Mondfinsternis, 18./19.10.2013

Am 18.10.2013, 23:38 UT (=19.10.2013, 1:38 MEZ/S), findet eine Halbschatten Mondfinsternis auf 25°45‘ Widder statt. Der Mond steht am frühen Morgen etwa 45 Grad über dem Horizont, wenn sich die Finsternis ereignet. Details zur Finsternis finden Sie hier: http://www.mondfinsternis.net/mofi2013h/index.htm). Einige allgemeine Bemerkungen zu Sonnen- und Mondfinsternissen finden Sie im Artikel „Sonnen- und Mondfinsternisse“.

Saros Serie 117

Saros 117 Lunar

Abb. 1. Muttereklipse Saros 117 Lunar, 3.4.1094J, 17:46 UT

Die Mondfinsternis vom 18./19.10.2013 gehört zur Saros Serie 117. Die Muttereklipse der Saros-Serie 117 fand am 3.4.1094 (julianischer Kalender), 17:46 UT statt und ist in Abbildung 1 zu sehen.

Eines der bedeutendsten Ereignisse in dieser geschichtlichen Epoche war wohl der Aufruf zum ersten Kreuzzug im Jahr 1095 von Papst Urban II. Zwar fand dieser Aufruf erst ein Jahr später statt. Wir können aber davon ausgehen, dass Finsternisse bis zu einem Monat im Voraus und bis zu sechs Monate später Wirkung zeigen. Darüber hinaus können Ereignisse auch eintreten, wenn die frühere Finsternisstellung erneut durch Schnellläufer aktiviert wird. Und überdies können wir nicht wissen, seit wann sich Papst Urban II mit der Idee eines Kreuzzugs beschäftigte.

Astrologisch weist die aktuelle Mondfinsternis vom 19.10.2013 mit der Muttereklipse von 1094 die folgenden Ähnlichkeiten auf:

  • Sowohl in der Muttereklipse 1094 als auch 2013 gibt es eine enge Mars-Neptun-Verbindung (1094: Mars-Neptun-Konjunktion, 2013: Mars-Neptun-Opposition)
  • Lilith-Saturn stehen 1094 in Konjunktion, 2013 bilden sie ein Trigon
  • Uranus-Pluto-Aspekt in beiden Horoskopen (1094: Konjunktion, 2013: Quadrat)

Bei Neptun-Mars-Verbindungen kann man an Kampf aus religiösen Gründen denken, im günstigsten Fall aber auch an viel Altruismus (der Wille, der für etwas Größeres oder für andere Menschen zum Einsatz kommt). Egoistische Motive sind bei solchen Konstellationen meist zum Scheitern verurteilt (Neptun unterwandert den marsischen Willen).

Die Lilith-Saturn-Verbindung ist ebenfalls sehr widersprüchlich. Starke, unabhängige weibliche Energien verbinden sich hier mit dominant männlichen. Lilith, die unabhängige Frau, die sogar in Kauf nimmt, von Gott verstoßen zu werden, nur um sich Adam nicht unterwerfen zu müssen, trifft auf den zwanghaft-kontrollierenden Senex (=Archetyp des alten Mannes), der vor lauter Angst gestürzt zu werden, sicherheitshalber seine eigenen Kinder verschlingt. Für Psychotherapeuten und Psychologen mag das Bild eines depressiven und zwanghaften älteren Mannes, der mit einer jungen Borderlinerin verheiratet ist, passend erscheinen. Die junge Frau mag dabei ständig versuchen, die Kontrolle des Mannes zu zerstören, während er ununterbrochen versucht, sie zu bändigen und unter Kontrolle zu bekommen. Für Dynamik in so einer Verbindung ist also gesorgt.

Der Uranus-Pluto-Aspekt ist nicht minder spannungsreich. Er steht schon an sich für Revolution und das Sprengen aller Grenzen. Interessant ist übrigens, dass der Muttereklipse Saros 117 im März 1090 eine Uranus-Pluto-Konjunktion auf 1°08‘ Widder vorausgegangen war.

Exkurs: Uranus-Pluto-Zyklen der letzten 1000 Jahre

Der Uranus-Pluto-Zyklus dauert zwischen 111 Jahre und 144 Jahre. Dies hängt mit der stark elliptischen Bahn Plutos zusammen, die dazu führt, dass sich Pluto durch die unterschiedlichen Tierkreiszeichen verschieden lang bewegt. So benötigt er etwa durch Widder und Stier fast 30 Jahre, während er durch den Skorpion nur etwa 12 Jahre benötigt.

