2012 ff

3/4 des Jahres 2012 sind vorbei und vom 21.12.2012 trennen uns nur noch drei Monate. Im Artikel „Das Jahr 2012“ schrieb ich unter anderem:

„So werden zum Jahr 2012 etwa auf amazon.de derzeit mehr als 98.000 Bücher und DVDs gefunden. Google findet sogar 4,2 Millionen Einträge zu diesem Thema.“

Heute, 10 Monate später, werden auf amazon.de mehr als 424.000 Bücher und DVDs gefunden und bei Google mehr als 25 Millionen Einträge. Beschränkt man die Suche bei amazon nur auf Bücher, findet man immer noch 44.000 Einträge. Und interessanterweise beschäftigen sich viele dieser Bücher jetzt nicht mehr mit dem Welt-Untergang, sondern eher mit einem grandiosen Welt-Aufgang. Alles werde, beginnend mit 2012, anders, besser, großartiger, bewusster und unglaublich spannend. Viele Autorinnen und Autoren sprechen von einem neuen Bewusstsein, das über uns hereinbrechen werde wie das Licht, wenn man in einem dunklen Raum den Lichtschalter betätigt.

Marketingtechnisch ist das natürlich sehr schlau. Denn, wenn der 21.12.2012 erst einmal vorbei ist, wer kauft dann noch die Bücher über den Weltuntergang? Der Absatz wird dann schlagartig einbrechen und die Bücher müssen eingestampft werden. Da ist es natürlich sehr viel sinnvoller, vom Beginn einer wirklich großartigen Verwandlung, eines Aufstiegs oder dergleichen zu schreiben. Denn diese Bücher werden sich noch jahrelang verkaufen und sie können sogar jedes Jahr eine Fortsetzung finden. Ich denke da zum Beispiel an Buchtitel wie „Jahr 1 nach 2012“, „Jahr 2 nach 2012“ oder dergleichen 😉

Aber ernsthaft, wir können heute nur noch schwer übersehen, dass viele unserer Systeme und Strukturen, ja vielleicht unsere Welt insgesamt, in der Krise stecken. Wir schlagen uns gegenwärtig mit einer der schlimmsten Finanzkrisen seit Jahrzehnten herum, der Klimawandel wird immer spürbarer, in vielen Teilen der Welt ist Überbevölkerung ein massives Problem, Naturkatastrophen scheinen sich in letzter Zeit zu häufen und im Bereich Energie merken wir nicht erst seit Fukushima, dass wir an Grenzen stoßen. Dazu kommen – meiner subjektiven Wahrnehmung nach – weltanschauliche Auseinandersetzungen, die sich immer mehr zuzuspitzen scheinen. Wer glaubt an den richtigen Gott? Wer hat die wirklichen Antworten? Sind Christen bessere Menschen als Muslime? Ist Atheismus das einzig Wahre? Sind wir Astrologen allesamt Spinner und nur Naturwissenschaftler wirklich intelligente Menschen? Die Liste ließe sich noch sehr lange fortsetzen. Und sie zeigt mir, dass es wahr sein könnte, was so viele in diesen Büchern oder in Internetblogs, -foren und –videos publizieren, dass wir nämlich an einem Wendepunkt der Geschichte stehen.

Dabei gibt es im Grunde schon sehr lange Lösungen für viele unserer Probleme. So befinden wir uns unter anderem deshalb in einer Finanzkrise, weil in der Welt zu viel Geld vorhanden ist und nicht zu wenig. Wo viele Schulden sind, muss irgendwo anders auch sehr viel Kapital sein. Weltweit werden beispielsweise jedes Jahr mehr als 900 Milliarden Euro für Rüstung ausgegeben. Man braucht kein Studium, um sich vorzustellen, wie viele Probleme mit so viel Geld lösbar wären. Lösungen für den Ausstieg aus fossiler Energie und Atomenergie gibt es längst. Allein, was fehlt, ist der politische Wille, sie in die Tat umzusetzen. Einige der reichsten Menschen dieser Erde könnten ja etwas weniger reich werden, wenn wir es täten. Verständlicherweise ist ihnen das nicht recht. Vielleicht auch, weil man psychisch ziemlich krank sein muss, um sich nur an Egoismus und Gier zu orientieren? Argumentiert wird von Seiten der Reichen und Mächtigen jedoch mit Arbeitsplätzen und Wirtschaftsleistung, um die Politik und auch die aufgebrachte Allgemeinheit wieder einzulullen. Wie lange lassen wir uns das eigentlich noch gefallen?

