Die Sonnenfinsternis vom 13.9.2015

Der Mensch ist kein Mastvieh, und die Liebe zum Menschen gilt mehr als die Nutzung. (Antoine de Saint-Exupéry)

Meer, KüsteAuch wenn das Uranus-Pluto-Quadrat in den Schlagzeilen momentan spürbar im Vordergrund steht, läuft im Hintergrund seit einigen Jahren ein Prozess, der sehr viel subtiler ist. Neptun ist inzwischen fast auf 10 Grad Fische angekommen (endgültig im März 2016) und hat damit ein Drittel dieses Zeichens durchmessen. Auch Chiron, der bei der kommenden Sonnenfinsternis, am 13.9.2015, eine sehr wichtige Rolle spielt, steht im Zeichen Fische.

In diesem Zeichen kommen wir in Kontakt mit dem Sein, mit der Welt insgesamt, mit einer größeren Wirklichkeit, manche würden sagen, mit Gott. Wir machen in den Fischen aber auch die Erfahrung, dass es nicht nur eine Wahrheit gibt, sondern viele.

Solange Neptun und Chiron noch nicht in den Fischen standen, war die Welt irgendwie einfacher, verständlicher, eindimensionaler. Jetzt ist das anders. Manche glauben, dass plötzlich alle wahnsinnig geworden sind. Die Hartherzigen glauben, dass die „Gutmenschen“ wahnsinnig sind, weil sie sehenden Auges zulassen wollen, dass uns die Zuwanderer in den kulturellen Untergang führen. Die Liebevolleren glauben, dass die wahnsinnig geworden sind, die wieder einmal lautstark „Ausländer raus!“ und „Grenzen dicht!“ rufen. Viele Naturwissenschaftler glauben, dass 60% der gesamten Bevölkerung wahnsinnig geworden sind, weil sie jetzt, im 21. Jahrhundert, immer noch an so etwas Unsinniges wie Astrologie glauben. Die Linken glauben, dass die Neoliberalen endgültig den Verstand verloren haben und uns wirtschaftlich und ökologisch zu Grunde richten wollen. Und für alle diese Sichtweisen gibt es gute Argumente. Wer also soll sich da noch auskennen?

Ja, es gibt eine Menge Leid in der Welt, es gibt viel Angst in unseren Tagen und vieles scheint nicht mehr so zu funktionieren, wie wir das jahrzehntelang gewohnt waren. Halten wir es als Menschen aus, nicht für alles sofort eine Lösung zu haben? Halten wir es aus, eine Zeitlang den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen? Und halten wir es aus, uns vom jungfrauhaften Nützlichkeits- und Effizienzdenken eine Weile zu enthalten? (Anmerkung: die aktuelle Sonnenfinsternis findet in Jungfrau statt; ebenso ist auch der Uranus-Pluto-Zyklus mit dem Zeichen Jungfrau eng verbunden, weil die Konjunktion in den 1960-er Jahren im Zeichen Jungfrau stattfand)

Verkraften wir die Störung, die Verwirrung und die Vielzahl der Stimmen in unserem Kopf? Oder wollen wir ernsthaft wieder nach dem starken Mann rufen, der für uns die Probleme zu lösen verspricht und uns erst recht in einen Abgrund stürzt, den Abgrund der Unmenschlichkeit, Bestialität und Kaltherzigkeit? Brauchen wir das jetzt, am Beginn des 21. Jahrhunderts, wirklich noch einmal? Oder ist es vielleicht diesmal möglich, unsere Ängste zu überwinden und uns als Menschheit aus der Pubertät herauszubewegen und endlich erwachsen zu werden?

Irritation – ein schönes Uranus-Wort – ist vielleicht genau das, was wir brauchen, um uns aus Erstarrung, Bequemlichkeit und allzu kurzfristigen Lösungen herauszubewegen. Das könnte die Lektion des Uranus-Pluto-Quadrats sein. Und Mitgefühl, der Blick auf die ganze Welt und ökologisches statt kapitalistisches Denken, könnten die Lektionen von Neptun und Chiron in den Fischen sein. Wir sind eine Menschheit! Egal, wo wir geboren wurden, in welcher Religion wir sozialisiert wurden, wir wollen alle leben, atmen, essen, schlafen und ein wenig Freude und Liebe erfahren.

