Die Finsternisperiode von Juli 2019

Finsternisperiode Juli 2019

Etwa alle sechs Monate finden Neu- und Vollmonde in der Nähe der Mondknotenachse statt. Diese sind dann Sonnenfinsternisse im Falle von Neumonden oder Mondfinsternisse bei Vollmonden. Je nach Abstand des Neu- oder Vollmondes von der Mondknotenachse handelt es sich dabei um totale oder partielle Finsternisse. Bei Sonnenfinsternissen kennen wir zusätzlich ringförmige, bei Mondfinsternissen auch Halbschatten-Finsternisse.

Im Juli 2019 erleben wir zwei Finsternisse, nämlich eine totale Sonnenfinsternis am 2. Juli und eine partielle Mondfinsternis am 16. Juli. In der astrologischen Interpretation müssen wir diese Abfolge, Sonnenfinsternis – Mondfinsternis, gemeinsam lesen, weil es sich ja um ein und denselben Lunationszyklus handelt. Die Mondfinsternis vom 16. Juli ist jener Vollmond, der dem Neumond vom 2. Juli folgt. Er stellt damit den Höhepunkt dieses Sonne-Mond-Zyklusses dar, der vor allem mit der Macht der inneren Bilder zu tun hat.

Über die Bedeutung von Zyklen schrieb vor allem Dane Rudhyar, der damit der Astrologie eine gänzlich neue Sichtweise astrologischer Abläufe hinzufügte (Rudhyar, 1994). Insbesondere die Mudanastrologie hat hier durch die paarweise Deutung der Langsamläufer Jupiter bis Pluto eine wichtige neue Perspektive für die Deutung großer und sehr großer geschichtlicher Zeiträume gewonnen. Auf dieser Website nehme ich in zahlreichen Beiträgen immer wieder auf diese Zyklen Bezug.

Ich habe in diesem Blog schon viel über Finsternisse geschrieben und bin oft auf die technischen Details eingegangen. Ich möchte das an dieser Stelle nicht wiederholen, sondern stattdessen auf meine früheren Artikel über Finsternisse (z.B. „Die Sonnenfinsternis vom 20. März 2015„) verweisen oder besonders Interessierten das ausgezeichnete Buch „Finsternisse“ von Claudia von Schierstedt ans Herz legen. Sie hat alles Wissenswerte über Finsternisse sehr gut zusammengefasst.

Die Finsternisse des Jahres 2019

Insgesamt gibt es in diesem Jahr fünf Finsternisse, zwei fanden im Jänner statt, zwei im Juli und die letzte wird Ende Dezember stattfinden.

  • 6.1.2019, eine partielle Sonnenfinsternis auf 15°26‘ Steinbock
  • 21.1.2019, eine totale Mondfinsternis auf 0°51‘ Löwe
  • 2.7.2019, eine totale Sonnenfinsternis auf 10°38‘ Krebs
  • 16.7.2019, eine partielle Mondfinsternis auf 24°04‘ Steinbock
  • 26.12.2019, eine ringförmige Sonnenfinsternis auf 4°07 Steinbock

Eine Eklipsenperiode umfasst normalerweise eine Sonnen- und eine Mondfinsternis. Wenn sich das vom Gradabstand zur Mondknotenachse ausgeht, können in einer Eklipsenperiode jedoch auch drei Finsternisse stattfinden, meist handelt es sich dann um eine partielle Mondfinsternis, eine Sonnenfinsternis und noch eine weitere Mondfinsternis.

Im Jahr 2020 werden sogar sechs Finsternisse stattfinden, nämlich am 10.1.2020 die zugehörige Mondfinsternis zur Sonnenfinsternis vom 26.12.2019, im Sommer finden dann drei Finsternisse statt, eine Halbschatten-Mondfinsternis am 5.6.2020, eine ringförmige Sonnenfinsternis am 21.6.2020 (exakt zu Sommerbeginn!) und eine weitere Halbschatten-Mondfinsternis am 5.7.2020. Am 30.11.2020 findet dann noch einmal eine Halbschatten-Mondfinsternis und am 14.12.2020 eine totale Sonnenfinsternis statt.

