Vom Ende eines Zeitalters

Um geboren zu werden, müssen wir eine Welt zerstören. (Hermann Hesse)

Materie und Geist

Vor dem Hintergrund des großen kardinalen Kreuzes, dem Durchgang Plutos durch den Steinbock und der zu Ende gehenden Periode von Jupiter-Saturn-Konjunktionen in Erdzeichen (1802 bis 2000 mit Ausnahme der Jahre 1821 und 1980/81, in denen Jupiter-Saturn-Konjunktionen in Widder bzw. Waage stattfanden), dürfte sich unser Blick auf die Realität grundlegend wandeln.

Insbesondere seit Ende des 19. Jahrhunderts wurde unsere Weltsicht zunehmend säkularer und materialistischer. Nietzsche verkündete den Tod Gottes und die Naturwissenschaften vertraten immer vehementer die Auffassung, dass es so etwas wie Geist oder Seele gar nicht gäbe. Beide wären sozusagen nur ein Epiphänomen unseres Gehirns.

Genau dieses Zeitalter eines, wie ich es nenne, „Hardcore-Materialismus“ dürfte jetzt endgültig zu Ende gehen.

Wir möchten gerne glauben, dass unser Geist in der Lage ist, alles zu denken. Und in unserer Arroganz ziehen wir aus dem wenigen vorhandenen Wissen, das uns Physik, Biologie und Medizin liefern, unsere Schlüsse. So glauben wir selbstverständlich zu wissen, aus welchen Bausteinen Leben auf Planeten außerhalb unseres Sonnensystems zusammengesetzt sein müsste und wie es wohl aussähe.

Eine Kleinigkeit übersehen wir dabei aber: das Undenkbare kann nicht gedacht werden, so lange bis ein Mensch damit beginnt, es zu denken. Wäre nicht irgendwann ein Mensch auf die Idee gekommen, die Erde könnte vielleicht rund und keine Scheibe sein, so würden wir heute noch selbstverständlich davon ausgehen, dass sie eine Scheibe ist. Und bevor irgendjemand auf den Mond fliegen konnte, musste zunächst einmal ein Mensch genau diese Möglichkeit denken.

Das Denken ist immer das Primäre. Was nie gedacht wurde, wird nie real werden. Ein recht aktuelles Beispiel sind die spektakulären Erfolge der modernen Astrophysik, die durch Science fiction-Autoren vorweggenommen wurden, lange bevor überhaupt entdeckt wurde, dass es tatsächlich zahlreiche Planeten außerhalb unseres Sonnensystems gibt. Und die Entdeckung des ersten Planeten außerhalb unseres eigenen Sonnensystems liegt gerade mal 20 Jahre zurück. Davor hatte man einfach nicht gewusst, wie man einen Planeten im Licht seines Sterns entdecken sollte. Man ging sogar davon aus, dass maximal 5% aller Sterne Planeten hätten.

Außerirdisches Leben galt noch vor wenigen Jahrzehnten als undenkbar. Inzwischen sagen selbst seriöse Wissenschaftler, dass es überaus wahrscheinlich ist. Lediglich die Distanzen machen eine Entdeckung solchen Lebens (derzeit) sehr unwahrscheinlich. Und das gilt vor allem deshalb, weil wir seit Einstein die Lichtgeschwindigkeit als absolut unüberwindliche Höchstgeschwindigkeit der Fortbewegung betrachten. Und wohl auch deshalb, weil wir uns Leben so ähnlich vorstellen wie auf der Erde. Was aber, wenn dieses Leben da draußen unsere Vorstellungskraft weit übersteigt?

Ich persönlich gehe davon aus, dass wir fast nichts wissen und mehr noch, dass wir in unserer Verblendung das Wenige, was wir wissen, vollkommen falsch interpretieren. Sehen wir doch etwas genauer auf die menschliche Geschichte! Bis vor wenigen Jahrhunderten waren Seele und Geist alles was zählte. Materie und der menschliche Körper waren Nebensächlichkeiten oder im schlimmsten Fall der Ort der Sünde. Es galt als nicht gut für den Menschen, wenn er sich mit dem Körper und mit der Materie auseinandersetzte.

