Fischezeit

To suffer one’s death and to be reborn is not easy. (Fritz Perls)

Stellium in Fische, hier 27.2.2013

Stellium in Fische, hier 27.2.2013

Seit 18.2.2012 befinden sich neben Neptun, Chiron, Merkur und Mars nun auch die Sonne im Zeichen Fische. Am 26.2. wird sich auch noch die Venus dazu gesellen. Eine solche Ballung von Planeten in nur einem Tierkreiszeichen, auch Stellium genannt, ist recht selten. Dementsprechend dürften wir in den kommenden Wochen eine Zeitqualität erleben, die von Sehnsüchten geprägt ist, von Sehnsüchten nach Spiritualität und Transzendenz, aber auch von Sehnsüchten nach Regression. Im Zeichen Fische wollen wir weg aus der konkreten, saturnischen Realität, entweder durch eine Flucht ins, oft jenseitig vorgestellte, Paradies oder durch eine Flucht in den Mutterleib.

Das Zeichen Fische ist außerdem das letzte Tierkreiszeichn des Winters und des astrologischen Jahres. Danach beginnt am 21.3., mit dem Eintritt der Sonne in das Zeichen Widder, ein neues Jahr. Es geht im Zeichen Fische vor allem darum, Dinge abzuschließen und langsam ausklingen zu lassen. In diesem letzten Tierkreiszeichen des Jahres hört jede äußere Aktivität auf, Ruhe ist angesagt und ein Sammeln der Kräfte. Jahreszeitlich endet jetzt häufig die Zeit der größten Kälte und des meisten Schnees, es wird ein wenig wärmer und der Schnee beginnt langsam zu schmelzen. Die Natur ruht, das Wasser sinkt in den langsam auftauenden Boden und wartet auf die stärker werdende Kraft der Sonne, die den Frühling einleiten wird.

Das Zeichen Fische aus psychologischer Sicht

Stark Fische betonte Menschen haben oft wenig Lust zu arbeiten und das Bedürfnis, lieber versorgt zu werden. Häufig ziehen sie sehr lange nicht aus dem Elternhaus aus und die Übernahme von Verantwortung fällt ihnen schwer. Manchmal kommt es auch vor, dass sie sich auf der psychosomatischen Ebene eine Krankheit „zulegen“, die das versorgt Werden auf Dauer garantiert. – Das wäre die regressive Variante. In der Variante der Flucht nach oben, finden wir hier Menschen, die sich besonders intensiv mit Religion, mit Meditation und mit allen möglichen Formen von Philosophien und esoterischen Systemen beschäftigen. Der Traum von einer besseren Welt, egal ob im Diesseits oder im Jenseits, dient dann der Vermeidung der konkreten Wirklichkeit und all des Schweren, das wir in dieser Welt zu bewältigen haben. Auch die Neigung zu allerlei Süchten ist bei stark fischebetonten Menschen oft besonders gross. Und auch dies hat häufig die Funktion, der Realität zu entfliehen. Die doppelte Fische-Sehnsucht nach Regression und/oder Transzendenz ist auch im Fische-Symbol selbst, durch den nach links (Mutterleib; Vergangenheit) und nach rechts (Jenseits; Zukunft) schwimmenden Fisch, angedeutet.

Insbesondere bei Männern unter 40 findet man nicht selten auch die Überkompensierer, die dann besonders fleißig und jungfrauhaft umtriebig sind. Gerade für Männer scheint es recht schwer zu sein, die Fische Energien in der ersten Lebenshälfte zu leben.

Aber wie lebt man diese Energien überhaupt? Wie lebt man die Auflösung? Spirituell interessierte Menschen reden so gerne vom Ego-Tod und wie wichtig der wäre, um sich spirituell zu entwickeln. Aber wir sind nun einmal Menschen und als solche haben wir Angst vor dem Tod, auch vor dem Tod im Leben. Und das euphemistisch-moderne „Loslassen“ als Stellvertreter-Wort für den Tod macht es nicht besser. Es ist nun mal eine psychologische Realität, dass Menschen das Unglück, das sie gewohnt sind, oft lieber ist als das Glück, das sie nicht kennen. Das Neue, die Veränderung machen uns Angst. Loslassen macht uns Angst. Wir möchten nicht sterben. Warum tragen wir bei 5 Grad Minus und Schneefall keine Badehose? Und warum gehen wir regelmäßig zum Zahnarzt? Warum essen wir, wenn wir hungrig sind? Ganz einfach deshalb, weil wir nicht sterben möchten. Zwar wissen wir, dass wir eines Tages sterben werden, aber die wenigsten von uns haben es sonderlich eilig damit.

