Lilith und die Päpste

Das Unbewußte ist kein dämonisches Ungeheuer, sondern ein moralisch, ästhetisch und intellektuell indifferentes Naturwesen, das nur dann wirklich gefährlich wird, wenn unsere bewußte Einstellung dazu hoffnungslos unrichtig ist. In dem Maße, wie wir verdrängen, steigt die Gefährlichkeit des Unbewußten. (C.G. Jung)

An früherer Stelle äußerte ich bereits die Vermutung, dass ein Zusammenhang bestehen könnte zwischen markanten Lilith Konstellationen (Lilith im Aspekt mit Jupiter, Saturn oder einem Trans-Saturnier) und dem Tod bzw. der Neuwahl von Päpsten (vgl. Artikel „Lilith und Jupiter“).

Auf den ersten Blick mag das überraschend erscheinen, da ja Lilith das wilde, ungezügelte weibliche Prinzip verkörpert und die katholische Kirche ja nach wie vor ein reiner Männer-Verein ist und Frauen zum Beispiel vom Priesteramt ausschließt. Andererseits wurde die mythologische Figur der Lilith gerade in der katholischen Kirche ganz besonders stark dämonisiert und das Weibliche selbst diffamiert und verfolgt, bis hin zu den schrecklichen Hexenverfolgungen des Mittelalters. Dass daher gerade in der Figur des Papstes ein „schwarzer, weiblicher Schatten“ auftaucht, mag nicht verwunderlich sein. Nur zur Klarheit: „Schatten“ ist hier, im Sinne C.G. Jungs, als nicht bewusster psychischer Anteil gemeint und nicht als Bewertung! Gerade die Verdrängung (psychologisch und in der Realität) des Weiblichen in der katholischen Kirche macht dieses Weibliche zu etwas Gefährlichem, Unberechenbaren, das dann im Unbewussten nur umso machtvoller, dämonischer und wilder wird. Wodurch es wiederum noch stärker ins Unbewusste verdrängt werden muss, usw.

Lilith bei Papst-Wahlen

Wenn wir die Papst-Tode und Papst-Wahlen der letzten 150 Jahre betrachten, gibt es beim Tod eines Papstes und der Wahl eines neuen fast immer eine markante Lilith-Konstellation, wobei ich hier, wie in der Mundanastrologie üblich, mit recht großen Orben von ca. 10 Grad arbeite.

Beispielsweise gilt das Jahr 1978, als Lilith und Jupiter sich zu einer Konjunktion trafen, als „Drei-Päpste-Jahr“. Paul VI starb, Nachfolger wurde für nur 33 Tage Papst Johannes Paul I und nach seinem Tod Papst Johannes Paul II. Speziell dieser Papst war nicht gerade als Kämpfer für Frauenrechte und eine freie Sexualität bekannt. Er galt im Gegenteil besonders in Fragen der Sexualität als sehr konservativ, ja rückständig. Interessant ist, dass in seinem Geburtshoroskop das Lilith-Jupiter-Prinzip ebenfalls „vermählt“ ist und zwar in der Radixstellung seiner Lilith im Schützen (dem Herrschaftsbereich von Jupiter).

Hier ein paar weitere Beispiele für markante Lilith-Konstellationen (am häufigsten in Konjunktion mit Saturn) beim Tod eines Papstes und der Wahl eines neuen:

  • Tod Pius IX am 7.2.1878, Wahl Leo des XIII am 20.2.1878, Lilith Konjunktion Saturn
  • Tod Leo XIII am 20.7.1903, Wahl Pius X am 4.8.1903, Lilith Konjunktion Saturn
  • Tod Pius X am 20.8.1914, Wahl Benedikt XV am 3.9.1914, Lilith Sextil Saturn und Lilith Sextil Pluto
  • Tod Benedikt XV am 22.1.1922, Wahl Pius XI am 6.2.1922, Lilith Konjunktion Uranus und Lilith Trigon Pluto
  • Tod Johannes XXIII am 3.6.1963, Wahl Paul VI am 21.6.1963, Lilith Konjunktion Neptun und Lilith Sextil Pluto
  • Tod Paul VI am 6.8.1978, Wahl Johannes Paul I am 26.8.1978, Lilith Konjunktion Jupiter
  • Tod Johannes Paul I am 28.9.1978, Wahl Johannes Paul II am 16.10.1978, Lilith Konjunktion Jupiter
  • Tod Johannes Paul II am 2.4.2005, Wahl Benedikt XVI am 19.4.2005, Lilith Konjunktion Saturn
  • Rücktrittsankündigung Benedikt XVI am 11.2.2013, Wahl Franziskus am 13. März 2013, weite Lilith Konjunktion Jupiter, Lilith Quadrat Sonne, Lilith Quadrat Venus

Die Päpste und ihre Lilith-Stellung

Betrachten wir nun die Horoskope der Päpste selbst, so finden wir fast immer einen Bezug der Lilith zu Venus oder Mars, zum 7. Haus oder zu Chiron und Pluto. Die Daten der Papst-Horoskope habe ich der Horoskop-Datenbank von Sarastro 6 bzw. Wikipedia entnommen.

  • Pius IX: Lilith in 5, Lilith Konjunktion Chiron, Lilith Quadrat Mondknoten auf Achse 7/1
  • Leo XIII: Lilith (vermutlich in 4), Lilith Quadrat Mars, Lilith Trigon Venus, Sonne und Pluto
  • Pius X: Lilith in 3, Lilith Konjunktion Venus, Lilith Quadrat Mars
  • Benedikt XV: Lilith Opposition Jupiter, Lilith Quadrat Pluto
  • Pius XI: Lilith in 4, Lilith Opposition Venus mit T-Quadrat auf Chiron, Lilith Trigon Saturn
  • Johannes XXIII: Lilith Quadrat Chiron, Jupiter und Neptun
  • Paul VI: Lilith in 11, Lilith Quadrat Venus, Lilith Trigon Sonne
  • Johannes Paul I: Lilith in 2, Lilith Sextil Jupiter und Trigon MC
  • Johannes Paul II: Lilith in 4, Lilith Sextil Mars (rückläufig)
  • Benedikt XVI: Lilith in 7 in Waage, Lilith Quadrat Mondknoten auf Achse 4/10, Lilith Quadrat Mars, Lilith Sextil Saturn
  • Franziskus I: Lilith in 4, Lilith Quadrat Mond-Venus-Konjunktion, Lilith Opposition Uranus
Benedikt XVI, 16.4.1927, 4:15 MET

Benedikt XVI, 16.4.1927, 4:15 MET

Ein Gedanke mag diese Untersuchungen allerdings relativieren. Wenn wir davon ausgehen, dass ein katholischer Würdenträger, egal ob als Bischof, Kardinal oder Papst, um in der katholischen Hierarchie aufzusteigen, seine Sexualität besonders stark unterdrücken muss, dann dürften derartige Lilith-Stellungen fast schon selbstverständlich sein. Und es liegt nahe zu vermuten, dass diejenigen Priester, die sich öffentlich eingestanden oder nicht, herausnehmen, ihre Sexualität zu leben, wahrscheinlich keine derart markanten Lilith-Stellungen aufweisen werden.

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