Jupiter in Skorpion

Wir werden nicht erleuchtet, indem wir uns Lichtgestalten vorstellen, sondern indem wir uns mit unserem Schatten konfrontieren. (C.G. Jung)

Fast auf den Tag genau 13 Monate stand Jupiter im Zeichen Waage, dem Zeichen des Ausgleichs, der Beziehungen und der Diplomatie. In Waage verband sich Jupiters Sinn für Gerechtigkeit, Ethik, Moral und Werte, die Lust zu predigen und Anschauungen mitzuteilen mit dem Bedürfnis nach Austausch, Begegnung, geistiger Auseinandersetzung, Harmonie und Bewertungen.

Jupiter-Ingress-Skorpion

Abb. 1. Jupiters Eintritt in den Skorpion, 10.10.2017, 13:19 Uhr UT, ohne Häuser.

Jupiter stand seit 9. September 2016 im Zeichen Waage und tritt am 10. Oktober 2017 in das Zeichen Skorpion ein, wo er bis 8. November 2018 bleiben wird. Zum Zeitpunkt seines Eintritts in den Skorpion (15:19 Uhr MEZ/S) wird er von zahlreichen sehr gespannten Konstellationen begleitet. Sonne und Merkur befinden sich gerade im Quadrat mit Pluto, Venus und Mars, die am 5.10.2017 eine Konjunktion gebildet und damit einen neuen Zyklus begonnen hatten, befinden sich in Opposition mit Chiron, der laufende Mond bildet eine Opposition mit Saturn und einige Stunden später mit Lilith. Zudem befinden sich Chiron und Saturn schon das ganze Jahr im Quadrat zueinander. Genau genommen konstellieren Mond, Venus, Mars, Saturn und Chiron sogar ein großes Quadrat Ende der veränderlichen Zeichen Zwillinge, Jungfrau, Schütze und Fische.

Alle diese Konstellationen liefern uns vielleicht auch einen Hinweis darauf, dass es jetzt anstrengend wird, dass tiefe Konflikte und Auseinandersetzungen anstehen und gewaltige Kräfte im Spiel sind. Auf der positiven Seite können wir jetzt deutlich größere Entwicklungsschritte machen als sonst. Passend zur Jahreszeit und der aktuellen Weinlese sei daran erinnert, dass Skorpion auch das Zeichen der Gärung ist. Hier kann mit etwas Geduld sehr edles und hochwertiges entstehen. Nicht zuletzt verdanken wir unseren Wohlstand einem anderen Zersetzungsprodukt, dem Erdöl.

Jupiter-Ingress-Skorpion für Wien

Abb. 2. Jupiter Ingress Skorpion für Wien.

Für Deutschland, Österreich und die Schweiz befindet sich Jupiter bei seinem Ingress in das Zeichen Skorpion im neunten und damit in seinem eigenen Haus. Passenderweise steht der Aszendent in diesem Moment gerade im Steinbock und Pluto direkt darauf. Letzteres gilt allerdings nur für Berlin und Zürich. Für Wien steht Pluto mitten im 12. Haus. Wäre nur dieses Ingress-Horoskop relevant, so könnte man das so deuten, dass die unter Jupiter in Skorpion stattfindenden Transformationsprozesse an den Ländern Deutschland und Schweiz direkt beobachtbar werden (Herrscher von 9 und neuer Dispositor von Jupiter direkt am Aszendenten), während die Umwandlungsprozesse in Österreich weniger sichtbar werden, sondern im Hintergrund laufen. Das 12. Haus ist ja mundanastrologisch das Haus der geheimen Machenschaften, der Hinterzimmer-Mauscheleien und der grauen Eminenzen und Strippenzieher, die unerkannt bleiben möchten.

Die Zeitqualität des Jupiter-Pluto-Themas ist nicht neu für uns, stand doch Jupiter schon ein Jahr lang im Quadrat mit Pluto, bei 5 Grad Orbis vom 26.10.2016 bis 1.9.2017, mit exakten Quadraten am 24.11.2016, 30.3.2017 und 4.8.2017 im Gradbereich von 15°47‘ bis 19°17‘ Waage/Steinbock.