Und Liebe zu erfahren und zu geben, dazu haben wir heute mehr Gelegenheit als noch vor einigen Jahren. Zwar ist es immer möglich, unserem Mitmenschen liebevoll zu begegnen, aber seltsamerweise scheinen wir uns in Krisenzeiten häufiger daran zu erinnern, während andere ihr Herz verschließen und sich hemmungslos ihrer Angst hingeben.

Ein September der Veränderungen

Im kommenden September gibt es zahlreiche astrologische Signaturen, die auf größere Veränderungen hinweisen. Eine Krise an den Börsen zeichnet sich ja seit längerer Zeit ab, insbesondere von China ausgehend. Das andere Thema, das und beschäftigen wird, ist die Spannung zwischen Effizienz- und Nützlichkeitsdenken (Jungfrau) und dem mitfühlenden Blick auf das Ganze (Fische). Folgende Konstellationen dürften daran beteiligt sein:

  • am 13.9.2015 eine Sonnenfinsternis auf 20°10‘ Jungfrau
  • am 17.9.2015 die Opposition von Jupiter und Neptun auf 7°58‘ Jungfrau/Fische
  • am 18.9.2015 der endgültige Übertritt Saturns in den Schützen

Außerdem gibt es zeitgleich mit der Sonnenfinsternis einen progressiven Neumond im Horoskop der Euro-Währung und der Mondknoten befindet sich den ganzen September auf etwa 1 Grad kardinal. Letzteres dürfte vor allem wirtschaftliche Bedeutung haben und eine Trendwende an den Finanzmärkten und in der Euro-Währung anzeigen.

Finsternisse 2015

Im Frühjahr gab es bereits zwei Finsternisse, über die ich in diesem Blog ausführlich geschrieben habe (sie sind in der folgenden Liste verlinkt). Die nächsten beiden Finsternisse finden im September statt:

Finsternisse kommen dann zustande, wenn sich ein Neumond oder Vollmond in der Nähe der Mondknotenachse ereignet. Dies geschieht im Schnitt vier Mal pro Jahr (zwei Sonnen- und zwei Mondfinsternisse), in Einzelfällen jedoch bis zu sechs Mal im Jahr.

Was die Wichtigkeit von Finsternissen angeht, sind Sonnenfinsternisse wichtiger als Mondfinsternisse und totale Finsternisse bedeutsamer als partielle. Wahrscheinlich sind Finsternisse mit zahlreichen Aspekten zu anderen Planeten auch bedeutsamer als solche ohne Aspekte. Je nach Tageszeit sind Finsternisse aber nur in bestimmten Gegenden der Welt sichtbar. Es erscheint logisch, dass eine Sonnenfinsternis, die sich für Mitteleuropa um 0:30 Uhr ereignet, hier nicht sichtbar sein kann, weil die Sonne um diese Tageszeit unter dem Horizont steht.

Zudem kann eine Sonnenfinsternis eine totale Finsternis sein, wie beispielsweise jene am 20.3.2015, und dennoch in Deutschland, Österreich und der Schweiz nur als partielle Finsternis sichtbar sein. Dies hängt damit zusammen, dass das Schattenband, das der Mond während einer Finsternis auf die Erde wirft, nur etwa 300 bis 500 km breit ist. Befindet sich der Beobachter geografisch außerhalb dieses Schattenbandes, wird er dennoch nur eine partielle Verfinsterung der Sonne beobachten können.

Die Sonnenfinsternis vom 13.9.2015 ist vom südlichen Afrika und Madagaskar südwärts über den Indischen Ozean bis in die Antarktis sichtbar. Sie ist sowohl auf dem antarktischen Festland zwischen dem 5. Längengrad West und dem 160. Längengrad Ost als auch auf allen subantarktischen Inseln zu sehen, außerdem gerade eben noch auf La Réunion. Weitere Informationen finden Sie hier.

Die Wirksamkeit von Finsternissen umfasst einen Zeitraum von etwa 5 Monaten (1 Monat vor der Finsternis bis etwa vier Monate nach der Finsternis). Die stärkste Wirkung dürfte sich aber, wie auch bei Transiten und Auslösungen, zeitlich in unmittelbarer Nähe der Finsternis entfalten.