Vielleicht ist die Häufung von Finsternissen im kommenden Jahr ein weiteres Indiz dafür, wie wichtig dieses Jahr aus astrologischer Sicht ist. Manches von der Schwere und Ernsthaftigkeit, die wir momentan wahrnehmen, könnte sich Mitte des nächsten Jahres bereits ändern, zum einen weil Saturn von März bis Juni 2020 und dann ab Mitte Dezember bereits im Wassermann steht und zum Zweiten, weil die Mondknotenachse bereits Anfang Mai 2020 von Krebs/Steinbock in Zwillinge/Schütze wechselt. Es mag sein, dass dieser Energiewechsel endgültig am 21.12.2020 spürbar wird, wenn Jupiter und Saturn auf 0°29′ eine Konjunktion bilden. Nach der letztmaligen Konjunktion der beiden Planeten in einem Erdzeichen im Jahr 2000 werden dann für die nächsten 200 Jahre alle Jupiter-Saturn-Konjunktionen in Luftzeichen stattfinden.

Die Sonnenfinsternis vom 2. Juli 2019

Abb. 1. Totale Sonnenfinsternis 2. Juli 2019, 19:16 Uhr UT, ohne Häuser.

Die totale Sonnenfinsternis vom 2. Juli 2019 fand auf dem Tierkreisgrad 10°38′ Krebs statt. Sie gehört zu einer sehr alten Eklipsenfamilie, die im Jahr 991 begann (astronomisch: Saros 127 oder astrologisch: 3 Nord). Zwischen 1352 und 2091 finden ausschließlich totale Sonnenfinsternisse statt. Damit ist die gegenwärtige Eklipse eine der letzten totalen, es folgen nur noch vier weitere im Sommer 2037, 2055, 2073 und 2091. Die abschließende Finsternis dieses Saros-Zyklus wird 2452 stattfinden.

Die letzten drei Finsternisse dieses Zyklus fanden am 21.6.2001, 11.6.1983 und am 30.5.1965 statt. Insbesondere für die USA waren die beiden Finsternisse des Jahres 2001 hoch bedeutsam, worauf ich im Abschnitt über die Mondfinsternis noch einmal kurz eingehe.

Thematisch geht es bei dieser Sonnenfinsternis um starke und aufwühlende Gefühle. Ich persönlich erlebte an diesem Tag ziemlich starke Gefühle der Überforderung. Das mag einerseits mit der Krebs-Qualität dieses Neumondes zu tun haben, andererseits vielleicht auch mit der weiten Saturn-Opposition zur Neumondstellung.

Wenn wir ins Detail gehen, finden wir auch ein Spiegelpunkt-Quadrat der Finsternis zu Neptun. Außerdem liegen Sonne-Mond und Pluto auf sogenannten Deklinations-Gegenparallelen. Der Mond liegt auf 22°22′ nördlicher Deklination und Pluto auf exakt 22° südlicher Deklination. Weniger genau ist der Aspekt für die Sonne, die auf 23°01′ nördlicher Deklination liegt. Wir finden also hier bereits einen sehr starken Bezug zwischen Mond und Pluto, der sich beim Vollmond dann extrem verstärkt, weil Mond und Pluto dann eine enge Konjunktion bilden. Wenn zwei Planeten auf Gegenparallelen liegen, erleben wir häufig einen sehr starken Konflikt zwischen öffentlich und privat. Jedenfalls haben Planeten auf Deklinations-Parallelen oder Gegenparallelen oft thematisch einen starken Bezug zueinander, der qualitativ mit einer Konjunktion der beiden Planeten vergleichbar ist.

Das Leben, vom Tod her gedacht

Für mich entsteht hier das Bild eines stillen Sees mitten in einem Wald. Wir blicken in diesen See und nehmen plötzlich düstere Visionen wahr, die uns ängstigen. Wir sehen Macht, Tabus, hohe Anforderungen, Korruption, Verrat, Tod und dergleichen mehr. Die Herausforderung ist jetzt, uns von dieser Düsternis nicht einfangen zu lassen, sondern klar in unserem Wesen (Krebs) verankert zu bleiben, Mitgefühl zu entwickeln und unsere Hilfe anzubieten, wo Hilfe notwendig ist.

Unser Leben selbst bekommt eine völlig neue Perspektive, wenn wir es vom Tod her denken. Das klingt pessimistisch und negativ, ist aber gar nicht so gemeint. Überlegen wir mal, was wir gerne hätten, dass auf unserem Grabstein steht. Wie möchten wir am Sterbebett gerne auf unser Leben zurückdenken? Möchten wir mit einem glücklichen Lachen gehen oder doch lieber in Gram und Verbitterung?

