Die Sonnenfinsternis vom 21. Juni 2020

Sonnenfinsternis, 21. Juni 2020
Sonnenfinsternis, 21. Juni 2020

Abb. 1. Ringförmige Sonnenfinsternis, 21. Juni 2020, 6:41 Uhr UT, ohne Häuser.

Am 21. Juni 2020 findet eine ringförmige Sonnenfinsternis auf 0°21‘ Krebs statt, im weiten Quadrat mit Mars und im Quinkunx mit Saturn. Eine Finsternis direkt am Kardinalpunkt 0° Krebs ist an sich schon sehr bedeutsam, in diesem Fall begleiten die Finsternis aber noch zahlreiche andere Konstellationen, die uns Ende Juni einen spürbaren Energiewechsel bescheren.

So wird am 18. Juni Merkur rückläufig, am 23. Juni wird Neptun rückläufig, am 25. Juni wird die Venus direktläufig, am 28. Juni wechselt Mars in sein eigenes Zeichen Widder, am 30. Juni gibt es die zweite von drei Jupiter-Pluto-Konjunktionen und am 1. Juli schließlich wechselt Saturn zurück in den Steinbock, wo er bis 17. Dezember bleiben wird. Am 5. Juli gibt es dann noch einmal eine Halbschatten-Mondfinsternis im Trigon mit Uranus und im Quadrat mit Chiron.

Die Langsamläufer Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto werden ja ganz regelmäßig rückläufig, es ist aber recht selten, dass gleichzeitig auch zwei Schnellläufer, nämlich Merkur und Venus rückläufig sind. Wir dürfen also in diesen letzten Tagen des Juni und den ersten Tagen des Juli 2020 erwarten, dass vieles nicht ganz rund läuft, dass Missverständnisse sich häufen, Waren nicht lieferbar sind, Rechnungen falsch ankommen, E-Mails fehlgeleitet werden oder komplett missverstanden werden. Erst am 12. Juli sind dann sowohl Venus als auch Merkur wieder direktläufig. Vieles dürfte sich dann klären und allmählich wieder reibungsloser laufen.

Die Sonnenfinsternis vom 21. Juni wäre hinsichtlich ihres Orbis (Abstand der Neumondkonstellation vom Mondknoten) eigentlich eine totale Sonnenfinsternis. Da der Mond sich aber in Erdferne befindet, kann er die Sonnenscheibe nicht vollständig bedecken. Um das auf einen Blick erkennbar zu machen, habe ich in der obigen Grafik Lilith und Priapus eingezeichnet, die ich ansonsten für die Deutung schon länger nicht mehr verwende. Für Finsternisdeutungen ist es deshalb sinnvoll, Lilith und Priapus in die Horoskopgrafik einzuzeichnen, weil sich anhand ihrer Stellung leicht erkennen lässt, ob es sich bei einer Sonnenfinsternis um eine totale oder eine ringförmige handelt.

Lilith, das Apogäum, ist ja der Punkt auf der Mondbahn, an dem der Mond der Erde fern ist. Daher erscheint er hier etwas kleiner. Findet jetzt ein Neumond statt, während gleichzeitig Sonne, Mond und Lilith in der Nähe des Mondknotens stehen, so handelt es sich um eine ringförmige Sonnenfinsternis. Befindet sich jedoch Priapus während eines Neumondes in der Nähe der Mondknotenachse, so handelt es sich um eine totale Sonnenfinsternis. Allerdings muss der Neumond dazu auch innerhalb eines Orbis von maximal 11°15′ von der Mondknotenachse entfernt sein. Außerhalb dieses Orbis kommt auch bei Mondnähe nur eine partielle Finsternis zustande (von Schierstedt, 1999). Die nächste Finsternis mit dem Mond in Erdnähe findet übrigens am 14. Dezember 2020 als totale Sonnenfinsternis statt.

