Das Zeichen Skorpion

Am Sonntag, 23.10., 20:13 Uhr MEZ/S tritt die Sonne in das Tierkreiszeichen Skorpion. Das Zeichen Skorpion wird traditionell von Mars beherrscht. In der neueren, psychologischen Astrologie gilt Pluto als Herrscher des Skorpions.

Skorpion ist unbestritten eines der Tierkreiszeichen mit dem schlechtesten Ruf und gleichzeitig für viele Menschen auch eines der faszinierendsten. Das mag vermutlich an der Vielschichtigkeit des Skorpions liegen. Ein einfaches Zeichen ist Skorpion nämlich wirklich nicht.

Skorpion ist nach der Waage das zweite Herbst-Zeichen und energetisch ein fixes Wasserzeichen, also weiblich und introvertiert.

In der Natur gehen die Energien jetzt nach innen und unten, beispielsweise ziehen sich in den Bäumen die Säfte in den Wurzelbereich zurück, die Blätter fallen ab und die Natur bereitet sich auf die Winterruhe vor. Wir werden von der Natur an die Vergänglichkeit erinnert und traditionell gibt es zu dieser Zeit zahlreiche Totenkulte (Halloween, Allerheiligen, Allerseelen). Nebel werden immer häufiger, oft kommt die Sonne entweder gar nicht mehr durch oder nur für kurze Zeit, bevor sie auch schon wieder untergeht. Die Tage werden bereits sehr kurz. In unseren Breitengraden beginnen die Menschen zu heizen und halten sich jetzt viel lieber in Innenräumen als im Freien auf. Wahrscheinlich geht jetzt auch die psychische Energie eher nach innen, weshalb hektische äußere Aktivität idealerweise einer Einkehr nach innen weichen sollte.

Wenn wir Metaphern für die drei Wasserzeichen, Krebs, Skorpion und Fische gebrauchen wollten, so wird Krebs am besten vom Bild eines klaren Flusses beschrieben, Skorpion vom Bild eines morastigen, abgestandenen Tümpels und das Zeichen Fische vom Bild des Meeres.

Aus diesem Bild erkennen wir schon ein wenig die Qualität von Skorpion. Es geht um Dunkelheit, um Gärung, um Verwandlung. Ein morastiger Tümpel ist für die meisten Menschen nicht besonders einladend und dennoch lebt in ihm sehr viel, vieles stirbt auch ab und wird durch Gärung verwandelt. Verwandlung, Transformation, Stirb-und-Werde-Prozesse sind weitere wichtige Qualitäten, die den Skorpion beschreiben. In einem Tümpel werden gewissermaßen auch Erfahrungen gespeichert, einzelne Bestandteile sinken langsam zu Boden, es entsteht etwas Neues. Die Energie der Waage, dem vorausgehenden Zeichen, verdichtet sich. Gleichzeitig entsteht quasi eine psychische Kohäsion, d.h. Bilder und Vorstellungen werden verdichtet, auf das Wesentliche reduziert und deutlich verbindlicher. Das bisweilen etwas oberflächliche Spiel der Waage weicht jetzt einer schweren, fast düsteren Verbindlichkeit. In der klassischen Astrologie galt die Regel: im 7. Haus (Waage-Analogie) lernt man sich kennen und im 8. Haus (Skorpion-Analogie) wird geheiratet. Dies verdeutlicht, dass es im Zeichen Skorpion um Ernsthaftigkeit, Verbindlichkeit und Tiefe geht.

Für das Zeichen Skorpion gibt es zahlreiche Analogien und Bilder, um seine Qualität zu beschreiben. Interessant ist aber, dass diese Bilder hier auf drei verschiedenen Ebenen existieren. Das gibt es in der Form bei keinem anderen Tierkreiszeichen. Die unterste, man könnte auch sagen „unentwickelte“, Ebene wird gut vom Bild des Skorpions oder der Schlange beschrieben, die nächst höhere Ebene vom Bild des Adlers und die höchste, vollkommenste Ebene vom Phönix. Die erste Stufe symbolisiert hier Emotion und Instinkt, aber auch die Fähigkeit, den Tod zu bringen und sich zu erneuern (Häutung der Schlange). Vom Skorpion (hier ist das Tier, nicht das Zeichen gemeint) sagt man auch, dass er sich lieber selbst tötet, als anderen zu erlauben, ihn zu töten. Die zweite Stufe – die Stufe des Adlers – steht symbolisch für Macht durch den Intellekt. Der Adler fliegt höher als jeder andere Vogel und hebt sich dadurch aus der Masse heraus. Er gilt auch als eher einsames Tier, was ebenfalls die introvertierte Natur des Skorpions gut wiedergibt. Die letzte Stufe der Evolution ist der Phönix, ein Vogel, der sich selbst verbrennt, um aus der Asche vollkommen erneuert wieder aufzuerstehen.

