Das Ende ist der Anfang

TierkreisAstrologinnen und Astrologen beschäftigen sich fast zwanghaft mit dem Anfang von Entwicklungen, mit Geburten, Gründungen, Eröffnungen, Anfängen von Sportbewerben und dergleichen mehr. Ein Freund fragte mich vor kurzem, wie man denn das Ende einer Entwicklung in der Astrologie erkennen könne, an welchen Signaturen man ablesen könne, dass eine Entwicklung vorbei sei. Die Frage zielte natürlich darauf ab, wann die Corona-Pandemie vorbei wäre. Es gab ein paar Astrologen, die das Ende der Pandemie für Ende 2020 oder Anfang 2021 voraussagten und das an astrologischen Signaturen festmachten, die das ganze Jahr 2020 über bestanden hatten und sich mit dem Jahreswechsel allmählich auflösten. Ich war zugegebenermaßen geneigt, diesen Astrologen inhaltlich zu folgen. Das war voreilig und nicht zu Ende gedacht.

Lineares und zyklisches Zeitverständnis

Konsequent durchgedacht, gibt es das Ende in der Astrologie nämlich gar nicht. Dies hat damit zu tun, dass wir die Welt, den Menschen und allgemeine Entwicklungen in der Astrologie immer zyklisch betrachten. Wir bewegen uns in der Astrologie in einem Kreis, dem Tierkreis, der weder einen Anfang noch ein Ende hat. Im linearen Zeitverständnis, das in der westlichen Kultur vorherrscht, gibt es immer einen Anfang und ein Ende von etwas. Wenn wir den Durchschnittsbürger auf der Straße fragen würden, wann das Jahr endet, würde er vermutlich sagen: „Am 31. Dezember, Mitternacht“. Der astrologisch denkende Mensch würde vielleicht sagen: „Am 21. März, weil an diesem Tag die Sonne das Tierkreiszeichen Fische, das letzte Zeichen im Tierkreis, verlässt und in den Widder eintritt.“ Aber weder der 31. Dezember noch der 21. März sind ja wirkliche Endpunkte. Sie stellen zugleich den Anfang eines neuen kalendarischen oder astrologischen Jahres dar. Ein Kreis hat weder einen Anfang noch ein Ende.

Auch was die großen Langsamläufer-Zyklen angeht, können wir insofern kein klares Ende definieren, weil einerseits jeder Zyklus von einem neuen Zyklus abgelöst wird und weil andererseits, je nach Orbis den wir verwenden, das Auslaufen eines Zyklus und der Beginn eines neuen Zyklus unter Umständen mehrere Jahre dauern kann. Viele Zyklen bilden am Übergang vom Ende des einen zum Beginn des nächsten Zyklus auch mehrere Konjunktionen. Beispiele dafür wären der aktuelle Uranus-Neptun-Zyklus, der am 2. Februar, 20. August und 24. Oktober 1993 eine Konjunktion bildete oder der Uranus-Pluto-Zyklus, der am 9. Oktober 1965 sowie am 4. April und 30. Juni 1966 eine genaue Konjunktion bildete. Welches Datum würden wir hier als das Ende des einen und welches als den Beginn des neuen Zyklusses auswählen?

Das ist übrigens eine so komplexe Frage, dass Mundanastrologen sich nicht einmal darüber einig sind, welches Konjunktionshoroskop als Beschreibung des kommenden Zyklus herangezogen werden soll. Die Frage stellt sich nur dann nicht, wenn, wie im Fall der Saturn-Pluto-Konjunktion von 2020, die Konjunktion nur einmal stattfindet. Meist wird so verfahren, dass von drei Konjunktionen die erste als endgültiges Ende des alten Zyklusses definiert wird, während die dritte von dreien als endgültiger Beginn des neuen Zyklusses erachtet wird. Welche Bedeutung hätte dann aber die mittlere Konjunktion? Und was wäre, wenn die Konjunktion sogar fünf oder sieben Mal stattfände? Diese Festlegungen sind also ziemlich willkürlich und womöglich nicht zu Ende gedacht.