Partielle Sonnenfinsternis am 13.9.2015

Sonnenfinsternis 13. September 2015

Abb. 1. Neumondeklipse 13.9.2015, 6:41 UT (ohne Häuser).

Die partielle Sonnenfinsternis (Neumondeklipse) vom 13.9.2015 findet auf 20°10‘ Jungfrau statt. Sie bildet eine sehr genaue Opposition zu Chiron und steht in einem Spiegelpunkt-Quadrat mit Pluto. Merkur, der Dispositor der Finsternis, steht in Waage und bildet eine weite Opposition mit Uranus und zusammen mit diesem ein T-Quadrat auf Pluto. Das Quadrat von Uranus und Pluto befindet sich gegenwärtig außerhalb von 6 Grad Orbis. Es wird jedoch zum Jahresende hin wieder zunehmend exakter. Ende Jänner 2016 ist dieses Quadrat, das keine Exaktheit mehr erreicht, wieder innerhalb von 1 Grad Orbis.

Die Finsternis selbst befindet sich gemäß Döbereiner nahe dem kritischen Grad 21° Jungfrau, der eine Sonne-Uranus-Entsprechung hat. Schon allein gemäß dieser Stellung könnte diese Finsternis ein Unruhestifter sein. Der Dispositor Merkur, der in Opposition mit Uranus steht, scheint das noch zu unterstreichen. Zusammen mit der Stellung der Finsternis am aufsteigenden Mondknoten scheint hier also etwas gänzlich Neues und Unerwartetes zu geschehen.

Ganz generell wird Sonnenfinsternissen eine starke transformatorische Wirkung zugeschrieben, wobei im Vorhinein unklar bleibt, in welche Richtung diese gehen werden. Viele Astrologen vergleichen Sonnenfinsternisse mit Pluto-Auslösungen und -Transiten, weil sie eine ähnlich tiefgreifende und wandelnde Erfahrung darstellen.

Die Chiron-Opposition weist meines Erachtens darauf hin, dass wir mit viel Leid und Schmerz konfrontiert werden sowie mit den Unberechenbarkeiten und Ungerechtigkeiten des Lebens. Diese Opposition fordert uns zu einer Entscheidung auf, im Spannungsfeld des Versinkens in der Opferhaltung und dem heilenden Handeln, das von Vernunft getragen ist. Wir müssen uns einlassen auf das Unerwartete, Unberechenbare und auf gänzlich andere Wahrheiten, um überhaupt noch handlungsfähig zu bleiben. Da Jungfrau auch das Zeichen des angemessenen emotionalen Ausdrucks ist, dürfte die Finsternis von starken Gefühlen begleitet sein, die richtig und mit Verstand gebraucht, die Welt verändern können. Wie der kürzlich verstorbene Egon Bahr so schön sagte: „Verstand ohne Gefühl ist unmenschlich; Gefühl ohne Verstand ist Dummheit.“

Saros 125 (oder Saros 18 Nord)

Jede Sonnenfinsternis gehört zu einer Serie, der sogenannten Saros-Serie. Diese bringen alle 18 Jahre plus 9 bis 11 Tage eine Sonnenfinsternis hervor. Saros-Zyklen beginnen und enden mit partiellen Finsternissen, in der Mitte Ihres Zyklus finden totale Sonnenfinsternisse statt. Im Fall von Saros 125, zu dem die aktuelle Finsternis gehört, fanden zwischen 1276 und 1330 lediglich vier totale Finsternisse statt. Die gegenwärtige Finsternis vom September 2015 ist eine partielle Finsternis dieses Saros-Zyklus (vgl. Solar Saros 125, Wikipedia). Claude Weiss weist im aktuellen Astrologie heute darauf hin, dass es sich bei diesem Saros Zyklus um denjenigen handelt, dem auch die Finsternis von September 1997 angehörte, die zeitlich mit dem dramatischen Tod von Prinzessin Diana koinzidierte.