Vom Tod her gedacht, erscheint vieles in einem anderen Licht und wird manches unwichtig, was wir für so entscheidend halten. Eine besonders mutige Frau, die diese Zusammenhänge verstanden hat, ist Bronnie Ware, die in ihrem Buch „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ genau das auf den Punkt bringt. Ich glaube, diese Thematik hat viel mit dem aktuellen Lunationszyklus von 2. Juli bis 1. August 2019 zu tun. Der Mond „ängstigt“ sich, wenn er mit Pluto konfrontiert wird, aber er kann auch viel gewinnen, indem er in den Abgrund blickt, in die inneren Zusammenhänge und in dasjenige, was wirklich wichtig ist. „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“, heißt es im Kleinen Prinzen von Antoine de Saint-Exupéry, der übrigens seine Sonne auf 7°08′ Krebs hatte, also ganz in der Nähe der aktuellen Sonnenfinsternis.

Es geht vielleicht auch darum, sich unserer Abhängigkeiten von und unserer Gefangenschaft in destruktiven Strukturen bewusst zu werden (absteigender Mondknoten in Steinbock in Konjunktion mit Pluto und Saturn). In weiterer Folge gilt es, uns unserer Bedürfnisse, Gefühle und unseres wahren emotionalen Wesens bewusst zu werden und mutige Schritte zu setzen, um mehr als bisher zu uns selbst zu stehen. Unser wahres Wesen (Krebs) und sein Ausdruck (Löwe) ist zugleich eine Thematik, die in den Sommermonaten generell eine wichtige Rolle spielt.

Die partielle Mondfinsternis vom 16. Juli 2019

Abb. 2. Partielle Mondfinsternis, 16.7.2019, 21:38 Uhr UT, ohne Häuser.

Die Mondfinsternis vom 16. Juli stellt den Höhepunkt des Lunationszyklus dar, der mit der Sonnenfinsternis vom 2. Juli begann. Wir finden hier den Mond in enger Konjunktion mit Pluto, die Sonne in Opposition dazu und Venus in exakter Opposition mit Saturn. Zusätzlich bildet Venus ein recht genaues Trigon mit Neptun. Damit ist einerseits die Saturn-Pluto-Konjunktion der Jahre 2019/20 angesprochen und andererseits das Neptun-Jupiter-Quadrat, das die Zeitqualität aktuell wesentlich mitbestimmt.

Bemerkenswert ist, dass der Saros-Zyklus 139, dem diese Mondfinsternis angehört, am 9. Dezember 1658 in genauer Konjunktion mit Pluto begann. Die letzten drei Finsternisse dieses Zyklus fanden am 14. Juni 1965, am 25. Juni 1983 und am 5. Juli 2001 statt.

Die Zeitqualität im Sommer 2019 weist gewisse Parallelen mit 2001 auf. Auch damals befanden sich die Mondknotenachse auf Krebs/Steinbock und bildeten Saturn und Pluto einen Hauptaspekt, nämlich eine Opposition. Die damaligen beiden Finsternisse vom 21.6.2001 (totale Sonnenfinsternis) und vom 5.7.2001 (partielle Mondfinsternis) gehörten dem gleichen Saros-Zyklen an wie die aktuellen und gingen den Ereignissen vom 11. September 2001 unmittelbar voraus. Warum gerade die USA von dieser Eklipsenperiode so stark betroffen waren, hing vermutlich auch damit zusammen, dass die Mondfinsternis vom 5. Juli 2001 in beinahe bogenminutengenauer Opposition zur Sonne der USA stattfand.

Bei der aktuellen Mondfinsternis gibt es eine derart genaue Opposition zur Sonne eines Landes für Afghanistan. Für Frankreich fand die Sonnenfinsternis direkt am IC des Landes statt (Quelle: Liz Greene, 1999). In einem alternativen Horoskop, das für Frankreich in Verwendung ist, findet die Mondfinsternis exakt am Deszendenten des Landes statt (Campion, 1991). Für Saudi Arabien findet die Juli-Mondfinsternis direkt auf der Sonne des Landes statt. Die aktuellen Spannungen mit dem Iran hingegen dürften damit zusammenhängen, dass die Sonnenfinsternis vom 2. Juli exakt im Quadrat mit der Widder-Sonne des Landes stattfand. Auch für die Türkei könnten Auswirkungen insbesondere um die Mondfinsternis zu erwarten sein. Nicht nur fällt die Mondfinsternis für Ankara fast exakt auf die MC/IC-Achse, die Vollmondkonstellation bildet auch ein sehr genaues T-Quadrat auf die Merkur-Saturn-Konjunktion der Türkei. Geologen warnen schon seit einigen Tagen vor einem bevorstehenden großen Erdbeben für Istanbul. Für diese Länder können wir dementsprechend mit markanten Ereignissen im Verlauf dieses Sommers rechnen.