Fische- und Wassermannzeitalter

Vor 2000 Jahren sagte einer: „Ihr könnte nicht Gott und dem Mammon dienen.“ (Mt 6,24) Sehr viele Jahrhunderte glaubten die Menschen daher, nur Gott dienen zu müssen. Die Anhäufung von Reichtümern galt als verwerflich, sündhaft und als Weg in die ewige Verdammnis. Man nennt diese Epoche auch das Fischezeitalter. Dieses definiert sich als jener Zeitraum von etwa 2150 Jahren, bei dem der Frühlingspunkt, also der 21.3. eines Jahres, im Hintergrund mit dem Sternbild der Fische zusammenfällt. Das ist übrigens der einzige Punkt, in dem sich die Astrologie heute auf die Sternbilder und nicht den Tierkreis bezieht.

Inzwischen befinden wir uns im Übergang zum Wassermannzeitalter, da der Frühlingspunkt nun im Hintergrund mit dem Sternbild des Wassermanns zusammenzufallen beginnt. Da die Sternbilder jedoch keine klaren Grenzen und auch unterschiedliche Größen haben, haben wir keine Möglichkeit den genauen Beginn des Wassermannzeitalters zu bestimmen. Spekulationen reichen von 1762 bis zum Jahr 3550 (Campion, 1991). Ziehen wir die Werte des Wassermanns ins Kalkül, also Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Humanismus, Erneuerung, Unabhängigkeit, Originalität, Beziehungslosigkeit, Emanzipation, Erfindungsreichtum, Individualität, etc. so können wir wohl davon ausgehen, dass spätestens mit der Französischen Revolution 1789, mit ihrem Slogan von „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“, der Übergang ins Wassermannzeitalter begonnen hat. Bis es sich in voller Blüte befinden wird, mögen aber vielleicht, von heute an gerechnet, noch weitere 1000 Jahre ins Land gehen.

Materialismus und Jupiter-Saturn-Konjunktionen in Erdzeichen

Heute glauben (!) wir es besser zu wissen als die Menschen im Fischezeitalter mit ihrer Orientierung an Transzendenz, Glauben und Jenseits. Um 1900 verkündete Nietzsche, dass Gott tot sei. Und in der Lebensrealität der Europäer und Amerikaner hatte er damit sicherlich Recht. Seit dem 19. Jahrhundert zählt zunehmend nur mehr die Materie und Seele wurde immer mehr geleugnet.

Dies koinzidiert übrigens mit den Jupiter-Saturn-Konjunktionen, die zwischen 1802 und 2000, mit Ausnahme der Jahre 1821 und 1980/81 allesamt in Erdzeichen stattfanden. Die Konjunktionen von Saturn und Jupiter finden sehr regelmäßig für ca. 200 Jahre in den Tierkreiszeichen eines einzigen Elements statt und geben damit die Hintergrundfärbung der Zeitqualität an.

Überblick über 1200 Jahre Jupiter-Saturn-Konjunktionen:

  • 1007/1008 bis 1206: Erde; Ausnahmen: Konjunktionen von 1027 (Widder) und 1186 (Waage)
  • 1226 bis 1405: Luft; Ausnahme: 1356 (Skorpion)
  • 1425 bis 1583: Wasser
  • 1603 bis 1821: Feuer; Ausnahmen: 1643 (Fische) und 1802 (Jungfrau)
  • 1842 bis 2000: Erde; Ausnahme 1980/81 (Waage)
  • 2020 bis 2199: Luft; Ausnahme 2159 (Skorpion)
  • ab 2219: Wasser

Wir befinden uns an der Schwelle zu einer sogenannten „großen Mutation“, da mit Ausnahme von 2000 ab dem Jahr 1980/81 alle Jupiter-Saturn-Konjunktionen für 200 Jahre in Luftzeichen stattfinden werden. 2000 ereignete sich eine letzte Jupiter-Saturn-Konjunktion im Erdzeichen Stier, die im Dezember 2020 mit einer neuerlichen Konjunktion der beiden Planeten im Zeichen Wassermann zu Ende gehen wird. Möglicherweise befinden wir uns damit ganz am Ende eines Zeitalters, das dereinst als das materialistische Zeitalter bekannt sein wird. Und die Vermutung, wir bewegten uns in ein neues Zeitalter, das vielerorts auch schon „Informationszeitalter“ genannt wird, dürfte wohl zutreffen.

Dass der Materialismus möglicherweise in den letzten Zügen liegt, erkennen wir auch daran, dass die Aussagen vieler „Hardcore-Naturwissenschaftler“ heutzutage beinahe karikaturhafte Züge annehmen. Viele Wissenschaftler behaupten ernsthaft, so etwas wie Seele und Bewusstsein gäbe es überhaupt nicht. Man muss sich das einmal vorstellen: ein biologisches Wesen, das sich selbst als Materie und nichts als Materie postuliert, spekuliert darüber, dass es Seele und Bewusstsein gar nicht geben kann. Bewusstsein, das quasi vollautomatisch und ohne Bewusstsein darüber spekuliert, dass es ebendas gar nicht geben kann!

