Düstere Prognosen

Freiheit bedeutet Verantwortlichkeit. Das ist der Grund, weshalb die meisten Menschen sich vor ihr fürchten. (George Bernard Shaw)
Aktiengesellschaft: raffinierte Einrichtung zur persönlichen Bereicherung ohne persönliche Verantwortung. (Ambrose Bierce)

Es ist Vollmond und da wird irgendetwas Wichtiges passieren und wenn nicht, hat das auch seine Gründe. Überhaupt werden wir hinterher ganz genau gewusst haben, warum, was, wie und wo passiert ist. So sind wir Astrologen… 😉

Vollmond 27Mar2013

Vollmond, 27.3.2013, 9:27 UT

Aber im Ernst. Angesichts des Vollmondes vom 27.3.2013 geistern wieder zahlreiche sehr düstere Prognosen durch das Netz der Netze. Vollmond in Opposition mit Mars, Uranus, Venus und logischerweise Sonne, noch dazu im T-Quadrat mit Pluto, das kann ja nur eine Katastrophe geben, meinen einige bloggende AstrologInnen und sogar große Zeitschriften.

Und wiederholt frage ich mich, welchen Sinn derartige Prognosen, Prophezeiungen oder Schwarzmalereien haben. Dienen sie dazu, die Schreiberin/den Schreiber als irgendwie schlauer als alle anderen aufzuwerten? Oder ist es die Lust an der Katastrophe und Sensation? Vielleicht auch der Wunsch, dass es – egal wie es kommt – so auf keinen Fall mehr weitergehen kann?

Dass die Zeitqualität momentan so geartet ist, dass da und dort die Nerven zum Zerreißen gespannt sind und etwa in Zypern und Teilen der EU sowie in Russland Unruhe und Nervosität herrschen, ist kein Geheimnis und dazu bedarf es mit Sicherheit keiner Astrologie. Natürlich künden die Transite auch von Wendepunkten und von plötzlichen Ereignissen, die sehr weitreichende Konsequenzen haben können. Aber wann war das jemals nicht so? Die Welt verändert sich unentwegt. Untergang und Aufstieg wechseln sich ab, das Pendel schwingt politisch von links nach rechts und wieder zurück. Ist scheinbar alles in Ordnung, erlauben wir uns gern ein wenig mehr Freiheiten und sind etwas toleranter. Wird die wirtschaftliche und politische Lage schwieriger, so feiert der Konservativismus fröhliche Urständ. Das ist in der Politik so, das ist in der Wirtschaft so und das ist auch in den Religionsgemeinschaften so.

Zyklische Weltsicht

Was wir jetzt auf der politischen Bühne beobachten können, sind zum aller größten Teil lediglich die Konsequenzen (Pluto, Saturn) früherer Versäumnisse. Beispiel Zypern: Warum ließ es die europäische Politik zu, dass dort Gesetze und Vorschriften in Bezug auf Geldwäsche nicht eingehalten wurden? Warum durften zypriotische Banken ein eigenes Süppchen kochen und teilweise dreifach höhere Zinsen gewähren als im Rest Europas? Vielleicht, weil ihnen die Schwarzgelder aus Russland insgeheim ganz recht waren? Und jetzt werden Fäuste in Richtung Deutschland geballt? Der Deutsche als ewiger Bösewicht, oder wie? Fakt ist, dass in der internationalen Finanzwelt viele Fehler gemacht wurden, dass Gier das Leitprinzip von so vielen Menschen war. Und jetzt müssen wir alle (manche mehr und manche weniger) die Suppe auslöffeln. Das schmeckt niemandem. Wer möchte schon gerne aus dem Schlaraffenland kommend, in Zukunft mit Wasser und Brot Vorlieb nehmen? Ich habe das auf ganz persönlicher Ebene bei sehr vielen meiner Kunden erlebt als ich noch Trainer im AMS-Bereich war. Da haben Menschen teilweise 5000 € und mehr monatlich verdient, hatten Kredite zu zahlen, Alimente, ein Auto, Versicherungen und dann sollten sie sich plötzlich mit 1000 € Notstandshilfe oder weniger zurechtfinden. Das schmerzt! Auf der anderen Seite wussten schon die Menschen, die das Alte Testament geschrieben haben, dass auf 7 fette, 7 magere Jahre folgen. Das ist der Lauf der Welt, auch wenn die Wirtschaft uns einreden will, dass es immer nur aufwärts gehen wird und soll. Anderes ist ja fast denkunmöglich geworden in unserer Welt. Hier ist die Astrologie gottlob der Realität und der Natur sehr viel näher, wenn sie weiß, dass das Leben aus Zyklen besteht und in Zyklen zu begreifen ist.

Verantwortung

Was in der gegenwärtigen Situation sozusagen „erste Reihe fußfrei“ zu beobachten ist, sind Projektionen wohin man nur blickt. Anstatt dass jeder seine eigenen Fehler betrachtet und so gut als möglich zu korrigieren versucht, werden überall anders nur nicht bei uns selbst Schuldige gesucht. Und sogar im positiven Sinne laufen Projektionen, dass einem schwindlig werden könnte. Was dem neuen Papst Franziskus alles an positiven Eigenschaften und Erneuerungstendenzen angedichtet wurde und das sofort nach seiner Wahl! Fakt ist, dieser Mann ist ein alter Kleriker, der mehr als fünf Jahrzehnte in einer Kirche zugebracht hat, die von Angst geprägt ist, insbesondere von Angst vor einer modernen Welt. Was also sollte der so viel besser machen? Und wieso überhaupt muss ein Papst die Kirche erneuern, ein einzelner Mensch? Sollten wir das nicht alle tun? „Die Kirche“, sind das nicht alle Menschen christlichen Glaubens und nicht nur die Institution? Keine irdische Institution kann die Vermittlung göttlicher Gnade in Anspruch nehmen. Vielmehr muss jeder Christ sein Gewissen befragen und sein Leben ändern. Das sagte schon Luther im Jahr 1517 in seinen 95 Thesen, also vor inzwischen fast genau 500 Jahren!

