Die totale Mondfinsternis vom 31.1.2018

Man muß an jedem Menschen so lange suchen, bis man den individuellen Punkt findet, wo er originell ist. (Jean Paul)

MondfinsternisDer Vollmond vom 31.1.2018 ist eine totale Mondfinsternis in Erdnähe. Seit August 2016 und noch bis Jänner 2019 finden immer wieder Finsternisse auf der Achse Löwe-Wassermann statt, weil die Mondknotenachse sich im Zeitraum von 9. Mai 2017 bis 6. November 2018 durch diese Zeichen bewegt. Dass auch davor und danach noch Finsternisse auf dieser Achse stattfinden können liegt daran, dass der Orbis einer Finsternis, also der Abstand der Neumond- oder Vollmondstellung von der Mondknotenachse, bis zu 18 Grad betragen kann. Aufgrund der Tageszeit ist die Mondfinsternis in Europa kaum zu beobachten. Optimal sichtbar ist sie im östlichen Asien, in Australien und im Pazifik.

Die gegenwärtige Eklipsenperiode, Ende Jänner bis Mitte Februar, wiederholt in gewisser Weise die Energien der Mond- und Sonnenfinsternisse von August 2017. So findet die totale Mondfinsternis vom 31. Jänner exakt auf dem Mars der partiellen Mondfinsternis vom 7. August 2017 statt. Die Venus vom Jänner 2018 wiederum befindet sich in Konjunktion mit der damaligen Mondstellung. Wir dürfen also erwarten, dass Themen, die insbesondere im August 2017 aktuell waren, noch einmal eine Rolle spielen und bearbeitet werden wollen.

So trat im August 2017 beispielsweise die Schweizer Juristin Carla Del Ponte als Sonderermittlerin für Syrien mit der Begründung zurück, dass man rein gar nichts erreicht habe. Auch dieser Tage fanden wieder Syrien-Gespräche in Wien statt, die praktisch ergebnislos verliefen. Des weiteren eskalierte der Streit zwischen Kim Jong-un und Donald Trump mit massiven gegenseitigen Drohungen. Die Mondfinsternis vom 31. Jänner findet in Konjunktion mit Trumps Pluto in 12 statt. Trump, der selbst bei einer totalen Mondfinsternis geboren wurde, dürfte angesichts dieser Konstellation mit schmerzlichen emotionalen Themen und auch geheimen Absprachen und Verstrickungen konfrontiert werden. Von Kim Jong-un ist leider weder eine Geburtszeit, noch ein Geburtsdatum bekannt, selbst sein Geburtsjahr gilt als umstritten (vgl. Jim Jong-un Astrodatabank). Das Horoskop Nordkoreas wird von der Mondfinsternis kaum tangiert, während die Sonnenfinsternis vom 15. Februar 2018 wie die totale Sonnenfinsternis vom 21. August 2017 Nordkoreas Saturn auslöst, diesmal jedoch durch eine Opposition.

Auf der Löwe-Wassermann-Achse geht es vor allem um die Herausbildung einer starken Ich-Struktur und ihre Transzendierung für humanistische Ziele. Gegenwärtig transitiert aber der absteigende Mondknoten durch Wassermann und der aufsteigende durch das Zeichen Löwe. Hier werden also frühere humanitäre Ziele, gesellschaftliche Vorstellungen und Ideale auf ihre weitere Brauchbarkeit hin untersucht, um zu neuer Lebendigkeit, neuem Ausdruck und vitaler Herzlichkeit zu finden. Da und dort wird sich vielleicht so mancher Egomane auf der politischen Bühne auch wie ein Elefant im Porzellanladen produzieren, um seine Machtstellung vermeintlich zu sichern, während er sie in Wahrheit demontiert (vgl. Artikel Die Löwe-Wassermann-Achse).

In den ersten beiden Monaten des Jahres 2018 befindet sich die Mondknotenachse auf 15° der genannten Zeichen (Orbis 0°30‘).  Der 15. Grad eines Zeichens ist nach Michael Roscher ein kritischer Grad, mit dem Planetenthema der beiden Herrscherplaneten der beteiligten Zeichen. Damit verdichtet sich in diesem Zeitraum die Polarität Löwe-Wassermann und das Planetenthema Sonne-Uranus dürfte jetzt besonders augenfällig werden. Dass genau in dieser Zeitperiode eine totale Mondfinsternis stattfindet, unterstreicht diesen Eindruck.