Die Möglichkeit der präzisen Berechnung von Konstellationen, die wir heute dank moderner Astrologie-Programme haben, verführt uns dazu, auch in der Astrologie Zeit in einer Präzision zu messen, die wir in unserer von Linearität und Kausalität geprägten Welt gewohnt sind. Aber ein Zyklus-Beginn ist etwas völlig anderes als eine Geschäftseröffnung, bei der es ein konkretes Datum und sogar eine Zeit gibt. Es wäre klug, hier umzudenken und beispielsweise zu sagen, dass der neue Steinbock-Zyklus von Saturn-Pluto 2018 bis 2022 beginnt. Interessanterweise nehmen es einige Astrologen bei historischen Betrachtungen von Zyklen oft nicht so genau. Da macht es dann nichts, wenn ein Ereignis in einem bestimmten Jahr stattgefunden hat, die dafür mutmaßlich bedeutsame Langsamläufer-Konjunktion aber erst zwei Jahre später. Aber wenn Saturn und Pluto sich am 12. Jänner 2020 trafen, werden allen Ernstes bedeutsame Ereignisse genau an diesem Tag erwartet. Das ist nicht nur inkonsequent, sondern auch kontra-astrologisch, es widerspricht sowohl dem zyklischen als auch dem analogen Denkmodell der Astrologie. Wir denken in der Astrologie eben nicht in linearen Zeitablaufen und konkreten Kausalitäten.

Gibt es eine Todes-Konstellation?

Selbst in Individual-Horoskopen kennen wir kein Ende. Zwar haben unzählige Astrologen im Laufe der Geschichte immer wieder versucht, das Todesdatum von sich selbst oder ihren Klienten zu berechnen, aber meines Wissens sind sie alle gescheitert oder landeten vielleicht einen Glückstreffer, der mehr mit Intuition und Zusatzinformationen als mit Astrologie zu tun hatte. Denn welche Konstellation oder welchen Planeten könnten wir denn für den Tod eines Menschen verantwortlich machen? Die meisten würden hier wohl an Saturn denken, der ja auch für Begrenzung, für Verengung und für hohes Alter steht. Manche würden vielleicht an Pluto, der hin und wieder auch als Todesplanet bezeichnet wird, denken.

Aber Pluto steht mehr für die symbolischen Tode im Leben als für das Lebensende selbst. Mit Pluto fixieren wir Ideen und opfern alternative Vorstellungen. Gar nicht so selten würden wir uns auch wünschen, dass dasjenige, was mit Pluto-Transiten aus den Tiefen unseres Unbewussten auftaucht, tot geblieben wäre. Das Opfern alternativer Vorstellungen ist der eigentliche Tod des 8. Hauses und bei Pluto-Transiten. Insbesondere jungen Menschen fällt es oft sehr schwer, sich für einen Lebensweg zu entscheiden, weil sie intuitiv spüren, dass sie beim Treffen einer Entscheidung andere Wege opfern müssen. Ich kann nicht zugleich Gärtner, Polizist, Arzt, Lehrer und Pilot werden. Und wenn ich als junger Mensch einmal einen Weg eingeschlagen habe, opfere ich alternative Wege, die mir ja vielleicht auch gefallen hätten.

Zuletzt käme noch Neptun als „Todesplanet“ in Frage, weil er auch für Auflösung, Auslöschung und Transzendenz steht. Aber auch hier haben wir es zumeist mehr mit Auflösungen von Vordergründen, Auslöschung von konkret Greifbarem und spirituellen Öffnungen im Leben zu tun als mit dem physischen Tod. Meiner Beobachtung nach gibt es so gut wie keinen Transit, der bei konkreten Todesfällen nicht beobachtet werden könnte.

Abb. 1. Prinz Philip, Duke of Edinburgh, 10.6.1921, 10 Uhr, Mon Repos/Griechenland (Quelle: Astrodatabank, RR = AA); außen: Todeszeitpunkt.

Persönlich habe ich Todesfälle in meiner Familie gesehen, die mit Jupiter-Trigonen oder Uranus-Returns einhergingen. Prinz Philip, Duke of Edinburgh, der am 9. April 2021 starb, hatte an diesem Tag Jupiter im Trigon mit seinem Mars, Uranus in Konjunktion mit dem MC und im Trigon mit Jupiter sowie Saturn im Quadrat mit dem MC und in Opposition mit seiner Mond-Jupiter-Konjunktion sowie Neptun im Quadrat mit der Sonne. Zumindest erstere beide Transite würde man üblicherweise sicher nicht mit dem Tod eines Menschen in Verbindung bringen. Außerdem kann man im Nachhinein natürlich immer irgendwelche Konstellationen finden, die „schon irgendwie passen“, aber das ist keine seriöse Astrologie.