Die Finsternisse 2020

In diesem Jahr ereigneten sich bereits zwei Halbschatten-Mondfinsternisse am 10. Jänner und am 5. Juni. Bis Jahresende finden noch vier weitere Finsternisse an folgenden Tagen statt:

  • 21.6.2020, ringförmige Sonnenfinsternis auf 0°21‘ Krebs
  • 5.7.2020, Halbschatten-Mondfinsternis auf 13°37‘ Steinbock
  • 30.11.2020, Halbschatten-Mondfinsternis auf 8°38‘ Zwillinge
  • 14.12.2020, totale Sonnenfinsternis auf 23°08‘ Schütze

Im Allgemeinen werden Sonnenfinsternisse als wichtiger erachtet als Mondfinsternisse. Ganz generell wird Sonnenfinsternissen eine starke transformatorische Wirkung zugeschrieben, wobei im Vorhinein unklar bleibt, in welche Richtung diese gehen werden. Viele Astrologen vergleichen Sonnenfinsternisse ihrer Wirkung nach mit Pluto-Auslösungen und -Transiten. Allerdings hängt die Wirksamkeit und Wahrnehmbarkeit von Finsternissen immer auch davon ab, wie viele Aspekte die Finsternis selbst bildet und was sie im eigenen Radix bzw. im Horoskop eines Landes berührt (=auslöst). Achsenberührungen werden dabei als besonders bedeutsam erachtet und führen oft zu tiefgreifenden Lebenswenden. Löst eine Finsternis beispielsweise unseren Radix-Pluto aus, könnte es sein, dass viele unserer Vorstellungen plötzlich zerplatzen und wir völlig neue Ziele für unser Leben finden müssen.

Die ringförmige Sonnenfinsternis am 21.6.2020

Finsternisverlauf, Sonnenfinsternis, 21. Juni 2020

Abb. 2. Finsternisverlauf der ringförmigen Sonnenfinsternis vom 21. Juni 2020.

Sichtbar ist die ringförmige Sonnenfinsternis hauptsächlich in Afrika und Asien. Die Zentralzone beginnt im westlichen Kongo knapp nördlich des Äquators und zieht sich dann vom Sudan über Äthiopien und Eritrea zum Jemen. Der weitere Verlauf geht über das südliche Saudi Arabien und den Oman, den Süden Pakistans und den Norden Indiens. An der Grenze zu China wird das Maximum dieser Finsternis erreicht. Die Zentralzone quert China von West nach Ost, um bei der Stadt Xiamen, die genau auf der Zentrallinie liegt, den Pazifik zu erreichen. Eine letzte Landberührung gibt es noch auf Taiwan, bevor die Finsternis kurze Zeit später bei Guam, das diesmal knapp außerhalb der Zentralzone liegt, endet (Quelle: http://www.sonnenfinsternis.org/sofi2020a/index.htm). Für den Norden Indiens und den Westen Chinas liegt die Sonnenfinsternis astrokartografisch zusätzlich direkt am MC, was die Wirksamkeit dieser Finsternis für diese Regionen deutlich verstärken dürfte.

Wer in den vergangenen Wochen aufmerksam die Nachrichten verfolgt hat, erkennt in diesem Finsternisverlauf viele Länder wieder, die aktuell, so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr, von Heuschreckenschwärmen betroffen sind, die binnen Stunden riesige Anbauflächen komplett kahl fressen (vgl. etwa: ORF Beitrag: Heuschreckenplage), was in der Folge zusätzlich zur Corona-Pandemie auch noch zu großflächigen Hungerkatastrophen führen könnte.

Aspekte zur Finsternis

Unspektakulär wirkt die Finsternis hinsichtlich ihrer Aspekte. Sie weist lediglich ein weites (4°30′) und unechtes Quadrat zu Mars auf sowie ein sehr genaues Quinkunx zu Saturn. Ein „unechtes“ Quadrat ist übrigens ein Quadrat, das zwar dem Orbis nach zutrifft, aber nicht hinsichtlich der Zeichenqualität. Im Fall der Finsternis befinden sich Sonne und Mond auf 0°21′ Krebs, Mars jedoch noch in Fische. Für ein echtes Quadrat müsste sich Mars entweder in Widder oder in Waage befinden. Dass Mars und Neumondkonstellation beide in Wasserzeichen transitieren, mildert das Quadrat ab, es handelt sich energetisch eigentlich um eine trigonale Zeichenqualität.

