Die Sonnenfinsternis vom 3.11.2013

Am 3.11.2013 ereignet sich eine sogenannte hybride Sonnenfinsternis. Eine solche Finsternis beginnt und endet als ringförmige Sonnenfinsternis, bei der der Kernschatten des Mondes die Sonne nicht vollständig bedeckt. In der Mitte der Finsternis ist diese jedoch total.

Die Sonnenfinsternis vom 3.11.2013 beginnt vor der amerikanischen Ostküste als ringförmige Finsternis. Bereits nach einigen hundert Kilometern wird sie total. Während die Finsternis den Atlantik überquert und die Kapverden in etwa 500 Kilometern Entfernung passiert, nimmt die Dauer der totalen Phase rasch zu. Der Kernschatten der Finsternis  überquert dann Zentralafrika in Äquatornähe und erreicht schließlich Ostafrika. Dort endet die Sonnenfinsternis im Grenzgebiet zwischen Äthiopien und Somalia. Lesen Sie mehr auf Sonnenfinsternis 2013.

Sonnen- und Mondfinsternisse werden auch Neumond- oder Vollmondeklipsen genannt. Das Wort Eklipse kommt aus dem Griechischen und bedeutet ausbleiben, verschwinden. Sonnenfinsternisse kommen ausschließlich bei Neumond zustande und zwar dann, wenn der Neumond in der Nähe der Mondknotenachse stattfindet (vgl. auch Artikel „Die Mondknotenachse“). Mondfinsternisse kommen nur bei Vollmond zustande.

Die Sonnenfinsternis vom 3.11.2013 ist die letzte Finsternis in diesem Jahr. Mehr zu den bisherigen Finsternissen dieses Jahres lesen Sie hier:

Weitere Informationen zu Sonnen- und Mondfinsternissen finden Sie im gleichnamigen Artikel (vgl. „Sonnen- und Mondfinsternisse“).

Sonnen- und Mondfinsternisse scheinen meiner Beobachtung nach stärker mit dem Weltgeschehen verknüpft zu sein als andere astrologische Konstellationen, was auch der Grund sein mag, warum sich die Menschen früherer Epochen häufig vor Finsternissen gefürchtet haben. Ihre Wirksamkeit erstreckt sich meist auf mehrere Monate, d.h. dass ihre Wirkungen oft bis zu einem Monat vor der Finsternis und bis zu sechs Monaten nach der Finsternis spürbar sind.

Die Finsternis vom 3.11.2013 ist gleich in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes, zum einen ist sie, wie oben erwähnt, eine sogenannte hybride Finsternis, noch dazu mit der Ausnahme, dass sie am Ende nicht wieder ringförmig wird. Und zum zweiten findet sie in unmittelbarer Nähe mit dem vierten von insgesamt sieben exakten Uranus-Pluto-Quadraten statt.

Finsternisse werden auch in sogenannte Saroszyklen eingeteilt. Dabei bezeichnet ein Saroszyklus oder eine Sarosperiode einen Zeitraum von 18 Jahren und ca. 10 Tagen, nach dem eine Finsternis wieder ungefähr an der gleichen Stelle im Tierkreis auftritt wie 18 Jahre zuvor. Um ganz exakt zu sein: jede nächste Finsternis findet im Tierkreis jeweils um 10 ½  Grad nach hinten verschoben auf.

Relativ häufig weisen die Finsternisse innerhalb eines Saroszyklus bestimmte Merkmale auf, die sich von Finsternis zu Finsternis wiederholen (z.B.: Uranus-Pluto-Konjunktion am Beginn eines Saros-Zyklus, Uranus-Pluto-Quadrat bei einer weiteren Finsternis des Saros-Zyklus).

Die aktuelle Sonnenfinsternis gehört der Saros-Serie 143 an. Die erste Eklipse dieser Saros-Periode fand am 7.3.1617 statt. Die letzte Finsternis dieses Zyklus wird sich am 23.4.2897 ereignen.