Finsternisse 2018

In diesem Jahr finden fünf Finsternisse statt, drei Sonnen- und zwei Mondfinsternisse. Üblich sind vier Finsternisse pro Jahr. In manchen Jahren kann es jedoch vorkommen, dass sowohl der Neumond vor als auch nach dem Mondknoten eine (partielle) Finsternis ist. Das hängt damit zusammen, dass Neumonde bis zu 18 Grad von der Mondknotenachse entfernt sein können, um immer noch Finsternisse zu sein. Erwähnenswert sind 2018 vor allem die Mondfinsternisse, weil sie sowohl im Jänner als auch im Juli totale Finsternisse sein werden, während die Sonnenfinsternisse dieses Jahres ausnahmslos partiell sein werden.

  • 31.1.2018 eine totale Mondfinsternis auf 11°37′ Löwe
  • 15.2.2018 eine partielle Sonnenfinsternis auf 27°07′ Wassermann
  • 13.7.2018 eine partielle Sonnenfinsternis auf 20°42′ Krebs
  • 27.7.2018 eine totale Mondfinsternis auf 4°45′ Löwe
  • 11.8.2018 eine partielle Sonnenfinsternis auf 18°41′ Löwe

Mondfinsternisse kommen dann zustande, wenn sich ein Vollmond in der Nähe der Mondknotenachse ereignet. An der Stellung von Lilith und Priapus, in der Grafik als schwarzer Mond (Lilith) und schwarzer Mond mit Pfeil (Priapus) eingzeichnet, erkennen wir, ob die Finsternis in Erdnähe oder Erdferne stattfindet. Eine Finsternis in der Nähe von Priapus (vgl. Abbildung 3) ist eine erdnahe Finsternis. Der Mond befindet sich dann in einem Abstand von etwa 360.000 Kilometern.

Deutung von Finsternissen

In der Deutung gelten Sonnenfinsternisse als bedeutsamer als Mondfinsternisse und totale Finsternisse werden als wichtiger erachtet als partielle. Wichtig ist aber auch, ob Planeten Aspekte zur Finsternis bilden. Je mehr Aspekte zur Finsternisstellung vorhanden sind, desto bedeutsamer ist die Finsternis.

Die Deutung von Finsternissen ist unter Astrologen umstritten. Manche meinen, sie wirkten sehr stark, aber es sei unklar in welche Richtung, andere sind der Meinung, sie wären mit einem Pluto- oder Uranus-Transit vergleichbar. Dass sie bedeutsam sind, gilt als sicher, häufig dürfte ihre Wirkung aber nicht so offensichtlich sein, wie wir erwarten. Ein Beispiel dafür ist die totale Sonnenfinsternis von 21. August 2017. Viele Astrologen hatten damals erwartet, dass Trump sein Amt verliert oder einen Krieg beginnen würde. Tatsächlich dürfte sich diese Finsternis aber eher in gewaltigen Naturkatastrophen manifestiert haben. Möglich ist aber auch, dass damals etwas geschehen ist, von dem wir noch gar nichts wissen oder das der Weltöffentlichkeit verborgen blieb, ähnlich wie der Machtwechsel von Jelzin zu Putin, in den Tagen der Sonnenfinsternis vom 1999, damals kaum wahrgenommen oder als wichtig bewertet wurde.

Für Putin dürfte die Mondfinsternis übrigens auch bedeutsam sein, da sie innerhalb weniger Bogenminuten seine Venus auslöst (Sonne-Mond-Opposition im T-Quadrat auf seine Radix-Venus). Allerdings ist auch hier eine genauere Aussage sehr schwierig, weil von Putin mehrere Geburtszeiten in Umlauf sind und daher nicht klar ist, in welchem Haus seine Venus tatsächlich steht. Auffällig ist, welche Angst Putin offenbar vor Gegenkandidaten bei der russischen Präsidentenwahl im März zu haben scheint und das obwohl alle Russland-Experten davon ausgehen, dass niemand ihm den Sieg bei dieser Wahl streitig machen kann.