Die letzten Konjunktionen von Uranus und Pluto fanden zu folgenden Zeiten statt:

  • 6.7.947 (J) auf 15°50′ Krebs (J… julianischer Kalender)
  • 22.3.1090 (J) auf 1°09′ Widder
  • 28.7.1201 (J) auf 28°51′ Krebs
  • 10.6.1343 (J), 17.8.1343 (J) und 2.3.1344 (J) auf 11°27′, 11°13′ und 10°32′ Widder
  • 21.9.1455 (J), 14.1.1455 (J) und 14.6.1455 (J) auf 13°32′, 13°36′ und 12°24′ Löwe
  • 1.5.1597, 25.11.1597 und 21.1.1598 auf 20°15‘,19°33‘ und 19°21‘ Widder
  • 7.9.1710 auf 28°52‘ Löwe
  • 25.6.1850, 25.9.1850 und 23.3.1851 auf 29°39‘, 29°21‘ und 28°42‘ Widder
  • 9.10.1965, 4.4.1966 und 30.6.1966 auf 17°09‘, 16°28‘ und 16°06‘ Jungfrau

Die nächste Konjunktion von Uranus und Pluto wird am Beginn des 22. Jahrhunderts stattfinden und zwar am:

  • 24.4.2104 auf 7°36‘ Stier

[Exkurs Ende]

Alle drei Konstellationen (Mars-Neptun, Lilith-Saturn und Uranus-Pluto) sind mächtige Signaturen, die auf viele Projektionen und die Bekämpfung des vermeintlich Bösen im Außen hinweisen. Wir dürfen mit diesen Konstellationen sicher auch mit sehr harten Machtkämpfen auf der politischen Ebene rechnen, wie sie zurzeit etwa in den USA schon stattfinden.

Angesichts der insgesamt fünf Mal exakten Opposition von Pluto auf die Sonne der USA ab März 2014 (genaue Daten: 13.3.2014, 18.5.2014, 5.1.2015, 18.8.2015 und 31.10.2015) rechne ich jedoch damit, dass diesmal (im Oktober 2013) noch einmal ein Kompromiss zwischen Republikanern und Demokraten gefunden werden kann. Im kommenden Jahr dürften die Machtkämpfe jedoch endgültig eskalieren, teilweise sicher mit unabsehbaren Konsequenzen für Amerika selbst und im Zusammenhang damit möglicherweise auch für die gesamte Weltwirtschaft.

Vollmondeklipse vom 18./19. Oktober 2013

Vollmondeklipse Oktober 2013

Abb. 2. Vollmondeklipse 18.10.2013, 23:38 UT

Die Finsternis findet auf 25°45‘ Widder statt. Mars ist also der Dispositor (Zeichenherrscher) der Finsternis. Er steht im weiten Trigon mit dem Mond allerdings zeichenübergreifend (Mond auf 25°45‘ Widder, Mars auf 2°06‘ Jungfrau), was qualitativ eher einem Quinkunx als einem Trigon entspricht. Wir könnten auch sagen, dass ein solches Trigon nicht ganz so harmonisch ist, wie ein Trigon, bei dem Mars noch im Löwen stände. Venus steht zum Zeitpunkt der Finsternis im Anderthalbquadrat mit dem Mond.

Mars steht in Opposition mit Neptun. Mars in Jungfrau symbolisiert ein Ringen um Anpassung sowie den Versuch, sich die Welt dienstbar zu machen. Es geht auch um Ego-Bedürfnisse und die Bedürfnisse der Anderen. Allzu starker Egoismus dürfte bei diesen Konstellationen frustriert werden (Neptun-Opposition und Sonne in Waage).

Die Mars-Neptun-Opposition ist der Konstellation in der Muttereklipse von Saros 117 qualitativ ähnlich. Damals bildeten die beiden Planeten eine Konjunktion. Diese Konstellation eignet sich hervorragend dazu, unsere ganze Kraft im Dienst am Anderen einzusetzen. Denkbar wäre mit dieser Opposition leider auch religiöser Übereifer oder gar Fanatismus (Mars, der im Auftrag Gottes, also Neptuns, kämpft).

Es ist gut möglich, dass auch Beziehungen bei dieser Eklipse einer Feuerprobe unterzogen werden. Zum einen stehen die beiden Lichter, Sonne und Mond, in den Herrschaftszeichen von Mars und Venus (Sonne im Zeichen der Venus und Mond im Zeichen des Mars), zum zweiten bilden Mars und Venus während der Eklipse immer noch ein weites Quadrat (Mars auf 2° Jungfrau, Venus auf 12° Schütze) und zum dritten stehen sowohl Mars als auch Venus in Verbindung mit der Eklipse. Mars als Dispositor der Finsternis und Venus, weil sie im Anderthalbquadrat mit dem Mond steht.