Das Quinkunx zu Saturn ist jedoch sehr genau und weicht nur 0°19′ von der Exaktheit ab. Als Deutung könnten wir sagen, dass in der Vergangenheit (absteigender Mondknoten) Begrenzungen der Freiheit (Saturn in Wassermann) zu sehr heftigen Emotionen (Finsternis im Krebs, Quadrat Mars) geführt haben. Als augenscheinlichste Entsprechung fällt mir hier der gewaltsame Tod von George Floyd durch einen rassistischen Polizeibeamten (auch das eine Entsprechung von Saturn) und die weltweiten Massenproteste im Zusammenhang damit auf. Auch die Proteste im Zusammenhang mit den Corona-Maßnahmen wären ein Beispiel. Allerdings findet die Sonnenfinsternis erst am 21. Juni statt und auch wenn man davon ausgeht, dass Sonnenfinsternisse oft ein oder zwei Wochen im Voraus wirksam sein können, liegen diese Ereignisse etwas zu weit zurück, um die Finsternis dafür „verantwortlich“ zu machen.

Die Deutung gemäß derer Begrenzungen der Freiheit zu heftigen emotionalen Ausbrüchen führen können, bleibt dennoch korrekt. Gemäß einer anderen Entsprechung könnten wir auch sagen, dass ein zu starker Fokus auf Zahlen, Daten und wissenschaftliche Berechnungen (Saturn in Wassermann), dazu geführt hat, dass wir die Menschlichkeit und das Mitgefühl (Neumondkonstellation im Krebs) übersahen. Ein emotional aufwühlendes Ereignis könnte das, um die Tage der Finsternis, grundlegend ändern.

Meton-Zyklus

Finsternisse lassen sich in größere Zyklen wie etwa den Meton- und den Saros-Zyklus einteilen. Ein Meton-Zyklus umspannt je nach Zahl der Einzelglieder (möglich sind vier bis sechs Finsternisse) einen Zeitraum von 76 bis 95 Jahren. Exakt alle 19 Jahre oder alle 235 Mondzyklen findet eine Finsternis auf dem gleichen Tierkreisgrad statt. Die Finsternis vom 21.6.2020 ist die dritte dieses metonischen Zyklus, der bis 2058 reicht. Folgende Finsternisse fanden bzw. finden auf dem (annähernd) gleichen Tierkreisgrad statt:

  • 21.6.1982 (29°47‘ Zwillinge), partielle SF, Trigon Jupiter, Opposition Neptun
  • 21.6.2001 (0°09‘ Krebs), totale SF, Opposition Chiron
  • 21.6.2020 (0°21’ Krebs), ringförmige SF, Quadrat Mars, Quinkunx Saturn
  • 21.6.2039 (0°13‘ Krebs), ringförmige SF, Sextil Mars-Neptun, Trigon Pluto
  • 21.6.2058 (29°56‘ Zwillinge), partielle SF, Trigon Uranus

Für persönliche, aber auch mundanastrologische Nachforschungen lohnt es sich vielleicht, die Ereignisse des Sommerbeginns 2001 und 1982 zum Vergleich heranzuziehen, da die damaligen Sonnenfinsternisse exakt die gleichen Planten und Achsen auslösten wie die diesjährige Finsternis.