Obwohl zahlreiche Astrologen enorme Mengen an technischen Daten zu Finsternissen zusammengetragen haben und vielfältige Methoden gefunden haben, sie zu klassifizieren und analysieren, müssen wir doch eingestehen, dass zur Deutung von Finsternissen in der Astrologie der Gegenwart herzlich wenig bekannt ist. Wir wissen, dass sie mächtige Auslöser sein können und insbesondere dort, wo sie Achsen oder wichtige Radixstellungen berühren, zu bedeutenden Trendwenden und markanten Ereignissen führen können, welcher Art diese Ereignisse aber sein werden, können wir im Vorhinein nicht sagen.

Neumond, 17. Jänner 2018

Abb. 1. Neumond 17.1.2018, 2:17 Uhr UT, ohne Häuser.

Für die Deutung von Mondfinsternissen sollte auch im Hinterkopf behalten werden, dass jeder Vollmond thematisch mit dem vorangegangenen Neumond verbunden ist. Schließlich stellt er die volle Blüte der Entwicklung dar, die bei Neumond begonnen hat.

Im konkreten Fall der Mondfinsternis vom 31.1.2018 ist der vorangegangene Neumond am 17.1.2018 relevant. Dieser Neumond fand noch im Steinbock, in enger Konjunktion mit Venus und im Quadrat mit Uranus statt. Bemerkenswert war auch, dass sich drei weitere Planeten (Merkur, Saturn und Pluto) im Steinbock befanden und Uranus der einzige Planet in einem männlichen Zeichen war. Uranus weist möglicherweise darauf hin, dass es um einen Bruch, ein Ende einer Entwicklung gehen könnte. Die Stellung der späteren Mondfinsternis bestätigt diesen Eindruck, weil sie am absteigenden Mondknoten im Wassermann stattfindet.

Am Wochenende von 27./28. Januar fand beispielsweise die Präsidentenwahl in Tschechien statt, bei der neuerlich der konservative Miloš Zeman gewählt wurde. In Österreich erreichte die konservative Johanna Mikl-Leitner bei der Landtagswahl in Niederösterreich eine absolute Mandatsmehrheit, obwohl sie zum ersten Mal kandidierte. Zugegeben, das sind nur zwei Einzelereignisse, die sicher keine weitreichenden Schlüsse zulassen, aber vielleicht können wir die vorsichtige Vermutung wagen, dass die Zeit für wirklich Neues und Veränderung noch nicht gekommen ist. Das Alte scheint aktuell noch stärker zu sein. Es ist jedoch möglich, dass sich dies um die Tage der Mondfinsternis umkehren könnte.

Saturn, der Dispositor des Steinbock-Neumondes, stand in nahezu bogenminutengenauer Konjunktion mit Lilith. Die Thematik dieser Konjunktion begegnete uns seit Herbst 2017 in Form von Enthüllungen zu teilweise weit zurückliegenden sexuellen Übergriffen, die jetzt erst publik werden. Priapus bildet beim Neumond nicht nur eine Opposition mit Pluto, sondern auch ein Spiegelpunkt-Quadrat mit Neptun (Achse 15 Grad Stier-Skorpion). Eine mögliche Deutung wäre, dass mächtige Männer (Pluto) aus dem Showgeschäft oder globalen Organisationen (Neptun) in den Fokus rücken. Insgesamt dürften alle diese Diskussionen einen stark moralischen Ton haben, da wir es mit einem Steinbock-Stellium zu tun haben. Der Archetyp Steinbock strebt stets nach dem ultimativ richtigen, maßstäblichen Verhalten und möchte das idealerweise auch für alle anderen durchsetzen. Sehr aufmerksamen Beobachtern wird vielleicht nicht entgangen sein, dass der Eintritt von Saturn in Steinbock die Fehlertoleranz praktisch auf Null reduzierte. Insbesondere Personen, die Verantwortung tragen, dürfen sich die nächsten drei Jahre einfach keine Fehler leisten. Jeder Fehltritt wird mit Saturn in Steinbock gnadenlos sanktioniert!