Die letzten sechs Finsternisse der Saros-Serie 125 ereigneten sich am 10.7.1907, 20.7.1925, 1.8.1943, 11.8.1961, 22.8.1979 und 2.9.1997. Die letzte Finsternis ging, wie erwähnt, unter anderem einher mit dem Tod von Prinzessin Diana und dem Tod von Mutter Teresa. Astronomisch wurden am 6.9.1997 die kleinen Uranus-Monde Caliban und Sycorax entdeckt. Dies ist deshalb erwähnenswert, weil Uranus und das Wassermann-Prinzip in der Muttereklipse der Saros Serie 125 eine große Rolle spielen. Die Namensgeber für diese beiden Uranus-Monde waren übrigens die Hexe Sycorax und der Unhold Caliban, ihr Sohn, aus der Shakespeare Komödie „Der Sturm“. Politisch beschließen im Juli 1997 sowohl NATO als auch EU neue Mitglieder aufzunehmen, was längerfristig zum immer frostiger werdenden Klima zwischen Russland und USA bzw. EU geführt hat.

Muttereklipse Saros 125

Abb. 2. Muttereklipse Saros 125, 4.2.1060J, 21:15 UT.

Im Horoskop der Muttereklipse befand sich die Neumondkonstellation auf 21°34‘ Wassermann. Die Finsternis hat eine sehr weite Konjunktion mit Pluto (fast 5 Grad Orbis) und ein Spiegelpunkt-Quadrat mit Neptun. Der genaueste Aspekt ist ein Trigon mit Chiron. Dispositor der Finsternis ist Uranus, der übrigens wie in unserer Zeit, im Quadrat mit Pluto steht. Allerdings ist dieses Quadrat von 1060 ein abnehmendes Quadrat.

Die Muttereklipse dieser Finsternis ist also von großer Unruhe gekennzeichnet und weist, wie die gegenwärtige einen Aspekt mit Chiron (Trigon; in der nebenstehenden Grafik nicht eingezeichnet) auf, der bei der Finsternis vom September 2015 (dort als Opposition) ziemlich genau ist. Vermutlich bekommen wir es mehr denn je mit Weltschmerz (Chiron in Fische) und Verletzungen im Ganzen dieser Welt zu tun. Die Flüchtlingskrise, die Klimaveränderung, wirtschaftliche Krisen, zahlreiche Kriege, und einiges mehr dürften Entsprechungen dieser Konstellation sein. Anders ausgedrückt: die Finsternis konfrontiert uns mit den wunden Punkten, dem Schmerz dieser Welt. All der Hass und Neid, der da und dort auf Asylwerber entsteht, ist psychologisch betrachtet nichts anderes als der (unbewusste) verzweifelte Versuch, diese Angst und diesen Schmerz nicht sehen zu müssen, weshalb er auf andere Menschen projiziert wird.

Transite zum Finsternisgrad

Um festzustellen, wann die Finsternis konkrete Ereignisse auslösen könnte, ist es wichtig, die Tage zu betrachten, an denen Schnellläufer (Sonne, Merkur, Venus, Mars) den Finsternisgrad auslösen. Dies ist an folgenden Tagen der Fall:

  • 20.8.2015, Merkur Konjunktion Finsternisgrad
  • 21.8.2015, Chiron Opposition Finsternisgrad
  • 27.10.2015, Mars Konjunktion Finsternisgrad
  • 30.10.2015, Venus Konjunktion Finsternisgrad
  • 23.11.2015, Jupiter Konjunktion Finsternisgrad
  • 3.12.2015, Merkur Quadrat Finsternisgrad
  • 12.12.2015, Sonne Quadrat Finsternisgrad
  • 23.12.2015, Merkur Trigon Finsternisgrad
  • 15.1.2016, Venus Quadrat Finsternisgrad
  • 17.1.2016, Merkur Trigon Finsternisgrad
  • 5.2.2016, Merkur Trigon Finsternisgrad
  • 9.2.2016, Venus Trigon Finsternisgrad
  • 22.2.2016, Jupiter Konjunktion Finsternisgrad

An all diesen Tagen können wir Ereignisse erwarten, die mit der Finsternis vom 13.9.2016 in Zusammenhang stehen. Am wahrscheinlichsten sind Ereignisse in der letzten Oktoberwoche 2015 sowie Mitte Jänner 2016, da zu diesen Zeiten der Finsternisgrad von mehreren Planeten und Punkten ausgelöst wird. Im Oktober sind das Mars und Venus, im Jänner Venus und Merkur.

