Sonnen- und Mondfinsternisse

Sonnen- und Mondfinsternisse werden auch Neumond- oder Vollmondeklipsen genannt. Das Wort Eklipse kommt aus dem Griechischen und bedeutet ausbleiben, verschwinden. Viele Menschen glauben, dass Sonnenfinsternisse nur sehr selten stattfinden, sozusagen nur „alle heiligen Zeiten“. Tatsache ist aber, dass Sonnen- und Mondfinsternisse sehr regelmäßig ca. alle 6 Monate stattfinden. Lediglich die Sichtbarkeit einer totalen Sonnen- und Mondfinsternis bezogen auf einen ganz bestimmten Ort ist ein sehr seltenes Ereignis.

Astronomische Voraussetzungen

Die Voraussetzung für das Zustandekommen einer Sonnen- oder Mondfinsternis sind folgende:

  • Sonne und Mond müssen sich aus irdischer Sicht in einer Konjunktion (bei der Sonnenfinsternis) oder Opposition (bei der Mondfinsternis) befinden. Es muss also Neumond oder Vollmond sein
  • Der Neumond oder Vollmond muss in der Nähe der sogenannten Mondknotenachse stattfinden

Die Mondknotenachse ist jene Gerade, die entsteht, wenn die Ebene der Ekliptik, auf welcher sich die Erde bewegt, die Ebene der Mondbahn schneidet. In der Astrologie unterscheidet man den nördlichen (oder aufsteigenden) und den südlichen (oder absteigenden) Mondknoten, die sich im Tierkreis exakt gegenüber liegen. Bei einem normalen Neumond (ohne Sonnenfinsternis) befindet sich der Mond aus Sicht der Erde zu weit ober- oder unterhalb der Sonne, weshalb der Schatten nicht die Erde trifft und wir so keine Verfinsterung wahrnehmen können. Vollmond haben wir einmal im Monat, wobei sich der Mond normalerweise ober- oder unterhalb des Schattens der Erde befindet. Es kommt höchstens dreimal im Jahr zu einer Mondfinsternis, nämlich dann, wenn der Mond in einer Linie mit Sonne und Erde steht.

Nachdem die Sonne im Tierkreis jedes Jahr zwei Mal die Mondknotenachse passiert, kommt es im Schnitt zu ungefähr zwei Sonnen- und zwei Mondfinsternissen jährlich. In manchen Jahren kann es jedoch bis zu vier Sonnenfinsternissen geben (z.B.: 2011). Das ist dann der Fall, wenn die 1. Finsternis ungefähr 15 Grad vor der Mondknotenachsen und die nächste ungefähr 15 Grad nach der Mondknotenachse stattfindet. Ca. 6 Monate später kann es noch einmal zu bis zu zwei Finsternissen kommen, wenn die Sonne den gegenüberliegenden Mondknoten passiert.

Die Mondknotenachse wandert in ungefähr 18 Jahren einmal im Uhrzeigersinn durch den gesamten Tierkreis. Aktuell befindet sich die Mondknotenachse auf ungefähr 25° Schütze/Zwillinge. Das heißt, dass jedes Mal wenn in diesem Bereich des Tierkreises ein Neu- oder Vollmond stattfindet, sich eine Finsternis ereignet. Nachdem die Sonne den Tierkreisbereich 25° Schütze/Zwillinge um den 17. Juni eines Jahres passiert, dürfen wir mit einem Orbis von ca. 15 Grad (das entspricht ca. 15 Tagen) mit dem Eintreten einer Sonnen- oder Mondfinsternis rechnen.

Ein Blick in den Kalender zeigt, dass in diesem Bereich insgesamt zwei Neumonde (1.6.2011 und 1.7.2011) und ein Vollmond (15.6.2011) stattfinden. Alle diese Neu- und Vollmonde sind Finsternisse.

Mondfinsternisse sind in einem bestimmten geografischen Gebiet weitaus häufiger sichtbar als Sonnenfinsternisse, ganz einfach deshalb, weil der Erdschatten, der auf den Mond fällt, sehr viel größer ist als der Mondschatten, der bei der Sonnenfinsternis auf die Erde fällt. Letzterer ist im Schnitt nur ungefähr 300 bis 500 km breit. Totale Sonnenfinsternisse, sind daher überaus selten sichtbar bzw. sind sie jedes Mal an einem anderen Ort der Erde sichtbar.

Arten von Finsternissen

Es gibt verschiedene Arten von Sonnenfinsternissen:

  • Die totale Sonnenfinsternis: Dabei bedeckt die Mondscheibe die Sonnenscheibe vollständig. Damit es zu einer totalen Sonnenfinsternis kommt, muss die Sonne-Mond-Konjunktion innerhalb eines Abstands von 0 bis maximal 11°15′ von der Mondknotenachse stattfinden.
  • Bei der so genannten ringförmigen Sonnenfinsternis geschieht dasselbe wie bei der totalen Sonnenfinsternis. Die Sonne ist jedoch wegen der Erdferne des Mondes, welche diesen kleiner erscheinen lässt, während der Verdunkelungsphase um den Mond herum noch als „Ring“ zu sehen.
  • Zu einer partiellen Sonnenfinsternis schließlich kommt es, wenn der Mond die Sonne nur teilweise verdeckt. Dabei beträgt der Abstand der Konjunktion zur Mondknotenachse zwischen 10° und 18°30‘.