Wenn Saturn also tatsächlich den Tod anzeigen würde, dann hätten wir jeden einzelnen Tag unseres Lebens mindestens einen Todestransit, nämlich dann, wenn die Achsen über unseren Radix-Saturn wandern. Mindestens einmal im Monat träfe der laufende Mond auf unseren Saturn und alle sieben Tage bildete er einen harten Aspekt auf Saturn. Auch Merkur, Sonne und Venus bilden im Verlauf eines Jahres mindestens vier Mal harte Transite auf Saturn. Nähmen wir Pluto und Neptun noch dazu, so kämen wir auf einige Dutzend Todes-Konstellationen in jedem einzelnen Jahr unseres Lebens. Das ist also eine sehr unzuverlässige Methode, um unser eigenes Ableben vorherzusagen und ich bezweifle, dass das überhaupt möglich ist.

Einige Astrologen sind der Meinung, dass man an dem Zeichen an der Häuserspitze 8 zumindest die Todesart ablesen könne. Im Falle Prinz Philips müsste der Tod also etwas mit dem Fische-Prinzip zu tun gehabt haben. Die konkreten Entsprechungen sind aber auch hier äußerst vielfältig. Vom Tod durch Ertrinken, über eine Vergiftung, Lähmungen, Immunschwäche, Hormonstörungen, Tod durch Drogen, Enzymstörungen bis hin zu Fehlfunktionen der Zirbeldrüse kann vieles dem Fische-Prinzip zugeordnet werden (Hamann, 2011). Ich hatte während meiner Astrologie-Ausbildung sehr gelacht, als mein Astrologie-Lehrer in Bezug auf meinen Tod sagte: „Dein Tod wird eine sehr saubere Angelegenheit sein.“ – Ich habe nämlich Jungfrau an der Spitze des 8. Hauses.

Von Anlagen und Potenzialen

Nähern wir uns gedanklich von einer ganz anderen Seite, so sind zahlreiche Konstellationen unseres Radix bereits Stunden nach unserer Geburt zu Ende gegangen. Ich wurde beispielsweise mit einem exakten Mond-Jupiter-Trigon geboren, das aufgrund der Geschwindigkeit des Mondes spätestens nach 12 Stunden vorbei war. Dennoch gehen wir in der Astrologie davon aus, dass es mein Leben lang wirksam sein wird. Und vielleicht sogar über meinen Tod hinaus.

Abb. 2. Wolfgang Amadeus Mozart, 27.1.1756, 19:47 Uhr, Salzburg; außen: Transite am 27.9.2014, Auffinden Klaviersonate.

Dass Horoskope über den physischen Tod des Menschen hinaus wirksam sein könnten, zeigen etwa bedeutende Funde von verstorbenen Künstlern, die oft mit wichtigen Transiten auf ihr Radix einhergehen. Ein Beispiel dafür wäre der Fund einer Mozart-Klaviersonate am 27. September 2014, die 200 Jahre lang als verschollen galt. Um jetzt nicht den Fehler zu begehen, einfach willkürlich irgendwelche Transite auf Mozarts Horoskop zu finden, müssten wir uns fragen, welcher Transit dafür verantwortlich sein könnte, dass das Werk eines Künstlers wiedergefunden wird. Wir könnten dabei an Transite über das 5. Haus oder über den Herrscher von 5 denken, aber auch an Transite über das 10. Haus und seinen Herrscher, weil das 10. Haus unter anderem auch das Ergebnis, das Ziel und das Vermächtnis eines Menschen darstellt. Ohne Zweifel müsste man diese Hypothese, dass Horoskope auch über den Tod hinaus Ereignisse anzeigen können, sehr viel systematischer untersuchen, anhand mehrerer Dutzend Beispiele. Mir ging es hier aber nur darum, zu zeigen, dass es so etwas wie ein Ende in der Astrologie offenbar gar nicht gibt.

Mundanastrologische Konsequenzen

Was bedeutet das nun für das Ende der Corona-Pandemie? Offensichtlich lagen wir falsch, wenn wir das Ende der Pandemie mit dem Ende wichtiger Spannungskonstellationen zwischen Jupiter, Saturn, Pluto und Mars annahmen. Dennoch entspricht es der historischen Erfahrung, dass jede Pandemie irgendwann zu Ende geht, wobei auch das nicht präzise ist, denn Influenza-Viren beschäftigen die Menschheit wohl schon seit vielen Jahrtausenden mit regelmäßigen, meist vergleichsweise harmlosen Ausbrüchen in beinahe jedem Jahr. Etwa alle paar hundert Jahre kommt es dann zu Mutationen, die ganz besonders tödlich verlaufen, wie die sogenannte Spanische Grippe 1918-1920.

