Ein etwas anderer Zugang zur Astrologie

„Erinnerst du dich?“ von Regina Gottsbachner (Buchrezension)

Erinnerst du dich? - Regina Gottsbachner

Buchcover: Ein Klick auf das Bild führt zum Verlag Morawa.

Regina Gottsbacher hat mit ihrem kleinen Buch „Erinnerst du dich?“ visionäre Einsichten und intuitive Erkenntnisse festgehalten, die viel Kraft in sich bergen. In einer Zeit, die vermeintlich nur noch auf Wissenschaft setzt, worunter meist eine materialistisch-positivistische Naturwissenschaft des 19. Jahrhunderts verstanden wird, ist es erfreulich, wenn jemand es wagt, auch mit inspirierten und visionären Beiträgen an die Öffentlichkeit zu gehen.

Es wird sehr spürbar, wie sehr die Autorin von der Natur und vom Sternenhimmel fasziniert ist. Schon das unterscheidet sie wohl von vielen Astrologen, die heutzutage nur mehr in Computerbildschirme starren, aber den Sternenhimmel nur noch selten betrachten. Das Staunen über die Natur, das Göttliche und die Schönheit ist es, was die Autorin motiviert und begeistert und sie legt uns nahe, ihre kleinen Botschaften offen aufzunehmen und auf unsere Seele wirken zu lassen. Sie legt uns nahe, eigene Erinnerungen in uns zuzulassen und inneren Bildern nachzugehen.

Wir Astrologen neigen ein wenig dazu, uns an Statistiken, Zahlen und Techniken festzuhalten. Wir nehmen astronomische Fakten zu Hilfe, wenn wir etwas über neue Himmelskörper herausfinden wollen, bedienen uns der Mythologie und historischer Daten, um Deutungen und Bedeutungen zu erschließen. Das hat einiges für sich und vereinfacht die astrologische Arbeit. Die ernsthafteren unter uns können sich auf diese Weise auch der Vorstellung hingeben, dass sie Wissenschaft betrieben und die Astrologie eine hochseriöse Angelegenheit sei. Doch das ist nur ein Teil guter Astrologie, zugegeben ein wichtiger Teil, aber bei weitem nicht der einzige.

Wie beim Musizieren ist es auch in der Astrologie so, dass Daten (Noten) und Techniken nur die Basis sind. Auch beim Musik machen schadet es natürlich nicht, vom Blatt spielen oder singen zu können. Aber das ist nur der Anfang. Um wirklich zu musizieren, müssen wir Noten, Tempi und Rhythmen wie selbstverständlich beherrschen. In der Astrologie geht es zunächst um die Beherrschung der 12 Archetypen, der Tierkreiszeichen, der Häuser, der Planeten und der Aspekte sowie zahlreicher Prognosetechniken. Und erst wenn wir diese beherrschen, beginnt die eigentliche astrologische Kunst.

Das Buch von Regina Gottsbachner ist ein inspiriertes, intuitives Buch über Astrologie, das Informationen enthält, die auf ganz andere Weise „geschaut“ wurden. Es verlässt sich nicht auf Althergebrachtes, Auswendiggelerntes und Verknöchertes, sondern schöpft neptunisch direkt aus der Quelle. Es handelt sich hier um einen selten in Betracht gezogenen Zugang zur Astrologie, nämlich den über Intuition, Inspiration und über Medialität.

Die Astrologie ist ja immer ein wenig in Gefahr zur Technik zu erstarren und dogmatisch zu werden. Im schlechtesten Fall müssen wir einfach blind glauben, was alte und uralte Astrologen geschrieben haben. Allerdings bin ich schon lange der Meinung, dass in jedweder Disziplin derjenige der weiseste ist, der immer in Betracht ziehen kann, dass alles, was er da tut, vollkommen unsinnig sein könnte. In Bezug auf die Astrologie kenne ich selbst solche Momente, in denen ich die Astrologie satt habe und ganz leise in Erwägung ziehe, dass das vielleicht alles totaler Unsinn ist, was ich da mache oder zumindest, dass sehr viel überliefertes Wissen einfach aussortiert werden müsste, ganz einfach deshalb, weil sich die Informationen nicht bewährt haben oder mit neueren Methoden nicht bestätigen lassen.

Das „Erinnerst du dich?“ im Titel des Buches ist eine Aufforderung an den Leser, seinen Gefühlen, Intuitionen, Träumen und medial empfangenen Botschaften zu vertrauen. Wie schon Abraham Maslow richtig erkannte, ist jeder Mensch ein Mystiker. Wir haben nur verlernt, solchem intuitiv geschautem Wissen zu vertrauen. Heute muss alles wissenschaftlich sein. Dagegen wäre grundsätzlich nichts einzuwenden, wenn nicht die Wissenschaft heute beinahe so dogmatisch und eng wäre, wie es vormals die Religion war.

Dem intuitiv Geschautem zu vertrauen ist der Weg den Regina Gottsbachner beschreitet, wie mir scheint ziemlich radikal und angstfrei. Ihre Visionen, Eingebungen und in Meditation empfangenen Bilder verraten ihr mehr über die inneren Zusammenhänge der Planeten, der Zyklen und der Asteroiden, als das durch noch so gute Recherche und Forschungsarbeit möglich wäre.

Ich glaube überhaupt, dass gute Astrologie erst dann „geschieht“, wenn wir uns ein wenig von den Zahlen, Daten und Fakten lösen, die manche Techniken von uns verlangen. Es gehört eben zweierlei zur Astrologie, Technik und Intuition. Aus diesem Grund ist es für mich sehr berechtigt, von der Astrologie als einer Kunst zu sprechen.

Kunst ist es auch, was die Autorin in ihrem kleinen und schön gestalteten Buch „Erinnerst du dich?“ mit Astrologie verbindet. Sie malt intuitiv geschaute Bilder zu den Planeten, Asteroiden und anderen astrologischen Faktoren wie etwa das Galaktische Zentrum, einzelne Archetypen oder Fixsterne. Insgesamt enthält das Buch damit viel Inspirierendes, Anregendes und Berührendes, über das man an manchen Stellen länger nachdenken und meditieren möchte.

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