Venus mit ihrer Stellung im Schützen im Trigon mit Uranus könnte hier starke „Fluchttendenzen“ aufweisen, also Beziehungen am liebsten sofort beenden wollen, um ihre Freiheit zu genießen, während Mars in Jungfrau im Aspekt mit Neptun sich eher Verschmelzungssehnsüchten hingibt und klammert.

In vielerlei Hinsicht dürfte das Ringen um Kompromisse im zeitlichen Umfeld dieser Eklipse also schwerer sein als sonst.

Mundanastrologisch

Betrachten wir jene Länder, die signifikante Stellungen, wie Aszendent, Deszendent oder Sonne, auf 25°45′ Widder (+/- 3 Grad Orbis) haben, so finden wir folgende Länder, die von der bevorstehenden Finsternis am deutlichsten betroffen sein dürften:

  • Jemen (AC auf 27°14′ Widder)
  • Ägypten (AC auf 29°18′ Widder)
  • Tansania (MC auf 23°54′ Widder)
  • Bangladesch (Sonne auf 26°35′ Widder)
  • Guatemala (Sonne auf 27°01′ Widder)
Quelle: Campion, N. (1991). Das Buch der Welthoroskope.

Die Finsternis selbst fällt in Teilen Kanadas und der USA auf den Aszendenten, während sie in Teilen Rußlands, der Mongolei, Chinas, Myanmars und im indischen Ozean auf den Deszendenten fällt. Vermutlich müssen aber weitere Faktoren hinzukommen, um genauere Aussagen über die Wirkung der Mondfinsternis auf vergleichsweise derart riesige Gebiete treffen zu können.

Finsternis im persönlichen Erleben

Im persönlichen Erleben dürften vor allem jene Personen die Finsternis am deutlichsten spüren, die Planetenstellungen im Bereich 23° bis 27° kardinal (Widder, Krebs, Waage, Steinbock) haben. Außerdem spüren wir, meiner Erfahrung nach, eine Finsternis vor allem dann besonders deutlich, wenn sie die AC/DC-Achse oder die MC/IC-Achse berührt. Auseinandersetzungen rund um das Thema Beziehungen und Durchsetzung eigener Vorstellungen versus altruistisches Handeln stehen dabei wahrscheinlich im Mittelpunkt.

Weiterführende Artikel

Sonnen- und Mondfinsternisse

Machtspiele und Epressungsversuche unter der Kardinalen Klimax

Literatur

Campion, Nicholas (1991). Das Buch der Welthoroskope. Alle wichtigen Daten und Quellen zu Ländern, Nationen und weltpolitischen Ereignissen. Edition Astrodata.

Schierstedt, Claudia von (1999). Finsternisse astrologisch deuten. Chiron Verlag.

4 thoughts on “Mondfinsternis, 18./19.10.2013

  1. Woher haben Sie die Deutung, dass Mars-Neptun Opposition für Altruismus gut ist? Bisher lese ich bei dieser Konstellation immer nur negative Dinge.

    • Lieber Oliver,

      ja, genau das ist das Problem mit vielen Deutungsbüchern und manchen AstrologInnen, dieses ewige Schwarz-Weiß-Malen. Meines Erachtens gibt es keine „guten“ und keine „schlechten“ Konstellationen. Jede planetare Konstellation und jeder Aspekt ist die Abbildung einer bestimmten Zeitqualität. Weshalb es viel sinnvoller ist zu fragen: wofür ist diese Konstellation eine günstige Gelegenheit? Zugegeben, bei manchen Aspekten mag das schwerer fallen als bei anderen. Aber das bedeutet ja noch nicht, dass nicht auch sie eine gute Gelgenheit für etwas Bestimmtes darstellen. Oder wie wäre es sonst erklärbar, dass einige der erfolgreichsten Menschen oft sehr „schwierige“ Horoskope mit besonders vielen Quadraten und Oppositionen haben?

      Ihre Frage, von wem ich diese Deutung ursprünglich habe, kann ich nicht wirklich beantworten. Ich glaube mich zu erinnern, dass Howard Sasportas das einmal so gedeutet hat. Ganz sicher bin ich mir diesbezüglich aber nicht.

      LG
      Stefan H.

  2. Pingback: Die Sonnenfinsternis vom 3.11.2013 | hofastro

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