Aktuelle Finsternisse

Die letzten Sonnen- und Mondfinsternisse fanden statt am:

  • 14.3.2006, 23:48 Uhr UT*), Halbschatten Mondfinsternis
  • 29.3.2006, 10:11 Uhr UT, totale Sonnenfinsternis
  • 7.9.2006, 18:51 Uhr UT, partielle Mondfinsternis
  • 22.9.2006, 11:40 Uhr UT, ringförmige Sonnenfinsternis
  • 3.3.2007, 23:21 Uhr UT, totale Mondfinsternis
  • 19.3.2007, 2:32 Uhr UT, partielle Sonnenfinsternis
  • 28.8.2007, 10:37 Uhr UT, totale Mondfinsternis
  • 11.9.2007, 12:31 Uhr UT, partielle Sonnenfinsternis
  • 7.2.2008, 3:55 Uhr UT, ringförmige Sonnenfinsternis
  • 21.2.2008, 3:26 Uhr UT, totale Mondfinsternis
  • 1.8.2008, 10:21 Uhr UT, totale Sonnenfinsternis
  • 16.8.2008, 21:10 Uhr UT, partielle Mondfinsternis
  • 26.1.2009, 7:59 Uhr UT, ringförmige Sonnenfinsternis
  • 9.2.2009, 14:38 Uhr UT, Halbschatten Mondfinsternis
  • 7.7.2009, 9:37 Uhr UT, Halbschatten Mondfinsternis
  • 22.7.2009, 02:35 Uhr UT, totale Sonnenfinsternis
  • 6.8.2009, 00:39 Uhr UT, Halbschatten Mondfinsternis
  • 31.12.2009, 19:21 UT, partielle Mondfinsternis
  • 15.1.2010, 07:07 Uhr UT, ringförmige Sonnenfinsternis
  • 26.6.2010, 11:37 Uhr UT, partielle Mondfinsternis
  • 11.7.2010, 19:34 Uhr UT, totale Sonnenfinsternis
  • 21.12.2010, 08:16 Uhr UT, totale Mondfinsternis
  • 4.1.2011, 8:51 Uhr UT, partielle Sonnenfinsternis

*) UT bedeutet Universal Time, früher auch Greenwich Mean Time oder GMT genannt.

Die nächsten Sonnen- und Mondfinsternisse finden statt am:

  • 1.6.2011, 21:16 Uhr UT, partielle Sonnenfinsternis
  • 15.6.2011, 20:12 UT, totale Mondfinsternis
  • 1.7.2011, 8:39 Uhr UT, partielle Sonnenfinsternis
  • 25.11.2011, 6:20 Uhr UT, partielle Sonnenfinsternis
  • 10.12.2011, 14:32 Uhr UT, totale Mondfinsternis
  • 20.5.2012, 23:53 Uhr UT, ringförmige Sonnenfinsternis
  • 4.6.2012, 11:03 Uhr UT, partielle Mondfinsternis
  • 13.11.2012, 22:12 Uhr UT, totale Sonnenfinsternis
  • 28.11.2012, 14:33 Uhr UT, Halbschatten Mondfinsternis

Weitere Sonnenfinsternisse und vertiefende Informationen können Sie hier (http://eclipse.gsfc.nasa.gov/eclipse.html) finden.

Am 1.6.2011 ereignet sich eine partielle Sonnenfinsternis, die in Ostasien und dem gesamten Nordpolargebiet sichtbar sein wird. Die Mondfinsternis vom 15.6.2011 wird in Südafrika, der Antarktis, Tasmanien und dem größten Teil Neuseelands sichtbar sein. In Österreich und Deutschland ist diese totale Mondfinsternis zwar auch sichtbar, allerdings hat die totale Verfinsterung bei Mondaufgang schon begonnen, weshalb die Finsternis nicht über den ganzen Verlauf sichtbar sein wird. Die Sonnenfinsternis vom 1.7.2011 wird im antarktischen Ozean und in Südafrika sichtbar sein.

Eine ganz grobe Einschätzung, ob eine Finsternis in unseren Breiten sichtbar sein kann, liefert übrigens die Tageszeit, zu der sie stattfindet. So kann eine Mondfinsternis, welche in unseren Breiten um 12:00 Uhr mittags stattfindet, natürlich nicht sichtbar sein. Ebensowenig kann eine Sonnenfinsternis, welche in unseren Breiten um Mitternacht stattfindet, sichtbar sein.

