Uranus Quadrat Pluto (2 von 7)

Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die Anderen bauen Windmühlen. (Chinesische Weisheit)

In diesem Sommer ereignen sich die ersten beiden Quadrate des Uranus-Pluto-Zyklus von insgesamt sieben. Die vollständigen Daten des gegenwärtigen Uranus-Pluto-Zyklus finden Sie im Artikel Uranus Quadrat Pluto (1 von 7). Hier seien nur nochmals die Daten der Quadrate aufgeführt.

Zunehmendes Quadrat:

  • 24.6.2012, 8°24’ Steinbock (Pluto)/Widder (Uranus)
  • 19.9.2012, 6°57‘ Steinbock/Widder
  • 20.5.2013, 11°14‘ Steinbock/Widder
  • 1.11.2013, 9°26‘ Steinbock/Widder
  • 21.4.2014, 13°34‘ Steinbock/Widder
  • 15.12.2014, 12°35‘ Steinbock/Widder
  • 17.3.2015, 15°17‘ Steinbock/Widder

Beim zweiten, im September stattfindenden, Quadrat dürften wir die plutonische Qualität sehr viel stärker spüren als beim ersten Quadrat im Juni, da diesmal Pluto gerade stationär direktläufig wurde (am 18.9.2012) und Uranus nunmehr rückläufig ist. Das heißt konkret, dass nicht so sehr die vorpreschende Qualität der Handlung (Uranus in Widder), sondern eher der tiefenwirksame strukturelle Umbau im Hintergrund spürbar werden wird. Geheimnisse könnten ans Tageslicht kommen, Korruption und alle Arten von kriminellen Machenschaften dürften in den Medien stark präsent sein. Und wir mögen auch so manchen erzkonservativen „Macher-Typen“ erleben, der Äußerungen tätigt als würde er geistig noch im 19. Jahrhundert leben. Aktuell fällt mir dazu die Äußerung eines ÖVP Politikers im April dieses Jahres ein, der allen Ernstes die Wiedereinführung der Todesstrafe öffentlich überlegte. Für den Herbst könnte ich mir so manche schockierend reaktionäre Äußerung katholischer Würdenträger vorstellen. Unter Umständen dürften die Reaktionen auf die Präsidentenwahlen in Amerika auch sehr heftig ausfallen und zu mancher verbalen Entgleisung führen, zumal sehr viele prominente Astrologen (vgl. Astrologie heute Nr. 158, August/September 2012) einen Wahlsieg Barack Obamas prognostizieren. Dort, wo konservative Kräfte ihre „Felle davonschwimmen“ sehen, werden sie dazu neigen, sich besonders stark an Machtpositionen zu klammern und möglicherweise verbal „um sich schlagen“.

Psychologisch betrachtet geht es jetzt vor allem um unbewusste Strömungen, verborgenen Motive oder „Komplexe“, die aus dem Untergrund wirken, ohne dass uns das bisher bewusst war. Mag sein, dass der eine oder andere sich bemüßigt fühlt, sich in Verschwörungstheorien zu ergehen. Andere mögen vielleicht wirklich hinter die Kulissen sehen und Dinge aufdecken, die die Weltöffentlichkeit tief berühren und den Menschen die Augen öffnen. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die sogenannte „Vatileaks“ Affäre, die kleine Einblicke gewährt in das, was wirklich hinter den Mauern des Vatikan vorgeht. Pluto wird mit seiner Reise durch den Steinbock noch so manches dunkle Geheimnis der Mächtigen (Steinbock) aufdecken, andererseits aber auch gesellschaftliche Strukturen und Werte abklopfen, die nicht mehr tragfähig sind. Mit Uranus rückläufig könnte es sein, dass da und dort Dinge veröffentlicht werden, die uns zunächst gar nicht weiter beschäftigen und deren Tragweite wir erst im kommenden Frühjahr oder auch in den Jahren danach voll und ganz verstehen. Ganz allgemein kann über Pluto ja gesagt werden, dass er sehr nachhaltig und langsam wirkt. Seine Wahrheiten müssen sozusagen erst langsam ins Bewusstsein der Allgemeinheit sickern und das kann viele Jahre dauern, denken wir nur an die Veröffentlichung der Traumdeutung Sigmund Freuds, die die Welt quasi tiefenwirksam und dauerhaft veränderte. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung seines Buches hätte damit aber wohl keiner gerechnet.