Saros 143

Die ringförmig-totale (ein anderes Wort für „hybride“) Sonnenfinsternis am 3.11.2013 findet auf 11°16‘ Skorpion statt. Wie zuvor die Mondfinsternis am 25.4.2013 und die Sonnenfinsternis am 10.5.2013 findet auch diese Finsternis auf der sogenannten Substanz-Achse Stier/Skorpion statt. Auf dieser Achse geht es um Sicherheit, Abgrenzung und Besitz (Stier) versus Verbindlichkeit, Macht und Transformation (Skorpion). Anders ausgedrückt: wo sich der Stier an Konkretes bindet und sich abgrenzt, bindet sich der Skorpion an Vorstellungen und geistige Inhalte. Um mich verbindlich auf einen Menschen oder eine Sache (ein Buch, eine Ausbildung, eine politische Funktion etc.), muss ich etwas anderes loslassen. Ich muss also ein Stück weit meine Sicherheit (Stier) aufgeben. Und das ist auch der Grund, warum viele den Skorpion mit „Stirb-und-Werde-Prozessen“ und dem Tod selbst in Verbindung bringen. Das kompromisslose Einlassen auf Leitbilder resultiert bisweilen in einem recht zwanghaften und machtbewussten Auftreten.

Saros 143 Muttereklipse

Abb. 1. Muttereklipse Saros 143, 7.3.1617, 10:19 UT

Die erste Sonnenfinsternis der Saros Serie 143 fand am 7.3.1617, um 10:19 UT, statt. Alle Finsternisse dieser Saros Serie finden am aufsteigenden Mondknoten statt.

Die Muttereklipse der Saros Serie 143 (Abb. 1) fand in exakter Opposition mit Lilith statt. Dispositor (=Zeichenherrscher) der Finsternis war Neptun, der in exakter Opposition mit Merkur stand. Saturn und Pluto bildeten zum Zeitpunkt der damaligen Finsternis gerade eine Konjunktion.

Die Saturn-Pluto-Verbindung finden wir in der aktuellen Eklipse vom 3.11.2013 einerseits in Form einer Konjunktion des Saturn mit der Finsternis in Skorpion wieder, andererseits auch über ein Sextil und eine wechselseitige Rezeption mit Pluto (Pluto im Zeichen des Saturn und Saturn im Zeichen Plutos). Merkur und Neptun bilden bei der aktuellen Finsternis ein Trigon und Lilith steht ebenfalls im Trigon mit der Finsternis vom 3. November (vgl. Abb. 2).

Bei der Betrachtung der Muttereklipse und Ihrer Stellung im Fische-Zeichen in Opposition mit Lilith können wir an religiöse Zusammenhänge, ja sogar religiösen Fanatismus denken. Lilith, mythologisch ursprünglich die erste Frau von Adam, in den apokryphen Schriften der Bibel, wurde insbesondere im Mittelalter mit allerlei bösen und dämonischen Zuschreibungen angereichert. Ja, das Weibliche an sich galt als gefährlich. Und so verwundert es nicht, dass diese Eklipse zu einem Zeitpunkt stattfand, als in Europa praktisch ununterbrochen die Scheiterhaufen loderten, um angebliche Hexen und andere Abweichler auszumerzen. Im Übrigen fand die Eklipse auch nur ein Jahr vor Beginn des 30-jährigen Krieges statt, der ja ebenfalls ganz wesentlich ein Religionskrieg war.

Finsternis im Zeichen Skorpion

Neumondeklipse November 2013

Abb. 2. Neumondeklipse 3.11.2013, 12:50 UT

Das Zeichen Skorpion hat mit Vorstellungen und Verbindlichkeit zu tun. Als fixes Zeichen werden Vorstellungsinhalte hier abgesichert, befestigt und in geistige Normen gegossen. Es entstehen Leitbilder und Werte. Durch das ständige Überprüfen von Handlungen in Bezug auf Passfähigkeit zu unseren Werten und Idealen entsteht eine gewisse Zwanghaftigkeit und ein ausgesprochenes Machtbewusstsein.