Ende des nächsten Jahres wird Jupiter dann in sein eigenes Zeichen Schütze eintreten. Dieser Jupiter-Ingress ist dann besonders interessant, weil es sehr selten vorkommt, dass sowohl Jupiter als auch Saturn sich in ihren eigenen Zeichen aufhalten. In unserer Zeit werden dann gleich drei Langsamläufer in der Zeit von 8.11.2018 bis 2.12.2019 im Zeichen ihrer Herrschaft stehen, nämlich Jupiter (Schütze), Saturn (Steinbock) und Neptun (Fische). Diese Planeten sind dann besonders stark gestellt und können sich hier noch besser entfalten als in anderen Zeichen.

Rückblick auf Jupiter in Waage

In meinem Artikel zu Jupiter in Waage habe ich betont, dass das Zeichen Waage meines Erachtens häufig zu lieblich interpretiert wird (vgl. Artikel „Jupiter in Waage„). Es wird einseitig dargestellt, als das Zeichen der Liebe, der Versöhnung, der Diplomatie und der Beziehungen. Dies dürfte vor allem deshalb so sein, weil wir in einer aggressionsvermeidenden Kultur leben, in der jedweder Streit und Konflikt vielen Menschen Angst macht. Dabei sollten wir nicht vergessen, dass nur der möglichst konstruktiv und sachlich ausgetragene Konflikt Menschen einander näher bringt, Konfliktvermeidung hingegen Menschen eher entzweit und einander entfremdet.

Waage ist nicht nur das Zeichen der Harmonie, der Diplomatie und des Friedens, sondern Waage ist ein kardinales Luft-Zeichen und als solches stark an geistigen Idealen orientiert. Der Waage geht es um Ausgleich. Es mag sein, dass in manchen Fällen ein einfaches Gespräch ausreicht, um einen solchen Ausgleich herzustellen. Sehr oft ist dafür aber mehr nötig. Das kann bis zu Mord und Totschlag gehen, wie wir bei den 9/11-Anschlägen, die einen Waage-Aszendenten hatten, gesehen haben. Um es nicht zu einem so großen Ungleichgewicht kommen zu lassen, ist es hilfreich, möglichst zeitnah zu sagen, was uns am anderen stört und regelmäßig zu streiten. Jeder gute Streit bringt uns Erkenntnisse derart, dass wir jetzt besser wissen, wie der andere tickt, was er eigentlich gemeint hat, welche Gefühle und Gedanken er mit bestimmten Themen verbindet.

Wir sahen in dem Jahr mit Jupiter in Waage unter anderem die Wahl des Präsidenten Donald Trump, eine Verschärfung des Korea-Konfliktes und zahlreiche Terroranschläge in Europa.

Insgesamt brachte uns das Jahr mit Jupiter in Waage eine Zunahme von Konflikten. Und Präsident Trump gebärdet sich eher als das enfant terrible der Weltpolitik als wie ein Diplomat, obwohl er selbst seinen Jupiter im Zeichen Waage hat, allerdings in Konjunktion mit Chiron und im Trigon mit Uranus, nebenbei bemerkt auch im weiten Trigon mit seiner Sonne in den Zwillingen. Es scheint, dass hier Systeme systematisch gestört und verstört werden müssen, um längerfristig wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

Das ist nicht ganz leicht zu verstehen. Die großen Erfolge der provokativen Therapie Frank Farrellys, aber auch neueste Erkenntnisse der Neurowissenschaften legen nahe, dass nur eine Störung, eine Irritation, ein Schock unser Hirn dazu veranlasst, neue Verbindungen zu bilden und wahrscheinlich verhält sich das in der Politik ähnlich. Solange die alten Machtstrukturen nicht erschüttert werden, gibt es keine Veranlassung, neue Wege zu suchen oder bisherige Denk-Modelle infrage zu stellen.

Ein herausragendes Thema während des Durchgangs von Jupiter in Waage war auch das Thema Fake-News, wahrscheinlich wegen des lang dauernden Quadrates von Jupiter und Pluto. Nicht nur wurde offenbar mithilfe sozialer Medien der amerikanische Wahlkampf massiv manipuliert, Falschmeldungen wurden auch in anderen Ländern intensiv eingesetzt, um Wahlen zu beeinflussen. Russland dürfte hier federführend sein.

Immerhin wird das Thema jetzt verstärkt thematisiert und die Aufmerksamkeit mündiger Konsumenten wird darauf gelenkt, nicht alles zu glauben, was im Internet steht. Wir werden hier wohl auch als Menschheit mündiger und lernen mit einer sehr jungen Technologie allmählich umzugehen. Ich erinnere mich noch gut an meine Großmutter, die vor vielen Jahrzehnten mehr als einmal gesagt hat: „Aber das muss wahr sein, sie haben es im Fernseher gesagt!“ Für mich ein Hinweis, dass diesem Medium damals auch weitestgehend blind vertraut wurde, wie das bis vor kurzem auch noch für das Internet galt.