Die Uranus Pluto Konjunktion(en) von 1965/1966

Uranus Konjunktion Pluto 1/3

Uranus Konjunktion Pluto, 9.10.1965

Uranus Konjunktion Pluto 2/3

Uranus Konjunktion Pluto, 4.4.1966

Uranus Konjunktion Pluto 3/3

Uranus Konjunktion Pluto, 30.6.1966

Um noch etwas besser zu verstehen, was aktuell zum Durchbruch gelangt, lohnt es sich, die Konstellationen der Uranus-Pluto-Konjunktion(en) von 1965 und 1966 noch einmal etwas näher zu betrachten. Was heute verwirklicht werden will, hatte damals seinen Ursprung. Oder anders ausgedrückt, der Same, der damals in die Erde fiel, beginnt jetzt aufzugehen. Und so wie die 68-er-Bewegung keineswegs passiv war, sondern in die Aktion ging und aktiv versuchte, die Welt zu verändern, können wir das auch heute tun. Wir müssen uns nicht passiv vor irgendwelchen Untergängen fürchten oder den Aufstieg in irgendeine andere Dimension herbeisehnen. Wir können selbst mitgestalten und entscheiden, wer wir in Bezug auf die sich verändernde Welt sein wollen.

Übrigens ist in diesem Zusammenhang auch interessant, dass die damaligen Demonstrationen, Aktionen und Proteste als 68-er Bewegung in die Geschichte eingegangen sind, obwohl zu diesem Zeitpunkt die Konjunktion von Uranus und Pluto ihre drei Exaktheiten bereits überschritten hatte. Vermutlich sollten wir das als Hinweis betrachten, bei so bedeutenden Konstellationen eher größere Orben zu wählen, wie das viele Mundanastrologen (z.B. Claude Weiss in Astrologie heute) immer wieder vorschlagen. Nimmt man beispielsweise einen Orbis von 8 Grad, so erstreckt sich die Konjunktion von Uranus und Pluto von September 1962 bis Juli 1969, also praktisch die ganze Zeit während Uranus in Jungfrau steht, bei einem angenommenen Orbis von 10 Grad wäre die Konjunktion sogar bis 1971 wirksam.

Vergleicht man die drei exakten Konjunktionen von 1965 und 1966 mit den Konstellationen des gegenwärtigen Quadrats, so entdeckt man eine Reihe von Parallelen:

  • Uranus und Pluto standen damals im veränderlichen Erdzeichen Jungfrau – heute steht Pluto im kardinalen Erdzeichen Steinbock und Uranus im kardinalen Feuerzeichen Widder
  • Die Mondknoten-Achse stand bei der ersten Konjunktion 1965 noch auf der Achse Zwillinge/Schütze – auch beim ersten Uranus-Pluto-Quadrat stand die Mondknotenachse heuer noch auf der Zwillinge/Schütze-Achse. 1965 stand der nördliche Mondknoten in Zwillinge, diesmal stand der nördliche Mondknoten in Schütze.
  • Die Mondknoten-Achse wechselte am 20.2.1966 in die Zeichen Stier/Skorpion – die Mondknoten-Achse wird auch 2012, nämlich am 2.9.2012 nach Skorpion/Stier wechseln.
  • Neben der Uranus-Pluto-Konjunktion sind vorallem die Zeichen Skorpion und Fische prominent besetzt (Neptun in Skorpion und Saturn sowie Chiron in Fische, 1966 wechselte auch Lilith in die Fische) –  im Oktober 2012 wechselt Saturn in den Skorpion und Chiron sowie Neptun stehen in den Fischen.
  • Jupiter transitiert genau wie heute die Zeichen Zwillinge und Krebs.