Im Folgenden möchte ich ein paar der klügeren Köpfe zum Thema 2012 verlinken, nur um zu zeigen, dass die Stimmen derer, die Lösungen hätten und die sich Alternativen vorstellen können, überaus zahlreich sind.

Gregg Braden über das Jahr 2012

Die Botschaft lautet stark verkürzt: Wir können die Probleme unserer Welt nur lösen, wenn wir kooperieren. Das scheint eine sehr wichtige und richtige Botschaft zu sein. Gerade erst vorige Woche wurde ein Artikel veröffentlicht, der zeigt, dass Menschen aus dem Bauch heraus spontan kooperieren. Erst wenn sie beginnen nachzudenken, beginnen sie eine egoistische Wahl zu treffen (vgl.: http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/316190.html).

Jahrhundertelang wurde uns eingeredet, dass das Leben ein Kampf wäre und dass nur der Stärkere überlebe. Und diese Fehleinschätzung (Neale Donald Walsch würde es spirituelle Überzeugungen nennen) könnte in der Tat für die meisten, wenn nicht alle unsere Probleme verantwortlich sein. So wie ich die Dinge sehe, haben wir als Menschheit insgesamt viele Probleme und wir haben alle Macht und alle Werkzeuge, sie zu lösen. Das einzige, was notwendig wäre, ist, unsere Überzeugungen zu ändern über das was wir sind. Aber wie sollen wir das bewerkstelligen?

Barbara Marx Hubbard über 2012

Sie sagt im Wesentlichen, dass unser Bewusstsein sich entwickelt und sie glaubt, dass wir vor einem Quantensprung unserer Entwicklung stehen. Auch sie weist auf die Notwendigkeit der Kooperation hin und das Nützen von Synergien. Sie meint, wenn wir die Energien umlenkten und sie in das Finden von Lösungen steckten, anstatt in das Entwickeln immer neuer Waffen, könnten wir die Welt sehr rasch von Grund auf verändern. Auch sie ist der Meinung, dass wir die Technologie und die Macht dazu bereits haben.

Das Problem mit Amerikanerinnen und Amerikanern ist leider nur, dass sie immer maßlos übertreiben müssen, ständig nur in Superlativen sprechen und so vielleicht viel an Glaubwürdigkeit einbüßen (ob das der Schütze-Aszendent Amerikas ist?). Nichts destotrotz finde ich die Bücher dieser Frau ungemein inspirierend.

Eckhart Tolle, Bashar, Adyashanti,Terence McKenna, Ken Wilber und Daniel Pinchbeck über 2012

Sie alle sagen ähnliche Dinge, sie alle sprechen von der Möglichkeit eines Bewusstseinswandels von epochalen Ausmaßen. Und haben nicht sehr viele Menschen seit den 60-er Jahren des 20. Jahrhundert (der letzten Uranus-Pluto-Konjunktion) immer wieder davon gesprochen? Astrologisch ist es also sicherlich kein Zufall, dass viele der Appelle, der Anklagen und der Lösungsvorschläge heute recht ähnlich klingen wie in den 60-er Jahren. Das Quadrat von Uranus und Pluto erinnert uns daran, dass viele der damaligen Ideen jetzt zum Durchbruch kommen. Und der starke Konflikt zweier so mächtiger Planeten, die übrigens beide auf ihre Art für das menschliche Bewusstsein stehen, lässt momentan für ganz viele Menschen nur einen Schluss zu: Entweder wir werden untergehen und die Erde dreht sich bald ohne Menschen weiter oder wir schaffen es, wirklich ganz neue, sehr viel bewusstere, kooperativere, klügere Entscheidungen zu treffen und das Ruder noch herumzureißen. Aus astrologischer Sicht werden wir hier ab dem Jahr 2017/18, wenn das Pluto-Uranus-Quadrat endgültig vorbei ist, mehr wissen.