Mit Falschmeldungen, Dirty Campaigning und Fake-Seiten im Internet bekamen wir es in Österreich auch im Nationalratswahlkampf zu tun. Die genauen Hintergründe sind noch nicht ganz klar, aber offenbar wurden unter Federführung des Beraters Tal Silberstein zwei Internetseiten auf Facebook eingerichtet, die den Kandidaten Sebastian Kurz gezielt diskreditieren sollten. Zwischenzeitlich wurde auch von Geldflüssen seitens der ÖVP berichtet, um einen Mitarbeiter gezielt abzuwerben. Wer hier was getan hat, dürfte Gegenstand umfangreicher Ermittlung über den Wahlabend hinaus sein.

Wer zieht hier eigentlich die Fäden? Wer ist mit wem verstrickt? Wohin fließen unsere Steuergelder? Wessen Interessen nützt das? Wer trägt die Schuld? – das sind dann alles Fragen, die die Welt mit Jupiter in Skorpion interessieren wird.

Jemand sagte einmal: „Follow the money!“ Es ist nicht völlig klar, von wem der Ausspruch ursprünglich stammt, ein ähnlicher Satz ist aber vom Informatiker Frank Wisniewski überliefert, der meinte: „Wer Loyalität sucht, folge der Spur des Geldes.“ Wenn wir herausfinden, wer wen finanziert, finden wir meist auch heraus, wessen Interessen das dient und warum hier Geld fließt.

Damit sind wir im Kern der Themen von Jupiter in Skorpion. Mit den gewonnenen Erkenntnissen werden wir dann ab Ende nächsten Jahres, wenn Jupiter in sein eigenes Zeichen Schütze tritt, allmählich neue Ziele definieren und unsere Werte präzisieren können.

Das Zeichen Skorpion

Skorpion ist das zweite Zeichen des geistigen Quadranten. Wo wir in Waage geistig durch Begegnung befruchtet wurden, lassen wir uns jetzt verbindlich ein. In der Waage nahmen wir Anregungen vom Anderen auf, von Menschen, aus Büchern, aus dem Internet, aus Zeitungen, etc. Wir kamen als Ich (Widder) in Berührung mit dem Anderen (Waage), fanden das vielleicht anregend, abstoßend, interessant oder waren sogar begeistert. Waage ist auch ein Luftzeichen und als solches ein Zeichen der Kommunikation, des regen Austausches. Alles ist neu, prickelnd, aufregend, doch überall gibt es ein einerseits und auch ein andererseits. Sehr verwirrend! Wir begreifen schon bald, dass eine oberflächliche Auseinandersetzung mit dem Anderen zu wenig ist, wir brauchen mehr und tieferes Einlassen.

Das geschieht im Skorpion. Jetzt haben wir uns in der Buchhandlung für ein bestimmtes Buch entschieden, auf das wir uns wirklich einlassen möchten. Jetzt haben wir einen Partner gefunden, der uns interessant genug erscheint, ihn mehrmals zu treffen, uns auf Sex einzulassen und zu erleben, was das mit uns macht. In der Wirtschaft würden wir vielleicht sagen: jetzt werden Nägel mit Köpfen gemacht, die Planungsphase ist vorüber, jetzt wird wirklich geackert. Es geht tief, sehr tief!

Der Skorpion hat nach Thomas Ring eine: „Untersuchende Auffassung, sezierend scharf, zweiflerisch, im Vergänglichen nach Beständigem schürfend. Problematisch bohrender, oft aggressiver Geist auf dem Untergrund stimmungsmäßig-affektiver Zuständlichkeit, gespannt, experimentiertlustig, umwegig. Fragmentarischer Denkstil mit intensivem Anschnitt des jeweils Beschäftigenden, Fallenlassen mit Abbrechen der Unmittelbarkeit. Schwankungen vom Besessensein durch eine Sache bis zum Abscheu davor, auch ambivalente Gefühle wie Haßliebe, Leidenswollust usw. Wandlungsfähig, kann Trennungsstriche ziehen, markant phasenbetont. Metaphysische Tendenzen durchsetzen das Anschauliche symbolisch-bedeutungshaft.“ (Ring, 2003)

Es geht im Skorpion um die Opferung des persönlichen zugunsten des Überlebens der Art, um die Fixierung auf ein Thema, um Vorstellungen, die als Konstruktionen der Wirklichkeit gelten. In gewisser Weise wird hier der Tod durch den Geist überwunden, es kommt zur Geburt des Neuen und zu einer tiefgreifenden Verwandlung.