All diese Bilder beschreiben die komplexe Natur des Skorpions, von den niedersten Emotionen, Rachsucht, Wut und Hass bis hin zur Fähigkeit, so lange im eigenen Saft zu schmoren, bis wirkliche Wandlung (Transformation) geschieht. Kalendarisch passen auch die Weinlese und die Gärung des Weins, gut zum Skorpion. Der einfache Traubensaft wird durch Gärung  in etwas Höheres, den Wein, verwandelt. Und gerade der Wein steht symbolisch für so unterschiedliche Ebenen wie niederste Triebe (Alkoholismus), festliches Feiern und auch religiöse Rituale (Wandlung in der christlichen Messe). Je nachdem, wie wir ihn einsetzen, kann er uns höhere spirituelle Dimensionen eröffnen oder uns psychisch und körperliche vollkommen zerstören. Eine sehr passende Skorpion-Analogie!

Es ist die besondere Herausforderung des Skorpions, seine Leidenschaften beherrschen zu lernen bzw. sogar zu benutzen, um sich selbst immer neu zu verwandeln und weiterzuentwickeln. Stillstand ist nicht die Sache des Skorpions, er will ganz im Gegenteil, immer neue Wandlung, immer neue Projekte. Alles muss immer weiter verbessert und perfektioniert werden. So ist der Skorpion-Mensch auch selten wirklich zufrieden. Intensität und Leidenschaft sind sein Streben, Stabilität und dauerhafte Sicherheiten sind ihm eher suspekt. Der Skorpion will auch ständig hinter die Kulissen sehen, das Geheimnisvolle zieht ihn magisch an. Dort, wo andere sich mit Schrecken abwenden, wird gerade erst seine Neugier geweckt. Und vielleicht ist es das höchste und edelste Ziel, das der Skorpion erreichen kann, die Erkenntnis, dass es nur eine wirkliche Sicherheit im Leben gibt: stetige Wandlung und Veränderung.

Weitere Skorpion-Entsprechungen

In der Mundanastrologie steht der Skorpion unter anderem für Kanalisation, (Atom-)Kraftwerke, U-Bahnen, Tunnel, Vulkane, Erdbeben, Geheimbünde und den politischen Untergrund.

Beruflich sind skorpionisch geprägte Menschen (Sonne in Skorpion, Aszendent oder Medium coeli im Skorpion, viele Planeten im Skorpion) häufig Psychiater, Psychoanalytiker, Pathologen, Totengräber oder Thanatologen, Liquidatoren, Kanalarbeiter, Abfallverwerter, Detektive, Geheimpolizisten, Bergwerks- oder Straßenarbeiter oder sie ziehen aus dem Hintergrund die Fäden der Macht.

In der Medizin-Astrologie hat Skorpion mit dem Darm, den Fortpflanzungsorganen oder auch Abstoßungsreaktionen zu tun.

Persönlichkeiten

Einige Persönlichkeiten, deren Sonne in Skorpion steht, sind:

  • Vincenzo Bellini (3.11.1801)
  • Danny DeVito (17.11.1944)
  • Bill Gates (28.10.1955)
  • Konrad Lorenz (7.11.1903)
  • Niccolo Paganini (27.10.1782)
  • Philippus Theophrastus Paracelsus (10.11.1493J)
  • Pablo Picasso (25.10.1881)
  • Theodore Roosevelt (27.10.1858)
  • Martin Scorsese (17.11.1942)
  • Leo Trotzki (7.11.1879)
  • Indira Ghandi (19.11.1917)
  • Grace Kelly (12.11.1929)
  • Martin Luther (10.11.1483J)
  • Robert Mapplethorpe (4.11.1946)
  • Marie Curie (7.11.1867)
  • Fjodor Dostojewski (11.11.1821)
  • Hillary Clinton (26.10.1947)

One thought on “Das Zeichen Skorpion

  1. Pingback: Saturn in Skorpion « hofastro

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