Skorpion hat auch eine Vorliebe für geheimdienstliche Aktivitäten. Er möchte ganz genau wissen, was die anderen denken, um sich wappnen zu können. Gefahren lauern schließlich überall! Dass daher ausgerechnet in der Zeit mit Saturn in Skorpion das ganze Ausmaß der NSA Überwachung publik wird, ist sicher kein Zufall.

Mit einer so starken Betonung des Zeichens Skorpion wie bei dieser Eklipse (Sonne, Mond, Merkur und Saturn alle innerhalb 7 Grad) dürfen wir wahrscheinlich mit extremen Handlungsweisen nach dem Motto „Alles oder nichts!“, „Jetzt oder nie“ rechnen. Die Machthaber lassen sich sehr ungern in die Karten blicken und die Empörung über das Abhören wichtiger europäischer Spitzenpolitiker seitens der USA verwundert daher nicht. Im Umfeld der Sonnenfinsternis dürfen wir aber durchaus noch mit weiteren Skandalen und ans Licht kommenden Geheimnisse rechnen.

Das Hintergründige und Geheimnisvolle mag in den Tagen um die Sonnenfinsternis Hochsaison haben. Tabuthemen und Abgründe des Lebens könnten publik werden, wie wir sie nicht für möglich gehalten hatten. Gleichzeitig lohnt sich aber eine Reflektion darüber, wo wir allzu schnell bereit sind, andere zu beschuldigen und zu verdächtigen. Möglicherweise ist das Dunkle und Schattenhafte viel mehr in uns als im anderen.

Auf der positiven Seite verfügt der Skorpion auch über enormes heilerisches Potenzial, schließlich blickt er weitaus tiefer in die Welt als das viele andere tun. Allen Wasserzeichen ist ein tiefes Einfühlungsvermögen gemein. Der Skorpion kann dieses entweder dazu benutzen, um andere zu verletzen oder auf heilsame Art und Weise genau die Punkte anzusprechen, um die es beim Gegenüber wirklich geht, und dabei eine tiefe Transformation in Gang zu setzen.

Die Sonnenfinsternis vom 13.11.2012 hatte eine recht ähnliche Thematik, weshalb vielleicht auch dieser Artikel noch eine gewisse Relevanz hat (vgl. Artikel Sonnenfinsternis in Skorpion).

Uranus Quadrat Pluto (4 von 7)

Uranus Quadrat Pluto 4von7

Abb. 3. Uranus Quadrat Pluto, 1.11.2013

Uranus und Pluto treffen sich am 1.11.2013 seit 2012 schon zum vierten Mal in einem exakten Quadrat. Alle Daten des Uranus-Pluto-Zyklus finden Sie im Artikel Uranus Quadrat Pluto (1 von 7). Übrigens ist dieses Uranus-Pluto-Quadrat auch das einzige heliozentrische Quadrat von Uranus und Pluto wie Verena Bachmann in der letzten Ausgabe von Astrologie heute schreibt.

Nach wie vor geht es um die Transformation alter Werte (Pluto in Steinbock) und neue, jugendliche Handlungsimpulse (Uranus in Widder). Uranus kommt beim diesmaligen Quadrat eine besondere Rolle zu, weil er an der Spitze eines Jod („Finger Gottes“) steht.

Ein Jod besteht aus einem Sextil von zwei oder mehr Horoskopfaktoren, die beide in einem Quinkunx (150-Grad-Aspekt) zu einem dritten Faktor stehen. In Abb. 3 ist deutlich zu erkennen, dass Sonne, Saturn und Merkur (bei der Sonnenfinsternis vom 3.11. kommt noch der Mond dazu) ein Sextil zu Mars bilden. Und beide Punkte (ca. 10 Grad Skorpion und ca. 10. Grad Jungfrau) bilden jeweils ein Quinkunx zu Uranus.

Dadurch kommt Uranus die „Lösungsrolle“ zu. Die Konstellationen dürften demnach darauf hindeuten, dass in vielen Bereichen Situationen so festgefahren sind, dass gar nichts mehr geht. Uranus könnte hier eine plötzliche und völlig unerwartete Lösung bringen, an die niemand gedacht hat oder er sorgt für ein Ereignis, das alle Kontrahenten zwingt, die Situation völlig neu zu bewerten bzw. energisch zu handeln (Uranus in Widder). Dispositor dieses Uranus ist wiederum Mars, der in Jungfrau steht. Das mag ein Hinweis darauf sein, dass uns im Zeitraum dieser Finsternis sehr viel Flexibilität und Anpassungsbereitschaft abverlangt werden wird.