Skorpion als fixes Zeichen erlebe ich häufig tatsächlich als Fixierung auf eine Idee, fast schon eine Besessenheit von einer bestimmten Vorstellung. Im Erleben fühlt es sich so an, als würde ich alle Macht und Kraft auf diese Vorstellung verwenden, als würde ich ungeahnte Kräfte in mir mobilisieren, um diese bestimmte Vorstellung in die Wirklichkeit zu zwingen (!). Fast immer gelingt das auch. Und regelmäßig kommt dann ein Gefühl, das sich nicht nach Erfüllung anfühlt, sondern eher wie eine Enttäuschung oder Ernüchterung, so als würde die Vorstellung, auf die ich so fixiert war, plötzlich zu Staub zerfallen. Fragen tauchen plötzlich auf: Was faszinierte mich an der Idee so? Wieso war ich so besessen? Diese Vorstellung war/ist so gut wie jede andere, warum verwendete ich so viel Energie darauf?

Es sind die Wandlungsprozesse des Skorpions, die wir hier durchleben. Es ist kein Wunder, dass frühere Generationen das Skorpion-Zeichen manchmal mit dem leibhaftigen Teufel assoziierten. Vieles, was wir beim Durchgang durch dieses Zeichen oder bei anderen archetypisch skorpionischen Auslösungen erleben, fühlt sich nach Besessenheit an, so als hätte plötzlich eine fremde Macht von uns Besitz ergriffen. Doch die Erfüllung unseres Wunsches, unserer Vorstellung unserer Idee bringt keine Befriedigung. Wir erleben am Ende eine Erkenntnis, die Erkenntnis, dass alles Irdische Maya – Illusion – ist. Idealerweise schreiten wir dann mit diesem Mehr an Erkenntnis voran, um andere zu unterrichten, ihnen unseren geschauten Sinn mitzuteilen (Schütze).

Wir haben es bei den vier fixen Zeichen Stier, Löwe, Skorpion und Wassermann auch mit der Thematik und Bandbreite menschlicher Beziehungen zu tun.

  • Im Archetyp Stier geht es um die Sippe, unsere Familie, unsere Umgebung, unsere Kultur, in der wir aufgewachsen sind.
  • Beim Archetyp Löwe geht es um Spiel und Spaß sowie das jugendliche Erleben der Sexualität, unverbindlicher Sexualität! Hier geht es um pure, egoistische Lebensfreude und der Partner spielt eigentlich noch kaum eine Rolle. Hier haben wir es – auf die Spitze getrieben – eigentlich mit einer rein körperlichen Sexualität zu tun, die im wesentlichen einer „Masturbation unter Zuhilfenahme eines anderen Menschen“ entspricht. Letztere Formulierung stammt, wenn ich mich nicht irre, von C.G. Jung.
  • Erst im Skorpion geht es dann um Partnerschaft, um Verbindlichkeit, um feste Formen von Beziehung, um gegenseitige Verpflichtung, wie das lange Zeit die Ehe war. Hier lassen wir uns tief ein, mit allen Kämpfen und Konflikten, mit unseren unterschiedlichen Vorstellungen und Lebensentwürfen. Sexualität im Rahmen dieses Archetyps ist nicht nur körperlich, sondern auch psychisch, emotional und tief. Hier geschehen Verletzungen, tiefe Wunden und Narben. Wir wollen etwas ganz Bestimmtes und es grenzt an ein Wunder, wenn der Partner das gleiche möchte. Und vielleicht verwirklichen wir schrittweise auch all diese Vorstellungen und fühlen uns am Ende doch nicht so befriedigt und erfüllt, wie wir uns das erhofft hatten. Falls wir sie, was viel wahrscheinlicher ist, nicht erreichen, suchen wir vielleicht nach neuen Partnern, von denen wir wieder enttäuscht werden, idealerweise aber wieder eine Erkenntnis reicher aus dieser Verbindung hervorgehen. Wir brauchen den anderen Menschen und doch ist der andere die Hölle (Satre). Beziehungen zu führen, insbesondere solche, bei denen wir uns wirklich tief auf unsere Gefühle und auf den anderen einlassen, gehört zum schwierigsten, was Menschen bewältigen müssen. Im weitesten Sinne gilt das nicht nur für persönliche Partnerschaften, sondern auch für internationale Beziehungen zwischen Völkern, Institutionen, Parteien, etc. Fast immer geht es dabei auch um Machtkonflikte, Misstrauen, Ressentiments, Ängste, Befürchtungen, Vorbehalte, Vorurteile und Verschwiegenes.
  • Erst im Archetyp Wassermann finden wir die vielleicht edelste Verbindung zwischen zwei Menschen, die Freundschaft. Auch sie muss sich in Krisen, Auseinandersetzungen und Konflikten langfristig bewährt haben. Freundschaft ist oft herausgehoben aus dem Alltag und baut auf gemeinsames Erleben und Bewährung. Sie ist ganz wesentlich geistig und beruht auf einem Gleichklang, der nicht ohne weiteres definiert werden kann, kennt keine Länder und keine Grenzen. Wir fühlen uns verbunden in einer übergeordneten Idee, in einem humanistischen Ideal oder einer politischen Vision.

