Der Jupiter-Pluto-Zyklus

Was im Einklang mit dem Tao ist, bleibt.
Erzwungenes wächst eine Weile,
doch dann welkt es dahin.
Das ist nicht das Tao.
Alles, was gegen das Tao ist, hört bald auf zu sein.

(Laotse, Tao Te King)

Das Jupiter-Pluto-Trigon ist eine jener Konstellationen, die im Jahr 2012 den Druck des Uranus-Pluto-Quadrats und den damit zusammenhängenden Wertewandel ein wenig mildert. Im Folgenden will ich mich mit dieser Konstellation etwas näher auseinandersetzen.

Daten

Zunächst, der Vollständigkeit halber, die Daten des ganzen (gegenwärtigen) Jupiter-Pluto-Zyklus, der von 2007 bis 2020 dauert:

Konjunktion:

  •   11.12.2007, 28°24′ Schütze

zunehmendes Quadrat:

  •   25.7.2010, 3°24′ Widder (Jupiter)/Steinbock (Pluto)
  •   3.8.2010, 3°13′ Widder/Steinbock
  •   25.2.2011, 7°02′ Widder/Steinbock

zunehmendes Trigon:

  •   7.7.2011, 5°58′ Stier (Jupiter)/Steinbock (Pluto)
  •   28.10.2011, 5°20′ Stier/Steinbock
  •   13.3.2012, 9°21′ Stier/Steinbock

Opposition:

  •  7.8.2013, 9°26′ Krebs (Jupiter)/Steinbock (Pluto)
  •   31.1.2014, 12°17′ Krebs/Steinbock
  •   20.4.2014, 13°34′ Krebs/Steinbock

abnehmendes Trigon:

  •   11.10.2015, 13°03′ Jungfrau (Jupiter)/Steinbock (Pluto)
  •   16.3.2016, 17°13′ Jungfrau/Steinbock
  •   26.6.2016, 16°29′ Jungfrau/Steinbock

abnehmendes Quadrat:

  •   24.11.2016, 15°47′ Waage (Jupiter)/Steinbock (Pluto)
  •   30.3.2017, 19°17′ Waage/Steinbock
  •   4.8.2017, 17°31′ Waage/Steinbock

Konjunktion:

  •   5.4.2020, 24°54′ Steinbock
  • 30.6.2020, 24°07′ Steinbock
  • 12.11.2020, 22°52′ Steinbock

Weitere Informationen zu astrologischen Zyklen und ihre mundane Bedeutung finden Sie in den Artikeln „Astrologische Zyklen und Prognose“ sowie „Zeit und Zyklen„.

Pluto mythologisch

Pluto (griechisch Hades) ist in der Mythologie der Totengott und Herrscher der Unterwelt. In der Antike galt es als ein Tabu, Plutos Namen auch nur auszusprechen, denn er konnte jederzeit aus dem Untergrund auftauchen und den eben noch Lebenden in die Unterwelt verschleppen. Das geschah zum Beispiel Persephone, die ganz unschuldig Narzissen pflückte, als sich plötzlich die Erde auftat und Pluto sie in sein Reich entführte, um sie zu vergewaltigen und zu seiner Gemahlin zu machen.

Pluto wurde von den Griechen einerseits euphemistisch „der Reiche“ genannt, um seinen Namen nicht aussprechen zu müssen. Andererseits galt er auch als der Herrscher über die unterirdischen Reichtümer. Aber Plutos Reichtum besteht nicht oder nicht nur aus materiellen Gütern, Plutos Reichtum ist ein seelischer, innerer Reichtum. Er herrscht über die Schatten, die Seelen.

Ausführlichere Informationen zu Pluto in der Mythologie finden Sie auch im Artikel „Gedanken zu Pluto„.

Jupiter mythologisch

Zeus (römisch Jupiter) war der höchste Gott des Olymp. Mit seinen Brüdern Poseidon (römisch Neptun), dem Meeresgott, und Hades, dem Gott des Totenreichs, teilte er sich die Herrschaft über die Erde.

Neben seiner Ehefrau Hera, die unter anderem die Göttin der Ehe war, hatte Zeus unzählige Geliebte.  Zurückhaltung war insbesondere in sexuellen Dingen keine seiner Stärken. Und so ist es kein Zufall, dass die Zahl  seiner Nachkommen schier unüberschaubar ist. Neben den Frauen hatte er auch einen Geliebten, den Hirtenknaben Ganymed, den er zu seinem Mundschenk machte. In einer Darstellung wurde Ganymed von Zeus in der Gestalt eines Adlers entführt und auf den Olymp gebracht. Bei Platon gilt die Liebe von Zeus und Ganymed als Rechtfertigung der Knabenliebe. Die Sage war sowohl in Griechenland als auch im Römischen Reich beliebt, weil sie der leidenschaftlichen Liebe erwachsener Männer zu Knaben eine religiöse Berechtigung gab.

Zeus´Ehe mit Hera war ein ewiger Kampf. Hera verfolgte eifersüchtig die Geliebten ihres Gatten sowie die daraus entsprungenen Kinder. Wo immer er konnte, schützte Zeus die Frauen und Kinder und strafte Hera für ihre Unerbittlichkeit. Es gab zahllose Versuche, Zeus zu stürzen, doch am Ende behielt er immer die Oberhand. Wenn er sich seiner Herrschaft sicher fühlte, war er ein unparteiischer, großherziger Göttervater, der die Geschicke im Himmel und auf der Erde würdevoll lenkte. Die Menschen der Antike zollten ihm großen Respekt (Quelle: http://wiki.astro.com/astrowiki/de/Jupiter).