Heute wissen wir, dass der Virusstamm A in der Variante H1N1 ein ganz besonders tödlicher ist, andere Varianten der Influenza sind meist viel harmloser, wenngleich die echte Grippe fast immer eine sehr schwerwiegende Erkrankung ist. Ich selbst hatte eine echte Grippe im Winter 1990 und war sechs Wochen lang schwer krank, davon 10 Tage im Krankenhaus. Am Ende wog ich bei einer Körpergröße von 1,94 m 62 Kilogramm und ich benötigte etwa drei Monate, um mich vollständig zu erholen. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrung finde ich die Aussage einiger weniger, Corona sei „nur eine Grippe“, als unverschämt verharmlosend und zynisch, zumal wir wissen, dass Corona in vielen Fällen noch deutlich schwerere Erkrankungen als die Grippe verursacht und viel häufiger tödlich endet.

Corona-Viren dürften nun in der Geschichte der Menschheit relativ neu sein, die ersten wurden Mitte der 1960-er Jahre beschrieben. Mittlerweile sind sieben Arten von Coronaviren bekannt, die leichte bis schwere Atemwegserkrankungen verursachen, darunter SARS, MERS und SARS-Cov 2 (vgl. Wikipedia). Astrologologisch ist interessant, dass Corona-Viren praktisch zeitgleich mit der letzten Uranus-Pluto-Konjunktion, 1965/66, entdeckt wurden. Da die Konjunktion in Jungfrau stattfand, hätten wir, als eine Entsprechung von vielen, auch an neue Krankheiten denken können. Dies umso mehr, als die Uranus-Pluto-Konjunktion damals auch wiederholt Oppositionen mit Chiron und Saturn in den Fischen bildete und diese im April 1966 auf 23°52′ Fische ebenfalls einen neuen Zyklus begannen. Es wird gelegentlich darüber spekuliert, dass die rücksichtslose Ausbeutung der Natur sowie der übermäßige Fleischkonsum günstige Vorbedingungen für eine globale Pandemie schufen. Der jüngste Transit Chirons durch die Fische 2010 bis 2019 machte uns überdeutlich, wie verletzlich unsere Welt geworden ist und wie große Wunden wir ihr geschlagen haben.

Abb. 3. Chiron-Saturn-Konjunktion, 13.4.1966, 4:53 Uhr, ohne Häuser.

Dieser Saturn-Chiron-Zyklus, der 1966 begann, heuer mehrmals ein exaktes abnehmendes Sextil bildet und im Juni 2028 mit einer neuerlichen Konjunktion auf 6°51′ Stier endet und neu beginnt, könnte mehr mit der gegenwärtigen Pandemie zu tun haben, als ich annahm. Denkbar ist auch, dass der gegenwärtige Neptun-Transit über diesen Tierkreisgrad damit zusammenhängt. Bei 3 Grad Orbis transitiert Neptun im Zeitraum von 4. Juni 2020 bis 4. März 2024 über diesen Tierkreisgrad mit Exaktheiten am 9. April und 22. September 2022 sowie am 8. Februar 2023. Bei 5 Grad Orbis hätte der Transit Mitte März 2020 begonnen und würde bis Ende Februar 2025 dauern.

Raymond Merriman stellte in seinen Voraussagen für 2021 (Merriman, 2020) übrigens ähnliche Überlegungen an, allerdings zog er die Grade der Uranus-Pluto-Konjunktion selbst als kritische Grade heran. Da sich Uranus und Pluto damals zwischen 16°07′ und 17°10′ Jungfrau zu einer dreimaligen Konjunktion trafen, geht er davon aus, dass der Gradbereich 15 bis 19 Jungfrau/Fische besonders kritisch sei und Neptuns Transit über diesen Gradbereich direkt mit der Pandemie zusammenhänge. Hätte Merriman recht, müsste die Pandemie seit Anfang Februar 2021 vorbei sein, da Neptun diesen Gradbereich am 23. Jänner 2021 endgültig verlassen hat. Bei der Annahme eines auch nur um 1 Grad größeren Orbis könnte die Hypothese Merrimans dennoch ebenso richtig sein. Außerhalb 20° Fische wird Neptun nämlich erst im Dezember 2021 dauerhaft kommen.