Finsternis im Zeichen Jungfrau

Die Sonnenfinsternis am 13.9.2015 findet im Zeichen Jungfrau statt. Damit stehen die kritische Analyse, der Verstand und Anpassungsprozesse im Vordergrund. Astronomisch schiebt sich der Mond aus Sicht der Erdbewohner vor die Sonne. Es wird also das Selbst von den Gefühlen und Bedürfnissen überschattet. Wir sind in unserem Verhalten (Sonne) durch Gefühle (Mond) behindert, zumal diese Gefühle sehr tief wurzeln (Spiegelpunkt Plutos zum Finsternisgrad). Für mich entsteht der Eindruck eines fast schon verzweifelten Ringens um Kontrolle, angesichts einer beängstigenden und beunruhigenden Situation (Sonnenfinsternis in Opposition mit Chiron).

Chiron in den Fischen direkt in Opposition mit der Finsternis-Konstellation macht auf mich den stärksten Eindruck. Es geht hier einerseits um die Spannung zwischen Nützlichkeitsdenken (Jungfrau) und Spiritualität (Fische) und andererseits um die Konfrontation mit einer Wunde in der Welt (Chiron in Fische), die es auf der praktischen, alltäglichen Ebene zu lösen gilt. Chiron, der selbst von seiner Mutter wegen seiner Hässlichkeit verstoßen wurde, dürfte sehr genau das Schicksal vieler Flüchtlinge repräsentieren, mit denen wir es momentan in vielen Ländern Europas zu tun haben. Und so tragisch ihr Schicksal ist, sind sie gleichzeitig auch starkes Symbol dafür, dass in unserer Welt einiges im Ungleichgewicht ist.

Wenn wir heute Soldaten im Fernsehen sehen, mutet uns das in Mitteleuropa sehr seltsam und anachronistisch an. Wir können fast „greifen“ wie irrational diese Menschen sind, wie sehr sie verführt wurden und auch wie austauschbar ihre Ideologien und inneren Bilder sind. Der Mensch ist das einzige Lebewesen auf dem Planeten, das bereit ist, für eine Idee, für ein Bild, für eine bloße Vorstellung in den Krieg zu ziehen und sogar zu sterben. Ohne jede Notwendigkeit beginnen wir dann auf Menschen zu schießen, mit denen wir vorher normal geredet haben, Handel getrieben haben und die uns nicht so viel anders vorkamen, als wir selbst. Dann plötzlich erklärte uns jemand, dass da draußen der böse Feind lauert, der uns Übles will und wir beginnen Angst zu haben oder zu hassen.

Psychologisch betrachtet gibt uns ein Politiker oder Führer plötzlich die Erlaubnis, all unsere Ängste und Schattenanteile nach außen zu projizieren. Der Populist sagt: „Keine Sorge, du bist nicht ungebildet, du bist nicht schlecht, du bist auch nicht dumm. Nein, du bist ganz sicher kein Versager. Die da draußen sind schlecht, sie wollen dir etwas wegnehmen! Hasse sie, bekämpfe sie mit all deiner Kraft. Dann geht es dir gut. Das verspreche ich dir!“ Und wer „DIE“ da draußen sind, ist völlig beliebig. Einmal sind es DIE Juden, dann DIE Moslems, DIE Ausländer, DIE Homosexuellen oder DIE Sozialisten. Es spielt in Wahrheit überhaupt keine Rolle. Jeder kann sich zum Feind qualifizieren. An manchen Stammtischen lässt man die genaue Personengruppe überhaupt gleich weg und schimpft nur noch auf DIE. Das ist besonders praktisch, weil dann der Hörer des Gesagten die Möglichkeit hat, jedes Feindbild einzusetzen, das ihm beliebt. Wichtig ist nur, zu sagen: „Ich bin nicht schuld, es sind DIE!“ Damit ist eine Entlastung erreicht und ich habe die Möglichkeit in meinem unreflektierten Stumpfsinn zu verharren und muss jedenfalls nichts ändern.