Jupiter in Skorpion

Jupiter in Skorpion untersucht die Abgründe des Menschlichen, das Verborgene, die geheimen Machenschaften, alte Schulden und Verbindlichkeiten. Deckt schon Pluto seit geraumer Zeit die Heimlichkeiten der Mächtigen und der ganz großen Hierarchien auf, so wird sich dieser Prozess mit Jupiter in Skorpion noch intensivieren. Im Dezember wird außerdem Saturn in den Steinbock treten. Gemeinsam mit Saturn schicken sich alle drei Planeten an, im Jahr 2020 eine dreifache Konjunktion zu bilden, Saturn-Pluto im Jänner 2020, Jupiter-Pluto im April, Juli und November 2020 und Jupiter-Saturn im Dezember 2020.

Ein sehr wichtiger Aspekt den Jupiter aus dem Skorpion heraus bildet, ist das Trigon mit Neptun, das im Orbis von 5 Grad von Anfang November 2017 bis Mitte September 2018 wirksam ist, mit drei Exaktheiten am 3.12.2017, 25.5.2018 und 19.8.2018. Die einzige heliozentrische Exaktheit dieses Trigons findet am 13.3.2018 statt.

Jupiter Trigon Neptun bringt uns in Kontakt mit einer überaus idealistischen und mitfühlenden Energie. Der letzte Hauptaspekt der beiden Planeten, die Opposition, fand im Sommer bzw. Frühherbst 2015 statt und diese Zeit war geprägt von einer grenzüberschreitenden Willkommenskultur und einer Welle der Liebe für Flüchtlinge aus Syrien. Insbesondere sehr wasserbetonte Menschen werden unter diesem Aspekt wieder die Möglichkeit haben, ihr Potenzial an Mitgefühl und „Mitschwingen“ zu explorieren und zu erweitern. Sehr erdbetonten Menschen dürfte diese Energie dagegen eher Angst machen.

Weitere wichtige Aspekte, die Jupiter bei seinem Durchgang durch den Skorpion bilden wird, sind unter anderem ein Sextil mit Pluto und ein Trigon mit Chiron. Das Sextil mit Pluto wird am 16.1.2018, am 14.4.2018 und am 12.9.2018 exakt. Im Orbis von 5 Grad befindet sich dieses Sextil von Mitte Dezember 2017 bis  Anfang Oktober 2018.

Dieser Aspekt doppelt gewissermaßen das Planetenthema Jupiter-Pluto und intensiviert insbesondere die Auseinandersetzung mit destruktiven Hierarchien, Institutionen und Machtkonglomeraten. Wir begreifen als Menschheit allmählich, wie die Dinge zusammenhängen, wohin das Geld fließt und wer uns warum Denkverbote auferlegt. Wir verstehen immer besser, dass es kranke und destruktive Strukturen sind, die Menschen insbesondere auch in den Ländern Afrikas kaputt machen und dass es aus diesem Grund kein Wunder ist, wenn viele jetzt zu uns wollen. Wenn insbesondere konservative Politiker jetzt alle beteuern, vor Ort helfen zu wollen, damit keine Flüchtlinge mehr zu uns kommen, dann sollten wir sie beim Wort nehmen und immer wieder daran erinnern, tatsächlich mehr für Entwicklungshilfe, Wirtschaftsprogramme und Armutsbekämpfung auszugeben und nicht nur „Schotten dicht“ zu machen und die Menschen sich selbst zu überlassen.