Sehen wir uns mal an, welche Slogans damals kursierten:

„Wir reden nicht über die Pille, wir nehmen sie!“, „Hoch die internationale Solidarität!“, „Revolution ist machbar, Herr Nachbar!“, „Make Love Not War!“, „High sein, frei sein – ein bisschen Terror muss dabei sein“, „Kapitalismus führt zum Faschismus – Kapitalismus muss weg“, „Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment“, „Kuba, Kongo, Vietnam – die Blutspur der US ist lang“, „Phantasie an die Macht!“, „Macht kaputt, was euch kaputtmacht“, „Unter den Talaren, Muff von 1000 Jahren“, …

Was immer wir heute von diesen Slogans halten mögen, sie wiederspiegeln recht deutlich, welcher Zeitgeist damals herrschte und was damals gesät wurde. In manchen der Slogans finden wir die Fische-Symbolik wieder (Make Love not War; High sein, frei sein; Phantasie an die Macht), in anderen die Skorpion-Symbolik (Revolution ist machbar, Herr Nachbar; Kapitalismus führt zum Faschismus; Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment) und insbesondere das Erstarken der Frauenbewegung und die Erfindung der Pille spiegeln für mich die Jungfrau-Symbolik wieder.

Auch heute ist vielerorts von internationaler Zusammenarbeit im Kampf oder besser in der Bewältigung der Finanzkrise die Rede. Vielerorts regt sich teilweise recht massive Kapitalismus-Kritik. Priester proben innerhalb der katholischen Kirche den Aufstand und zeigen sich ungehorsam. Und wer weiß, vielleicht erleben wir ja mit dem nächsten Papst eine progressiv positive Überraschung.

Astrologisch glaube ich jedoch, dass die Lösung nicht in der Uranus-Pluto-Konstellation selbst zu finden ist. Weder damals noch heute hilft es uns, wenn wir einfach alle alten Strukturen einreißen und auf Revolution machen. Das hatten wir in vielen Jahrtausenden Menschheitsgeschichte schon häufig und es hat noch nie funktioniert. Irgendwann „fraß“ jede Revolution ihre eigenen Kinder und die neuen Strukturen waren nicht besser als die alten. Wenn wir also davon ausgehen könnten, dass die Lösung in den Fische- und Skorpion-Konstellationen lag und liegt, könnte das einmal mehr (vgl. auch Artikel „Wandel“) auf die Notwendigkeit einer spirituellen Revolution hinweisen. Es wird, um langfristig überleben zu können, notwendig sein, dass wir unsere gegenwärtigen Überzeugungen hinsichtlich Politik, Wirtschaft und Kultur grundlegend überdenken. Neptun und Chiron in Fische mögen uns hier auf den richtigen Pfad führen, indem wir immer tiefer und umfassender erkennen, wer wir eigentlich sind bzw. auch, wer wir als Menschheit sein wollen (Fische). Und wenn wir unser Sein verändern, verändern wir die Welt! Wenn wir einfach andere Dinge tun, werden wir kurzfristig etwas verändern, langfristig wird sich aber so gut wie nichts ändern.

Neale Donald Walsch schreibt dazu in seinen Büchern „Gespräche mit Gott“, dass wir von der falschen Annahme ausgingen, dass wir zunächst etwas HABEN müssten (z.B. mehr Zeit, Geld, Liebe), damit wir endlich etwas TUN könnten (ein Buch schreiben, einem Hobby nachgehen, Urlaub machen), was uns dann erlaubte, etwas zu SEIN (glücklich, zufrieden, verliebt, etc.). In Wahrheit verhielte es sich aber genau umgekehrt. Im wirklichen Universum produziert Haben nicht Sein, sondern gerade umgekehrt. Wenn wir es schaffen würden, dieses Paradigma zu ändern in die Reihenfolge SEIN-TUN-HABEN, dann meint er, könnten wir einen schöpferischen Prozess in Gang setzen, der die Welt wirklich nachhaltig und dauerhaft verändern würde. Wir könnten insbesondere den Aufenthalt Neptuns und Chirons in den Fischen dazu nutzen uns zunächst einmal kollektiv zu überlegen (jeder für sich, aber auch alle gemeinsam und im Gespräch miteinander), wer wir als Menschheit zukünftig sein wollen.