Meton Zyklus

Sonnen und Mondfinsternisse werden in Zyklen zusammengefasst. Einer davon ist der Meton-Zyklus, der je nach Zahl der Einzelglieder (möglich sind vier bis sechs Finsternisse) einen Zeitraum von 76 bis 95 Jahren umfasst. Exakt alle 19 Jahre oder alle 235 Mondzyklen findet eine Finsternis auf dem gleichen Tierkreisgrad statt. Die Finsternis vom 31.1.2018 ist die zweite Finsternis dieses metonischen Zyklus, der bis 2056 reicht. Folgende Finsternisse fanden bzw. finden auf dem gleichen Tierkreisgrad statt:

  • 31.1.1999, Halbschatten Mondfinsternis (11°20‘ Löwe)
  • 31.1.2018, totale Mondfinsternis (11°37‘ Löwe)
  • 31.1.2037, totale Mondfinsternis (12°02‘ Löwe)
  • 1.2.2056, Halbschatten Mondfinsternis (12°22‘ Löwe)

Bei der Stellung des absteigenden Mondknotens im Wassermann dürfen wir auch erwarten, dass die Ereignisse rund um diese Finsternisse etwas mit Wissenschaft und Technik zu tun haben könnten. So wurde am 1.2.1999 die Lissabon Konvention wirksam. Das ist ein Übereinkommen über die Anerkennung von Qualifikationen im Hochschulbereich in der Europäischen Union (zit. nach Wikipedia).

Einen Monat davor am 1.1.1999 wurde der Euro als Buchgeld eingeführt. Auch hier wurde eine Idee (Wassermann) einer gemeinsamen Währung in die Realität gebracht.

Einige Wochen später, am 12.3.1999, kommt es zur ersten NATO-Osterweiterung um die Länder Polen, Tschechien und Ungarn, weitere Länder folgten dann 2004 und 2009. Dass Russland diese Einkreisung als immer größere Demütigung und Bedrohung empfindet ist nachvollziehbar und dürfte viel mit den gegenwärtigen Spannungen in der Welt zu tun haben.

In den Alpen kam es in Galtür und Valzur wenige Tage nach der Sonnen-Finsternis vom 16. Februar 1999 zu einem der schlimmsten Lawinenunglücke der jüngeren Geschichte mit 38 Toten und 48 Verletzten. 19 Jahre später finden zwei Finsternisse statt, die zum gleichen metonischen Zyklus gehören wie 1999. Und wieder ist die Lawinengefahr in den Alpen außergewöhnlich hoch, teilweise wurde letzte Woche sogar die höchste Lawinenwarnstufe 5 ausgerufen, zahlreiche Menschen mussten wegen gesperrter Verkehrswege mit Hubschraubern ausgeflogen werden. Es bleibt zu hoffen, dass alle Beteiligten aus der Katastrophe von Galtür gelernt haben.

Saros Serie 124

Die Mondfinsternis vom 31. Jänner ist die 49. Finsternis des Saros-Zyklus mit der Nummer 124, der im Dezember 1152 mit einer kleinen Halbschattenfinsternis begann und nach 73 Finsternissen im Oktober 2450 enden wird. Die Finsternis ist die 21ste totale Finsternis in diesem Saros-Zyklus.

Lunar Saros 124, Muttereklipse

Abb. 2. Muttereklipse Saros 124 lunar, 17.8.1152 (jul. Kalender), 0:09:29 UT.

Die Muttereklipse dieser Saros-Serie fand auf 0°17‘ Fische statt. Sonne und Mond bildeten ein exaktes T-Quadrat auf Neptun im Skorpion, allerdings handelte es sich um ein sogenanntes unechtes Quadrat, weil Neptun nicht im „quadratischen“ Zeichen Schütze, sondern noch im Wasserzeichen Skorpion stand.

In Europa war das 12. Jahrhundert eine Zeit in der Papst und Kaiser um ihre Vormachtstellung konkurrierten. Gleichzeitig war es auch eine Periode des Aufstiegs der Wissenschaften. Allmählich wurden auch wieder antike Texte gelesen und begeistert übersetzt. Im Jahr 1152 wurde Friedrich I. Barbarossa zum deutschen König gekrönt. In England tobte bereits seit 1135 und noch bis 1154 der Englische Bürgerkrieg.