Und im Bereich der Wirtschaft feiert die Orientierung an den Märkten „fröhliche Urständ“. Die Beträge, die heutzutage tagtäglich verschoben werden, sind aberwitzig und die Raffgier einiger weniger, kennt scheinbar überhaupt keine Grenzen mehr. Es vergeht keine Katastrophe, die nicht im Fernsehen auf ihre Auswirkungen auf die Aktienmärkte untersucht wird. Als sei das das Allerwichtigste und kein anderes Thema auch nur annähernd so interessant.

Wir sehen nur einen winzigen Ausschnitt von der Welt, daran hat sich seit dem Mittelalter nichts geändert. Das Wissen mag quantitativ stark gewachsen sein, qualitativ hat es sich jedoch nicht großartig verändert. Nach wie vor sind wir streng gläubig. Wir glauben zwar nicht mehr an Gott, aber wir glauben heute ebenso inbrünstig an Märkte und an die Wissenschaft oder an den grenzenlosen Konsum. Wir glauben im Westen an die alleinseligmachende Demokratie, die, wie schon Churchill sagte, eine schlechte Staatsform ist.

Dennoch glaubt jede neue Generation klüger zu sein als die vorhergehende. Dieser Glaube ist durch nichts gerechtfertigt. Er entspringt wahrscheinlich unserem Minderwertigkeitsgefühl, das wir durch Narzissmus kompensieren. Denn mehr als je zuvor in der Geschichte der Menschheit müssen wir vor der schieren Größe dieses Universums nur noch staunen. Und seit der Urknall als überaus wahrscheinlich und vielleicht sogar als bewiesen gilt, frage ich mich noch mehr: wer sind wir, dass wir ernsthaft glauben können, wir wüssten irgendetwas?

Die jungen Wissenschaftler, die heute alles ablehnen, was auch nur in der geringsten Weise einem rein materialistischen Standpunkt widerspricht und zum Beispiel mantra-artig wiederholen: „Astrologie ist Unsinn“, ohne auch nur Argumente vorzubringen oder von der Thematik das Geringste zu verstehen, sind einfach nur Gläubige einer veralteten Religion des 19. Jahrhunderts. Oder man könnte auch sagen, sie seien lediglich dumme Schnösel, die die Geschichte Lügen strafen wird.

Nichts in dieser Welt kommt je in die Existenz, was nicht zuerst Potenzial, Gedanke, Geist war. Ist das nicht genau das, was die Quantenmechanik seit 100 Jahren lehrt? Auf der subatomaren Ebene können wir so etwas wie Materie nicht finden, dort ist nur Potenzial, Geist oder wenn man so will, Kreativität und Schöpferkraft. Warum halten also jene Besserwisser am materialistischen Weltbild fest? Was haben sie zu verlieren?

Das Glaubensbekenntnis der Naturwissenschaft

Wahrscheinlich haben sie genau das Gleiche zu verlieren wie auch jeder religiöse Fanatiker: ihre Sicherheit. Denn in der Religionspsychologie weiß man schon lange, dass Menschen umso fanatischer werden, je mehr Angst sie davor haben, dass ihr Standpunkt unter Umständen falsch sein könnte. Jemand der, im Religiösen ebenso wie in den sogenannten Wissenschaften, sicher darin ist, was er weiß und wo die Grenzen seines Wissens sind, der kann auch zugeben, dass ihm noch vieles unbekannt ist. Der braucht keinen Fanatismus, keine Ausgrenzung und keinen Feuereifer.

Und so geht das naturwissenschaftliche Glaubensbekenntnis heute von 10 zentralen Überzeugungen aus, die nicht in Frage gestellt werden und auch gar nicht in Frage gestellt werden dürfen, nämlich:

  1. Alles ist mechanischer Natur.
  2. Materie besitzt grundsätzlich kein Bewusstsein.
  3. Die Gesamtheit von Materie und Energie ist immer gleich.
  4. Die Naturgesetze stehen ein für alle Mal fest.
  5. Die Natur kennt keine Absichten, Evolution ist ohne Richtung und Ziel.
  6. Biologische Vererbung ist ausschließlich materieller Natur.
  7. Der Geist, unser Denken und Fühlen, sitzt im Kopf und ist nichts als Gehirnaktivität.
  8. Erinnerungen sind materielle Spuren im Gehirn, die mit dem Tod gelöscht werden.
  9. Unerklärliche Phänomene wie Telepathie, Präkognition, etc. sind reine Einbildung.
  10. Mechanische Medizin ist die einzig wirksame Medizin (zitiert nach Sheldrake, 2012).