Fixstern Denebola

Die Sonnenfinsternis vom 13.9.2015 findet auch in weiter Konjunktion (1 ½ Grad Orbis) mit dem Fixstern Denebola statt, der sich derzeit auf knapp 21°49‘ Jungfrau befindet. Denebola ist ein Stern im Sternbild des Löwen und bildet den Schwanz bzw. die Lenden des Löwen. In der klassischen Astrologie sind Fixsternkonjunktionen insbesondere bei Finsternissen wichtig. Sie geben gewissermaßen das Thema vor, um das es in dieser Finsternis gehen wird.

Viele Autoren schreiben Denebola Uranus-Charakter zu, verbinden ihn mit plötzlichen und unheilvollen Ereignissen. Bernadette Brady schreibt in ihrem Buch „Star and Planet Combinations“ über Denebola:

Das Prinzip Denebola, der Schwanz des Löwen, Nonkonformität“
Denebola scheint mit der Mythologie des Nemëischen Löwen zu tun zu haben. Dies, weil der Nemëische Löwe ein Symbol für die Verehrung der Göttin ist, wie sie in manchen ländlichen Gegenden immer noch praktiziert wird. Der Stern zeigt bis zu einem gewissen Grad an, dass wir aus dem Tritt sind oder uns außerhalb des Mainstream-Denkens befinden. Wir entsprechen nicht der Norm und leben am Rande der Gesellschaft. Die Anwesenheit Denebolas in einem Horoskop fügt ein Element der Einzigartigkeit hinzu, das Sehen der Welt mit anderen Augen, und das Festhalten an einer Philosophie, die außerhalb des Establishments liegt (Brady, 2008; meine Übersetzung).

Dieser Zusammenhang ist besonders interessant, wenn wir berücksichtigen, dass die Sonnenfinsternis vom 13.9.2015 auf 20°10‘ Jungfrau zu liegen kommt und damit nur 0°50‘ entfernt von einem kritischen Grad, den Döbereiner als „Sonne-Uranus-Punkt“ sieht. Zusammen mit Chiron in Opposition zur Finsternis, der sowohl das nonkonforme Außenseitertum, wie auch das unvermutete Plötzliche (die Verwundung des Chiron durch Herkules) repräsentiert, ergibt sich allmählich ein vollständigeres Bild. Offenbar werden wir bei dieser Finsternis durch unvermutete, plötzliche Ereignisse aus dem bisherigen Denken gewaltsam herausgerissen und müssen gänzlich neue Wege gehen. Wir müssen uns selbst verwandeln, um für eine neue Zeit gerüstet zu sein.

Vielleicht tritt auch ein Ereignis ein, das die Welt unvermutet mit sehr starken Gefühlen konfrontiert, wie das auch bei der letzten Finsternis dieses Saros-Zyklus (Tod von Diana) der Fall war.

Astrolandkarte

Astrokartografie Sonnenfinsternis 13. September 2015

Abb. 3. Astrolandkarte der Sonnenfinsternis vom 13.9.2015.

Die Astrokartographie liefert uns Hinweise, wo auf der Welt Ereignisse stattfinden könnten. Die Eklipse steht in Island, im Westen Grönlands, West Sahara, Mauretanien, Senegal, Gambia und anderen Ländern Westafrikas am Aszendenten. In Teilen Russlands, im Osten Kasachstans, Kyrgistans, dem westlichsten Teil Chinas und Zentral-Indien am MC.

Die Pluto-AC-Linie für diese Sonnenfinsternis geht übrigens genau durch Tianjin, dem Ort wo ein Chemieunfall gerade mindestens 114 Menschenleben gefordert hat und mehr als 700 Verletzte verursachte, ganz abgesehen von den erheblichen Umweltschäden in der Region.

Für Teile Europas (Norwegen, Dänemark, Deutschland, Österreich, Italien) und Tunesien befindet sich Pluto direkt am IC, wohl ein Indiz für tiefe Wandlungsprozesse in diesen Regionen. Uranus am Deszendenten finden wir im westlichsten Teil der Ukraine, in Rumänien, dem westlichsten Teil Bulgariens und vor allem in Griechenland bzw. Lybien. Das könnte unter Umständen ein Hinweis sein, dass aus diesen Weltgegenden aufrüttelnde, überraschende Nachrichten kommen.