Die Eklipse vom 21. Juni 2020 findet exakt am Tag der Sommersonnenwende statt. Die Sonne hat im Jahresverlauf ihren nördlichsten Deklinationspunkt erreicht und kehrt ihre Richtung jetzt um. Die Tage werden allmählich wieder kürzer, zunächst noch unmerklich, ab August aber deutlich spürbar. Auch gemäß der sabischen Symbole treffen wir auf diese Umkehr. Das Bild lautet: „Auf einem Schiff holen die Seeleute eine alte Flagge ein und ziehen eine neue auf.“ Wir haben es hier mit dem Bild einer Reorientierung zu tun, das die Stabilisierung der Energien mit einschließt. Einen Bezug zur Vergangenheit stellt die Sonnenfinsternis auch insofern her, als sie noch einmal auf der Achse Krebs/Steinbock stattfindet, obwohl die Mondknoten bereits im Mai 2020 nach Zwillinge/Schütze weitergewandert sind. So fand die Halbschatten-Mondfinsternis vom 5. Juni schon auf dieser neuen Achse statt, während die Sonnenfinsternis vom 21. Juni und die Halbschatten-Mondfinsternis vom 5. Juli 2020 noch einmal auf der Achse Krebs/Steinbock stattfinden. Danach finden dann nur noch Finsternisse auf der Zwillinge/Schütze-Achse statt.

Übrigens ist auch der Tierkreisgrad 29° Zwillinge bis 1° Krebs ein sogenannter kritischer Grad mit dem Planetenthema Mond-Merkur. Hier möchten also Gefühle mit dem Intellekt verbunden werden. Im Tierkreis ist dieser Übergang sehr bedeutsam, weil er den Wechsel vom 1. zum 2. Quadranten markiert, also von der Körperebene (1. Quadrant) zur psychischen oder seelischen Ebene (2. Quadrant). An diesem Punkt unserer Entwicklung entdecken wir erstmals, dass wir auch ein Innenleben voller Bilder, Bedürfnisse, Träume, Visionen und Intuitionen haben. Eine Sonnenfinsternis genau an diesem Punkt könnte uns daher mit sehr mächtigen Bildern, Archetypen und Symbolen konfrontieren, die uns noch lange beschäftigen werden.

Der Saros-Zyklus 137 (=4 Nord)

Muttereklipse Saros 137, Saros 4 Nord

Abb. 3. Muttereklipse Saros 137 (4 Nord), 25.5.1389J, 16:57 Uhr UT, ohne Häuser.

Die Muttereklipse des Saros-Zyklus 137 (=Saros 4 Nord) fand am 25. Mai 1389 (julianischer Kalender) statt. Außer einem Sextil mit Chiron weist diese Finsternis keinerlei Aspekte auf. Sie fand im Zeichen Zwillinge statt und der Zeichenherrscher stand auf 2° Krebs im genauen Trigon mit Uranus im Skorpion. Die aktuelle Finsternis kommt nun fast genau auf dem damaligen Merkur-Tierkreisgrad zu liegen und auch diesmal stehen Merkur und Uranus in einem harmonischen Aspekt, nämlich einem weiten Sextil.

Auch bei der Muttereklipse 1389 gibt es einen Saturn-Pluto-Hauptaspekt, nämlich ein Quadrat. Pluto steht zusätzlich sehr prominent am aufsteigenden Mondknoten. Mit Pluto im Stier könnte es um Gebietsansprüche gehen, Merkur im Trigon mit Uranus in Wasserzeichen weisen auf höchst emotionale und teilweise fanatische (Uranus im Skorpion) Untertöne hin, die die Rationalität (Finsternis in den Zwillingen) deutlich trüben. Claude Weiss zeigt in einem sehr spannenden Artikel auf, wie das entscheidende Ereignis dieses Jahres, nämlich die Schlacht am Amselfeld, teilweise bis in unsere Gegenwart hineinwirkt (vgl.: Astrologie heute Online Beitrag).