Wir haben jetzt kollektiv die Chance, nach innen zu gehen, zu spüren, was in der Welt vorgeht. Im Christentum etwa hat gerade die Fastenzeit begonnen und es ist kein Zufall, dass diese rund um die Zeit stattfindet, wo die Sonne im Zeichen Fische steht. Ostern ist ja ein bewegliches Fest und findet am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond statt. Nachdem die Sonne am 20. oder 21.3. ins Tierkreiszeichen Widder tritt, kann sich dieser Frühlingsvollmond im Zeitraum zwischen 21.3 und 20.4. ereignen. Dementsprechend findet das frühest mögliche Ostern rund um den 20.3. statt und das spätest mögliche rund um den 20.4. Im Jahr 2013 etwa findet am 27.3., 9:28 UT der erste Vollmond im Frühling statt und am Sonntag darauf, dem 31.3., ist Ostern. Demzufolge beginnt die christliche Fastenzeit entweder mit der Sonne in den letzten Graden des Zeichens Wassermann (wie das heuer der Fall ist) oder eben mit der Sonne im Zeichen Fische.

Fischezeit ist eine Gelegenheit, alte Verhaltensweisen abzustreifen, sich klar zu werden, was in unserem Leben nicht mehr funktioniert und es loszulassen. Um ein großes Wort zu benutzen, ist diese Zeit auch eine Zeit der Hingabe, der Hingabe an das Hier und Jetzt, an das größere Ganze und an die Menschen, die wir lieben. Für die großen Heiligen war es oft sogar möglich, sich quasi der Menschheit selbst zu opfern und schier übermenschliche Aufgaben zu übernehmen, wenn wir nur etwa an Mutter Theresa denken, deren Tod sich im vergangenen Herbst zum 15 Mal jährte. Das konkrete Tun, das sich Aufopfern für andere, ist dann aber wiederum eher eine Sache der Jungfrau. die Sehsüchte nach einer besseren Welt jedoch kommen aus dem Zeichen Fische.

Merkur rückläufig (Februar/März 2013)

In dieser fischebetonten Zeit wird auch Merkur – ebenfalls im Zeichen Fische – wieder rückläufig und zwar am 23.2.2013 auf 19°51‘ Fische. Er bleibt dann bis 17.3. rückläufig. Insbesondere im Bereich Kommunikation, Handel und Verkehr kann es in dieser Zeit zu Missverständnissen oder Verzögerungen kommen. Vorallem wichtige Angelegenheiten und Vertragsabschlüsse sollten nicht in dieser Zeit erledigt werden, da sich oft erst hinterher herausstellt, dass etwas übersehen oder nicht bedacht wurde. Die Zeit mit rückläufigem Merkur eignet sich aber hervorragend zur Bestandsaufnahme, zur Überprüfung und Inventur. Mit rückläufigem Merkur im Zeichen Fische könnten wir auch Einsichten aus der transzendenten Welt gewinnen, besonders poetisch veranlagt sein oder verwirrter als sonst.

Hier die Daten der nächsten Rückläufigkeit Merkurs:

  • 8.2.2013: Merkur überquert 5°38‘ Fische
  • 23.2.2013: Merkur wird rückläufig auf 19°51‘Fische
  • 17.3.2013: Merkur wird direktläufig auf 5°38‘ Fische
  • 6.4.2013: Merkur überquert letztmalig 19°51‘ Fische

Merkur wird also den ganzen Bereich von 5°38‘ Fische bis 19°51‘ Fische insgesamt drei Mal durchqueren, einmal direktläufig bis 23.2., dann rückläufig bis 17.3. und schließlich noch einmal direktläufig von 17.3. bis 6.4.2013.

Damit befindet sich Merkur von 8.2.2013 bis 6.4.2013 in seiner Rückläufigkeitsschlaufe. Viele Ereignisse in der Zeit von 8.2. bis 6.4., ganz besonders aber zwischen 23.2. und 17.3.2013, haben daher vorläufigen Charakter. Die Kommunikation in dieser Zeit wird unklarer sein als sonst, es häufen sich Vorfälle, die wir uns zunächst nicht erklären können und die Zeitungen bringen widersprüchliche Meldungen.

In der katholischen Kirche hat beispielsweise der Papst am 11.2. seinen Rücktritt angekündigt, zu einer Zeit als Merkur sich bereits in der Rückläufigkeitsschlaufe befand und Grade berührte, die er noch weitere zwei Mal berühren wird. Sofort häuften sich Spekulationen darüber, ob er zum Rücktritt gezwungen worden sein könnte, ob es etwa einen „Putsch der Ultrakonservativen“ im Vatikan gegeben habe. Und gleichzeitig tauchten auch wieder viele Hinweise auf alte Prophezeiungen im Internet auf, die besagen, dass der kommende Papst der letzte wäre und dann die katholische Kirche untergehen würde (vgl. beispielsweise: „Weissagung des Malachias„). Eine Prophezeiung bezieht sich auch darauf, dass der nächste Papst ein falscher Papst sein soll. Was auch immer das bedeuten mag. Jedenfalls beginnt auch das Konklave voraussichtlich unter rückläufigem Merkur, was zumindest bedeuten könnte, dass es unerwartet lange dauern wird, bis sich die Kardinäle auf einen neuen Papst einigen. Es bleibt daher abzuwarten, ob sich die Hoffnung erfüllen wird, dass die katholische Kirche zu Ostern einen neuen Papst haben wird.

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