Im Übrigen sind das Uranus-Pluto-Quadrat und die Eklipse vom 3.11.2013 energetisch kaum zu trennen. Einerseits durch die zeitliche Nähe, die auch bedeutet, dass sich die Planetenpositionen bis auf den Mond so gut wie gar nicht verändern, andererseits aber auch durch die komplexen Überschneidungen der beiden Ereignisse. Die Finsternis findet ja im Skorpion statt, weshalb der Dispositor der Finsternis Pluto ist. Gleichzeitig steht Saturn mit der Finsternis in Konjunktion und bildet eine Rezeption mit Pluto.

Astrolandkarte

Astrolandkarte 3. Nov 2013

Abb. 4. Astrolandkarte Sonnenfinsternis, 3.11.2013 (Klicken Sie auf das Bild, um es größer zu sehen!)

Die stärkste Wirkung einer Sonnenfinsternis ist geografisch an den Orten wahrzunehmen, in denen die Finsternis auf eine Achse (Aszendent, Medium coeli, Deszendent, Imum coeli) fällt. Dies ist für die Finsternis vom 3.11.2013 in Teilen Kanadas, der USA und insbesondere Mexikos der Fall (Sonnenfinsternis mit Saturn am Aszendenten) (siehe Abb. 3).

Am MC steht die Finsternis in Island und in Teilen Westafrikas.

Im nördlichsten Teil Skandinaviens, im Westen Russlands, Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan, Afghanistan und Pakistan findet die Finsternis am Deszendenten statt.

Da die Sonnenfinsternis auch in unmittelbarer zeitlicher Nähe des letzten exakten Uranus-Pluto-Quadrats stattfindet, ist auch aufschlussreich, wo dieses Quadrat auf eine Achse fällt. Dies ist insbesondere für Brasilien (Pluto am Aszendenten, Uranus am Imum coeli), Madagaskar (Uranus am Aszendenten, Pluto am MC) sowie für Indonesien (Uranus am MC, Pluto am DC) der Fall.

Persönliches Erleben

Persönlich dürften alle Menschen mit Planeten-Stellungen im Bereich von 8° bis 14° der fixen Zeichen (Stier, Löwe, Skorpion, Wassermann) die Finsternis besonders deutlich spüren. Je genauer die Finsternis auf eine Planeten- oder Achsenposition im individuellen Radix fällt, desto stärker dürfte die Finsternis spürbar sein.

Fragen Sie sich im Zusammenhang mit der Finsternis insbesondere, wo Sie sich in fixe Ideen verrannt und sich „festgebissen“ haben. Welche alten Verbindlichkeiten und Schulden gilt es endlich abzutragen und aufzulösen? Welche Vorstellungen, waren früher durchaus hilfreich, sind Ihrem aktuellen Leben aber nicht mehr angemessen?

Manche Astrologen scheinen zu beobachten, dass unsere intuitiven Fähigkeit um die Zeit von Sonnenfinsternissen ganz besonders stark sind. Insofern lohnt es sich vielleicht, in den nächsten Tagen und Wochen mehr Zeit mit Meditation und innerer Einkehr zuzubringen. Vielleicht werden Ihnen jetzt Dinge klar, über die Sie schon sehr lange nachdenken.

Weiterführende(r) Artikel

Machtspiele und Erpressungsversuche unter der kardinalen Klimax (Astrologie heute Artikel)

Video mit Jeff Jawer and Rick Levine (Part 1 of 4)

One thought on “Die Sonnenfinsternis vom 3.11.2013

  1. Herzlichen Dank für die umfassende Betrachtung – insbesondere die Muttereklipse und deren Deutung. Insbesondere die Anstöße zum Lilith-Thema finde ich sehr spannend!
    Herzliche Grüße,
    Irene Dietrich

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