Für Astrologen des 12. Jahrhunderts dürfte die Finsternis vom August 1152 unspektakulär gewesen sein. Zum einen, weil es sich um eine Halbschattenfinsternis in Erdferne handelte und zum zweiten, weil sie ein harmonisches Trigon zu Jupiter bildete und Uranus, Neptun und Pluto ja noch unbekannt waren. Ein harmonisches Trigon der Fixsterne Acrux und Alphecca anfangs Skorpion unterstrich möglicherweise die positive Deutung dieser Finsternis.

Vollmondeklipse, 31.1.2018 für Wien

Abb. 3. Vollmondeklipse, 31.1.2018, 14:27 MEZ, Wien.

Betrachten wir die totale Mondfinsternis vom 31. Jänner, so handelt es sich auf den ersten Blick um eine Vollmondkonstellation ohne wesentliche Aspekte. Venus steht in Opposition mit dem Vollmond, allerdings mit mehr als 5 Grad Orbis. Berücksichtigt man auch Spiegelpunkte, so befindet sich die Mondknotenachse der Finsternis exakt auf der Spiegelachse der fixen Zeichen (15° Löwe/Wassermann bzw. 15° Stier/Skorpion). Pluto und Neptun, Saturn/Lilith und Chiron sowie Mars und Uranus befinden sich alle etwa gleich weit von dieser Achse entfernt, liegen also auf Spiegelpunkten.

Für Wien und Berlin finden wir einen Krebs-Aszendenten und die Finsternis selbst im 2. Haus. Das gilt prinzipiell auch für Zürich, allerdings steht die Vollmond-Konstellation dort schon knapp an der Grenze zum 3. Haus, weshalb man sie eventuell dort interpretieren müsste. Thematisch geht es hier um Grenzen, Sicherheit und Geld (2. Haus). Übersprungshandlungen oder völlig unerwartete Reaktionen und Abbrüche sind möglich (Priapus in 1, Quadrat Uranus). Wahrscheinlich geht es auch um alte Schulden und Verstrickungen (Sonne und Venus in 8). Vielleicht werden Verpflichtungen nicht eingehalten oder Menschen reagieren deutlich irrationaler als sonst.

Themen der Finsternis vom 31.1.2018

Entsprechend der Analogie wird bei einer Mondfinsternis das Seelische (Mond) vom Geist (Sonne) überschattet. Wir sind in Gefahr, emotionale Aspekte aktueller gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen zu übersehen, zumal die Mondfinsternis im Löwen stattfindet, der ja auch mit emotionalem Ausdruck zu tun hat.

Alte Ideale wollen hier noch einmal hinterfragt werden, wissenschaftliche Erkenntnisse, technische Errungenschaften und gesellschaftliche Werte stehen auf dem Prüfstand. Die Entwicklungsrichtung geht nach Löwe (aufsteigender Mondknoten), in unser Herz, unsere Lebendigkeit, unsere Lebensfreude. Technische Pannen (Meltdown, Spectre) könnten ebenso in den Fokus rücken wie Probleme, die mit moderner Technik einhergehen.

Was bedeutet es, dass wir heute nur noch vor Computerbildschirmen sitzen, aber mit realen Menschen immer weniger zu tun haben? Welche Bedeutung hat es, dass wir freiwillig sehr persönliche Dinge von uns preisgeben, ja sogar „Abhörgeräte“ (Googles Alexa, Smartphones, Smart-TV, etc.) in unsere Wohnzimmer stellen, die alles aufzeichnen, was dort geschieht und an Server in den USA oder nach Asien schicken, ohne dass wir wissen, was mit diesen Daten geschieht? Wenn alles vernetzt ist und optimiert wird (Wassermann) wo bleibt da das Individuum (Löwe)?

Der Datenschutz ist dabei nur ein besonders offensichtliches Problem, wissenschaftliche Studien belegen mittlerweile auch, dass die ständige Computerbenutzung und Bildschirmarbeit unsere Augen verschlechtern, unsere Gehirne verändern und uns suchtanfälliger machen. Wir sind süchtig geworden nach virtuellen Likes auf Facebook, Twitter, Instagram und unsere sozialen Beziehungen nehmen an Qualität immer mehr ab. Kein Wunder, dass sich immer mehr Menschen ausgebrannt und innerlich leer fühlen! Der herzliche menschliche Kontakt ist nicht nur Garant für Lebenszufriedenheit und Glück, sondern auch für ein langes Leben. Vielleicht sollten wir uns gerade daran erinnern, bei der kommenden Finsternis am 31. Jänner 2018.