Verwirrung oder Weisheit

Was ist der Sinn unserer irdischen Reise? Woher kommen wir und wohin gehen wir? Wer sind wir? Das sind Fragen, die die Menschheit seit Jahrtausenden stellt. Und viele der oben zitierten Autoren scheinen der Meinung zu sein, dass es jetzt an der Zeit wäre, diese Fragen tiefer, bewusster und liebevoller zu beantworten, als wir das bisher getan haben. Manche meinen sogar, unser aller Überleben könnte von den Antworten auf diese Fragen abhängen.

Ein paar der wichtigsten Autoren, die mich geprägt, inspiriert und in vielerlei Hinsicht sehr bereichert haben sind (in alphabetischer Reihenfolge): Gregg Braden, Carlos Castaneda, Jean Gebser, Stan Grof, Thom Hartman, Varda Hasselmann, Barbara Marx Hubbard, Friedrich Nietzsche, Osho, Rüdiger Schache, Eckhart Tolle, Irina Tweedie, Neale Donald Walsch, Friedrich Weinreb und Ken Wilber. Die genannten Autoren haben Antworten auf obigen Fragen gegeben und zahlreiche neue Fragen aufgeworfen. Zum Teil stieß ich auf Widersprüche, hie und da war ich anderer Ansicht oder kamen mir die Antworten allzu einfach vor. Oft auch fand ich Antworten deren Tiefe mein Herz im Innersten erschütterten und die, kontrastierend mit der vorgefundenen Realität unserer Zeit und Welt, mir dennoch allzu utopisch vorkamen. So unterschiedlich diese Autoren sein mögen, Ihnen allen geht es um die Erhöhung unseres Bewusstseins, um die Mehrung von Liebe und Erkenntnis. Und oft will es mir scheinen, dass das unsere zentrale Aufgabe hier auf Erden ist: in unterschiedlichsten Situationen und Erfahrungen, und seien sie auch noch so schwierig und schmerzhaft, an Liebe und Erkenntnis zu gewinnen.

Aber wahrscheinlich ist es nicht sinnvoll, Antworten in Büchern oder heutzutage auch im Internet zu suchen. Vermutlich müssen wir nach innen gehen, um unsere eigenen Antworten zu finden, unsere eigene Vision und Berufung. Um danach den Mut zu finden, diese mit anderen Menschen zu teilen, in dem klaren Bewusstsein, dass es keine besseren und schlechteren Menschen gibt, sondern nur andere Menschen.

Neptun in Fische, Chiron in Fische und obendrein noch Lilith und Jupiter in den Zwillingen bringen uns in die Gefahr, in Worten zu ertrinken oder sprichwörtlich „den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen“. Und so leben wir auch in einer Zeit, die potenziell von großer Verwirrung geprägt ist. Wie ich an früherer Stelle einmal schrieb, sind wir heute oft „over-newsed“ und gleichzeitig „under-informed“. In der Flut der Medienberichte und in der Schnelligkeit, mit der neue Informationen zugänglich werden, ist es für viele Menschen oft schwer, das wirklich Wesentliche herauszufiltern. Wahrscheinlich können wir da draußen, also in den Zeitungen, im Internet, in Büchern, im Fernsehen, kaum oder nur sehr wenige Antworten finden. Die wirklichen Antworten liegen wohl in uns und werden in tiefer Meditation, in Stille und Rückzug und vielleicht in der Natur gefunden. Gestalttherapeutisch ausgedrückt brauchen wir nach jedem Kontakt (also zum Beispiel nach einem Gespräch mit einem Freund, nach dem Lesen eines Buches oder dem Sehen eines Fernsehbeitrags) den Rückzug, um zu verdauen, was wir erlebt und erfahren haben. Die Weisheit liegt schließlich jenseits allen Wissens…

One thought on “2012 ff

  1. Pingback: Und nochmal 2012 « hofastro

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s