Rupert Sheldrake nimmt in seinem exzellenten Buch „Der Wissenschaftswahn“ genau diese Überzeugungen eine nach der anderen auseinander und zeigt, dass es längst überzeugende Erkenntnisse und Studien gibt, die die obigen Dogmen in Frage stellen. Allein, sie werden von der sogenannten „seriösen Wissenschaft“ einfach ignoriert oder auf äußerst kreative Weise wegerklärt. Wo besteht da, frage ich mich, der Unterschied zu religiösen Menschen, wenn ich Studienergebnisse hartnäckig einfach ignoriere, nur weil sie nicht in mein Weltbild passen?

Echte Forschung und wahrhaft seriöse Wissenschaft beginnt meines Erachtens dort, wo wir uns eingestehen, dass wir vieles nicht wissen und manches, wie Einstein glaubte, vielleicht überhaupt nie werden wissen können. Die Vorstellung, wir wüssten schon alles und jene, die sich mit Astrologie, Parapsychologie oder anderen Themen beschäftigen, einfach auszugrenzen und für naiv, kindlich, magisch-denkend oder was auch immer zu halten, ist sehr einfach und eines reifen Menschen unwürdig.

Und so ist es meine stille Hoffnung, dass diese Zeitalter des Materialismus vorbei gehen möge und die Wissenschaft sich endlich ein wenig vorurteilsloser auch der Themen annimmt, von denen sie zunächst vielleicht noch sehr wenig versteht und für die sie vielleicht noch nicht einmal eine brauchbare Hypothese hat.

Sehr interessanter englischsprachiger Artikel zum Thema

Astrology and the System (Astrology News Service)

Literatur

Campion, Nicholas (1991). Das Buch der Welthoroskope. Edition Astrodata.

Sheldrake, Rupert (2012). Der Wissenschaftswahn. Warum der Materialismus ausgedient hat. O.W. Barth Verlag.

 

Dieser Beitrag hat 41 Kommentare.

  1. […] Dieser Zyklus begann im Jahr 2000 mit der Konjunktion der beiden Planeten Jupiter und Saturn im Stier. Es war dies auch die allerletzte Konjunktion der beiden Planeten in einem Erdzeichen. Ab 2020 werden die Jupiter-Saturn-Konjunktionen für 200 Jahre immer in Luftzeichen stattfinden. Dass die Konjunktion in Stier den Anfang vom Ende des Zeitalters des Materialismus bedeuten könnte, schrieb ich bereits in einem früheren Artikel (vgl. Artikel “Vom Ende eines Zeitalters“). […]

  2. […] wird, dass alte Machtstrukturen und Denkmuster zerbrechen werden (vgl. auch die Artikel “Vom Ende eines Zeitalters” und […]

  3. […] Mit dem Quadrat zwischen Jupiter und Saturn geht nicht nur ein einzelner Zyklus der beiden Planeten allmählich zu Ende, sondern auch eine lange Folge von Jupiter-Saturn-Konjunktionen in Erdzeichen. Spätestens 2020 findet ein epochaler Wechsel statt, der auch den Beginn einer neuen, 200 Jahre dauernden Luftperiode der Jupiter-Saturn-Konjunktionen einläutet. Ab diesem Zeitpunkt werden nicht mehr Materie und Geld im Vordergrund stehen, sondern Beweglichkeit, geistiger Austausch und Information (mehr dazu im Artikel “Vom Ende eines Zeitalters“). […]

  4. […] Mit dem Quadrat zwischen Jupiter und Saturn geht nicht nur ein einzelner Zyklus der beiden Planeten allmählich zu Ende, sondern auch eine lange Folge von Jupiter-Saturn-Konjunktionen in Erdzeichen. Spätestens 2020 findet ein epochaler Wechsel statt, der auch den Beginn einer neuen, 200 Jahre dauernden Luftperiode der Jupiter-Saturn-Konjunktionen einläutet. Ab diesem Zeitpunkt werden nicht mehr Materie und Geld im Vordergrund stehen, sondern Beweglichkeit, geistiger Austausch und Information (mehr dazu im Artikel „Vom Ende eines Zeitalters„). […]

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