Meiner Meinung nach werden wir als Menschheit auch mit Coronaviren umgehen lernen, heftige Ausbrüche werden auf ruhigere Zeiten folgen, die wiederum von neuen Ausbrüchen und Mutationen gefolgt sein werden. Mit der Zeit werden wir brauchbare Impfungen und Medikamente finden. Von den aktuellen Impfungen werden einige wieder verschwinden und durch bessere abgelöst werden und irgendwann wird eine Corona-Infektion medizinisch so gut gehandhabt werden können, dass sie für den Menschen nahezu ungefährlich sein wird, wie das heute etwa bei HIV der Fall ist.

Im Falle von HIV haben wir selbst 40 Jahre nach dem ersten Auftauchen immer noch keine Impfung finden können, da dieses Virus einfach zu trickreich ist. Dafür gibt es aber gute Medikamente, die die Infektion in Schach halten und den Betroffenen eine normale Lebenserwartung ermöglichen. Dennoch sollten wir nicht vergessen, dass an diesem Virus bis heute 35 Millionen Menschen gestorben sind und eine HIV-Infektion unbehandelt fast immer tödlich endet. Verglichen damit wäre Corona tatsächlich vergleichsweise harmlos. Der Unterschied besteht darin, dass sich HI-Viren im normalen Alltag nicht übertragen lassen und auch beim Sex die Übertragung durch den Gebrauch von Kondomen oder antiretrovirale Medikation praktisch vollständig vermeidbar ist, während Corona selbst durch kleinste Berührungen oder sogar durch den Aufenthalt im gleichen Raum übertragen werden kann.

Es könnte also sein, dass die Corona-Pandemie kein klares Ende haben wird, in dem Sinne, dass danach alles so sein wird wie zuvor. Ich glaube, dass wir uns inmitten einer viel größeren Transformation befinden (immerhin haben gerade drei Langsamläufer-Konjunktionen stattgefunden), in der die Corona-Pandemie nur eine Episode ist. Andere Episoden betreffen wohl wirtschaftliche Reinigungsprozesse, technische Innovationen und ein ganz neues, von Nachhaltigkeit und Verantwortlichkeit geprägtes Denken. Wir stellen mehr und mehr fossile Energieformen in Frage und beginnen zu verstehen, dass in manchen Bereichen Globalisierung sinnvoll sein kann, während in anderen Bereichen eine viel stärkere Regionalisierung stattfinden muss. Beispielsweise ist es durchaus sinnvoll, Beratungen, Fortbildungen oder Konferenzen via Internet-Meetings abzuhalten und so noch mehr Menschen eine effektive Vernetzung zu ermöglichen. Auf der anderen Seite ist es ganz und gar nicht sinnvoll, wenn Lebensmittel tausende Kilometer reisen, bevor sie auf unserem Teller landen oder in gewaltigen Mengen auch einfach weggeworfen werden.

Astrologie und Zeitqualität

Der astrologische Versuch Zeitqualität zu beschreiben, muss wahrscheinlich immer anmaßend bleiben, weil wir es hier mit einer Komplexität zu tun haben, die vollständig zu begreifen menschenunmöglich ist. Wir können uns bestenfalls annähern und über die Bedeutung dessen, was geschieht, stammeln. Wir haben es zu jedem Zeitpunkt mit so vielen Zyklen und Bewegungen gleichzeitig zu tun, dass wir immer nur einige wenige herausgreifen können. Dabei gibt es sehr lange Zyklen, wie etwa den Neptun-Pluto-Zyklus, der fast 500 Jahre dauert oder den Uranus-Neptun-Zyklus der 172 Jahre dauert, bis hin zu den kleinsten Zyklen von Sonne und Mond oder der Bewegung der Achsen, die sich alle 24 Stunden wiederholen. Faszinierend ist, dass die Planetenstellungen und Zyklen in ihrer Gesamtheit sich niemals in der gleichen Weise wiederholen. D.h. wir haben wohl historische Ähnlichkeiten, aber niemals finden Konstellationen in ihrer Gesamtheit in genau der gleichen Weise statt, wie gerade heute. Selbst auf der individuellen Ebene ist ein Geburtshoroskop daher fast einem Fingerabdruck vergleichbar und kaum jemals in genau der gleichen Weise ein zweites Mal zu finden.