Gesetz und Mitgefühl

Eine mundane Entsprechung dieser Energien mag beispielsweise die Anlandung der Sea Watch in Italien und die anschließende Festnahme der Kapitänin Carola Rackete sein. Wie soll man mit Flüchtlingen, die im Mittelmeer zu ertrinken drohen, umgehen? Ist Rackete eine Kriminelle oder doch eine Heilige? Wir erkennen in dieser sich daran entzündenden Diskussion, dass Gesetze (Steinbock-Archetyp) nicht immer verlässlich sind, wenn es gilt, das moralisch Richtige tun zu wollen. Schließlich war die Verfolgung und Ermordung von Juden in den 1940-er Jahren auch legal… Es wäre schön, wenn Mitgefühl, Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe unsere Gesetze prägen würden, aber ganz oft ist das nicht so! Und wenn man in manchen Kreisen derartige Gedanken äußerte, würde man im Mindesten als naiv und blauäugig abgestempelt.

Vielleicht ist Mitgefühl und Nächstenliebe überhaupt DAS Kernthema dieses Lunationszyklus. Mitgefühl, das herausgefordert wird von teilweise brutalen und unmenschlichen Strukturen (Saturn, Pluto im Steinbock), aber auch von Tabus, für die wir noch keine Lösungen gefunden haben.

Das Tabu Hierarchien

Ich habe in diesem Blog schon viel über Saturn und Pluto geschrieben, zuletzt etwa im Artikel Saturn-Pluto: Das Dunkel in uns. Es ist vielleicht eine gute Übung auch für Astrologie-Anfänger Begrifflichkeiten zu verbinden, die mit dieser Konjunktion in Zusammenhang stehen könnten. Mir fiele dazu ein:

  • die Gesetze (Saturn) der Vorstellung (Pluto)
  • die Regeln (Saturn) der Macht (Pluto)
  • die Ordnung (Saturn) der Perfektion (Pluto)
  • der Erfolg (Saturn) der Selbstüberwindung (Pluto)
  • das Wesentliche (Saturn) einer Ideologie (Pluto)
  • die Maßstäbe (Saturn) des Extremen (Pluto)
  • die Ordnung (Saturn) der Erneuerung (Pluto)
  • das Fundament (Pluto) der Existenz (Saturn)

oder von Pluto her gelesen:

  • die Bereinigung (Pluto) von Gesetzen (Saturn)
  • das Leitbild (Pluto) der Gesellschaft (Saturn)
  • die Ideologie (Pluto) der Bürokratie (Saturn)
  • die Verpflichtung (Pluto) der Kontrolle (Saturn)
  • das Dogma (Pluto) der Wissenschaftlichkeit (Saturn)
  • extreme (Pluto) Vereinfachung (Saturn)
  • totale (Pluto) Rigidität (Saturn)
  • die Konzeption (Pluto) der Ordnung (Saturn)

Dieser Zyklus kann also viele Entsprechungen haben und es obliegt uns, hier auch positive Deutungen zu finden und ins Leben zu bringen. Vor kurzem fiel mir auf, dass wir Saturn-Pluto auch als tabuisierte (Pluto) Hierarchien (Saturn) deuten könnten. Und in der Tat erklärt diese Deutung einige Probleme, die wir in unserer Gesellschaft derzeit haben. Wir tun ständig so, als gäbe es keine Hierarchien. Ganz besonders stark ist das in sozialen Vereinen und Institutionen, in NGOs, in Parteien des linken Spektrums und im psychosozialen Bereich zu finden. Dort wird oft von „flachen Hierarchien“ oder von Basisdemokratie geredet und so getan, als wären alle in dieser Organisation auf einer Ebene. Tabuisiert wird, dass es Hierarchien gibt oder auch nur geben könnte.

