Wandel

Haben wir denn derart jeden Maßstab verloren, dass wir glauben, der Mensch müsse sich neuen Technologien anpassen, statt dass wir als Vorbedingung jeder neuen Technologie fordern, dass sie dem Menschen angepaßt sein müsse? (Hans A. Pestalozzi) 
 
Wir müssen lernen, die materiellen Wunder der Technologie mit den spirituellen Bedürfnissen unserer menschlichen Natur in Einklang zu bringen. (John Naisbitt)

Die einen ergehen sich in Weltuntergangsphantasien und die anderen stecken den Kopf in den Sand und leugnen gänzlich, dass in unserer Welt große Veränderungen im Gange sind. Beides ist meines Erachtens eines intelligenten Menschen unwürdig. Dem aufmerksamen Beobachter kann nicht entgehen, dass wir am Beginn des 21. Jahrhunderts gleich mehrere rote Linien überschritten haben, beim Wirtschaftswachstum, dem Ressourcenverbrauch, dem Klimawandel und dem Bevölkerungswachstum. Paul Gilding, ein australischer Umweltschützer-Unternehmer schreibt dazu: „Wenn man von so etwas Großem umgeben ist, das es erforderlich macht, dass man sein Denken und sein Weltbild völlig verändert, dann ist Leugnung die natürliche Reaktion. Aber je länger wir warten, desto größer wird die dann erforderliche Reaktion.“ (zit. nach Walsch, N. D. (2012). Der Sturm vor der Ruhe. Gespräche mit der Menschheit.)

Astrologisch scheint der Wandel oder die Krise, die wir aktuell erleben, vor allem vom Quadrat des Uranus mit Pluto angezeigt zu sein. Allerdings bin ich nicht sicher, ob nicht auch dem Aufenthalt Neptuns und Chirons in den Fischen eine sehr große Bedeutung in diesem Prozess zukommt. Immerhin erlebt die Menschheit den Durchgang Neptuns durch die Fische bewusst jetzt schon zum zweiten Mal. Natürlich kreiste Neptun auch schon vor 2000 Jahren durch unser Sonnensystem, aber wenn wir davon ausgehen, dass die Energien, die wir mit Neptun verbinden, erst im Bewusstsein der Menschheit angekommen sind, als Neptun entdeckt wurde, dann erleben wir jetzt gerade den Beginn seines 2. Durchganges durch den Tierkreis (zur Erinnerung: Neptun wurde am 23.9.1846 auf 25°54‘ Wassermann entdeckt).

Neptun verbindet uns mit dem Kollektiv, er will uns größere Zusammenhänge aufzeigen und zusammen mit Chiron, der sich jetzt ebenfalls in Fische bewegt, will er möglicherweise den Finger auf jene Wunde legen, die allen unseren Problemen gemeinsam ist. Im Kern sind es nämlich spirituelle Probleme, deren Auswirkungen wir momentan erleben.

So glaubt etwa der größte Teil der Menschheit, dass Geld etwas Negatives sei und so kommt es, dass jene, die wirklich wertvolle Arbeit für die Gesellschaft verrichten (z.B. Lehrer, Krankenschwestern, Kindergärtnerinnen, Mütter, Sozialarbeiter, etc.) am geringsten entlohnt werden. Offenbar scheinen wir der Überzeugung zu sein, je edler und hochstehender eine Arbeit sei, desto geringere Entlohnung verdiene sie. Menschen hingegen, denen es nur um ihr eigenes Wohl geht oder die es mit den Gesetzen nicht so genau nehmen, gehören zu den wohlhabendsten dieser Erde. Wollen wir das wirklich so beibehalten?

Die meisten Menschen glauben auch, dass das Leben aus Leiden zu bestehen habe. Den Menschen, die am meisten leiden, sei der größte Lohn nach ihrem Tod sicher. Und so kommt es, dass viele in ihrem Elend verharren, weil sie es für gottgewollt halten. Wäre dem nicht so, würden viele der Mächtigen mit so manchen Lügen und Ausreden längst nicht mehr durchkommen.

Wir sind auch nach wie vor der Meinung, dass wir alle getrennt sind. Getrennt von anderen Menschen und auch getrennt von Gott (oder dem All-Ganzen, der Liebe – welchen Begriff wir auch immer verwenden möchten). Die Quantenphysik hat zwar längst bewiesen, dass dem nicht so ist, aber in der Alltagsrealität der meisten Menschen ist das noch nicht angekommen. Und so kommt es, dass wir nach wie vor unsere Umwelt vergiften, unsere Körper mit Nikotin, Alkohol und anderen Drogen kaputt machen und so tun, als hätte all das keine Konsequenzen. Wie würden Sie einen Menschen bezeichnen, der auf die heiße Herdplatte greift, merkt, dass das fürchterlich schmerzt und danach gleich wieder drauf greift und noch einmal und noch einmal und noch einmal? Vermutlich würden Sie diesen Menschen nicht für sonderlich intelligent halten. Zugegeben, die Auswirkungen von Nikotin und Alkohol oder Autoabgasen bemerken wir nicht so schnell und so deutlich wie eine heiße Herdplatte. Aber wir haben doch alle schon Menschen in unserem näheren Bekanntenkreis erlebt, die an Krebs starben, wir erleben immer extremere Wetterereignisse und wir erleben zunehmend mehr Allergien und Atemwegserkrankungen. Warum bringt uns das nicht dazu aufzuwachen und etwas an unserem Verhalten zu ändern?