Deutung der Sonnenfinsternis vom 21. Juni 2020

Die Energien dieser Finsternis haben viel mit Gefühlen zu tun. Das Quadrat mit Fische-Mars könnte beispielsweise darauf hindeuten, dass wir es mit undurchschaubaren Ereignissen zu tun bekommen. Dinge geschehen im Hintergrund, die nur schwer zu verstehen sind. Wir gewärtigen aktuell zahlreiche sehr schwierige Ereignisse in der Welt. Ein Virus, an dem beim Verfassen dieses Artikels Mitte Juni 2020 mindestens 450.000 Menschen gestorben sind und ein Ende dieser Pandemie derzeit nicht abzusehen ist. Riesige, seit Jahrzehnten nicht dagewesene Heuschreckenschwärme, die in Ostafrika, Pakistan und Indien in der Folge Hungersnöte auslösen könnten, eine Umweltkatastrophe riesigen Ausmaßes in Russland und die weiterhin bestehende Bedrohung durch den Klimawandel. Manche fragen sich vielleicht: Was geschieht hier? Was ist das größere Ganze? Gibt es einen spirituellen Plan? Die Fragen sind für spirituell Suchende sicher sehr berechtigt, doch dürfen wir nicht erwarten, kurzfristig Antworten darauf zu erhalten. Frei nach Kierkegaard leben wir unser Leben vorwärts, verstehen aber immer nur rückwärts. In diesem Sinne könnte uns diese Finsternis einige Rätsel aufgeben, die wir nicht so schnell lösen werden.

Die zahlreichen eingangs erwähnten Konstellationen Ende Juni und Anfang Juli dürften einige Verwirrung stiften, Irrationalität und Fanatismus anfachen und nach einer kurzen Zeit der Öffnung und Erleichterung wieder zu Verhärtungen führen. Standpunkte prallen womöglich wieder härter aufeinander und wirtschaftlich kommt es wohl zur Vernichtung zahlreicher Existenzen. Wir machen astrologisch noch einmal einen Schritt zurück. Für die nächsten sechs Monate transitieren Jupiter, Saturn und Pluto wieder im Steinbock und bilden dann insbesondere im November und Dezember fast permanent eine Dreifachkonjunktion, die sich erst mit dem endgültigen Eintritt Saturns in den Wassermann (17. Dezember 2020) allmählich aufzulösen beginnt.

Eine mögliche Entsprechung wäre, dass die Corona-Pandemie sich deutlich verschärft, aber auch, dass die wirtschaftlichen Folgen nun immer deutlicher sichtbar werden. Nicht ganz von der Hand zu weisen sind auch gewaltige Naturkatastrophen, da die letzte Eklipse dieses Saros-Zyklus unter anderem mit riesigen Hochwassern in weiten Teilen Mitteleuropas einherging. Auch der Irakkrieg und zahlreiche Terroranschläge waren historische Ereignisse um die Finsternis vom 10. Juni 2002 (letzte Finsternis des Saros Zyklus 137). Jedenfalls erwarten dürfen wir einen deutlich schärferen Ton im politischen Diskurs, weil nicht nur Jupiter, Saturn und Pluto sich nun wieder alle im Steinbock befinden, sondern auch, weil die beiden Finsternisse vom 21. Juni und vom 5. Juli noch einmal auf der kardinalen Achse Krebs/Steinbock stattfinden.

Astrokartografie und Mundanastrologie

Sonnenfinsternis, 21. Juni 2020, astrokartografisch

Abb. 4. Sonnenfinsternis, 21.6.2020, astrokartografisch.

Astrokartografisch sind jene Orte besonders deutlich von der Finsternis betroffen, an denen die Neumondkonstellation direkt an einer Achse stattfindet. Eingezeichnet sind hier nur die Sonne-Mond-Linien und die Mars-Linie. Ganz besonders dürfte Indien von der Finsternis betroffen sein. Zum einen erreicht die Finsternis dort ihre maximale Sichtbarkeitsdauer, zum anderen findet sie für die Hauptstadt des Landes exakt am MC statt. Indien ist auch deshalb sehr stark mit der aktuellen Zeitqualität verbunden, weil sich im Horoskop der Unabhängigkeit Indiens ebenfalls eine Saturn-Pluto-Konjunktion befindet, die wir auch jetzt am Himmel haben.