Das zweite Uranus Pluto Quadrat

Uranus Quadrat Pluto 2/7

Uranus Quadrat Pluto, 19.9.2012

Betrachten wir das Radix des 2. Uranus-Pluto-Quadrats, so fallen einige Unterschiede zum ersten Quadrat auf. So ist die Mondknotenachse inzwischen nach Skorpion/Stier gewandert, Pluto ist inzwischen direktläufig geworden, auch Venus und Saturn sind wieder direktläufig, Saturn steht unmittelbar vor seinem Wechsel in das Zeichen Skorpion (am 5.10.2012) und auch Mars steht jetzt im Zeichen seiner alten Herrschaft Skorpion. Und obendrein hat auch Lilith ihr Zeichen gewechselt (am 12.9.2012) und steht jetzt in den Zwillingen.

Insbesondere die Skorpion-Stellungen dürften darauf hinweisen, dass wir jetzt wirklich in die Tiefe gehen müssen. In der Politik und in den Medien werden wir beobachten, dass nicht mehr nur flotte Slogans zählen, sondern ernsthafte Auseinandersetzungen in der Tiefe. Die Schuldenthematik wird uns vielleicht jetzt erst so richtig bewusst. Es könnte auch sein, dass die Stimmung gesamtgesellschaftlich eher auf gedrückt bis depressiv dreht.

War es zuletzt vom 11.8. bis 20.8. die Venus, die das Uranus-Pluto-Quadrat aktivierte (Venus Opposition Pluto exakt am 15.8.2012 und Venus Quadrat Uranus exakt am 16.8.2012), so sind es von 18.9. bis 4.10.2012 Merkur und Sonne, die es aktivieren (Merkur Opposition Uranus und Quadrat Pluto exakt am 21.9.2012 und Sonne Opposition Uranus, Quadrat Pluto exakt am 29.9.2012). Am 5.10.2012 wechseln dann zeitgleich Merkur und Saturn in den Skorpion. Ab diesem Zeitpunkt stehen Pluto (im Zeichen der Herrschaft des Saturn) und Saturn (im Zeichen der Herrschaft Plutos) in wechselseitiger Rezeption, was von der Qualität her fast so stark spürbar ist wie eine Konjunktion der beiden Planeten.

Veränderliches Quadrat

Quadrat in veränderlichen Zeichen, 5.10.2012

Am 5.10.2012 ergibt sich noch eine andere bemerkenswerte Konstellation, nämlich ein veränderliches großes Quadrat (mit Ausnahme des Mars und des Mondknotens) von Venus, Neptun und Lilith. Lilith steht Anfang Zwillinge, Venus Anfang Jungfrau und Neptun Anfang Fische. Zwei Tage später steht dann auch Mars in einem veränderlichen Zeichen, nämlich im Schützen. Beziehungen könnten damit sehr starken Spannungen ausgesetzt sein und insbesondere starke Frauen dürften von sich reden machen. Es ist auch möglich, dass eine Wortmeldung oder Handlung eines Mannes (Mars in Schütze) so hohe Wellen schlägt, dass er medial massiv in die Schranken gewiesen wird. Auseinandersetzungen zwischen Standpunkten, die als weiblich und solchen, die als männlich gelten, werden jedenfalls sehr scharf geführt werden.

Weitere Artikel zu den genannten Themen

Literatur

Walsch, Neale Donald (2006). Gespräche mit Gott, Band 1 – 3. Goldmann Arkana.

7 thoughts on “Uranus Quadrat Pluto (2 von 7)

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