Herbst-Äquinoktium

Am Samstag, 22.9.2012, 16:49 Uhr ist Herbst-Äquinoktium (Herbst-Tagundnachtgleiche). Tag und Nacht sind jetzt exakt 12 Stunden lang. Es ist eine Zeit, in der wir sehr deutlich merken, dass die Tage immer kürzer werden. Die Bahn der Sonne verändert sich spürbar und es wird immer früher dunkel. Nur noch drei Monate und die Sonne wird ihren tiefsten Punkt erreicht haben, am Tag der Wintersonnenwende.

Konstellationen um das Herbstäquinoktium

Herbst-Äquinoktium

Herbst-Äquinoktium, 22.9.2012, 16:49 Uhr

Gerade erst traf Uranus zum zweiten Mal auf Pluto (19.9.2012), diesmal mit Pluto direktläufig und Uranus rückläufig. Am 21.9. löste Merkur das Uranus-Pluto-Quadrat aus. Am 22.9. wird der laufende Mond eine Konjunktion mit Pluto bilden und am 29.9. wird die Sonne zuerst eine Opposition mit Uranus und dann ein Quadrat mit Pluto bilden. Am 4.10. wird dann Jupiter rückläufig und am 5.10. tritt Saturn in den Skorpion ein.

Das alles sind Konstellationen, die sich irgendwie nach Tod und Sterben anfühlen. Fast so, als wäre Allerheiligen in diesem Jahr 6 Wochen vorverlegt worden. Seit mehreren Wochen schon fühle ich mich seltsam uninspiriert. Die Nachrichten sehend oder lesend, fühlt sich alles hohl und unecht an, so als würde da etwas nur mehr so tun, als wäre es am Leben. Anders formuliert, die Welt geht ihren normalen Gang und doch wirkt nichts mehr normal, alles wirkt irgendwie tot oder besser untot. Es ist spürbar, dass bei diesem 2. Uranus-Pluto-Quadrat Pluto sehr stark im Vordergrund steht. Da ist kein Vorwärtsdrängen spürbar, kein Innovationsgeist, nichts aufregend Neues, sondern nur noch Tod und Sterben, Langeweile, Hohlheit, Interesselosigkeit, Depression.

Was stirbt hier? Mit Pluto in Steinbock wohl am ehesten Strukturen, Macht-Strukturen, gesellschaftliche Strukturen, Hierarchien, Gesetze, moralische Vorschriften, langjährige Abläufe, vielleicht sogar Zeit-Strukturen. Pluto entlarvt gegenwärtig die Hohlheit, die innere Leere dieser Strukturen und zeigt uns, dass sie unweigerlich dem Tod entgegen gehen. Beunruhigend ist nur, dass wir noch nicht wissen, was danach kommt. Doch für dergleichen Überlegungen ist genug Zeit, wenn Uranus das nächste Mal ins Quadrat mit Pluto treten wird (am 20.5.2013). Dann werden, mit Uranus direktläufig und Pluto rückläufig, der Innovationsgeist und das Neue wieder im Vordergrund stehen.

Jetzt jedoch ist es Zeit, sich auf dieses Sterben einzulassen. Auf der individuellen Ebene könnten wir uns fragen, was wir gerne sterben lassen möchten. Welche Strukturen haben sich in unserem persönlichen Leben totgelaufen? Wo folgen wir Gesetzen oder moralischen Vorschriften, die uns längst nichts mehr bedeuten und die für uns gar keinen Sinn mehr ergeben? Wo sind wir vielleicht in Beziehungen mehr gefangen und tot als lebendig? Welche Verpflichtungen, die wir vor langer Zeit eingegangen sind, sind uns hohl geworden und fühlen sich nur noch bedeutungslos an. Wo möchten wir Dinge, Verhaltensweisen, Abläufe, Tätigkeiten und vielleicht sogar Menschen in unserem Umfeld endgültig loslassen?

Mundan merke ich und auch einige meiner Freunde, dass sich die Zeitqualität irgendwie merkwürdig still anfühlt, vielleicht wie eine „Ruhe vor dem Sturm“. Oder sind wir alle schon so sensations-geil, dass wir es gar nicht mehr ertragen, wenn eine Zeitlang keine spektakulären Nachrichten hereinkommen, keine ganz großen Katastrophen in der Welt passieren? Ertragen wir die Stille nicht mehr? Mit Mondknoten in Skorpion und Saturn in Skorpion ist vielleicht ohnehin ein Innehalten, ein nach innen gehen angebracht in den nächsten Monaten und Jahren (der nördliche Mondknoten bleibt bis 22.3.2014 in Skorpion und Saturn bis 18.9.2015, mit einer Unterbrechung von 23.12.2014 bis 15.6.2015, wo Saturn im Schützen stehen wird).

Sofort nach seinem Eintritt in den Skorpion wird sich Saturn mit Neptun verbinden (erstes Trigon von dreien am 11.10.2012 auf 0°37‘ Skorpion/Fische, vgl. auch Artikel „Der Saturn-Neptun-Zyklus„). Bei all dem Sterben und der Dunkelheit begegnet uns dann auch die visionäre Kraft Neptuns. Markus Jehle nennt das abnehmende Trigon von Neptun und Saturn eine „Wunscherfüllungskonstellation“. Wir träumen von einer besseren Welt (Neptun) und bringen sie unmittelbar in die Wirklichkeit (Saturn). Aber das ist nur eine Seite dieser Konstellation. Die Saturn-Neptun-Konstellation konfrontiert uns auch mit Lug und Betrug und dem Verlust von Lebensfundamenten.

„So läuft er (der Saturn-Neptun-Zyklus, Anm. S. Hofbauer) auf der einen Seite synchron mit Pleiten und Niederlagen, symbolisiert andererseits jedoch den Glanz und Zauber bei der Verwirklichung kühner Visionen, die dem Wohle aller dienen.“ (Jehle, 2011).

Und auch mit dieser Konstellation werden wir um die Themen Abschied, Sterben und Loslassen nicht herumkommen. Bildlich gesprochen können wir ein neues Haus nur bauen, wenn wir zuvor das alte, an der gleichen Stelle, abreißen. Und so befinden wir uns wohl in einer schwierigen und von manchen sicher als schmerzlich erlebten Zeit, die andererseits große Chancen in sich birgt, wirklich Großes, Visionäres und inspirierend Neues zu entwerfen. Und vielleicht stehen wir wirklich an der Schwelle zu einer Bewusstseinsevolution, zu einem Quantensprung im menschlichen Sein, wie er nur alle paar Jahrtausende vorkommt.

Weitere Beiträge zu den genannten Themen

Saturn in Skorpion

Die Mondknotenachse

Uranus-Pluto-Quadrat (2 von 7)

Der Saturn-Neptun-Zyklus

Uranus Quadrat Pluto – Zeitqualität Sommer/Herbst 2012 (Tulla Gastl)

Literatur

Jehle, Markus (2011). Himmlische Konstellationen 2012. Leben und Handeln im Einklang mit dem Kosmos. Chiron Verlag.

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