Für den Moment der Finsternis steht Mars zusätzlich exakt am Deszendenten und bildet ein exaktes Quadrat mit dem MC. Dieser „Angriff“ seitens Mars am Deszendenten könnte das Corona-Virus symbolisieren, das in Indien aktuell besonders stark wütet. War die Situation dort im März und April hinsichtlich der täglichen Neuinfektionen noch nicht sehr schlimm, so steigen die Infektionszahlen im Juni 2020 massiv an. Angesichts des schwachen Gesundheitssystems, des hohen Anteils an sehr armen Menschen in Indien und der enormen Bevölkerungsdichte, ist leider nicht davon auszugehen, dass die Pandemie dort rasch unter Kontrolle zu bringen sein wird.

Persönliches Erleben

Die stärkste Wirkung dieser Finsternis dürften jene Menschen erleben, die wichtige Stellungen im Bereich 29° Zwillinge bis 1° Krebs aufweisen. Wichtige Stellungen sind insbesondere Aszendent, Aszendenten-Herrscher, Sonne und MC. Bezüglich der Sonne müsste jemand also zwischen 20.6. und 22.6. Geburtstag haben, um die Sonnenfinsternis direkt in Konjunktion mit der eignen Sonne zu erleben. Etwas schwächer wirkt die Eklipse in Opposition oder im Quadrat mit wichtigen Stellungen des eigenen Horoskops. Meiner Erfahrung nach ist die stärkste Wirkung bei Konjunktionen mit der AC/DC-Achse zu verspüren.

Inhaltlich dürfte es besonders wichtig sein, auf aufsteigende innere Bilder zu achten. Wo zieht ihr Herz Sie gerade hin? An welche Träume erinnern Sie sich morgens beim Aufwachen? Worauf fällt Ihre Aufmerksamkeit? Was berührt Sie emotional?

Ich habe einen Brunnen als Vorschaubild zu diesem Artikel gewählt, weil er symbolisch für den Krebs, die Wasser des Lebens und Gefühle steht. Ohne unser Innenleben wären wir nicht menschlich, wir wären emotionslose Roboter, die nur funktionierten, aber nicht lieben könnten und nicht wirklich lebendig wären. Auf der Ebene des Archetyps Krebs geht es zunächst nur um innere Bilder, Gefühle und Stimmungen, im Skorpion werden diese dann zu fixen Vorstellungen, Leitbildern und Ideologien, im Zeichen Fische schließlich löst sich dann jeder Vordergrund auf und wir erleben idealerweise reine Hingabe, die Auflösung unseres Egos und die Vereinigung mit dem Göttlichen. Die Beobachtung unserer inneren Bilder kann uns jetzt Anhaltspunkte für weitere Entwicklungen liefern und wir können Erlebnisse der Vergangenheit möglicherweise überwinden, indem wir mehr Verständnis und Mitgefühl für andere, aber auch für uns selbst aufbringen.

Weitere interessante Artikel

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Persönliche Beratung

Astrologische Beratung Stefan HofbauerWenn Sie wissen möchten, welche Radix-Planeten oder Achsen die Sonnenfinsternis in Ihrem Horoskop berührt, empfiehlt sich eine persönliche Beratung. Eine astrologische Beratung ist in vielen Lebenssituationen hilfreich, insbesondere dann, wenn Sie sich in einer Phase der Neuorientierung befinden oder wenn Sie das Gefühl haben, mehr aus Ihrem Potenzial machen zu können. Für eine individuelle Beratung bereite ich mich ausgiebig vor und beantworte, so gut es mir möglich ist, alle Fragen Ihres konkreten Anliegens. Weitere Informationen zu Ablauf und Kosten einer Beratung finden Sie hier.

Bildnachweis

Die Bilder stammen von pixabay.com, die Astro-Grafiken wurden mit der Software Sarastro erstellt.

Literatur

Campion, Nicholas (1991). Das Buch der Welthoroskope. Alle wichtigen Daten und Quellen zu Ländern, Nationen und weltpolitischen Ereignissen. Edition Astrodata.

Rudhyar, Dane (1993). Astrologischer Tierkreis und Bewusstsein. Eine Interpretation der 360 Tierkreisgrade. Kailash.

von Schierstedt, Claudia ( 1999). Finsternisse astrologisch deuten. Chiron Verlag.

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