist es Zeit, sich auf dieses Sterben einzulassen. Auf der individuellen Ebene könnten wir uns fragen, was wir gerne sterben lassen möchten. Welche Strukturen haben sich in unserem persönlichen Leben totgelaufen? Wo folgen wir Gesetzen oder moralischen Vorschriften, die uns längst nichts mehr bedeuten und die für uns gar keinen Sinn mehr ergeben? Wo sind wir vielleicht in Beziehungen mehr gefangen und tot als lebendig? Welche Verpflichtungen, die wir vor langer Zeit eingegangen sind, sind uns hohl geworden und fühlen sich nur noch bedeutungslos an. Wo möchten wir Dinge, Verhaltensweisen, Abläufe, Tätigkeiten und vielleicht sogar Menschen in unserem Umfeld endgültig loslassen?

Mundan merke ich und auch einige meiner Freunde, dass sich die Zeitqualität irgendwie merkwürdig still anfühlt, vielleicht wie eine „Ruhe vor dem Sturm“. Oder sind wir alle schon so sensations-geil, dass wir es gar nicht mehr ertragen, wenn eine Zeitlang keine spektakulären Nachrichten hereinkommen, keine ganz großen Katastrophen in der Welt passieren? Ertragen wir die Stille nicht mehr? Mit Mondknoten in Skorpion und Saturn in Skorpion ist vielleicht ohnehin ein Innehalten, ein nach innen gehen angebracht in den nächsten Monaten und Jahren (der nördliche Mondknoten bleibt bis 22.3.2014 in Skorpion und Saturn bis 18.9.2015, mit einer Unterbrechung von 23.12.2014 bis 15.6.2015, wo Saturn im Schützen stehen wird).

Sofort nach seinem Eintritt in den Skorpion wird sich Saturn mit Neptun verbinden (erstes Trigon von dreien am 11.10.2012 auf 0°37‘ Skorpion/Fische, vgl. auch Artikel “Der Saturn-Neptun-Zyklus“). Bei all dem Sterben und der Dunkelheit begegnet uns dann auch die visionäre Kraft Neptuns. Markus Jehle nennt das abnehmende Trigon von Neptun und Saturn eine „Wunscherfüllungskonstellation“. Wir träumen von einer besseren Welt (Neptun) und bringen sie unmittelbar in die Wirklichkeit (Saturn). Aber das ist nur eine Seite dieser Konstellation. Die Saturn-Neptun-Konstellation konfrontiert uns auch mit Lug und Betrug und dem Verlust von Lebensfundamenten.

„So läuft er (der Saturn-Neptun-Zyklus, Anm. S. Hofbauer) auf der einen Seite synchron mit Pleiten und Niederlagen, symbolisiert andererseits jedoch den Glanz und Zauber bei der Verwirklichung kühner Visionen, die dem Wohle aller dienen.“ (Jehle, 2011).

Und auch mit dieser Konstellation werden wir um die Themen Abschied, Sterben und Loslassen nicht herumkommen. Bildlich gesprochen können wir ein neues Haus nur bauen, wenn wir zuvor das alte, an der gleichen Stelle, abreißen. Und so befinden wir uns wohl in einer schwierigen und von manchen sicher als schmerzlich erlebten Zeit, die andererseits große Chancen in sich birgt, wirklich Großes, Visionäres und inspirierend Neues zu entwerfen. Und vielleicht stehen wir wirklich an der Schwelle zu einer Bewusstseinsevolution, zu einem Quantensprung im menschlichen Sein, wie er nur alle paar Jahrtausende vorkommt.

Weitere Beiträge zu den genannten Themen

Saturn in Skorpion

Die Mondknotenachse

Uranus-Pluto-Quadrat (2 von 7)

Der Saturn-Neptun-Zyklus

Uranus Quadrat Pluto – Zeitqualität Sommer/Herbst 2012 (Tulla Gastl)

Literatur

Jehle, Markus (2011). Himmlische Konstellationen 2012. Leben und Handeln im Einklang mit dem Kosmos. Chiron Verlag.