Das gleiche Thema finden wir in den sozialen Medien wie Facebook, Twitter, Instagram etc. Und hier wird es auch tatsächlich zu einem Problem, das uns als Gesellschaft aktuell noch überfordert. Der Kommentar eines Universitätsprofessors, der sich 30 Jahre lang intensiv mit einem Thema auseinandergesetzt hat, steht hier gleichberechtigt neben einem Durchschnittsbürger, der sich zuvor noch nie oder gerade einmal fünf Minuten mit diesem Thema beschäftigte. Das hat zweifellos Vorteile, wenn man bedenkt, dass der Professor bezüglich seines Themas auch betriebsblind sein könnte und der unbedarfte User hier einen neuen Blickwinkel einbringen könnte. Im Großen und Ganzen senken derartige, gleichberechtigt nebeneinander stehende, Kommentare aber das Niveau, sie verhindern großteils eine sachliche Auseinandersetzung und oftmals wenden sich gerade die intelligenteren User angewidert ab und diskutieren überhaupt nicht mehr mit.

Wir tun also so, als gäbe es keine Hierarchien des Wissens, der Fertigkeiten, der Intelligenz usw., wir tabuisieren diese Hierarchien. „Hierarchie“ ist überhaupt so ein böses Wort geworden. Man gerät schnell in Verdacht, reaktionär, altmodisch und sehr konservativ zu sein, wenn man es gebraucht. Dennoch existieren Hierarchien überall in der Welt. Von einem dreijährigen Apfelbäumchen erwarten wir nicht, dass es 500 kg Äpfel liefert, auch würden wir einen Fünfjährigen nicht auf ein Motorrad setzen. Und von einem Staatenlenker erwarten wir üblicherweise ein einschlägiges Studium, Berufs- und Lebenserfahrung, auch wenn wir in Österreich das etwas anders handhaben 😉

Viele spirituelle Medien berichten davon, dass es auch in der geistigen Welt Hierarchien gäbe, nämlich Hierarchien der Liebesfähigkeit. Und die könnten wir auch in unserer irdischen Welt anwenden, wir müssten dann nicht mehr von Linken und Rechten, von Dummen und Intelligenten, von Gebildeten und Ungebildeten, von Adeligen und Normalsterblichen sowie Mächtigen und Machtlosen sprechen, wir könnten einfach unser Herz entscheiden lassen, wie liebevoll ein Standpunkt ist. Überhaupt ist die Frage „Was würde Liebe jetzt tun?“, ganz allgemein eine sehr gute Entscheidungsgrundlage. Häufig meinen wir ja, abgeklärt, erwachsen und vernünftig entscheiden zu müssen, aber unser Herz möchte auch gehört werden. Es wird allzu häufig ignoriert.

Möglicherweise bringt uns der neue Saturn-Pluto-Zyklus (2020 bis 2053) also auch ein neues, positiveres Verständnis von Hierarchien. Es ist durchaus nützlich in einer Gesellschaft, wenn einer eine bestimmte Fertigkeit besonders herausragend beherrscht, wenn einer bereit ist, Führung zu übernehmen, wo diese nötig ist. Wir müssen darauf nicht unbedingt mit Neid, Wut, Hass, Eifersucht und Missgunst reagieren. Wir könnten uns auch freuen, dass einer bereit ist, voran zu gehen, Verantwortung zu übernehmen und uns selbst diese schwere Bürde abnimmt. Das würde auch die politische Diskussion ein wenig entlasten, wo ja sehr häufig auf „die da oben“ geschimpft wird, aber kaum einer bereit ist, sich politisch einzubringen oder gar Verantwortung zu übernehmen.

Die Finsternisse im persönlichen Horoskop

Die Finsternisse im Juli 2019 finden auf 10°38′ Krebs (totale Sonnenfinsternis) sowie 24°04′ Steinbock (partielle Mondfinsternis) statt. Deshalb sind insbesondere jene Personen von dieser Finsternis betroffen, die Stellungen im Bereich 10° bis 11° oder 24° bis 25° kardinal (Krebs, Waage, Steinbock und Widder) aufweisen. Insbesondere Menschen mit Sonne oder einer Hauptachse (AC/DC, MC/IC) in diesem Gradbereich dürften die Finsternis besonders deutlich spüren.