Der größte spirituelle Mangel aber ist unser Verständnis von Liebe. Wie oft erlebe ich in meiner Praxis, dass Menschen mich fragen, was denn Liebe eigentlich sei! Und irgendwo ist das auch kein Wunder, schließlich wurde uns allen erzählt, Gott sei Liebe. Gottes Liebe sei aber an Bedingungen geknüpft. Gott liebe uns nur dann, wenn wir genau das täten, was er (auch die Vorstellung Gottes als männlich ist übrigens fragwürdig) von uns will. „Die Vermengung von Liebe und Furcht in der menschlichen Theologie blieb nicht ohne Konsequenzen für das menschliche Verhalten. Was die Menschen über Gott denken, bestimmt, was sie über das Leben und über ihre Mitmenschen denken.“ (Walsch, N.D. (2012). Der Sturm vor der Ruhe. Gespräche mit der Menschheit.) Und aus diesem Grund erleben Menschen in 99% aller Liebesbeziehungen sofort auch Furcht und sie fragen sich, was der andere/die andere wohl von ihnen erwarten könnte.

Viele der hier erwähnten Gedanken stammen aus Neale Donald Walschs neuem Buch, das ich als Lektüre sehr empfehlen kann. Vor allem fasziniert mich, dass hier jemand nicht jammert oder Horrorszenarien von unserer Zukunft entwirft, sondern sich ernsthaft fragt, was wir alle tun können, um an der Neugestaltung unserer Welt mitzuarbeiten. Sich in düsteren Prophezeiungen zu ergehen und vom Weltuntergang zu reden ist nämlich ebenso feige wie die Veränderungen, die aktuell in unserer Welt vorgehen oder zumindest anstehen, komplett zu leugnen. Wir erschaffen ja jeden Tag unsere Realität neu. Wir haben es selbst in der Hand, was wir erleben, wie wir erleben und welche Schlüsse wir daraus ziehen. Ein einfaches Beispiel: ich könnte mir morgen ein Bein brechen. Das täte zweifellos weh und würde mich Schmerz erleben lassen. Ob ich mich jedoch entschiede, das als spannendes Experiment zu betrachten und zu beobachten, wie ich wohl mit dieser Einschränkung die nächsten Wochen zurechtkomme oder ob ich mich entschiede, wochenlang nur zu jammern und mir selbst leid zu tun, läge in meiner Hand. Mit anderen Worten: der Schmerz existiert fraglos in unserer Welt, das Leiden aber ist meist selbst gewählt und hat fast immer kulturell-spirituelle Gründe (im weitesten Sinne meine ich damit unsere Glaubensüberzeugungen, unsere Religion, unsere gesellschaftlichen Meinungen und Moralvorstellungen sowie unsere Werte).

Als Instrument für den Wandel bietet Walsch 7 Fragen an, die uns helfen sollen, die Tiefe unserer Seele zu ergründen. Diese lauten:

  1. Wie ist es möglich, dass 6,9 Milliarden Menschen alle das Gleiche wollen (Frieden, Sicherheit, Zukunftschancen, Wohlstand, Glück und Liebe) und dennoch offenbar unfähig sind, es zu erlangen?
  2. Ist es möglich, dass wir das Leben noch nicht völlig verstehen und dass neue Erkenntnisse über das Leben alles verändern könnten?
  3. Ist es möglich, dass wir uns selbst, unser individuelles Leben und seinen Sinn und Zweck noch nicht völlig verstehen und dass neue Erkenntnisse hierzu unsere Realität und unser Erleben für immer zum Besseren verändern könnten?
  4. Wer bin ich?
  5. Wo bin ich?
  6. Warum bin ich, wo ich bin?
  7. Wie gehe ich damit um?

Aus astrologischer Sicht interessant ist die Meinung Walschs, dass in den 60-er Jahren der Same gesät wurde für die Veränderungen, die wir aktuell erleben. Damals standen Pluto und Uranus in Konjunktion in Jungfrau. Nun erleben wir das Quadrat der beiden Planeten und laut astrologischem common sense erlebt damit dasjenige, was in den 60-er Jahren entstand oder gesät wurde, seine Durchbruchskrise. Es könnte sein, dass wir in den nächsten Jahren erleben werden, dass es dem Establishment tatsächlich an den Kragen geht. Erste Ansätze dafür sehe ich beispielsweise in der Piratenpartei, aber auch in Gruppen wie Anonymus oder Unternehmen, die sich ernsthaft mit alternativen Energien auseinandersetzen und versuchen, nachhaltig zu wirtschaften. All diese Initiativen sind heute recht zarte Pflänzchen. Allerdings könnte es sein, dass diese Bewegungen sehr viel stärker werden, wenn wir erst in die Hauptphase der momentanen Krise eintreten, welche ich aus astrologischer Sicht ab Oktober 2012 (Eintritt Saturns in den Skorpion) erwarte. Insofern ist 2012 nicht das Ende, weder der Welt, noch der gegenwärtigen Krise, nein, 2012 ist der wirkliche Anfang. Was wir bisher erlebten, war der Auftakt, das Vorspiel, nicht weniger, aber auch nicht mehr. Und wir alle haben es in der Hand, dass 2012 der Anfang von einer großartigen neuen Zeit wird, sofern wir das wollen.

Literatur, Ressourcen

Walsch, N. D. (2012). Der Sturm vor der Ruhe. Gespräche mit der Menschheit.

http://www.theglobalconversation.com/Forum#/categories/the-storm-before-the-calm

Neptun in Fische

Uranus und Pluto

2 thoughts on “Wandel

  1. Pingback: Uranus Quadrat Pluto (2 von 7) « hofastro

  2. Pingback: Und nochmal 2012 « hofastro

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