Uranus Quadrat Pluto (1 von 7)

Take me to the magic of the moment
On a glory night
Where the children of tomorrow share their dreams
With you and me
Take me to the magic of the moment
On a glory night
Where the children of tomorrow dream away
in the wind of change
(Scorpions)

Das erste von 7 Uranus-Pluto-Quadraten

Uranus Quadrat Pluto

Uranus Quadrat Pluto, 24.6.2012

Wenn wir den Zyklus zweier beliebiger Planeten betrachten, beginnen wir jeweils mit der Konjunktion. Nach einiger Zeit erleben wir das zunehmende Quadrat der beiden Planeten, die sogenannte Durchbruchskrise, wiederum später erleben wir in der Opposition als Höhepunkt des Zyklus, im neuerlichen, nun abnehmenden, Quadrat die sogenannte Loslasskrise und schließlich wieder die Konjunktion, mit der ein Zyklus endet und der nächste beginnt.

Am leichtesten erkennen wir das in den Zyklen des Mondes. Treffen sich Sonne und Mond zu einer Konjunktion, sprechen wir von Neumond, sieben Tage später vom Halbmond (zunehmendes Quadrat von Sonne und Mond), weitere sieben Tage später vom Vollmond (der Opposition von Sonne und Mond), wieder sieben Tage später vom abnehmenden Halbmond (abnehmendes Quadrat von Sonne und Mond) und wiederum sieben Tage später kommt es zum nächsten Neumond.

Der Sonne-Mond-Zyklus ist in der Astrologie der schnellste Zyklus, weshalb wir diesen sehr häufig, nämlich jeden Monat einmal erleben. Die Zyklen beliebiger anderer Planeten dauern teilweise erheblich länger. So dauert etwa der Venus-Mars-Zyklus im Schnitt ungefähr zwei Jahre oder der Jupiter-Saturn-Zyklus ungefähr 20 Jahre. Der längste Zyklus ist der Neptun-Pluto-Zyklus, der annähernd 500 Jahre dauert.

Der Uranus-Pluto-Zyklus, der momentan wegen des demnächst sich ereignenden Uranus-Pluto-Quadrats sehr stark im Zentrum der Aufmerksamkeit steht, dauert abwechselnd entweder 112 oder 144 Jahre, je nach Stellung von Pluto im Tierkreis, dessen Bahn ja sehr elliptisch ist und der daher durch Skorpion sehr schnell läuft (rund 12 Jahre) und durch Stier sehr langsam (fast 30 Jahre).

Daten des gegenwärtigen Uranus-Pluto-Zyklus

Der gegenwärtige Zyklus von Uranus und Pluto dauert von 1965 bis 2104. Im Folgenden die exakten Daten des vollständigen Zyklus:

Konjunktionen:

  • 9.10.1965, 17°10‘ Jungfrau
  • 4.4.1966, 16°28‘ Jungfrau
  • 30.6.1966, 16°06‘ Jungfrau

Zunehmendes Quadrat:

  • 24.6.2012, 8°24’ Steinbock (Pluto)/Widder (Uranus)
  • 19.9.2012, 6°57‘ Steinbock/Widder
  • 20.5.2013, 11°14‘ Steinbock/Widder
  • 1.11.2013, 9°26‘ Steinbock/Widder
  • 21.4.2014, 13°34‘ Steinbock/Widder
  • 15.12.2014, 12°35‘ Steinbock/Widder
  • 17.3.2015, 15°17‘ Steinbock/Widder

Opposition:

  • 22.9.2046, 3°45‘ Fische (Pluto)/Jungfrau (Uranus)
  • 15.2.2047, 4°42‘ Fische/Jungfrau
  • 16.8.2047, 5°54‘ Fische/Jungfrau
  • 11.4.2048, 7°28‘ Fische/Jungfrau
  • 30.6.2048, 7°59‘ Fische/Jungfrau

Abnehmendes Quadrat:

  • 15.2.2073, 5°18‘ Widder (Pluto)/Steinbock (Uranus)
  • 6.4.2073, 6°28‘ Widder/Steinbock
  • 13.12.2073, 5°44‘ Widder/Steinbock
  • 26.6.2074, 8°52‘ Widder/Steinbock
  • 24.10.2074, 7°23‘ Widder/Steinbock

Konjunktion:

  • 24.4.2104, 7°35‘ Stier

Auch wenn der Höhepunkt des Zyklus von Pluto und Uranus erst in den späten 40-er Jahren unseres Jahrhunderts erreicht sein wird, ereignet sich jetzt das zunehmende Quadrat, die sogenannte Durchbruchskrise. Von den sieben exakten Quadraten bis 2015 gibt es übrigens nur ein einziges, bei dem sowohl Pluto als auch Uranus direktläufig sein werden, jenes am 17.3.2015. Bei allen anderen Quadraten dürfte der Planet, der gerade direktläufig ist, wahrscheinlich am stärksten zu spüren sein. Im gegenwärtigen Fall – am 24.6.2012 – wird das Uranus sein. Beim nächsten exakten Quadrat, am 19.9.2012, wird Pluto direktläufig und Uranus rückläufig sein.

Das erste von sieben Uranus-Pluto-Quadraten

Auffallend in den letzten Wochen und Monaten sind vor allem die vielen Umzüge in meinem Umkreis. Ich selbst bin umgezogen, nicht weniger als sieben meiner Klienten ziehen gerade um, und auch in meinem Freundeskreis haben einige eine neue Praxis oder Wohnung bezogen. Interessant dabei ist nicht so sehr der Umzug an sich, sondern die Gefühle der Überforderung und des Hinausgeworfen-Seins aus alten Gewohnheiten. Alles wird anders, alles ist ungewohnt. Viele sagen bei solchen Gelegenheiten gerne: „Wenn das so weitergeht, lande ich bald in der Psychiatrie.“ Und genau diese Gefühle: nichts funktioniert mehr, alles wird anders, das Alte ist so plötzlich aufgesprengt, dass wir an die Grenzen unserer Belastbarkeit kommen, ist meiner Meinung nach typisch für Uranus und Pluto. Es ist diese wilde Mischung aus Aufbruchsbegeisterung und Radikalität, einer Haltung des „Wenn-schon-verändern-dann-gleich-alles“, die zugleich faszinierend und beängstigend ist.

Wahrscheinlich werden wir auch mundan erleben, dass Vieles sehr radikal geändert werden wird, als ob die beteiligten Personen plötzlich alle manisch geworden wären. (Für die Nicht-Psychologen: Manie ist quasi das Gegenteil von Depression, ein Zustand extremer Euphorie, mit Selbstüberschätzung bis hin zum Größenwahn). Und direkt neben dieser Euphorie steht auch die Angst, sodass wir in den nächsten Jahren permanent mit einem Wechselbad an Gefühlen konfrontiert sein dürften und sehr starke Gefühlsschwankungen erleben werden. Die Euphorie der Veränderung wird nahtlos übergehen in die Angst des „Oh-Gott-was-habe-ich-nur-getan?“, und am nächsten Tag leiten wir vielleicht schon die nächste große Veränderung ein.

Zudem werden sehr konservative Strömungen direkt neben extrem revolutionären, neuen stehen. So beobachte ich beispielsweise in Österreich eine Gleichzeitigkeit von sehr bizarren esoterischen Strömungen (Uranus in Widder) mit einem gleichzeitigen zunehmenden Konservativismus (Pluto in Steinbock) bei den etablierten Berufsverbänden der Psychologen und Psychotherapeuten. Nüchtern betrachtet sind wohl beides sehr extreme Standpunkte, die langfristig keinen Bestand haben werden. Fakt ist, dass viele Bereiche in unserer Gesellschaft Reformbedarf haben (z.B. Bildungswesen, Justiz, Arbeitsmarkt), der jetzt gleichsam als „Reformdruck“ an die Oberfläche drängt. Paradox an der Situation ist, dass die Konservativen, die das Alte bewahren wollen, den Druck nur verstärken und radikale Kräfte stärken, ohne sich dessen vielleicht bewusst zu sein. Umgekehrt ist der eine oder andere Reformvorschlag vielleicht so radikal, dass von unserer Gesellschaft kaum etwas übrig bleiben dürfte.