Dass sich manche Menschen in virtuellen Welten und unseriösen Nachrichtenplattformen geradezu verlieren können, erlebe ich mittlerweile sogar in meiner psychotherapeutischen Praxis, in der Form, dass es Menschen teilweise nicht mehr gelingt, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Letzteres hat, wie wir inzwischen wissen, auch mit dem sogenannten Multitasking zu tun. Anfangs des Jahrhunderts glaubte man noch, dass das erstrebenswert sei. Mittlerweile wissen wir, dass es gesundheitsschädlich ist, es führt zunächst zu einem erhöhten Stresslevel, schließlich zu einer sehr oberflächlichen Verarbeitung von Informationen im Gehirn und irgendwann dazu, dass wir Wichtiges von Unwichtigem nicht mehr unterscheiden können (vgl. etwa FAZ).

Mundanastrologische Hinweise

Vollmondeklipse 31. Jänner 2018, Astrokartografie

Abb. 4. Vollmondeklipse, 31.1.2018, Astrokartografie-Linien (nur Sonne, Mond und Venus eingeblendet).

Die Astrokartographie könnte uns Hinweise liefern, wo auf der Welt Ereignisse stattfinden könnten.

In der nebenstehenden Grafik zeigen uns die Linien, wo in der Welt die Mondfinsternis auf einer Achse stattfindet. Eingezeichnet ist auch die Venuslinie, weil die Venus in weiter Opposition zum Vollmond steht.

Am Aszendenten findet die Finsternis für Skandinavien, Teile Russlands, Kasachstans, Turkmenistan und den Iran statt. Am Deszendenten findet sie vor allem in Nordamerika und Mexiko statt. Direkt am MC finden wir die Mondfinsternis im äußersten Osten Russlands sowie auf den Salomonen-Inseln vor Australien. Am IC schließlich steht sie nur in Island.

Betrachten wir jene Länder, die signifikante Stellungen, wie Aszendent, Deszendent oder Sonne, auf 11°37‘ Löwe (+/- 1 Grad Orbis) haben, so finden wir, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, folgende Länder und Institutionen, die von der bevorstehenden Finsternis am deutlichsten betroffen sein dürften (fett gedruckt sind hier jene Länder/Institutionen, mit dem geringsten Orbis zum Finsternisgrad):

  • Syrien (Chiron auf 10°29‘ Löwe)
  • Philippinen (Pluto auf 10°30‘ Löwe)
  • Niger (Sonne auf 10°36‘ Löwe)
  • Irak (Uranus auf 10°38‘ Löwe)
  • Vietnam (Pluto auf 10°44‘ Löwe)
  • Mongolei (Neptun auf 11°35‘ Löwe)
  • Vereinte Nationen (Pluto auf 11°43‘ Löwe)
  • Ukraine (Saturn auf 11°51‘ Löwe)
  • Äthiopien (MC auf 12°08‘ Löwe)

In Konjunktion mit der Sonnenstellung, also in Opposition mit dem verfinsterten Vollmond finden wird:

  • Westsamoa (Jupiter auf 10°33‘ Wassermann)
  • Uganda (Mond auf 10°41‘ Wassermann)
  • Jemen (Mondknoten auf 10°58‘ Wassermann)
  • Tunesien (Chiron auf 11°14‘ Wassermann)
  • Mexiko (Sonne auf 11°31‘ Wassermann)
  • Paraguay (Mond auf 11°38‘ Wassermann)
  • Marokko (Chiron auf 11°39‘ Wassermann)
  • Iran (Khomeinis Ankunft) (Sonne auf 11°45‘ Wassermann)
  • Lettland (Mondknoten auf 11°54‘ Wassermann)

Transite zum Finsternisgrad

Um festzustellen, wann die Finsternis konkrete Ereignisse auslösen könnte, ist es wichtig, die Tage zu betrachten, an denen Schnellläufer (Sonne, Merkur, Venus, Mars) den Finsternisgrad auslösen. Dies ist an folgenden Tagen der Fall:

  • 7.2.2018, Merkur Opposition Finsternisgrad (=FG)
  • 14.2.2018, Mars Trigon FG
  • 14.3.2018, Merkur Trigon FG
  • 16.3.2018, Venus Trigon FG
  • 1.4.2018, Sonne Trigon FG
  • 2.4.2018, Merkur Trigon FG
  • 9.4.2018, Venus Quadrat FG
  • 28.4.2018, Merkur Trigon FG
  • 2.5.2018, Sonne Quadrat FG
  • 4.5.2018, Venus Sextil FG
  • 20.5.2018, Merkur Quadrat FG
  • 2.6.2018, Sonne Sextil FG
  • 4.6.2018, Merkur Sextil FG
  • 23.6.2018, Venus Konjunktion FG
  • 7.7.2018, Merkur Konjunktion FG

An all diesen Tagen können wir Ereignisse erwarten, die mit der Finsternis vom 31.1.2018 in Zusammenhang stehen. Am wahrscheinlichsten sind Ereignisse in unmittelbarer zeitlicher Nähe zur Finsternis und im Mai, wenn sowohl Sonne als auch Merkur ein Quadrat mit der Finsternisstellung bilden.

Finsternis im persönlichen Erleben

Im persönlichen Erleben dürften vor allem jene Personen die Finsternis am deutlichsten spüren, die Planetenstellungen im Bereich 11°37‘ fix (Stier, Löwe, Skorpion und Wassermann) +/- 1 Grad aufweisen. Außerdem spüren wir, meiner Erfahrung nach, eine Finsternis vor allem dann besonders deutlich, wenn sie die AC/DC-Achse oder die MC/IC-Achse berührt. Auch hier werden Sie die Mondfinsternis besonders dann sehr stark spüren wenn Sie im Bereich 11°37‘ Löwe oder Wassermann (+/- 1 Grad) Ihren Aszendenten oder Ihr MC haben, etwas schwächer, wenn Ihr Aszendent oder Ihr MC auf den gleichen Graden im Stier oder im Skorpion steht (Finsternis im Quadrat zu Ihrer AC/DC-Achse).

Insbesondere die Themen Lebensfreude, emotionaler Ausdruck, Herzlichkeit und Lebendigkeit dürften bei dieser Finsternis stark im Vordergrund stehen. Hilfreiche Fragen könnten sein:

  • Wo möchte ich mehr im Mittelpunkt stehen?
  • Was macht mir wirklich Freude?
  • Wo kommen meine individuellen Bedürfnisse zu kurz?
  • Welche Ideale und Gruppenregeln habe ich bisher blind befolgt und möchte ich jetzt hinterfragen?
  • Wem möchte ich mit mehr Herzlichkeit begegnen?
  • Welche zwischenmenschlichen Kontakte finde ich wärmend und nährend, welche Freundschaften haben sich eher überlebt?
  • Von welchen Idealen möchte ich mich verabschieden?
  • Wo habe ich mir Lob und Anerkennung verdient?
  • In welchen Lebensbereichen sollte ich mich etwas mehr zeigen (auf die Bühne stellen)?

Persönliche Beratung

Astrologische Beratung Stefan HofbauerEine astrologische Beratung ist in vielen Lebenssituationen hilfreich, insbesondere dann, wenn Sie sich in einer Phase der Neuorientierung befinden oder wenn Sie das Gefühl haben, mehr aus Ihrem Potenzial machen zu können. Für eine individuelle Beratung bereite ich mich ausgiebig vor und beantworte, so gut es mir möglich ist, alle Fragen Ihres konkreten Anliegens. Weitere Informationen zu Ablauf und Kosten einer Beratung finden Sie hier.

Bildnachweis

Die Bilder stammen von pixabay.com, die Astro-Grafiken wurden mit der Software Sarastro erstellt.

Literatur

Campion, Nicholas (1991). Das Buch der Welthoroskope. Alle wichtigen Daten und Quellen zu Ländern, Nationen und weltpolitischen Ereignissen. Edition Astrodata.

Schierstedt, Claudia von (1999). Finsternisse astrologisch deuten. Chiron Verlag.

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