Deutung des Jupiter-Pluto-Zyklus

Wie wir oben gesehen haben, begann der Pluto-Jupiter-Zyklus mit einer Konjunktion im Jahr 2007 und wird mit drei Oppositionen in den Jahren 2013 und 2014 seinen Höhepunkt erreichen. Nach dem zunehmenden Quadrat 2010 und 2011 befindet sich der Zyklus gegenwärtig in der harmonischen Trigon-Phase.

In der Begegnung von Jupiter und Pluto treffen sich zwei sehr starke Energien, wobei die eine Energie mit aller Macht in die Tiefe will und die andere mit aller Macht in die Höhe strebt. Pluto ist der Gott der Unterwelt und Jupiter der Herrscher des Olymps. Die gesellschaftliche Evolution paart sich mit dem plutonischen Blick in die Tiefe der Seele. Dort wo wir über eine positive Lebenseinstellung (Jupiter) und einen ausgeprägten Realitätssinn (Pluto) verfügen, können wir große Erfolge erzielen. Jupiter und Pluto stehen beide in Erdzeichen, Jupiter in Stier und Pluto in Steinbock. Damit können wir jetzt auch große materielle Erfolge erzielen und satte Gewinne winken dort, wo wir in der Vergangenheit ein gutes Gespür für dauerhafte Werte entwickelt haben.

Sowohl Jupiter als auch Pluto geht es um Wachstum, allerdings gilt das Motto: „Mit dem Unbewussten muss gerechnet werden!“ Das Wachstum bei Jupiter ist nach außen gerichtet und wir streben hier in erster Linie materielle Erfolge an, ein schönes Auto, das den Nachbarn vor Neid erblassen lässt, oder teure Urlaube, eine protzige Uhr, einen Karrieresprung in der Firma und vieles mehr. Plutos Streben ist anderer Art. Es will in die Tiefe, will Ganzheit, Vollständigkeit und Echtheit. Und hier ist es auch möglich, dass wir äußerlich gerade arbeitslos sind, sehr verzweifelt oder in einer tiefen Depression stecken, während unsere Seele dennoch wächst und auf lange Sicht sehr gestärkt aus dieser Erfahrung hervorgeht.

Mundane Entsprechungen

Die Planeten Jupiter und Pluto haben beide auf ihre Art mit Macht, Überschuss und Expansion zu tun. Jupiter steht auch für Reisen und fremde Länder. Damit könnten unter anderem auch die Themen Migration, Überbevölkerung, Globalisierung, aber auch religiöse Fragen in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Diskurses treten. Beim ersten Quadrat war beispielsweise viel von Integration und kontrollierter, qualifizierter Zuwanderung die Rede. Aber auch die Kirche mit ihren Missbrauchsfällen in Internaten kam ins Gerede. Die Überalterung unserer Gesellschaft und die Sicherung unseres Pensionssystems sind weitere Themen, die derzeit die Politik beschäftigen.

Was die Finanzwelt angeht, dürfte sich auch unter diesem Aspekt zeigen, wer sein Haus auf Fels und wer es auf Sand gebaut hat. Bei der Konjunktion der beiden Planeten standen beide noch im Schützen und es herrschte ein fast schon übertriebener Optimismus vor. Sofort mit dem Eintritt von Pluto in den Steinbock kam es zum Schock der Lehmann-Pleite, die die Börsen auf der ganzen Welt auf Talfahrt gehen ließ. Mit dem derzeit wirksamen Trigon könnten an der Börse kurzfristig noch einmal größere Gewinne erzielt werden. Denn Jupiter steht noch bis Ende April 2012 innerhalb 10 Grad Orbis im Trigon zu Pluto. Für alle, die auf besonders unehrliche Weise versucht haben, zu Geld zu kommen und sich entweder selbst etwas vorgemacht haben oder andere täuschen wollten, dürfte jedoch auch dieses Trigon kaum nützlich sein. Es könnte lediglich dazu führen, dass die Dinge nicht ganz so schlimm kommen, wie sie hätten kommen können.

Persönliche Ebene

Auf der persönlichen Ebene gilt es zu überprüfen, wo wir anlässlich der Konjunktion von 2007 wachsen wollten, wo wir nach Erfolg strebten und welche Ziele uns damals erstrebenswert erschienen. Vielleicht mussten wir manche Vorstellungen und Ziele bereits beim Quadrat 2010 bis Anfang 2011 revidieren oder geringfügig anpassen. Eventuell haben wir herausgefunden, dass wir in manchen Dingen etwas zu optimistisch waren oder nicht mit unserem Unbewussten (unserem Schatten) gerechnet haben.

Die Konstellation Pluto/Jupiter hat also einerseits zu tun mit großen Zielen, dem Streben nach Macht und Einfluss, dem großen Glück, andererseits aber auch mit Nachhaltigkeit, Echtheit und tiefer gehenden, dauerhaften Werten. Und so geht es uns unter dieser Konstellation häufig so wie in dem obigen Zitat von Laotse:
Erzwungenes wächst eine Weile, doch dann welkt es dahin. Nur was wirklich echt ist und ein tiefes, solides Fundament hat, wird wirklich erblühen.

3 thoughts on “Der Jupiter-Pluto-Zyklus

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