Astrologie als Universitätsstudium?

Heftcover Meridian 2-2018Auch wenn Astrologie-Skeptiker gerne das Gegenteil behaupten, wird doch sehr viel geforscht über Astrologie. Als Universitätsfach gibt es Astrologie jedoch nur an wenigen Universitäten dieser Welt, so etwa in Wales, am Kepler College in den USA und an der Sastra Universität in Indien. In den Niederlanden ist ein Universitätsstudium der Astrologie in Vorbereitung.

Ob Astrologie wieder an Universitäten gelehrt werden soll, ist übrigens nicht nur unter Astrologie-Skeptikern umstritten, sondern auch unter Astrologen selbst. Diese Astrologen argumentieren, dass das Korsett der Wissenschaft viel zu eng sei für die Astrologie. Sie wehren sich gegen eine Anbiederung an die Wissenschaft und behaupten, dass die Astrologie prinzipiell nicht mit wissenschaftlichen Methoden erforschbar wäre. Die Freiheit der Astrologen würde dann von einem zu engen wissenschaftlichen Rahmen beschnitten und es bliebe kein Raum mehr für Intuition und Phantasie. Ein weiteres Argument ist auch, dass es innerhalb der Astrologie viel zu viele Schulen und Methoden gäbe, um hier eine einheitliche gemeinsame Basis zu finden.

In der aktuellen Ausgabe des Meridian (Heft 2/2018, März/April) gibt es eine Rubrik Pro und Contra Astrologie an der Universität. Ich vertrete die Pro-Argumente und Ernst Ott die Contra-Argumente. Der Artikel ist über nachfolgenden Link kostenlos von der Website des Merdian downloadbar: Gehört Astrologie an die Uni?

Literatur zum Thema

Egan, C. Douglas (2016). The Dance of Astrology. From Clockwork to Quantum, & Beyond (zu diesem Buch gibt es, ebenfalls in Heft 2/2018 des Meridian, eine Rezension von mir).

Gauquelin, Michel (1983). Kosmische Einflüsse auf menschliches Verhalten. esotera Taschenbücherei.

Koch, Dieter (2003). Kritik der astrologischen Vernunft. Eine Klärung des Anspruches der Astrologie. Antworten der Astrologie an ihre Kritiker. Verlag der Häretischen Blätter.

Landscheidt, Theodor (2005). Astrologie. Hoffnung auf eine Wissenschaft? Astronova.

Schoener, Gustav-Adolf (2016). Astrologie in der Europäischen Religionsgeschichte. Kontinuität und Diskontinuität. Internationaler Verlag der Wissenschaften.

Seymour, Percy (1992). Astrologie. Beweise der Wissenschaft. Zweitausendeins.

Voltmer, Ulrike & Stiehle, Reinhardt (Hrsg.) (2011). Astrologie & Wissenschaft. Chiron Verlag, Reihe Astrologie konkret.

Weiss, Jean Claude (1987). Astrologie – eine Wissenschaft von Raum und Zeit. Edition Astrodata.

Persönliche Beratung

Astrologische Beratung Stefan HofbauerFalls Sie eine persönliche Beratung in Anspruch nehmen wollen, rufen Sie mich einfach an oder schicken mir ein Email, um einen Termin zu vereinbaren. Weitere Informationen zu Ablauf und Rahmenbedingungen einer astrologischen Beratung finden Sie hier .

One thought on “Astrologie als Universitätsstudium?

  1. Astrologie ist Wissen. zwar kein wissenschaftliches Wissen, es ist Erfahrungswissen.
    Man spricht man z.B. auch von Ingenieurskunst. Diese Kunst stützt sich allerdings auf ein breit gefächertes wissenschaftliches Grundlagenwissen gepaart mit viel Erfahrung in einem spezifischen Anwendungsgebiet. Diese Erfahrung vertieft das universitäre Grundlagen-Wissen und macht den Ingenieur zum Experten. Jetzt ist er reif für Lösungen von denen Außenstehende sagen: «Wow, das eben, das ist Ingenieurskunst.»
    Nur in diesem Sinne kann ich auch Astrologie als Kunst verstehen: ein enorm breites Grundlagenwissen aus verschiedenen Disziplinen, kombiniert mit einem Methodenwissen auf Experten-Ebene und großer Anwendungs-Erfahrung.

    Gehört nun dieses Wissen an die Uni? Ja, unbedingt, denn die Uni ist nichts anderes als ein Institut, das Wissen nach bestimmten methodischen Grundsätzen entwickelt und lehrt. Jedes Wissen und jede Methodik sind der Uni zugänglich. Die Uni verifiziert und falsifiziert. Wer macht das für die Astrologie?

    Ich sehe nur einen Grund, warum die Astrologie vor der Uni geschützt werden sollte: Die Angst vor Falsifizierung. Tatsächlich würden Wissenschaftler wohl eher dazu neigen, astrologische Methoden als falsch, denn als richtig beweisen zu wollen. Aber sie müssten ihre Beweisführung veröffentlichen, um diese selber der Falsifizierung auszusetzen. So sind die Spielregeln für die Entwicklung von universitärem Wissen.

    Wo könnte der Nutzen liegen? Nehmen wir als Beispiel astrologische Prognosetechniken. Mit Astrologie können keine Ereignisse prognostiziert werden, weil ein Ereignis immer ganz konkret ist. Astrologisch können nur Inhalte vorausgesagt werden. Über die konkrete Form, die eine astrologische Konstellation annehmen wird, also z.B. über das konkrete Ereignis, können nur Mutmassungen angestellt werden. Ein Astrologe landet auch mit höchster Kunstfertigkeit bestenfalls Glückstreffer.

    Würden die astrologischen Inhalte mit künstlicher Intelligenz verbunden, würde diese alle möglichen Ereignisse berechnen, die sich aus den astrologischen Konstellationen der Zeitqualität ergeben könnten, sowie die Wahrscheinlichkeit, nach denen sie eintreffen würden. Zukunftsforscher, vielleicht auch Geheimdienste, würden sich um so ein Tool reissen.

    Ich glaube astrologische Verbände sollten sich zusammentun, um selber mit universitären Methoden ihr Wissen zu verifizieren, zu falsifizieren und zu entwickeln. Damit könnten die Unis herausgefordert werden, wissenschaftliche Erkenntnisse der Astrologie zu widerlegen. Das könnten sie aber nur, wenn sie sich wissenschaftlich mit Astrologie auseinandersetzen würden.

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