Jupiter in Skorpion – letzte Durchgänge

Jupiter benötigt für den Durchgang durch ein Tierkreiszeichen etwa ein Jahr. Je nach Rückläufigkeiten bis zu 13 Monaten. Die letzten Aufenthalte Jupiters im Skorpion waren 1958, 1970, 1982, 1994 und 2006. Exakt am 26.10.2005 trat Jupiter letztmalig in den Skorpion und verließ ihn am 24.11.2006 wieder in Richtung Schütze.

Menschen, die in den oben genannten Jahren geboren wurden, erleben jetzt ihre Jupiter-Rückkehr. Ein neuer geistiger Impuls tritt in ihr Leben, der sich in den nächsten 12 Jahren entfalten möchte. Die Transite Jupiters gliedern unserer Leben in Phasen zu jeweils 12 Jahren. Wenn wir von einer durchschnittlichen europäischen Lebenserwartung von 84 Jahren ausgehen, erleben wir ziemlich genau 7 solche Jupiter-Zyklen.

Im Alter von 12 erleben die meisten Menschen die Pubertät, mit 24 wird meist das Elternhaus verlassen oder es wird bald darauf verlassen, mit 36 sind die meisten fest in einem Beruf etabliert und haben vielleicht eine Familie gegründet. Die vierte Jupiter-Rückkehr mit 48 schließt astrologisch die Midlife Crisis ab, nachdem zuvor die Saturn-Saturn-Opposition, das Neptun-Neptun-Quadrat und die Uranus-Uranus-Opposition zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem bisherigen Leben und einer Neubewertung in vielen Bereichen geführt hat. Im 7-er Rhythmus der Münchner Rhythmenlehre beginnt mit dem 49. Geburtstag auch die 8. Phase, der Auslösungspunkt wandert dann durch das 5. Haus des Radix.

Bei der nächsten Jupiter-Rückkehr um die 60, denken die meisten Menschen langsam daran, sich auf den Rückzug aus dem Arbeitsleben vorzubereiten. Vielleicht sollte man an der Stelle aber schreiben „dachten die Menschen früherer Zeiten“, denn ich schließe nicht aus, dass sich das Ausscheiden aus dem Berufsleben über kurz oder lang auf die 6. Jupiter-Rückkehr, die wir um 72 erleben, verschieben wird. 84 schließlich ist aktuell der Mittelwert der Lebenserwartung. Es wäre dies die 7. Jupiter-Rückkehr, die wohl viele Menschen nicht mehr erleben.

***

Die Zeit mit Jupiter in Skorpion nutzen wir am besten, indem wir uns tief einlassen, Herausforderungen und Konflikten stellen und hinabsteigen in die finstersten Abgründe unserer Seele. Nur der Schatten, der wirklich angeschaut wird, das Dunkel, das wir als unser eigenes identifiziert haben, kann wirklich transformiert werden. Der Lohn wird am Ende eine größere Liebesfähigkeit sein und ein enormer seelischer Reichtum.

Frühere Artikel zu Jupiter in den Zeichen

Jupiter in Stier (Juni 2011 bis Juni 2012)

Jupiter in Zwillinge (Juni 2012 bis Juni 2013)

Jupiter in Krebs (Juni 2013 bis Juli 2014)

Jupiter in Löwe (Juli 2014 bis August 2015)

Jupiter in Jungfrau (August 2015 bis September 2016)

Jupiter in Waage (September 2016 bis Oktober 2017)

Weitere Artikel zum Thema

Das Jupiter-Loch in der Zeit (Loop! Astrologie + Zeitung)

Jupiter: Ich bohre dann mal tief (Loop! Astrologie + Zeitung)

Persönliche Beratung

Astrologische Beratung Stefan HofbauerFalls Sie wissen möchten, wie Jupiters Durchgang durch den Skorpion ihr Geburtshoroskop tangiert und in welchen Lebensbereichen Sie mit Auswirkungen rechnen müssen, können Sie wahrscheinlich von einer persönlichen Beratung profitieren! Rufen Sie mich dafür einfach an oder schicken mir ein Email, um einen Termin zu vereinbaren. Weitere Informationen zu Ablauf und Rahmenbedingungen einer astrologischen Beratung finden Sie hier .

Bildnachweis

Das Bild stammt von Pixabay und die Astro-Grafiken wurden mit der Software Sarastro erstellt.

Literatur

Ring, Thomas (2003). Astrologische Menschenkunde, Band II, Ausdruck und Richtung der Kräfte. Chiron Verlag.

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