Pluto oder die Plutokraten möchten sich gerne im Bestehenden einmauern, während die Uranier alles Bestehende niederreißen möchten. Die Spannungen sind also enorm. Das Neue zuzulassen und uns von Altem, Überholten zu befreien, ohne gleich alles zu zerstören, wird eine gewaltige Herausforderung der nächsten Jahre werden, in der Politik, im Bildungswesen, aber auch im persönlichen Handeln. Hier den Weg der Mitte und Mäßigung zu finden, ist unter einem Uranus-Pluto-Quadrat nahezu ein Ding der Unmöglichkeit und doch wäre es der beste Weg. Denn die Revolution, die dann ihre eigenen Kinder frisst und sogar noch hinter alte Strukturen zurück fällt, hatten wir historisch schon oft genug.

Mit Uranus und Pluto entstehen im Kollektiv offenbar ganz neue Ideen (z.B. Kommunismus, Humanismus, Feminismus), die eine enorme Anziehungskraft auf die Menschheit ausüben und bisweilen auch eine große Sprengkraft haben. Der göttliche Blitz der Idee (Uranus) trifft auf das kollektive Unbewusste oder den kollektiven Schatten (Pluto), gefärbt durch das Zeichen in dem die Konjunktion stattfindet (Feminismus, Ernährung, Drogen, Flowerpower als Jungfrau-Ideen der 60-er Jahre), und eine neue 111 bis 143-jährige Entwicklung nimmt ihren Lauf, die das Bewusstsein der Menschheit verändert und erweitert. Anders ausgedrückt: der Blitz des Bewusstseins (Uranus) reißt einen Archetyp aus dem kollektiven Unbewussten (Pluto) und erzeugt einen neuen “-ismus”, der die Menschheit für die nächsten Jahrzehnte beschäftigt. So gesehen können wir Uranus und Pluto als die Bewusstseins-Planeten schlechthin bezeichnen. Und wie wir aus der Psychologie und Psychotherapie wissen, ist mehr Bewusstheit oft mit Geburtsschmerzen verbunden, da wir zunächst alte Überzeugungen aufgeben müssen und lieb gewordene Vorstellungen vom Staub der Zeit befreien müssen. Der Schmerz der Veränderung dürfte damit umso größer sein, je gravierender zuvor die Einseitigkeit bzw. Unbewusstheit war.

Auslösungen des Pluto-Uranus-Quadrats im Sommer 2012

Neben dem Mond, der das Uranus-Pluto-Quadrat alle sieben Tage auslöst, dürfte die Konstellation vor allem zu diesen Zeiten besonders deutlich wahrnehmbar sein:

  • 9.-14.6.2012, Merkur in Opposition mit Pluto und im Quadrat mit Uranus
  • 24.6.-3.7.2012, Sonne in Opposition mit Pluto und im Quadrat mit Uranus
  • 10.-25.7.2012, Mars in Opposition mit Uranus und im Quadrat mit Pluto
  • 22.7.-2.8.2012, Sonne, Merkur im Quinkunx mit Pluto und im Trigon mit Uranus
  • 11.8.-20.8.2012, Venus in Opposition mit Pluto und im Quadrat mit Uranus
  • 10.-14.9.2012, Venus im Quinkunx mit Pluto und im Trigon mit Uranus
  • 18.-23.9.2012, Merkur im Quadrat mit Pluto und in Opposition mit Uranus
  • 25.9.-4.10.2012, Sonne im Quadrat mit Pluto und in Opposition mit Uranus
  • 5.10.2012, Eintritt von Saturn in den Skorpion, womit Pluto und Saturn dann mehr als zwei Jahre in einer wechselseitigen Rezeption stehen (Pluto im Herrschaftszeichen des Saturn und Saturn im Herrschaftszeichen des Pluto)

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