Uranus am MC finden wir beispielsweise in Washington und New York, was ein Hinweis darauf sein könnte, dass auch die USA von Entwicklungen überrascht werden oder mit unerwarteter Unruhe konfrontiert werden. Ebenso ist es möglich, dass die USA selbst Auslöser dieser Unruhe sind.

Orte, an denen die Finsternis besonders stark spürbar sein könnte, sind insbesondere jene, bei denen die Finsternis einen wichtigen Horoskop-Faktor berührt, etwa die Sonne, den Aszendenten oder wichtige Planten (Herrscher von 1). Das sind, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, insbesondere:

  • Schweiz (Sonne auf 19°45‘ Jungfrau)
  • Armenien (Mars auf 19°32‘ Jungfrau)
  • Aserbaidschan (Mars auf 19°31‘ Jungfrau)
  • Indonesien (Saturn auf 19°25‘ Jungfrau)
  • Biafra (Uranus auf 20°16‘ Jungfrau)
  • Barbados (Pluto auf 20°29‘ Jungfrau)
  • Dänemark (Aszendent auf 19°11‘ Jungfrau)
  • Kroatien (MC auf 21°02‘ Jungfrau)

Persönliches Erleben

Die stärkste Wirkung dieser Finsternis dürften jene Menschen erleben, die wichtige Stellungen im Bereich 19°10‘ Jungfrau bis 21°10‘ Jungfrau aufweisen. Wichtige Stellungen sind insbesondere Aszendent, Aszendenten-Herrscher, Sonne und MC. Bezüglich der Sonne müsste jemand also am 12., 13. oder 14.9. Geburtstag haben, um die Sonnenfinsternis direkt in Konjunktion mit der eigenen Sonne zu erleben. Etwas schwächer wirkt die Eklipse in Opposition oder im Quadrat mit wichtigen Stellungen des eigenen Horoskops. Meiner Erfahrung nach ist die stärkste Wirkung bei Konjunktionen mit der AC/DC-Achse zu verspüren. Konkret sind das hier Menschen mit einem Aszendenten auf 20°10‘ Jungfrau oder Fische (bis zu 1 Grad Abweichung).

Um von den transformierenden Energien dieser Finsternis optimal profitieren zu können, lohnt sich wahrscheinlich eine Auseinandersetzung mit folgenden Fragen:

  • Wo sind Anpassungen notwendig, um weiterhin funktionstüchtig zu bleiben?
  • Wo sind meine analytischen Fähigkeiten gefragt?
  • Welche meiner Gefühle will ich zum Ausdruck bringen und welche sind hilfreich?
  • Wie reagiere ich auf Veränderung in der Welt? Neige ich eher dazu in die Angst oder in die Liebe zu gehen?
  • Wo sollte ich Kleinigkeiten etwas mehr Aufmerksamkeit schenken?
  • Wo kann ich jetzt gute Dienste leisten und hilfreich sein?
  • Was will ich endlich loslassen?

Weitere Artikel

Sonnenfinsternis vom 13. September 2015 (Astrologie heute Artikel)

Persönliche Beratung

Vielleicht möchten Sie herausfinden, welche Veränderungen für Sie gerade anstehen? In diesem Fall dürfte eine persönliche Beratung nützlich für Sie sein!

Bildnachweis

Das Bild stammt von Pixaby, die Astro-Grafiken wurden mit der Software Sarastro erstellt.

Literatur

Brady, Bernadette (2008). Star and Planet Combinations. The Wessex Astrologer.

Brady, Bernadette (2010). Lehrbuch der astrologischen Prognose. Chiron Verlag.

Campion, Nicholas (1991). Das Buch der Welthoroskope. Alle wichtigen Daten und Quellen zu Ländern, Nationen und weltpolitischen Ereignissen. Edition Astrodata.

von Schierstedt, Claudia ( 1999). Finsternisse astrologisch deuten. Chiron Verlag.

 

4 thoughts on “Die Sonnenfinsternis vom 13.9.2015

  1. Mein lieber Freund, es ist ein veritabler (börsen)crash in London. weltweite Erschütterung. die Welt wackelt im wahrsten Sinne des Wortes.

    AL Maria

  2. Pingback: Jupiter Opposition Neptun | hofastro

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