Hier stehen möglicherweise wichtige Lebensentscheidungen an oder es gilt, aus bestehenden Strukturen auszubrechen. Doch brechen Sie nichts übers Knie! Oft sehen wir um die Tage einer Finsternis herum nicht sehr klar. Beobachten Sie genau, was an Fantasien, inneren Bildern, Gefühlen und Stimmungen auftaucht und handeln Sie erst ganz am Ende dieses Zyklus, nachdem Sie alle Fakten und Informationen gesammelt haben. Ab 1. August ist auch Merkur wieder direktläufig, was eine etwas zuverlässigere Basis für gute Entscheidungen sein könnte.

Persönliche Beratung

Astrologische Beratung Stefan HofbauerWenn Sie herausfinden wollen, welche Bedeutung die aktuellen Finsternisse für Ihr eigenes Radix haben, empfiehlt sich eine persönliche Beratung. Eine astrologische Beratung ist in vielen Lebenssituationen hilfreich, insbesondere dann, wenn Sie sich in einer Phase der Neuorientierung befinden oder wenn Sie das Gefühl haben, mehr aus Ihrem Potenzial machen zu können. Für eine individuelle Beratung bereite ich mich ausgiebig vor und beantworte, so gut es mir möglich ist, alle Fragen Ihres konkreten Anliegens. Weitere Informationen zu Ablauf und Kosten einer Beratung finden Sie hier.

Bildnachweis

Die Bilder stammen von pixabay.com, die Astro-Grafiken wurden mit der Software Sarastro erstellt.

Literatur

Campion, Nicholas (1991). Das Buch der Welthoroskope. Alle wichtigen Daten und Quellen zu Ländern, Nationen und weltpolitischen Ereignissen. Edition Astrodata.

Greene, Liz (1999). Frankreich-Horoskop: https://www.astro.com/nat/natfr_e.htm

Rudhyar, Dane & Rael-Rudhyar, Leyla (1994). Der Sonne/Mond-Zyklus. Ein Schlüssel zum Verständnis der Persönlichkeit. Edition Astrodata.

von Schierstedt, Claudia (1999). Finsternisse astrologisch deuten. Chiron Verlag.

Ware, Bronnie (2015). 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen. Einsichten, die Ihr Leben verändern werden. Goldmann.

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare.

  1. hallo herr hofbauer,
    danke für ihren erhellenden artikel und ganz besonders für folgenden satz: „Und von einem Staatenlenker erwarten wir üblicherweise ein einschlägiges Studium, Berufs- und Lebenserfahrung, auch wenn wir in Österreich das etwas anders handhaben“ 😉
    ich würde mir im übrigen noch eine astrologische vorausschau wünschen zu den nationalratswahlen im herbst – in der hoffnung, dass die zeit für eine solche todel-partie, wie wir sie in der türkis-blauen-regierung erleben durften, vorbei ist.
    mit lieben grüßen,
    peter hofinger

  2. Danke für das Teilen Ihres Artikels Herr Hofbauer. Zu den Hierarchien möchte ich gerne anmerken, dass ich seit vielen Jahren einen nicht ganz einfachen Hund (Abstammung Wolf, wie wir ja alle wissen 🙂 habe und mich dadurch zwangsweise mit diesem Thema beschäftigen musste. Ja, Hierarchien können sehr wertvoll sein. Kein Wolfsrudel oder eine andere, im Verbund lebende Tierart, könnte ohne diese überleben. Ein sehr guter Hundetrainer sagte mir dazu mal: Wenn die Wölfe ihre „Führungspersönlichkeiten“ ähnlich wie wir Menschen „auswählen“ würden, könnten sie nicht eine Woche überleben 🙂 Ich denke, das Problem ist nicht „Hierarchie“ an sich, sondern die häufige Unfähigkeit der Menschen „die Richtigen“ auszusuchen, denn diese wären einfach Menschen, die in der Lage sind, BEWUSST zu sein, DURCHGEHEND und WIRKLICH LIEBENDE Verantwortung zu übernehmen, was, ebenso wie im Tierreich, KEINESWEGS so viele Vorteile hat, wie allgemein gedacht. Aber von dieser Sorte Mensch gibt es leider nicht allzu viele.

  3. Danke Herr Hofbauer für Ihre feinen und kompetenten Worte.
    So mögen uns alle die Worte des kleinen Prinzen begleiten und diese schwierige Zeit erleichtern. Denn auch ich glaube, dass es nur Mitgefühl sein kann, das uns andere und Andersdenkende verstehen lässt.
    Ihnen wünsche ich einen schönen Sommer und alles Liebe,
    Margit Taus

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