Die Ausnahme sind hier sogenannte astrologische Zwillinge, also zwei Menschen, die zum gleichen Zeitpunkt am gleichen Ort geboren wurden. Aber selbst diese unterscheiden sich oft geringfügig durch die Stellung ihrer Achsen (AC, MC und Häuserspitzen), wenn ihre Geburten auch nur wenige Minuten auseinanderliegen.

In Paraphrasierung von Hesses Gedicht „Stufen“, könnte ich mit den Worten schließen: Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne und das Ende gibt es nicht. – Übrigens kam mir beim Schreiben dieses Artikels noch ein geradezu ketzerischer Gedanke, nämlich der, ob wir nicht in der Astrologie ein wenig zu sehr von Anfängen besessen sein könnten, die es in der Form vielleicht gar nicht gibt. Vielleicht wäre es insbesondere im Bereich der Mundanastrologie sinnvoll, mehr in Übergängen, Verläufen und Veränderungen zu denken und uns sehr viel weniger auf einzelne Konstellationen zu fixieren. Denn auch wenn ich beispielsweise den Uranus-Pluto-Zyklus herausgreife, es sind immer auch alle anderen Himmelskörper da, die ein energetisches Muster weben, das wir kleine Menschlein wohl nie vollkommen durchschauen werden.

Persönliche Beratung

Astrologische Beratung Stefan HofbauerWenn Sie interessiert, welche Zyklen und Konstellationen bei Ihnen gerade wirksam sind, empfiehlt sich eine persönliche Beratung. Eine astrologische Beratung ist in vielen Lebenssituationen hilfreich, insbesondere dann, wenn Sie sich in einer Phase der Neuorientierung befinden oder wenn Sie das Gefühl haben, mehr aus Ihrem Potenzial machen zu können. Für eine individuelle Beratung bereite ich mich ausgiebig vor und beantworte, so gut es mir möglich ist, alle Fragen Ihres konkreten Anliegens. Weitere Informationen zu Ablauf und Kosten einer Beratung finden Sie hier.

Bildnachweis

Die Bilder stammen von pixabay.com, die Astro-Grafiken wurden mit der Software Sarastro erstellt.

Literatur

Hamann, Brigitte (2011). Die zwölf Archetypen. Tierkreiszeichen und Persönlichkeitsstruktur. Knaur.

Merriman, Raymond A. (2020). Voraussagen für 2021. Astrodata.

Rudhyar, Dane & Rael-Rudhyar Leyla (1994). Der Sonne/Mond-Zyklus. Ein Schlüssel zum Verständnis der Persönlichkeit. Edition Astrodata.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare.

  1. Sehr geehrter Herr Mag Hofbauer ! 
    Es ist immer und eine nachhaltige Bereicherung,  ihren Newsletter zu lesen! 

    Sie sind wahrlich ein Aushängeschild ihrer Zunft! 

    Vielen Dank, dass sie uns an ihren fundierten und seriösen Kenntnissen mit sehr viel gründlichem Wissen gepaart, daran teilhaben lassen! 
    Hochachtungsvoll
    Jasmin 

  2. Sehr geehrter Herr Hofbauer,

    vielen Dank für diesen interessanten Artikel.
    Er kommt zur rechten Zeit, da ich mich gerade sehr mit diesem Thema beschäftige. Dieser Artikel beschreibt gerade die Erfahrungen, die ich mit meinem sterbenden Onkel gemacht habe und nun bemerke, dass nach dem Tod immer noch nicht alles zu Ende ist und es da eine darüber hinausreichende Weiterentwicklung gibt. Das betrifft z.B. das Vermögen meines Onkels, das als Erbe weiterreicht in die Familenmitglieder hinein und das man jetzt nach dem Tode noch in seinem Horoskop sehen kann. Diese Erfahrung war erstaunlich für mich, bestätigt aber alle meine Erfahrungen in meinem bisher gemachten Leben, dass Konstellationen Beginn und Ende von Wellenbewegungen in der Entfaltung der Zeit darstellen, die nur in der Dimension der Zeit und einer Wellenphase verstehbar sind. Es ist wie bei 2 Atommodellen: dem Bohrschen Atommodell, das den Ort eines Elektrons genau definiert, und im Gegenzug dazu das Quantenmodell, in dem der Ort diffus ist, quasi eine Wolke oder Welle, aber das Elektron ist trotzdem da, jedoch in der Welle verborgen.

    Vielen Dank für Ihre interessanten Artikel, die ich immer mit großem Gewinn lese. Beate Simon

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