Die Deutung von Finsternissen

Finsternisse galten den Menschen früher als Vorboten kommenden Unheils. Wer jemals eine totale Sonnenfinsternis persönlich erlebt hat, kann sich vorstellen warum. Innerhalb von Minuten verändert sich das Licht, die Temperatur und die Natur verstummt, die Vögel hören auf zu singen, Wind hebt an und die Sterne werden sichtbar. Das Schauspiel wirkt irgendwie magisch.

In alter Zeit stellten sich die Menschen vor, dass ein Drache die Sonne verschlingen würde. Nachdem die Sonne in alter Zeit auch für Könige stand, ging man davon aus, dass eine Finsternis den Tod des Königs ankündigte. „In der modernen Astrologie schenkte man Finsternissen lange Zeit wenig Beachtung. Erst mit dem Tod der englischen Prinzessin Diana im Jahr 1997, welcher mit einer Sonnenfinsternis einherging, und der viel beachteten Sonnenfinsternis des August 1999, die in Europa gut zu beobachten war, wandten sich wieder weitere Kreise von Astrologen der Erforschung dieses Phänomens zu.“ (Quelle: http://wiki.astro.com/astrowiki/de/Finsternis)

Wirkung von Finsternissen

Nicht jede Finsternis wirkt gleich stark. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass Sonnenfinsternisse stärker wirken als Mondfinsternisse. Totale Sonnenfinsternisse wirken wiederum stärker als partielle oder ringförmige. Und höchstwahrscheinlich entfaltet eine Sonnenfinsternis ihre größte Wirkung dort, wo sie tatsächlich sichtbar ist. Je mehr Planeten durch starke Aspekte (Konjunktion, Opposition und Quadrat) an einer Finsternis beteiligt sind, desto länger und stärker wird diese wirksam sein.

So ereignete sich etwa am 11.8.1999 eine totale Sonnenfinsternis, die unter anderem in der Türkei sichtbar war. Nur 6 Tage später ereignete sich in diesem Gebiet ein Erdbeben der Stärke 7,4, bei dem mehr als 17.000 Menschen starben.

Entscheidend ist aber nicht nur die Sichtbarkeit einer Sonnenfinsternis, sondern auch, ob die Sonnenfinsternis im Horoskop eines Menschen oder eines Landes astrologische Konstellationen auslöst (=im Horoskop berührt). Ein weiterer Faktor dürfte die Lage der Sonnenfinsternis im Horoskop des Ortes sein, an dem sie stattfindet. D.h. wenn eine Sonnenfinsternis für das Land X auf der MC/IC-Achse des Moments stattfindet, wirkt sie stärker als wenn sie keine Achse berührt.

Der wichtigste Punkt, der bei einer Finsternis beachtet werden muss, ist der Tierkreisgrad, auf dem sie stattfindet. Dieser Grad wird auch Finsternisgrad genannt.

Übrigens geht man in der Astrologie davon aus, dass eine Finsternis ca. einen Monat vor ihrem Auftreten und bis zu sechs Monate nach ihrem Auftreten wirksam ist.

Finsternisse von Juni und Juli 2011

Sonnenfinsternis 1. Juli 2011, 8:54 Uhr

Sonnenfinsternis 1. Juli 2011, 8:54 Uhr

Was die kommenden drei Finsternisse angeht, dürften die Vollmondeklipse vom 15.6.2011 und insbesondere die Neumondeklipse vom 1.7.2011 besonders stark wirksam sein. Erstere deshalb, weil sie eine totale Mondfinsternis ist und letztere deshalb, weil sie die sogenannte kardinale Klimax auslöst, die derzeit am Himmel wirksam ist.

Konkret findet die Neumondeklipse vom 1.7.2011 im Quadrat mit Lilith und mit Saturn und in einer Opposition mit Pluto statt (siehe Abbildung oben; für größere Darstellung klicken Sie bitte auf die Grafik). Auch Uranus bildet innerhalb eines Orbis von 5° noch ein Quadrat mit der Sonnenfinsternis. Das sind erhebliche Spannungen. Abgeschwächt wird die Wirkung möglicherweise dadurch, dass diese Sonnenfinsternis wie auch jene vom 1.6.2011 eine partielle Sonnenfinsternis ist und keine totale.

Orte bei denen die Sonnenfinsternis vom 1.7.2011 besonders stark wirken dürfte sind Teile Russlands, Iran, Irak, Saudi Arabien, Somalia und Madagaskar. An diesen Orten findet die Sonnenfinsternis an der MC-Achse statt und Pluto befindet sich hier am IC. Für den äußersten Osten Kanadas sowie Teile Australiens und Neuseelands findet die Sonnenfinsternis mit Pluto in Opposition auf der AC/DC-Achse statt. Auch hier könnte die Wirkung der Sonnenfinsternis besonders deutlich spürbar werden.

Literatur:

Schierstedt, Claudia von (1999). Finsternisse astrologisch deuten. Chiron Verlag

http://wiki.astro.com/astrowiki/de/Finsternis

http://wiki.astro.com/astrowiki/de/Mondknotenachse

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