Wäre es nicht wirklich an der Zeit, vor unserer eigenen Tür zu kehren, anstatt auf „Wunderwuzzis“ zu hoffen, die uns aus der ach so tristen Lage erretteten? Erst neulich gab es in der Tageszeitung „Der Standard“ eine veröffentlichte Umfrage, dass angeblich 41% aller Österreicher sich einen starken Mann wünschten. Die Aufregung im linken Lager war groß. Noch Wochen lang trudelten Leserbriefe ein, wie schrecklich das wäre. Aber überrascht das irgendjemanden wirklich? Wir alle wollen und würden Verantwortung sofort abgeben, wenn wir die Gelegenheit dazu hätten. Das ist so viel einfacher! Und wie oft erlebe ich von Klientinnen und Klienten den ausgesprochenen oder unausgesprochenen Wunsch, ich möge doch die Veränderung für sie herbeiführen, damit sie sich nicht anstrengen müssten. Oder noch absurder, ich möge doch bitte die Welt da draußen für sie verändern, damit sie wieder besser zu Recht kämen. Das ist menschlich, das ist normal. Sich selbst Lösungen zu überlegen, ist schwer, ist anstrengend, ist langwierig und geht nicht von heute auf morgen. Und das ist der Prozess, in dem wir auch global momentan stecken. Die Welt hat sich in den letzten 20 Jahren politisch, wirtschaftlich und auch spirituell sehr stark verändert und wir befinden uns in einem Anpassungsprozess, der nicht immer nur einfach ist. Die frohe Botschaft ist aber, die Welt wird sich ganz gewiss weiter drehen und angesichts der Probleme von morgen werden wir die heutigen lächerlich finden.

Die für die allermeisten Menschen düsterste Prognose aber lautet: Die Zeitqualität, in der wir uns dank des Uranus-Pluto-Quadrats gegenwärtig befinden, verpasst uns einen Arschtritt hinein in die eigene Verantwortung. Ich (Uranus in Widder) muss es tun, weil die Mächtigen (Pluto in Steinbock) nicht mehr dazu in der Lage oder willens sind, weil sie ent-MACHT-et werden.

6 thoughts on “Düstere Prognosen

  1. mal sehen was da noch passiert, ich denke die meisten Menschen haben Angst vor der Verantwortung. Naja ich wuensche mir diese immer herbei, frei zu sein und die volle Verantwortung fuer mich selbst uebernehmen.
    Weisst du wo man im Netz ich Horsokope ausdrucken kann. Haette interesse. Danke

  2. Hallo!

    Ich bin über Ihre Webseite gestoßen und habe gemerkt, dass sie aus Österreich sind. Ich war angenehm überrascht, da ich es nicht viele österreichische Astrologieseiten gibt.

    Ich wollte Sie fragen, wie SIe die kommende Nationalratswahl sehen, besonders in Bezug auf Stronach und seiner Partei. Ich habe gelesen, dass seine Partei noch bis März in Jupiter auf ihrer Seite haben, weswegen sie auch bei den NÖ Wahlen so erfolgreich waren.

    Was ist Ihre Meinung dazu?

  3. Hallo!
    Damit habe ich mich noch nicht beschäftigt. Sollte ich das in Zukunft tun, werden Sie bestimmt in meinem Blog darüber lesen. Allerdings beschäftige ich mich so gut wie niemals mit österreichischer Politik.
    Mit besten Grüßen,
    Stefan Hofbauer

  4. Hallo Stefan,
    Gratulation, das ist ein wunderbarer Artikel, allerdings einer von der Sorte ‚die keiner lesen/ höhren/ wahrhaben will 😉 Ist Astrologie nicht der rote Wunderknopf der mir sagt was geschieht?! (siehe Kommentar) Mich hat die Berichterstattung zur Papstwahl auch verwundert. Meine Zeitung hatte einen ganzseitigen Artikel über seine Schuhe veröffendlicht…. (Wenn Frauen über Schuhe diskutieren werden sie als ‚doofe Tussi‘ verbucht)
    Na, er wird sicherlich irgend wann, etwas nicht dem Bild entsprechendes tun, dann kann die Meute ihn mit Genuss vom Sockel stürzen. Schöne Grüße nach Wien – Tulla

  5. Hallo Stefan,

    da ich mich noch nicht so gut mit der Astrologie auskenne, bitte ich um deinen Rat. Ich möchte mir eine persönliche Horoskope erstellen, die aufgelisteten Seiten in deinem obigen Beitrag habe ich mir notiert. Sind deiner Meinung nach z.B. http://www.schicksal.com oder noeastro.de überhaupt glaubwürdig, oder besser verwende ich dafür astro.com? Ich weiß, dass man am besten zu einem Astrologen geht, das mache ich sowieso, möchte trotzdem zuerst selber ein paar Sachen lernen. Danke im Voraus!

    Dominik

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